robertziege

Echte Fans

Echte Fans machen alles möglich um ihr Interesse auszuleben.

Ich bin ein echter Fan meiner Kinder und weil die gerne das EM-Fußball-Finale ansehen möchten, muss ich einiges in Bewegung setzen.

Fernsehen zu streamen ist normal aber aus dem Ausland, wo wir uns dann aufhalten, wird es schwierig. Dazu kommt, dass wir mit dem Wohnwagen mitten in der Pampa ohne Stromanschluss stehen.

Zuerst muss also eine VPN-Verschlüsselung muss her, damit kann man das Problem des Auslandsstreamings umgehen. Der Tarif ist bezahlbar und die App schnell installiert. Jetzt brauchen wir noch genügend mobile Daten, da wir kein WLAN zu Verfügung haben. Auch die lassen sich beschaffen.

Wenn wir das Spiel nun auf dem Smartphone haben, stellt sich die Frage, wie wir das auf den Laptop-Bildschirm gespiegelt bekommen. Bei neuer Hardware ist das drahtlos recht einfach möglich, bei meinem betagteren Laptop-Modell nicht ohne zusätzliche Apps. Installiert und eingerichtet.

Doch wird der Strom auch reichen? Das der Akku das Spiel übersteht ist unwahrscheinlich, also muss der Inverter-Generator mitkommen.

Echte Fans machen alles möglich – ich hoffe die Mädels gewinnen auch.

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Leadership in Sozialen Medien

Eine Community ist viel mehr als eine Gruppe in MS Yammer oder in externen Sozialen Medien (Facebook, LinkedIn).

Diese Gruppe ist nur ein IT-Tool um den Mitgliedern die Kommunikation zu erleichtern. Und natürlich ist sie nicht das einzige Tool.

Grundsätzlich:

Ich beziehe mich auf einige Aussagen aus Seth Godins Buch Tibes:

  1. Eine Community braucht 2 Dinge um zu existieren:
    1. Ein gemeinsames Interesse
    2. Ein Weg zu kommunizieren
  2. Leadership kann man auf 3 Arten ausüben
    1. Inspiration: Der Leader versucht das Interesse in ein gemeinsames Ziel zu transformieren. Damit wird es noch dringender.
    2. Festigung: Der Leader versucht die Beziehungen in der Gruppe zu festigen und enger zu machen. Dadurch steigt die emotionale Verbundenheit und das Commitment.
    3. Verstärken: Der Leader kann die Gruppe als Hebel nutzen um die Botschaft noch stärker zu verbreiten. Dadurch wird die Community größer

Zurück zum Thema

In der Regel, so Godin, bemühen sich die meisten Community-Leader schon bald nur noch um den Punkt 2.3 (Verstärken). Einige wenige, kümmern sich auch später auch noch um Punkt 2.1 (Inspiration). Der Punkt 2.2 (Festigung) wird aber nur äußerst selten beachtet. Das liegt vor allem daran, dass für diesen Zweck eine gewisse Exklusivität nötig ist. Communities sind nicht für jeden sondern nur für einige. Größere Communities sind nicht automatisch besser.

Beispiel:
80% der Wikipedia Artikel wurden von nur ca. 5.000 Menschen geschrieben – freiwillig und kostenlos. Eine extrem kleine, aber sehr feste Community mit immenser Wirkung. Wieviel Millionen Mitglieder hat dagegen die Instagram-Community von Cristiano Ronaldo und was bewegen die?

Ich glaube, Soziale Medien (intern wie extern) sind eine gängige Art, wie Menschen kommunizieren. Sie eignen sich also hervorragend für Communities.

Sie sind aber m.E. nicht die alleinige Lösung.

Gerade für den zweiten Punkt (Festigung) braucht es auch andere Tools. Das können Treffen im Real-Life sein, gemeinsame Projekte, oder andere gemeinsame Tätigkeiten (z.B. gemeinsames Lernen).

