C steht für Culture

Der aktuelle CEO von Microsoft, Satya Nadella, äußert in seinem Buch „Hit Refresh“ einen interessanten Gedanken. Natürlich mehrere, aber dieser eine passt besonders gut in diese Zeit.

Er sagt das C in CEO, stünde aus seiner Sicht für Culture.

Er sieht es also als seine Hauptaufgabe, die Kultur bei Microsoft zu pflegen, zu verteidigen und weiter zu entwickeln.

Was heißt das für uns?

Er sagt damit auch, dass das die Aufgabe jedes Anführers sein sollte. Und wenn man sich eine offene, respektvolle, produktive „Growth-Mindset„-Kultur wünscht, in der der Einzelne aufsteht und Verantwortung übernimmt, anstatt sich zu verstecken und weg zu sehen, dann bedeutet das:

  • Ein Beispiel sein
  • empathisch emotionale Arbeit leisten
  • voran gehen
  • Menschen verbinden
  • Konflikte moderieren
  • Eigeninitiative fördern und Fehler tolerieren
  • andere begeistern anstatt sich zu beschweren

Egal wovon wir der „CEO“ sind: Ein Weltkonzern, eine Abteilung, eine lokales Unternehmen, eine Familie, ein Verein, eine politische Partei, eine Regierung…

Anführer müssen sich immer um die (Firmen)Kultur kümmern. Das ist weit wichtiger, als Experte auf irgend einem technischen Gebiet zu sein.

In Zeiten wie diesen wünsche ich mir, dass mehr politische Anführer Satya’s Rat befolgen.

Es ist alles erfunden

Dies ist eine der wichtigen Lektionen, die und Rosamund und Ben Zander in ihrem Buch, The Art of Possibility, beibringen.

Wir laufen durch diese Welt mit lauter Kategorien im Kopf. Zu vielen Themen haben wir feste, vorgefertigte Ansichten.

Aber das was wir mit diesen Augen „sehen“, ist nicht die Welt, es ist das was wir dafür halten. Insekten sehen andere Farben, Hunde, hören andere Frequenzen, die alleinstehende Geschäftsfrau in Frankfurt hat andere Probleme als der angestellte Handwerker auf dem Dorf mit Familie.

Das was wir als Realität betrachten ist erfunden. Die Art in der wir Dinge betrachten und Dinge bewerten. Die Art in der wir konkurrieren und in der wir über uns selbst urteilen.

Alles erfunden.

Aber sobald wir das erkennen und akzeptieren, haben wir es auch selbst in der Hand neue Wege zu erfinden. Wege von denen wir profitieren.

Wir sollten unseren Sinne schärfen für all die alternativen Möglichkeiten.

Ich kann „The Art Of Possibility “ vor allem als Hörbuch empfehlen, weil es mit wunderschöner klassischer Musik untermalt ist.

„It’s all invented“ ist eines von 9 Konzepten, die uns in diesem Buch nähergebracht werden. Ein Weiteres habe ich hier schon beschrieben: „Regel Nr. 6„. Diese Ideen faszinieren, begeistern, motivieren – eines der Besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Gesellschaft ist ein Vertrag

Meistens bin ich begeistert, wenn ich in die USA hinüber blicke. Die persönliche und wirtschaftliche Freiheit, die scheinbar unendlichen Möglichkeiten, die Geschwindigkeit in der der Fortschritt tatsächlich stattfindet.

In den letzten Wochen habe ich mit vielen Amerikanern zu tun gehabt, habe über Offenheit, Großzügigkeit, Verletzlichkeit, Verrauen usw. gesprochen. Ich habe gesehen welche Wärme und Nächstenliebe diese Leute für Ihre Mitmenschen aufbringen können – sogar für völlig Fremde wie mich.

Ganz anders die Nachrichten, die wir in den letzten Tagen zur Kenntnis genommen haben. Sie zeichnen eine tief gespaltene und zerüttete Gesellschaft.

Ich kann das nicht bewerten, dazu bin ich zu weit entfernt, aber es macht nachdenklich und es schockiert.

