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Sehen lernen

Gestern ging es darum die Spannung einzusetzen die durch Stille entsteht, um Entscheidungen leichter herbeizuführen.

Doch was hier egoistisch erscheint, können wir auch anders betrachten. Was wenn wir die Stille als Geschenk begreifen?

Durch unser innehalten und durch die Spannung ermöglichen wir dem anderen uns zu sehen. Wir ermöglichen ihm unseren Nutzen für ihn zu sehen. Wir öffnen uns, laufen nicht weg sondern halten die Spannung aus.

Andererseits müssen wir dazu auch selber sehen können.

Der englische Untertitel von Seth Godins Buch “This is Marketing” lautet: “You can’t be seen until you learn to see.”

Du kannst nicht gesehen werden, bis du selbst lernst zu sehen.

Auch aus der gegenüberliegenden Perspektive ist das ein wertvoller Gedanke:

Du kannst nicht sehen, bevor du dich selbst zeigst – bevor du dich öffnest, in deiner ganzen Verwundbarkeit und es anderen ermöglichst dich zu sehen.

Was wollen wir eigentlich sehen?

Die Stärken, Erfolge, Taten, Versuche, Schwierigkeiten, Absichten, Gelegenheiten etc. unserer Kollegen, Partner und sonstigen Mitmenschen.

Wir können zeigen, das wir den Anderen wahrnehmen, indem wir darauf hinweisen.

“Ich sehe was du vorhast. Ich verstehe was du meinst. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg. Das hast du toll gemacht.” Hier geht es um ehrliche Anerkennung, nicht um Bauchpinselei.

Das Sehen und das Gesehen-werden sind voneinander abhängig.

Wege um das zu lernen und zu demonstrieren sind:

  1. Andere wahrnehmen indem wir Anerkennung aussprechen.
  2. Uns öffnen indem wir die Spannung der Stille aushalten.

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Was wir für die Arbeit von der Trainingsplanung lernen können

Planung unserer Arbeit bedeutet in der Regel:

  • To-Dos
  • Ziele
  • Projektfortschritt
  • Zeitplanung
  • Budgetierung
  • Evt. Urlaubsplanung

Viel ganzheitlicher und nachhaltiger geht man im Sport vor.

Wie sieht ein Trainingsplan für eine Läuferin aus?
Wir unterscheiden in Makroplanung, Mesoplanung und Mikroplanung.

Makro bedeutet, man plant die Saison grob. Wann im Jahr stehen welche Wettkämpfe an? Wie viel Vorbereitung benötigen diese? Wann werden längere Regenerationsphasen geplant?

Meso heißt die Planung von 3-6 Wochen. Sie dreht sich in der Regel um die Verbesserung bestimmter Fähigkeiten. So könnte der Zyklus z. B. den Schwerpunkt Grundlagenausdauer haben oder Tempohärte oder Sauerstoffaufnahmekapazität. Auch hier werden wieder regelmäßige Regenerationswochen eingeplant.

Mikroplanung zielt nun auf die einzelne Trainingswoche. Welcher Trainingsumfang wird geplant? Welchen speziellen Trainingseinheiten stehen an (Intervalle, Tempoläufe, Bergsprints …)? Welche Form von Ausgleichs- und Ergänzungstraining wird vorgesehen (Yoga, Maximalkraft, Radfahren …)? Und natürlich: An welchen Tagen ist trainingsfrei und damit Zeit für die Regeneration?

Für unsere Arbeit können wir viel daraus lernen:

1. Denken in Zyklen.

Viele ineinander verschachtelte Zyklen zerlegen ein großes Ziel in viele kleine Etappen. Dazu müssen wir nicht unbedingt Scrum in unserer Organisation etabliert haben oder anders projektbezogen arbeiten. Wir können das selbst so einteilen. Einfach kleine persönliche Sprints planen (2-3 Wochen), gefolgt von einer Woche „Pause“ zur Planung. Das entspricht der Mesophase des Lauftrainings. Wenn wir darüber 2-3 Projektziele pro Jahr anstreben, entspricht das der Makroplanung.