Ich finde es wichtig auch diesen Aspekt zu betrachten, weil Communities sonst allzu leicht beliebig werden und nicht in der Lage sind, Wandel zu erzeugen.

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Cut out LinkedIn

Ist Recruiting ohne soziale Netzwerke überhaupt noch vorstellbar? Wir teilen jede Stellenanzeige des eigenen Unternehmens und hoffen dadurch mehr Sichtbarkeit zu erhalten.

Wahrscheinlich funktioniert das sogar. Kurzfristig.

Aber langfristig, so glaube ich, ist das kein guter Deal. Langfristig wird die organische Reichweite mehr und mehr verschwinden. Anzeigen zu schalten wird unumgänglich und die Preise steigen.

LinkedIn verändert unsere Kultur. Geschäftliches Networking wird zum normalen Bestandteil unseres Privatlebens. Andere Kanäle werden an Bedeutung verlieren. Warum umständlich suchen, wenn ich alles Angebote dort bekomme, wo ich sowieso täglich Zeit verbringe?

Mitarbeiter teilen die Anzeigen mit guter Absicht, doch eigentlich geben sie Daten preis. Solange du Social-Media nicht bezahlst, bist du nicht der Kunde, du bist das Produkt. Jeder, der eine bestimmte Stellenanzeige teilt, likt oder nur ansieht, macht sich selbst und seine Kontakte damit zur Zielgruppe. Bezahlte Anzeigen der Konkurrenz werden nicht lange auf sich warten lassen.

Für die Unternehmen ist dies eine Teufelsspirale. Der Kanal wird immer wichtiger und der Preis immer höher.

Was kann man tun? „Cut out the middleman“ ist eine bekannte Geschäftsstrategie, aber sie wird immer schwieriger, desto enger die Beziehung unserer Zielgruppe mit dem Mittelsmann ist.

Wir sollten LinkedIn übergehen und unser eigenes soziales Netzwerk für Interessierte aufbauen. Softwarelösungen für Unternehmen lassen sich mittlerweile finden (z.B. tribe.so oder MS Yammer – sicher gibt es noch mehr). Dort sollten wir unserer spezifischen Zielgruppe echten Wert bieten: Events, Projekte, Diskussionen mit oberen Führungskräften, Experten, Auszubildenden…
Kein Spam und kein BlaBla.

Stellenanzeigen posten wir dann nur noch dort, in einer Community, die ehrlich an uns und unserer Branche interessiert ist. Wenn diese Leute die Angebote dann extern verbreiten, ist es ok – eine echte Empfehlung von einem Freund.

Wir selbst posten extern nur noch einen Link und Call to Action: „Kommt in unsere Community“.

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Klagen und Hoffen sind vom selben Schlag

Auch wenn das jetzt wieder hart klingt, ich schreibe es trotzdem:

Frei nach Vera F. Birkenbihl: „Wenn man das Klagen weglässt, haben die meisten Menschen nur wenig zu sagen.“
Ich würde sogar klagen und hoffen sagen. Hoffnung hat nämlich den gleichen Effekt wie Ärger: Wir geben die Verantwortung ab. Es ist sinnlos zu klagen oder zu hoffen, entscheidend ist was wir tun.

Hier ein passendes Video in dem Frau Birkenbihl das wieder auf unvergleichliche Weise klar macht: https://youtu.be/Ah65G95w6q0

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Nie den ersten Eindruck überspringen

„Den Check-in lassen wir mal weg, schließlich kennt ihr euch ja schon.“

„Zu mir muss ich auch nicht so viel sagen, es geht ja um euch.“

Diese Art Einstieg in ein Seminar oder einen Workshop hatte ich zuletzt mehrmals und ich erkenne gerade, dass auch ich selbst, in meinen Veranstaltungen, dem Check-in oft nicht den ihm gebührenden Stellenwert einräume.