Dieses Video von Trevor Noah, hat mich jetzt bewegt, auch hier darüber zu schreiben. Er ist Talk-Show-Host bei der „Daily Show“ – ich sehe da gelegentlich Ausschnitte auf YouTube.

Hintergrund, wie er in dem Video dargestellt wird:

  • Die Corona-Krise und die damit verbundene Isolation und Arbeitslosigkeit,
  • Polizeigewalt gegen Schwarze (George Floyd),
  • offener Rassismus, der bewusst als Drohung verwendet wird (Amy Cooper),
  • ein Staat, der einen Teil seiner Bürger nicht schützt,
  • eine Führung, die das verharmlost.

Das Video enthält viele tiefgründige, bedenkenswerte aber eigentlich auch undenkbare Aussagen. Es geht z.B. darum, ob man Plünderungen in dieser Situation verurteilen kann (was ja eingentlich normal sein sollte), oder ob man das verstehen muss. Es geht auch darum, was man von der Führung eines Landes erwarten können sollte. Und darum, was Gesellschaft eigentlich ist.

Die Gesellschaft sei letztlich ein Vertrag zwischen allen Beteiligten. Man einigt sich auf bestimmte Regeln und jeder möchte sich darauf verlassen können. Ein Teil der Menschen könne das aber nicht.

Mir geht es aber gar nicht um die schlimmen Ereignissen, die streitbaren Argumente, die Frage ob Trevor recht hat oder um die andere Frage, ob ich mir aus der Ferne ein Urteil erlauben darf.

Was mich wirklich schockt ist folgendes:

In diesem Video sehe ich einen Mann, der offensichtlich tief enttäuscht ist. Einen erfolgreichen (sonst auch witzigen, smarten, sympathischen) Mann, der viel Anerkennung genießt als schwarzer Entertainer aber auch selbst Teil dieser betroffenen Gruppe ist.

Er – ein Privilegierter – scheint vom Glauben an das Gute abgekommen zu sein. Es sieht aus, als würde er sich selbst langsam auch Sorgen um seine Sicherheit machen. Es scheint als hätte er seine Meinung geändert von:

„Es liegt vieles im Argen aber wir müssen an die Gesellschaft glauben und nach den Regeln spielen.“

Hin zu:

„Die Gesellschaft verletzt täglich unsere Rechte, dann ist es nur fair, wenn wir aus Protest das Gleiche tun.“

Ich finde es erschreckend zu beobachten was da passiert und hoffe zu tiefst, dass sich die Lage wieder beruhigt und einen guten Ausgang findet.

Streben nach Perfektion

Manchmal ist nur noch perfekt gut genug.

Sage ich nicht sonst etwas anderes? Zum Beispiel hier:
Niemand ist wie Donald Bradman.

Das ist nur scheinbar ein Widerspruch.

Eine Fluglinie muss natürlich nach Perfektion streben – zumindest bei der Sicherheit. Für die Gebrüder Wright gilt das aber nicht. Sie mussten vor allem ein Ergebnis liefern und konnten nicht zulassen, dass „Perfekt“ in die Quere von „Gut genug“ kommt.

Sobald ein Prozess jedoch professionell für einen großen Kundenkreis angewendet wird, ist deren Erwartung das Maß der Dinge.

Prozessoptimierung ist stark mit den Begriffen „Lean“ und „Six Sigma“ verbunden. Das sind Konzepte aus der industriellen Produktion, mit denen man Prozesse effektiver und effizienter machen kann – nahezu perfekt.

„Lean-Management“ ist die englische Allgemein-Bezeichnung für das von Toyota entwickelte Produktionssystem. Es setzt vor allem auf die Vermeidung von Verschwendungen und die Beschleunigung des Prozessflusses.

„Six Sigma“ wurde in den 1980er Jahren von Motorola in den USA entwickelt. Hier strebt man vor allem mit statistischen Methoden nach Perfektion. Six Sigma ist der mathematische Ausdruck für eine Prozess-Zuverlässigkeit von 99,9997%. Also tatsächlich noch besser als Donald Bradman.