2. Wir wachsen in den Pausen.

Im Sport regeneriert sich der Körper, wenn er ruht. Dann wird er auch stärker (Superkompensation). Im Job dienen Pausen dem Review, der Retrospektive und der erneuten Planung. So wie unser Körper nach 3 Wochen hartem Training die Erholungswoche nutzt, um zu wachsen, so können wir auch beruflich nach 3 Wochen Sprint eine Pausenwoche einlegen, um zu lernen und zu verbessern. Selbst der Urlaub sollte bewusst so genutzt werden (d wird leider viel dem Zufall überlassen).

3. Auf Input fokussieren.

Im Sport steht der Input statt des Outputs im Vordergrund. Das heißt, es geht darum, den Menschen zu entwickeln, damit ein Ziel erreichet werden kann. In der Arbeitswelt steht meist zuerst das Ziel im Fokus. Erst danach kommen uns die Menschen in den Sinn, die den Weg gehen müssen.

Ich setze diese „Lauftrainingsplanung“ erst seit Kurzem im beruflichen Umfeld um, bin aber begeistert von der Anpassungsfähigkeit, der Klarheit und der Effektivität, die dieses System bietet.

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Wie sollte eine Vision aussehen

Eine Vision bringt Klarheit für alle Interessierten. Ohne Vision, kein „Enrollment“ und kein Wandel. Leider erfüllen viele Unternehmens-Visionen oder Mission-Statements diese Aufgabe nicht.

Man ließt Aussagen wie:

„Wir sind die Größten.“ oder „Wir machen XYZ“

Damit sind das dann keine Visionen sondern Standortbestimmungen – bestenfalls Ziele. Die sind auch wichtig aber nicht an dieser Stelle.

Aus meiner Sicht sollte die Vision aber den Sinn und Zweck des Unternehmens abbilden.

Kunden sollten sich davon angesprochen fühlen, Mitarbeiter müssen sich damit identifizieren. Die Vision sollte ein gemeinsames Verständnis bieten und eine starke Basis, von der aus man in die gleiche Richtung blickt.

Deshalb sollte sie 2 essenzielle Fragen beantworten:

  1. Wozu sind wir da (Warum baucht man uns)?
  2. Für wen sind wir da (Wer braucht uns)?

Die originale Vision von Apple war ein gutes Beispiel für den Ersten Teil:

„To make a contribution to the world by making tools for the mind that advance humankind.”

Zwar steht da nicht direkt für wen die Produkte sind aber kommuniziert wurde auch der zweite Teil im Rahmen von „Think different“:

Here’s to the crazy ones, the misfits, the rebels, the troublemakers, the round pegs in the square holes… the ones who see things differently — they’re not fond of rules… You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them, but the only thing you can’t do is ignore them because they change things… they push the human race forward, and while some may see them as the crazy ones, we see genius, because the ones who are crazy enough to think that they can change the world, are the ones who do.

Vielleicht ist Apple also kein Beispiel dafür, wie ich mir einen optimalen Text auf der Webseite vorstelle aber trotzdem passend und eindrucksvoll.

Wichtiger als dass die Vision irgendwo vollständig aufgeschrieben steht ist auch, dass sie von allen verstanden, gelebt und nach außen transportiert wird.

Das hat Apple unter Steve Jobs in jedem Fall getan und das ist es auch, was kleinere Firmen und auch Solo-Unternehmer von dem Beispiel lernen können.

Die Vision schafft eine Basis für Enrollment.

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Lernmotivation

Bei meiner Suche nach einer optimalen Art, um Menschen zum Lernen zu motivieren, stelle ich immer wieder fest, dass es die Eine natürlich nicht gibt. Menschen haben unterschiedliche Gründe für ihr Handeln und das Lernen ist keine Ausnahme.

Die Dimensionen

In Bezug auf Lernen habe ich jedoch zwei Dimensionen beobachtet, mit deren Hilfe sich die Motivation unserer Kolleginnen und Kollegen gut erklären lässt, der Lernantrieb und der Lernfokus

1. Lernantrieb

Diese Dimension beschreibt, warum und wann man lernt. Ist die Motivation intrinsisch, weil man also selbst davon überzeugt ist, einen Vorteil aus dem Lernen zu ziehen, oder ist sie extrinsisch, zum Beispiel wenn die Chefin eine Schulungsmaßnahme anordnet. Im ersten Extrem lernt man, wann immer man kann. Im zweiten Fall nur dann, wenn man muss.