Was für eine Verschwendung.

Der erste und der letzte Eindruck sind die wichtigsten Momente jeder Zusammenkunft, hatte Priya Parker in „The Art of Gathering“ eindrucksvoll bewiesen. Hier können Verbindungen geschlossen und kann Vertrauen aufgebaut, sogar (positive) Spannung geschaffen werden. Viel einfacher als zu jedem anderen Zeitpunkt des Events.

Tatsächlich haben die angesprochenen Termine nicht optimal funktioniert. Einer ist sogar krachend gescheitert, weil es der Trainer nicht geschafft hat, das Publikum vollends einzubeziehen und auf sein Thema zu fokussieren.

Wofür denn eigentlich? Um 10 Minuten Zeit zu sparen, oder um nicht zu riskieren, dass sich die vorhandene Ungewissheit unkontrolliert entlädt – falls sich zum Beispiel jemand, gleich zu Beginn, unkooperativ verhält. Da verlangen wir doch lieber nicht zu viel. Lassen wir das Meeting möglichst lange unauffällig dahinplätschern.

Das hilft niemandem, es ist der größte Fehler, den man bei Veranstaltungen machen kann. Wir dürfen niemals aufgrund von Faulheit oder Verlangen nach Harmonie den ersten Eindruck überspringen. Die Chance kommt nicht wieder.

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Hans und Peter

Was Hans über Peter sagt, sagt mehr über Hans als über Peter.

Dieser kurze Satz beschreibt sehr klar, wie Vertrauen entstehen und verspielt werden kann.

In der direkten Kommunikation sind wir alle eher geneigt uns zurückzuhalten, daher beurteilen wir unsere Mitmenschen oft indirekt durch Beobachten.

Integrität müssen wir langfristig durch unsere Taten beweisen, es genügt nicht, sie zu beteuern. Daher ist es wichtig Respekt, Empathie und Gerechtigkeit nicht nur denen entgegenzubringen, die gerade da sind, sondern auch dritten, die gerade nicht im Raum sind.

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Gibt es noch echte Blogs

Es scheint, als wären Blogs nur noch die Standard-Anhängsel von Webseiten aller Art.
Mal die erste Wahl zum Zwecke der Marketing-Kommunikation, mal einfach ein notwendiges Übel zur Suchmaschinenoptimierung.

Vielerorts geht es beim Bloggen aber schlicht darum, seine Botschaft über Keywords galant in Text zu verpacken, der dann mit Google findbar oder über soziale Medien teilbar ist.

Die Aussage der Texte ist austauschbar: Ich bin Experte, ich habe ein Angebot, komm näher, abonniere hier, kaufe da.

So war das aber nicht gedacht.

Ursprünglich waren Blogs die Alternative zu den Mainstream-Medien. Hier haben unabhängige Autorinnen großzügig ihr Wissen geteilt – weil sie es konnten, nicht um Kunden zu gewinnen.

Sie waren keine Werbekanäle für die Industrie, sondern die Träger von freien Informationen und freiem Wissen für alle. Mittelsmänner (Medienkonzerne) waren plötzlich nicht mehr nötig. Blogs konnten Neuigkeiten schneller, besser und vor allem unvoreingenommen verbreiten. 

Aber natürlich „darf“ man mit seinem Blog Geld verdienen – wer will auch auf die angesprochene SEO-Art. Die Konsequenz ist aber offensichtlich. Leider machen das heute die meisten und diese Spirale führt nach unten.

Wer heute Blogs ließt (kaum noch jemand), der erwartet keine unvoreingenommenen Informationen mehr, sondern ein schriftliches Verkaufsgespräch. Bewusst oder unbewusst, die Leser merken das.

Was ist passiert?