Wie wissen wir jetzt, wann was anzuwenden ist – perfekt oder gut genug?

Es gibt da gar keinen Gegensatz.

Außerdem ist gut genug subjektiv. Es bedeutet nicht, dass wir schlampig arbeiten dürften. Auf der anderen Seite, gilt es auch im Lean-Management als Verschwendung, einen Prozess ohne Gegenwert, über die Maßen auf zu blähen (Over-Engineering / Extra-Processing).

Wir sollten also immer das Ziel im Blick haben. Das bedeutet zu liefern – und zwar das, was versprochen war, dann wann es versprochen war, ohne Ausreden.

Glaube und Vertrauen

Auch Hollywood Action-Filme tragen ja oft mit interessante Zitate in sich.

In „Man of Steel“ steht Superman vor der Entscheidung, ob er sich seinen Feinden ausliefern soll, um die Menschen zu schützen. Er fragt einen Priester ob er darauf vertrauen könne, dass die Feinde ihr Wort halten. Und darüber hinaus, könne er überhaupt den Menschen trauen? Der Priester antwortet:

„Manchmal muss man riskieren einfach an etwas zu glauben, das Vertrauen kommt später.“ (Video)

Darin steckt eigentlich alles.

Wenn man Vertauen einfordert, oder auf etwas vertrauen können möchte, muss man zuerst selbst ins Risiko gehen. Etwas geben, einen eigenen Vertrauensvorschuss.

Dieses Muster hatte ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. Dort hatte ich es so ausgedrückt:

„Du kannst nicht gesehen werden, bevor du selbst lernst zu sehen.“

Interessant, wie einem diese Dinge immer wieder auf unterschiedliche Art begegnen. Es muss etwas dran sein.

5 Mal W

Die 5-W-Methode hilft in nahezu allen Lebenslagen, wenn es darum geht den echten Grund für ein Problem aufzudecken.

Warum ich sie so toll finde ist einfach: Sie passt nahezu immer, ist sehr einfach umzusetzen und sie funktioniert.

W steht für „Warum“ und die gesamte Methode ist eigentlich schon erklärt, indem man sagt: „Frage einfach solange Warum, bis du keine Antwort mehr findest.“ Meistens ist spätestens nach 5 Fragen der Fall, wenn nötig darf man aber ruhig weitermachen.

Wenn uns das peinlich wird, sollten wir das unsere Kinder (unter 6 Jahren) erledigen lassen.

Die 5-W’s eignen sich vor allem um zu untersuchen, wie menschliches Verhalten einen Prozess beeinflusst. Komplexe rein-maschinelle Prozesse, sind also die einzigen Fälle bei denen wir sie nicht gebrauchen können.

Ansonsten passt sie bei geschäftlichen Optimierungs- und Change-Projekten, Lebenswegentscheidungen, Eheproblemen, Kaufplanungen, Urlaubsüberlegungen etc.

Wir sollten Sie viel öfter einsetzen.

Empathie und Sympathie

Was ist der Unterschied?

Eine dieser Beiden ist die Königin der zwischenmenschlichen Interaktion, die andere ist die dunkle Fee.

Empathie, oder auch Mitgefühl, bezeichnet die Bereitschaft sich in den Anderen hinein zu versetzen. Auch und gerade wenn man anderer Meinung ist, leistet man dabei schwere emotionale Arbeit.

Man versetzt sich bewusst in einen Zustand, der unangenehm ist um eine Verbindung zum Anderen herzustellen.

Beispiel:

Eine Freundin hat ihren Vater verloren. Uns selbst ist das vor einem Jahr auch passiert, oder wir mussten den Verlust eines anderen geliebten Menschen verkraften.

Empathisch ist es, sich geistig in diese Situation zu begeben, den Schmerz selbst nach zu vollziehen und der Freundin dann zu sagen: „Ich kenne deinen Schmerz, du bist nicht allein.“

Es geht auch ohne persönliche Erfahrung: „Ich weiß gar nicht was ich dazu jetzt sagen soll, aber ich bin froh, dass du es mir erzählt hast. Ich bin für dich da.“

Sympathie oder auch Mitleid, findet ohne die emotionale Arbeit statt. Es ist eine oberflächliche Geste der Höflichkeit. Der Andere hat unser Verständnis und wie bedauern seine Lage, aber mehr wollen wir damit nicht zu tun haben.