Wer aus eigenem Antrieb lernt, möchte meist Neues ergründen, dabei sein, wenn sich etwas ändert, sich mit anderen austauschen, modern sein. Neues Know-How, zweitrangig in welchem Bereich, ist daher immer interessant. Es erweitert nämlich den eigenen Horizont.

Andere Menschen, sehen lernen jedoch eher als Pflichtaufgabe. Sie wissen im Grunde alles, was sie brauchen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, bilden sie sich notgedrungen weiter. Dies geschieht dann aber zielgerichtet, auf die für ihre Aufgaben und Pflichten notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse. Darüber hinaus betrachten sie lernen nicht als effektive Tätigkeit.

2. Lernfokus

Hier wird unterschieden, worauf man es beim Lernen hauptsächlich abgesehen hat. Sucht man spezielle Inhalte (Informationen, Fähigkeiten) oder interessiert man sich für den Prozess des Lernens an sich.

Im ersten Fall geht es der Lernenden ausschließlich um den Inhalt. Lernen ist für sie ein Mittel, um Wissen oder Fertigkeiten auszubilden. Diese benötigt sie für Zwecke, die sie im Vorfeld genau definieren kann (z.B. Studienzugangsberechtigung, Führerschein,…).

In letztem Fall sucht der Lernende eine besondere Vorgehensweise, oder einfach eine andere Perspektive auf den Lernstoff. Dies ist ihm wichtiger als der Inhalt selbst und für ihn ist somit der Weg das Ziel. Einen Nutzen zieht er also aus der Einsparung von Ressourcen auf dem Weg (z.B. Zeit, Geld, …) oder aus eventuell entstehenden Zusatzeffekten des Formates (z.B. Übung, Community, …).

Typen der Lernmotivation

Motivationstypen

So entstehen 4 Quadranten, die die unterschiedlichen Archetypen (siehe Bild) der Lernmotivation widerspiegeln. Natürlich kommen diese, wie bei jedem Quadranten-Model, niemals reinrassig vor. Echte Menschen haben immer eine Mischung aus verschiedenen Motivationen, zur Erklärung und zur Ableitung von Strategien scheint mir das aber geeignet zu sein.

Doch was sagen uns diese Typen in Bezug auf neue Lernformate?

Für mich als Designer oder Anbieter von neuen Lernformaten, spiegeln sie sehr gut wider, mit welcher Zielgruppe ich es zu welcher Zeit des Lernprodukt-Lebenszyklus zu tun habe (vgl. hier Bild der Glockenkurve).

Die Lern-Enthusiasten stehen für die Innovatoren und Frühanwender. Lern-Pragmatiker und Lern-Optimierer stellen die Mehrheit in der Mitte der Kurve. Die Lern-Minimierer sind die Nachzügler, sie werden immer erst dann aktiv werden, wenn ihnen keine andere Möglichkeit bleibt.

Lernmotivationstypen und Produktlebenszyklus

Im Bild ist außerdem auch Geoffrey Moores „Kluft“ zu erkennen (Blitz). In „Crossing the Chasm“ (Link zur Zusammenfassung), beschreibt Moore die unterschiedlichen Bedürfnisse der Marktgruppen und besonders signifikant sind diese zwischen Frühanwendern und früher Mehrheit.

Natürlich gibt es bei Moore Ratschläge, wie die Kluft überwunden werden sollte und auch diese können für neue Lernformate konsultiert werden. Siehe hier die 4 Schritte:

  1. Nische besetzen (intuitiv)
  2. Fertiges Produkt anbieten
  3. Nische beherrschen
  4. Distribution optimieren

Bei neuen Formaten geht es hauptsächlich um den Prozess, seltener um die Inhalte. Aus diesem Grund beginnt der Lebenszyklus dieser Produkte oben rechts. Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass die große Mehrheit unserer Zielgruppe aus „Pragmatikern“ und „Optimierern“ besteht. Um sich durchsetzen zu können, muss jedes Format daher fundierte Inhalte praktikabel, aber auch effizient und flexibel vermitteln.

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Erfolg vs. Größe

Hier geht es um nichts Geringeres als den Schlüssel zum Glück.