Wie so oft wurde eine einzigartige und großzügige Idee standardisiert und kommerzialisiert. Ursprünglich hatte sich aus einer Beziehung auf der Basis von Vertrauen eine Geschäftsidee entwickelt. Heute kommt die Geschäftsidee zuerst und der Blog soll sie verkaufen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Gibt es noch echte Blogs – echt im Sinne der ursprünglichen Blog-Idee?

Ja, es gibt sie, worüber ich mich sehr freue. Es gibt Frauen und Männer, die einfach teilen was sie wahrnehmen, weil sie es können.

Auf „Mein-Eventtipp“ gibt es private Berichte zu kulturellen Veranstaltungen, aber auch zu Restaurants und Hotels, in Berlin und anderen Großstädten. Das tolle daran: Die Bloggerin ist keine professionelle Kritikerin, die dafür bezahlt würde, sondern eine Privatperson mit privater Meinung. Sie testet die Events, weil sie sich ehrlich selbst dafür interessiert. Und sie teilt ihre Erfahrungen, weil sie kann.

Auf ihrem „BambooBlog“ schreibt Ulrike hauptsächlich über das Reisen und China. Zwar kooperiert sie mittlerweile auch mit Unternehmen, aber das ist nicht der Zweck ihres Blogs. Seit vielen Jahren teilt sie aus eigenem Interesse und mit Herzblut ihre umfangreichen Erfahrungen – auch hier, weil sie kann. 

Oder es wird einfach mit Witz und Charme der Zeitgeist eingefangen, wie bei „Brycke„. Mal abseits der Großstädte, aber nicht minder spannend. Hier wird Greifswald zum Nabel der Welt, indem zwei ortsansässige über humorvolle Texte und Bilder ihre Beobachtungen kommentieren. Wer braucht da noch Berlin? Warum machen die beiden das? Genau…

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Innovator vs. Inventor

Letztens habe ich einen interessanten Vergleich gehört:

Leonardo da Vinci würde man wahrscheinlich ohne zu zögern zugestehen, äußerst innovativ gewesen zu sein.
Dies wäre aber tatsächlich nicht der Fall gewesen. Er habe zwar viele Dinge erfunden, diese Neuerungen aber nie in eine Marktreife überführt. Demnach war er kein Innovator, sondern lediglich Inventor.

Unabhängig von Leonardo ist die Unterscheidung eine wichtige. Wer seine guten Ideen für sich behält oder es einfach nicht fertigbringt, sie so zu vermarkten, dass ihr Nutzen deutlich wird, der wird auch nichts verändern.

Gute Ideen gibt es viele. Der erste Schritt liegt darin, sie aufzuschreiben.
Danach jedoch, beginnt die eigentliche Reise der Umsetzung, die mitunter sehr lang werden kann und vielleicht auch nie Ihr Ziel findet.

Wer dafür nicht den Mut oder die Ausdauer aufbringt, der geht nur einen kurzen Teil des Weges.

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Für Manche ist scheitern schwerer

Schon oft habe ich geschrieben, dass wir den Mut haben müssen zu scheitern, dass dies schwer sei, es aber die Aufgabe von Anführern wäre, dieses Risiko zu tragen.

Übersehen habe ich dabei, dass ich hier nicht für jede und jeden das gleiche Maß verwenden darf.
Hier habe ich ein unbewusstes Denkmuster übersehen.

Mary-Frances Winters schreibt in ihrem Buch „Inclusive Conversations“, dass es für nicht-privilegierte Gruppen schwerer sei zu scheitern.

Sie spricht vor allem über Menschen mit dunkler Hautfarbe in den USA, dieser Gedanke lässt sich aber auf alle Minderheiten übertragen.

Er gilt also auch für Frauen, die „Fehler“ im Rahmen ihrer beruflichen Karriere machen, oder ebenso für Männer, denen „Fehler“ beim Umgang mit Kindern unterlaufen.
Wenn sie von diesen Gruppen begangen werden, ist der Schaden objektiv genauso groß wie von jeder anderen Person.