Warum sind wir unzufrieden, ängstlich, manchmal sogar krank? Im Grunde darum, weil wir nicht bekommen, was wir wollen.

Und warum bekommen wir es nicht? Im Grunde darum, weil wir unseren Fokus falsch ausrichten.

Auf diese Gedanken hat mich ein Film gebracht, den wir uns gestern angesehen haben. „Elizabethtown“ mit Kirsten Dunst und Orlando Bloom. Auf den ersten Blick ganz simples Romantic Comedy aus den USA, aber aus meiner Sicht sehr tiefgründig.

Zu Beginn wird erzählt, wie der Protagonist beruflich versagt. „Versagt“ ist eigentlich zu milde. Er scheitert, so überwältigend, dass er beinahe seinen Arbeitgeber, einen internationalen Sport-Konzern, ruiniert. Und das, obwohl er 8 Jahre mit vollem Einsatz für sein Projekt gearbeitet hat. Er war kreativ, ist Risiken eingegangen, war dabei sorgfältig und hat auf viel verzichtet.

Bis zu ihrem negativen Ende hat seine Karriere ihm auch viel Selbstwertgefühl und Bestätigung eingebracht. Er wurde bewundert für seinen Erfolg und war stolz darauf.

Doch dann war alles weg. Eigentlich hat sich nichts geändert: Noch immer war er kreativ, verantwortungsbewusst, sorgfältig und engagiert.

Und trotzdem plötzlich ganz unten.

Wie konnte das passieren?

„Und ab da wusste ich, Erfolg, nicht Größe, war der einzige Gott, dem alle Welt diente.“

Drew Baylor, Elizabethtown

Auch wenn das so ist: Wenn wir unseren Fokus auf Erfolg ausrichten, dann werden wir am Ende nicht glücklich sein. Denn Erfolg ist immer fragil, schnelllebig, geht mit persönlichen Opfern einher und ist selten wirklich nachhaltig.

Nach innerer Größe zu streben ist eine ganz andere Sache. Für mich bedeutet das, meine Werte zu pflegen, Prinzipien einzuhalten und dran zu bleiben. Vielleicht erscheint das langweilig, aber auf diese Weise können wir jeden Tag ein wenig besser werden und dadurch auch jeden Tag zufrieden sein.

Die meisten von uns sehen heute die unbegrenzten Möglichkeiten und suchen den schnellen Erfolg im Außen. Wir wollen andere beeinflussen, deshalb investieren wir immense Kraft um uns zu „zeigen“. Dabei ist es genau das Gegenteil, was wir tun sollten.

Erst einmal etwas „sein“, bevor wir uns zeigen. Wenn wir selbst innerlich zufrieden sind, dann brauchen wir keine Anerkennung mehr von außen.

Vielleicht kommt der Erfolg dann von ganz allein, vielleicht auch nicht – es ist egal!

Noch ein Zitat:

How to be exeptional? The first step is to stop trying!

Austin Kleon

Auch für Drew, den Protagonisten aus dem Film, gab es schießlich ein Happy End, als er erkannt hat, dass es nicht der Erfolg ist, auf den es ankommt .

Wie ist der Fokus also richtig?

Wir sollten uns folgende Fragen stellen:

  1. Was ist JETZT?
    Wie ist die aktuelle Situation in mir und um mich herum? (Was „Sehe“ ich bei anderen und mir selbst?)
    – Welchen Gegebenheiten, Terminen, Schwerpunkten etc. stehe ich gegenüber?
  2. Was kann ich JETZT tun?
    … mich persönlich im Sinne meiner Werte und Prinzipien weiter zu entwickeln.
    – … und um auf diese Weise meine Ziele zu erreichen.

„JETZT“ ist dabei besonders wichtig. Es geht darum sich diese Fragen jeden Tag, vielleicht sogar in jedem Moment zu stellen.

Wenn es ganz konkret werden soll, dann müssen wie natürlich auch wissen, was denn die Ziele (2b) sind. Hier habe ich selbst schon oft den Fehler gemacht, auch diese wieder im Außen zu suchen. Bsp. „Ich möchte anderen dabei helfen …“ Das waren immer Sackgassen.

Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Zu aller erst sind wir aber für uns selbst verantwortlich. Darum glaube ich, dass wir wirklich, extrem ehrlich nach innen schauen müssen: Was will ich nur für mich?

In meinem Fall:

  1. Eine starke Familie haben.
  2. Gesund und fit sein.
  3. Spaß haben.
  4. Gelassen sein.

Daran kann ich jeden Tag in kleinen Schritten ausdauernd arbeiten und persönlich wachsen. Schon das bedeutet Zufriedenheit und Glück für mich.

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Werte sind das Fundament des Unternehmens

Wenn Unternehmen ihre Werte kommunizieren, dann erscheint das in erster Linie wie eine Marketingmaßnahme.

Das ist es, wofür wir stehen. So werden wir uns verhalten. Wenn du diese Werte teilst, dann arbeite mit uns. Du kannst uns vertrauen, denn wir sehen das auf diese Weise.

Zum Beispiel kommuniziert auch BASF ihre Werte auf ihrer Website: (BASF-CORE-Werte).

Auch hier spricht man hauptsächlich externe Zielgruppen an, viel wichtiger ist aber in meinen Augen das Wirken dieser Werte nach innen. Neben allem externen Marketing sind Werte nämlich auch eine interne Kommunikationsgrundlage.

Konzerne sind meist schon aufgrund ihrer Größe, äußerst divers. Das hat viele Vorteile, jedoch auch eine Schattenseite: Die Unterschiedlichkeit unserer spezialisierten Jobs, persönlichen Eigenschaften, Herkunft usw. macht es den Kolleginnen und Kollegen oft schwer ein persönliches Fundament für die Zusammenarbeit zu finden.

Dieses Fundament, sind unsere Werte. Das Gespräch darüber und ihre individuelle Interpretation können uns das Kennenlernen enorm erleichtern.

Natürlich sind das keine Smalltalk-Themen. Das Kennenlernen anhand von Werten braucht einen passenden Rahmen in Form von gegenseitigem Commitment, Zeit und Sinn.

Grundsätzlich hilft schon die zentral gesteuerte, ständige, interne Thematisierung der Werte. Konkret, z.B. für die Teambildung in einem Projekt, kann dieser Rahmen auch ein kurzer, moderierter (Online-)Workshop sein.

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Vorbilder für die Anführerinnen von morgen

Seit ich beruflich mit Diversity & Inclusion zu tun habe, wird das in allen Lebenslagen immer wichtiger für mich.
Und die geschlechtsspezifische D&I spielt darin natürlich eine große Rolle.

Was mir schon lange klar ist:
Gesellschaftlich können wir nicht akzeptieren, dass aktuell unterrepräsentierte Gruppen in den entsprechenden Bereichen benachteiligt sind. Das ist ungerecht und Gerechtigkeit sollte unser wichtigster gemeinsamer Wert sein.
Persönlich möchte ich meinen Töchtern und Söhnen eine Welt zeigen, in der Sie überall die gleichen Chancen haben.

Was mir in den letzten Monaten immer klarer wurde:
Wirtschaftlich werden wir ohne diverse und einbeziehende Firmenkulturen immer mehr an Boden verlieren. Unternehmen, die unterschiedliche Meinungen und Impulse besser nutzen, sind innovativer und damit erfolgreicher. D&I ist also nicht mehr nur ein sozialpolitisches Thema. Es ist ein innovations-, wirtschafts- und finanzpolitisches Thema.

Miriam Rombach von mein-lebensspiel.de hat zur „#Blogparade Inspirierende #StarkeFrauen“ aufgerufen. Dabei sollen pro Artikel 10 Frauen ins Rampenlicht gestellt werden, die als Vorbild für andere dienen können.

Ich nehme daran teil, weil ich es unfassbar wichtig finde, solche Vorbilder sichtbar zu machen. Konkret im Job merke ich regelmäßig, dass Frauen in Führungspositionen gute Rollenmodelle fehlen. Oft liegt das nicht daran, dass es die nicht gäbe, sie sind nur nicht präsent.

Mir ist wichtig, dass die aufgezählten Frauen nicht nur großes Fachwissen und Erfolg vorweisen können, sondern ihr Beispiel auch aktiv teilen. Sie sind präsent, ergreifen das Wort, mischen sich ein und wollen andere anführen. Aus meiner Sicht ist es genau das, was die Leader (m/w/d) von morgen als Vorbild brauchen.