Es fällt uns allen aber eher auf.

Nicht-privilegierte Gruppen werden, so Winters, schon seit ihrer Kindheit zu Stärke und Perfektion erzogen – oft auch aufgrund von schmerzlichen Erfahrungen mehrerer Generationen. Es fällt ihnen also ungleich schwerer, den Mut zum Scheitern aufzubringen, als zum Beispiel mir (männlich, weiß) im beruflichen Kontext.

Weil es schwerer ist, ist es freilich nicht falsch.

Wir sollten einmal mehr erkennen, dass Menschen unterschiedlich sind und wir uns um Verständnis bemühen müssen bevor urteilen.

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Entscheiden verbindet

Wenn wir genau hinhören und sehen, dann sagt es das Wort schon selbst. Etwas ist geschieden, also getrennt und wird nun zusammengeführt: ent-schieden.

Zu entscheiden bedeutet Klarheit zu schaffen und mehrere Positionen zusammenzuführen. Teams haben somit die Chance, ihren Weg gemeinsam fortzusetzen. Allein hat man nun die Freiheit gewonnen, sich auf eine Sache zu konzentrieren.

Daraus folgt aber, dass es sich nur dann um echte Entscheidungen handelt, wenn hier wirklich ein großzügiger, mutiger Akt der Führung erfolgt ist, der tatsächlich verbindet.

Ein Machtwort, das willkürlich erscheint, oder einzelne überhaupt nicht einbezieht, ist keine Entscheidung, sondern ein Befehl.

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Wie oder Was sagen?

Wir alle haben sicher schon gehört, dass Entscheidungen überwiegend emotional getroffen werden, nicht rational.
Wie man etwas sagt, ist daher oft mindestens so wichtig wie das, was man sagt.

Trotzdem konzentrieren wir uns bei Präsentationen weit intensiver auf die Fakten als auf unsere Wirkung.

Sollten wir hier vielleicht neu gewichten?

Hier ist eine lustig / beeindruckendes Beispiel dafür: (Überzeugend auch ohne Fakten – 5:55 Min.)

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kreativ vs. operativ

Kreativ arbeiten bedeutet Dinge zu tun, die vielleicht nicht funktionieren. Dafür brauchen wir Mut, Verantwortung und den Willen etwas zu verändern. Man auch sagen: Leaderschip.

Das Gegenteil, also Dinge tun, von denen wir sicher wissen, dass sie funktionieren, ist operatives Arbeiten. Dazu brauchen wir Regeln, Prozesse, Kontrolle. Man könnte auch sagen Management.

Beides ist wichtig. Für den Menschen wird aber langfristig nur die erste Sache übrig bleiben (Vgl. Was bleibt für den Menschen?).

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Kooperative und Kollaborative Teams

Die beiden Begriffe werden oft synonym benutzt, doch die Unterscheidung ist wichtig. In diesem kurzen Video wird das deutlich:
Cooperation vs Collaboration: When To Use Each Approach

Kooperative Teams nutzen Synergien, um jeweilige Einzelprojekte umzusetzen. Das kann Know-How sein oder die Auslastung von Ressourcen (Arbeitszeit, Boden, Kapital). Im Grunde könnten alle Teammitglieder auch einzeln existieren, die Kooperation macht sie jedoch effizienter und damit besser. Es entsteht eine Win-Win-Situation: 1+1=2.

Kollaborative Teams haben einen völlig anderen Ansatz. Hier geht es vorrangig nicht um Effizienz, sondern um Effektivität. Die Mitglieder könnten einzeln nicht existieren, sondern brauchen einander, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Gemeinsam schaffen Sie eine Sache, die größer ist, als die Summe der einzelnen Beiträge: 1+1>2.

Was, wenn wir unsere Teams vor diesem Hintergrund betrachten?
Das Video legt nahe, dass die Kombination beider Arten die ideale Form der Zusammenarbeit darstellt. Wir könnten individuell unabhängig agieren, aber auch unsere Fähigkeiten hebeln, um gemeinsam noch größeres zu erreichen.

Zu welcher Art Team gehören den unsere eigenen? Wollen wir uns in kombinierte Richtung entwickeln? Wenn ja, wie?

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Massen-Meetings abschaffen

Größere Teams oder Abteilungen haben oft die Tendenz, sich regelmäßig in Massen-Meetings zusammenzufinden. Sie finden statt unter dem Vorwand von Gemeinsamkeit, Geschlossenheit, Austausch und Kontaktaufnahme.

Tatsächlich sind sie eine willkommene Gelegenheit zur Kontrolle und gleichzeitig eine Möglichkeit sich zu verstecken.

Die Chefin spricht „zum Volk“ und präsentiert die Zahlen des Vormonats. Einzelne Gruppen präsentieren den Stand ihrer aktuellsten Projekte. Vielleicht gab es zuletzt auch ein gelungenes Event, von dem man Fotos man zeigen kann. Gezeigt wird die Vergangenheit und je nach Größe der Organisation kann so ein Meeting gut 1–2 Stunden dauern.

Das ist das Gegenteil von Fortschritt oder Empowerment. Hier kann ich mich zurücklehnen, lasse mich berieseln und werde nicht gefordert. Kreativität ist nicht nötig, Folgsamkeit reicht (Anwesenheit ist natürlich Pflicht).

Wie wäre es, wenn wir stattdessen neue, interessante Ideen präsentieren würden? Die anderen Inhalte können wir auch per E-Mail verteilen.

Wir kürzen die Veranstaltung auf 30 Minuten und laden die Geschäftsführung dazu. Präsentiert wird eine Idee. Sie muss nicht fertig sein, nicht abgestimmt und nicht einmal sicher funktionieren. Einzige Bedingung: Sie ist interessant. Um diesen Pitch vor der Geschäftsführung muss man sich bewerben. Falls niemand ein Thema einreicht, fällt das Meeting aus.

Das Risiko für die Teamchefin wäre immens. Im Worst Case muss sie den Bossen erklären, dass ihr Team keine Ideen hat.

Die Herausforderung für das Team ist ebenso groß wie die Chance. Sie können der Unternehmensleitung exklusiv ihre Ideen präsentieren.

Der Lerneffekt für die gesamte Organisation ist unbezahlbar. Wir sprechen jetzt über die Zukunft statt über die Vergangenheit. Wir leben echtes Empowerment und diskutieren kreative Arbeit.

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Es leben die Imposter

Ein Hochstapler (Imposter) zu sein, ist ein ziemlich schwerwiegender Vorwurf. Sich selbst wie ein Hochstapler zu fühlen (Imposter-Syndrom) ist unangenehm und hemmend. Aus Angst davor, uns unangemessene Fähigkeiten anzumaßen, tun wir die Dinge nicht, die wir als wichtig erachten.

Dies ist eine Prüfung. Wir müssen es trotzdem tun, denn die Welt braucht Hochstapler.

Charles Darwin war ein Hochstapler, als er die Beagle bestieg. Kathrine Switzer war eine Hochstaplerin, als sie in Boston an den Start ging. Steve Jobs war ein Hochstapler, als er sagte, er würde die Musikindustrie revolutionieren. Sheryl Sandberg war eine Hochstaplerin, als sie glaubte, ein Social-Media-Studenten-Start-up könnte ein professioneller, hochprofitabler Megakonzern werden.

Wer immer schön auf der überschaubaren Brusthöhe bleibt, geht keine Risiken ein. Man tut was funktioniert und weiß vorher, was passiert.

Doch diese Menschen haben getan, was außer ihnen kaum jemand geglaubt hat. Sie haben riskiert, etwas zu tun, was vielleicht nicht klappen würde.