Danke an Miriam für die Initiative, ich bin gespannt auf die Inspirationen aus den anderen Beiträgen und hier ist nun meine Liste (Reihenfolge ist keine Wertung):

1. Rosamund Zander
Rosamund ist Therapeutin und hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Ben eines meiner Lieblingsbücher geschrieben: „The Art of Possibility“. Rosamund schafft es dort, ihre fachliche Expertise ungemein charmant, witzig, geistreich und herzerwärmend zu verpacken. Das Buch hilft uns, bessere Leader zu werden, indem es den Fokus auf die unzähligen Möglichkeiten lenkt, die in den meisten Situationen schlummern. Hier auch ein interessantes Interview mit ihr.

2. Lindsey Pollak
Auch Lindsey ist eine meiner Lieblingsautorinnen – außerdem ist sie Beraterin und Karriere-Coach. In ihrem Buch „The Remix“ zeigt sie, wie sich die heute immer stärker werdende Generationen-Diversität im Arbeitsleben auswirkt (Hier ihr TED-Talk dazu). Ihr neustes Buch „Recalculating“ beschäftigt sich mit sich wandelnden Karrierewegen in Corona-Zeiten. Sie zeigt, wie Veränderungen auch unter schwierigen Bedingungen gelingen und ist auch dadurch eine wertvolle Ratgeberin und Vorbild.

3. Rita McGrath
Rita ist eine angesehene Universitätsprofessorin und Expertin auf dem Gebiet der Disruption. In „Seeing around Corners“ beschreibt sie, wie sich Unternehmen gegen Disruption wappnen können und wie man rechtzeitig reagiert. Sie unterhält auch einen Blog auf Medium und passt mit ihrer Expertise, Präsenz und Großzügigkeit perfekt in diese Liste.

4. Vera F. Birkenbihl
Sie ist eine Ikone und hat nicht nur als Autorin und Dozentin die Art des Lernens revolutioniert. Sie ist mutig neue Wege gegangen und war eine höchst innovative und erfolgreiche Unternehmerin. Sie war als Solopreneurin in einer Zeit aktiv, als die Nutzung von Komponenten für die Unternehmensgründung noch neu und (ohne Internet) vergleichsweise schwierig war. Auch ihre Lockerheit und Präsenz auf der Bühne sind bemerkenswert.

5. Sheryl Sandberg
Sie ist als COO von Facebook, Bestsellerautorin und begehrte Keynote-Speakerin sicher das bekannteste Mitglied dieser Liste. Sie muss fast nicht mehr vorgestellt werden und bereits hier hatte ich über ihre 3 wichtigsten Empfehlungen an Frauen in der Geschäftswelt geschrieben. Hier ist noch mal ihr TED-Talk, es lohnt sich.

6. Kathrine Switzer
Kathrine war sicher nicht die erste Frau, die jemals Marathon gelaufen ist, aber die erste, die das allen Verboten zum Trotz offen und unverkleidet gewagt hat. Dazu noch beim ältesten, prestigeträchtigsten und legendärsten Rennen dieser Art, dem Boston-Marathon. Eine dieser Legenden handelt deshalb von ihr, sie hat also buchstäblich eine Delle in das Laufuniversum geschlagen. Sie ist ein großes Beispiel für Mut und Beharrlichkeit. (Kathrine Switzer auf Wikipedia)

7. Amanda Palmer
Amanda hat uns gezeigt, dass es sich lohnt, unorthodoxe Wege zu gehen und den Status quo zu hinterfragen. Ihr Plattenlabel hat ihr gekündigt, weil sich ihr Album „nur“ 20.000 Mal verkauft hat. Dies war damals ein Flop. Also startete sie eine bahnbrechende Kickstarter-Kampange und nahm damit 1.000.000 USD für die neue Platte ein. Auch hier verkaufte sie etwa 20.000 Alben. Wie sie in ihrem TED-Talk erzählt, hatte sie einfach nur gefragt: Amanda Palmer: Die Kunst des Bittens

8. Brené Brown
Brené ist Universitätsprofessorin, Autorin und Speakerin. Sie kann die Wichtigkeit und die Essenz von Empathie so gut erklären, wie ich das bisher nirgendwo sonst gesehen habe (Video – 3 Min.). Bestechend ist auch ihr außergewöhnlicher Humor, mit dem sie auch schwierige Themen wie Verletzlichkeit und Scham auf angenehme Art vermittelt. Auch von ihr gibt es mehrere TED-Talks.

9. Regine Hildebrandt
Tatsächlich hat es auch eine Politikerin auf meine Liste geschafft. Als Brandenburger habe ich aber auch den Vorteil, mit dieser besonderen Frau vertraut zu sein. Sie ist die Einzige auf dieser Liste, die ich persönlich getroffen habe und ich war (wie eigentlich jeder, der sie treffen durfte), sofort von ihr eingenommen. Sie ist für mich das Musterbeispiel für Herzlichkeit, persönliche Anteilnahme und Integrität. Vor einigen Wochen hatte ich gefragt, wen wir vermissen würden, wenn die Person plötzlich weg wäre. Obwohl das eigentlich für alle auf dieser Liste zutrifft, wenn ich an sie zurückdenke, fühle ich das besonders. Ich wünschte, wir hätten heute Politikerinnen mit ihrem Charakter. Es wäre vieles leichter. (Interview, zur Person: Regine Hildebrandt)

10. Annie Kenney
Annie hat geholfen, die Welt zu verändern. Sie war Teil der Frauenrechtsbewegung, die vor über 100 Jahren das Wahlrecht erkämpft hat. Ich nenne sie hier stellvertretend für viele ihrer Mitstreiterinnen. Hier habe ich bereits mehr zu ihr geschrieben. Sie hat aufbegehrt, gegen Widerstände gekämpft, Opfer gebracht, sich nicht unterkriegen lassen und letztlich triumphiert. Auch ihr Beispiel darf hier für mich nicht fehlen.

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Answer the Call

Gemeint ist der Call To Action. Mir passiert es leider häufig, dass ich nicht antworte. Ich lese den Artikel, am Ende steht der CTA, ich ignoriere ihn.

Das ist schade aus zwei Gründen.

  1. Die Senderin bekommt keine Antwort auf ihre mutige Frage.
  2. Ich selbst lasse Möglichkeiten aus. Die Möglichkeit zu kommunizieren, mich im Feedbackgeben zu üben, besser zu verstehen, selbst mutig zu sein, das Thema für mich abzuschließen, sehen zu lernen und weitere.

Eine spannende Frage gestellt zu bekommen, ist ein Geschenk. Dabei muss es gar keine Frage im grammatischen Sinne sein. Vielleicht löst schon eine Aussage Fragen in uns aus. Vielleicht reicht sogar ein Bild.

Wir sollten uns angewöhnen, möglichst oft zu antworten – jeden Tag mehrmals. Wir können mit kleinen Dingen anfangen. Ein Like ist leicht vergeben – leichter als ein Lächeln.

Nach und nach kommen wir vielleicht dazu, selbstverständlich wahrzunehmen, zu würdigen und ggf. konstruktives Feedback zu geben.

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Menschen mit denen wir uns umgeben – eine Bücherliste

Um zu lernen, müssen wir uns mit der Materie beschäftigen und was liegt da näher, als die Gedanken anderer Leader, Marketer und Change-Manager aufzusaugen.

Es heißt ja, man sei der Durchschnitt der Menschen, mit denen man sich umgibt. Ich habe hier 6 Autorinnen und Autoren, mit denen ich gern Zeit verbringe. Meines Erachtens sollte das jeder tun, zumindest wenn man sich zu den oben genannten Gruppen zählt.

Ich verwende keine Affiliate-Links. Die Verweise gehen zu den Webseiten der Autorinnen und Autoren oder zu anderen interessanten Quellen. Wer die Titel lesen oder hören möchte, wird wohl einen Weg finden. Es lohnt sich.

Seth Godin

Wer auf sich auf diesem Blog schon etwas umgesehen hat, dem wird klar sein, dass Seth hier dabei ist. Diese 3 Bücher finde ich am wertvollsten:

„What to do when it’s your turn (and it’s allways your turn)“. Hier geht es vor allem um Einstellung. Jeder kann sich heute Gehör verschaffen, jeder kann etwas bewegen – wenn man will. Das Buch zeigt uns die Richtung, ermutigt und tröstet.