Nur so ist Fortschritt möglich – durch hochstapeln.

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Enttäuschung

Enttäuscht zu sein ist eine prima Sache. Denn das bedeutet, dass man vorher getäuscht wurde oder sich selbst getäuscht hat. Diese Einbildung, dieser Denkfehler oder diese Irreführung ist jetzt ausgeräumt.

Ein Anlass zur Freude ist Enttäuschung freilich selten. Meistens tut es weh, dafür sorgen Scham und Angst.

Besser ist es, uns an all die Möglichkeiten zu erinnern, die uns die neue Situation beschert.

Das hier hilft:
Regel Nummer 6.
Wie faszinierend.

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Jongleure statt Puzzler

Unsere Art zu arbeiten verändert sich, wie auch die Gesellschaft.
Immer weniger Operatives erledigen wir gemeinsam.

Statt gemeinsam zu puzzeln und so am Ende ein großes Bild fertigzustellen, jonglieren wir einzeln nebeneinander her. Jeder mit seiner eigenen Spezialität. Einer nimmt Keulen, die Nächste nutzt Fackeln oder Kugeln.

Hin und wieder müssen die Gegenstände kombiniert werden, dann werfen wir sie uns zu. Dies hat aber einen Projektcharakter. Sobald das neue Kunststück eingeübt wurde, kann es wieder jeder allein aufführen.

Diese spontanen, kurzfristigen Kooperationen werden zunehmen. Sie sind die Teamarbeit unserer Zeit.

Wie stellen wir uns darauf ein? Wie arbeiten wir vertrauensvoll und produktiv mit Menschen zusammen, die wir kaum kennen, die unser Fachgebiet nicht verstehen und umgekehrt?

Ansatzpunkte können gemeinsame Werte sein. Wenn sie eine Basis bilden, auf deren Wichtigkeit wir uns schnell einigen können, dann können sie den Anfang von tiefgründigen Diskussionen bilden. So lernen wir uns kennen und schaffen Vertrauen.

Je individueller und spezialisierter wir werden, desto wichtiger wird es, uns über Grundlagen auszutauschen. Nicht um ebendiese Grundlagen kennenzulernen, sondern um die Sichtweise des anderen zu verstehen.

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Der Archimedische Punkt

Eine der wertvollsten Erkenntnisse aus Seth Godins Buch „Free Prize Inside“ besteht darin, dass es bei einer Entscheidung über die Durchführung eines Projektes nicht auf die Güte der Idee ankommt.

Die Idee kann herausragend sein und sie wird trotzdem nicht umgesetzt. Sie kann mittelmäßig sein und das Projekt wird gestartet.

Archimedes hat gesagt, er benötige nur einen einzigen festen Punkt und einen Hebel, der lang genug ist, um die Welt aus den Angeln zu heben.

Solange wir unsere Idee nicht völlig allein umsetzen können, brauchen wir Unterstützer. Dieses Team ist unser Hebel. Ob uns diese Menschen jedoch helfen, hängt laut Seth von der Stabilität des Hebelpunktes ab. Wie bei Archimedes hat dieser Punkt also eine zentrale Rolle und wird oft vernachlässigt.

Ohne einen stabilen Punkt wird uns niemand helfen, einen Hebel anzusetzen, egal wie gut unsere Idee ist. Die wichtigste Aufgabe des Marketings ist es also nicht, die Idee zu bewerben, sondern den Hebelpunkt zu festigen.

Wie geht das?

Auch in „Die Höhle der Löwen“ ist zu beobachten, dass es für die Investoren meist nicht um die reine Idee geht. Sie stellen sich im Grunde 3 Fragen. Wenn diese Fragen überzeugend bejaht werden können, steht der Unterstützung nichts im Wege.

Hier sind die Fragen:

Ist das Problem überhaupt wichtig?
Ist es möglich, das Problem zu lösen?
Bist DU die richtige Person, um das Problem zu lösen?