„This is Marketing.“ Der Titel übertreibt nicht. Wenn es um Marketing geht, dann sollte man dieses Buch lesen. Hier geht es nicht um Techniken, Taktiken, Tools. Es geht um den positiven Beitrag, den Marketing leistet und um die nötige Herangehensweise.

„Linchpin“(hier eine Keynote dazu). Das TV-industrielle Zeitalter ist vorbei. Heute geht es nicht mehr darum, durchschnittliches Zeug an durchschnittliche Leute zu verkaufen. Es gibt immer weniger durchschnittliche TV-Werbe-Zuschauer, also brauchen wir auch weniger durchschnittliche Fabrikarbeiter. Wir brauchen besondere Dinge für besondere Menschen. Wer diese Dinge erschafft, ist auch besonders und selten. Seth nennt sie „Linchpins“ und das Buch dreht sich darum, wie man so jemand wird.

Rita McGrath

Rita ist eine angesehene Universitätsprofessorin, und Expertin auf dem Gebiet der Disruption. In „Seeing around Corners“ beschreibt sie, wie sich Unternehmen gegen Disruption wappnen können und wie man sie rechtzeitig kommen sieht.

Lindsey Pollak

Sie ist Autorin, Beraterin und Karriere- Coach. In „The Remix“ beschreibt sie das heutige Arbeitsumfeld vor dem Hintergrund einer starken Generationen-Diversität. Niemals haben mehr Generationen auf allen Unternehmensebenen miteinander gearbeitet. Das Buch ist eine Karte durch die Missverständnisse und Konflikte, die sich dadurch ergeben.

Rosamund Stone Zander und Benjamin Zander

Rosamund ist Therapeutin und Benjamin ist Dirigent. Auf ihr Buch “The Art of Possibility” habe ich in diesem Blog schon oft verwiesen. Es stellt Möglichkeiten ins Zentrum der Überlegungen eines jeden Leaders. Es ist als Hörbuch wunderschön mit klassischer Musik untermalt. Es ist herzerwärmend, witzig, charmant und geistreich. Ich glaube, es macht die Leser zu besseren Leadern.

Steven Pressfield

Steven ist das Musterbeispiel für einen Dranbleiber. Erst spät, mit 52 Jahren, hatte er seinen ersten kommerziellen Bucherfolg. Er schrieb fiktionale Weltbestseller wie “Gates of Fire” und “The Legend of Bagger Vance”. Er schrieb und schreibt aber auch sehr erfolgreiche Sachbücher. Ich empfehle vor allem “The War of Art”. Hier erklärt er, was uns davon abhält, erfolgreich zu sein, wie wir diesen Widerstand überwinden können und was es kostet. Er ist dabei beides: brutal direkt und wohltuend bestärkend.

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Gehört klappern zum Handwerk?

Wie sieht mich mein Chef? Wie fallen wir der Kundin auf? Natürlich, wir machen Marketing.

“Klappern” steht aber für die schlechteste Form davon.

Laut sein und allgegenwärtig. Immer wieder zu sehen sein und zu hören. Das bringt keine Punkte, das nervt. Denn heute ist es überall laut. Der Lärm der niemals endenden Werbebotschaften ist unerträglich geworden. Also tun wir, was wir können, um zu ignorieren und auszufiltern.

Der weiseste Satz, den ich in den letzten 3 Jahren gelesen habe lautet: “You can’t be seen, until you learn to see” Er kommt natürlich von Onkel Seth und passt eigentlich immer. Außerdem gilt er auch entgegengesetzt: You can’t truely see, untill you have the guts to be seen.

Wir können noch so laut “klappern”. Niemand wird uns wahrnehmen, solange wir nicht versuchen, die Probleme und Wünsche der Zielgruppe zu verstehen. Und diese werden uns nicht ehrlich offenbart werden, solange wir nicht selbst ehrlich zeigen, wofür wir stehen.

Gehört werden bedeutet nicht verstanden werden. Erreichen heißt nicht berühren. “Klappern” allein ist Zeitverschwendung.

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