Wenn wir durch gutes Marketing (z. B. Zielgruppendefinition, Spannungsaufbau und Vertrauensbildung) dafür gesorgt haben, dass diese Fragen sicher bestätigt werden und unser Hebelpunkt entsprechend stabil ist, dann darf die Idee auch unvollständig und unausgereift sein.

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Die Suche nach dem Sinn

Stellen wir uns nicht alle hin und wieder die Frage nach dem Sinn?

Warum machen wir das hier eigentlich? Sollte ich vielleicht etwas anderes mit meiner Zeit anfangen? Mit welchen Handlungen tue ich etwas Sinnvolles für mich und die, die mir wichtig sind?

Ein guter Startpunkt ist die Frage nach der Art des „Spieles“, das wir gerade „spielen“.
Ist es ein endliches oder ein unendliches Spiel.
Manschaftssportarten sind endliche Spiele. Es geht ums Gewinnen und damit ist der Sinn gefunden.

Das Fußballspiel ist aber nur ein kleiner Ausschnitt des Lebens und das große Ganze (Leben) ist ein unendliches Spiel (auch, wenn es irgendwann endet).
Hier kann man nicht gewinnen oder verlieren. Das Ziel jedes unendlichen Spieles ist ganz einfach: immer weiter spielen.

Wie können wir im Leben „immer weiter spielen“?
Wie in unendlichen Spielen üblich, verändern sich auch im Leben ständig die Regeln, die Mitspieler, die Umgebung und so weiter. Veränderung ist allgegenwärtig und Stillstand gibt es nicht. Entweder wir verändern uns zum Guten oder zu Schlechten. Entweder wachsen wir, oder wir schrumpfen.
Der Sinn des Lebens ist also Wachstum.

Nun stellt sich die Frage, wo wir wachsen wollen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Zusammenfassend kann man sie aber alle zu einem von vier Bereichen zuordnen: Wohlstand, Wissen, Gesundheit und Freude.

Wenn wir also wieder einmal nach dem Sinn fragen, dann können wir für uns diese Bereiche analysieren.
Welcher von ihnen ist bei mir am kleinsten?
Sollte ich meinen Wohlstand steigern (Einkommen, Besitz, Rentenansprüche,…)?
Sollte ich wachsen indem ich lerne und mein Wissen steigere (dreidimensionales Wissen)?
Sollte ich mich körperlich weiterentwickeln (Eat, Move, Sleep)?
Sollte ich mehr Lebensfreude suchen (Familie, Freunde, Abenteuer, Hobbys,…)?

Je nach persönlicher Ausgangssituation ist das eine schwieriger oder nötiger als das andere.
Die richtige Wahl dürfen wir also immer selbst treffen.

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Dreidimensionales Wissen

Die Einteilung des Wissens in einzelne Dimensionen oder Kompetenzen ist nicht realistisch.

Fachkompetenz, Methodenkompetenz, persönliche Kompetenz, so lautet die gängige Unterscheidung. Und diese könne man auch losgelöst von einander betrachten.

Diese Sichtweise greift zu kurz.

„Wissen“ muss immer auch als Antwort auf eine Frage formuliert werden können. Und zu jedem Problem gibt es mindestens drei Fragen: Was ist zu tun? Wie ist es zu tun? Warum ist das zu tun?

Echtes Wissen besteht also immer aus allen Kompetenzen bzw. Dimensionen.
„Know-What“, „Know-How“ und „Know-Why“

Das eins und eins zwei ergibt, kann auch ein 3-jähriges Kind sagen. Es kennt das „Was“. Hat es nun Wissen über Mathematik, nur weil es sich drei zusammengehörende Zahlen merken kann? Nein. Es weiß nicht „wie“ Addition funktioniert und auch nicht „warum“ das wichtig ist.

Lernen bedeutet also immer alle drei Dimensionen zu erforschen.

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