„Wie geht es dir? Dein Vater ist verstorben? Oje, das tut mir leid. Dann denke jetzt mal nicht an die Arbeit und bleibe lieber ein paar Tage zu Hause.“

Empathie stellt eine Verbindung zu dem Anderen her. Sympathie beobachtet eher aus der Distanz.

Hier ist ein tolles kurzes Video zu diesem Thema: Brené Brown on Empathy

Irgendwie seltsam

Seltsam, komisch, eigenartig, was ist das eigentlich?

Was ist es, das wir seltsam finden? Hat uns schon mal jemand gesagt, wir seien irgendwie seltsam? Wie hat sich das angefühlt?

Welche Dinge, welche Menschen kommen uns in den Sinn, wenn wir an das Wort „seltsam“ denken?

In der Regel ist all das seltsam, was wir nicht verstehen.

Und wie stehen wir nun zu diesem seltsam Fremden?

Interessiert, zugewandt oder ängstlich, abwehrend?

Was ist gutes Design?

Oft sagen Menschen: „Design ist mir nicht wichtig.“ Ich selbst habe das auch schon gesagt. Aber wenn wir uns umsehen, dann werden wir erkennen, dass nahezu alles, was uns umgibt irgendwie designet wurde.

Es geht dabei hauptsächlich um Objekte, also reale Dinge, die man anfassen kann.

Der Dokumentarfilm „Objectified“ gibt einen tollen Einblick in die Zusammenhänge rund um gutes Design – was dazu gehört, wie es entsteht und warum es wichtig ist.

Hier ist der Trailer: Objectified Trailer

Und hier ist der gesamte Film aktuell noch kostenlos: Documentary Heaven: Objectified. Falls er hier nicht mehr zur Verfügung steht, kann man Ihn auch kostenpflichtig anschauen – er ist es wert.

Zur eigentlichen Frage.

Gutes Design ist, funktional, langlebig, schön, nachhaltig, selbsterklärend, ökologisch, so wenig Design wie möglich.

Wir sollten es uns zur Gewohnheit machen die Dinge um uns herum, nach ihrem Design zu beurteilen. Ich finde nicht nur die Dinge, auch digitale Prozesse.

Was in unserem Haus ist den wirklich gut designet? Wir sollten uns Zeit nehmen und uns umschauen. Vielleicht verändert das unsere Sicht auf unsere eigenen Produkte und Dienstleistungen entscheidend.

Was ist dein Geschäft?

Die Meisten Menschen werden das problemlos beantworten können aber denken wir mal darüber nach.

Ist das gut so oder sollte unser Geschäft lieber etwas anderes sein?

Ray Kroc (Gründer von McDonalds) dachte er wäre im Hamburger-Geschäft und war zufrieden damit. Dann hat er entdeckt, dass er besser im Immobiliengeschäft sein sollte.

Erst diese Strategieanpassung verhalf dem Fastfood-Riesen zum Durchbruch.

In diesem Zusammenhang empfehle ich gerne den Film The Founder, über Kroc’s Weg vom einfachen Vertreter zum Gründer von „Amerikas neuer Kirche“.

Was andererseits passiert, wenn man eben nicht versteht was das eigene Geschäft sein sollte, hatte ich hier kurz am Beispiel der Eisenbahn angeschnitten. Sie dachten sie währen im Schienen-Geschäft, hätten aber lieber im Transportgeschäft sein sollen.

Wie sieht es mit lokalen Handwerkern aus. Sie sehen sich im Bäckerei-, Heizungsbau-, Malergeschäft und so weiter. Aus meiner Sicht sollten sie im Erlebnis-Geschäft sein.

Ich glaube die reine Leistung, wird über kurz oder lang von Industrie, Handel oder Online-Plattformen günstiger und verlässlicher erbracht werden. Das kulturelle Erlebnis jedoch – „Leute wie wir, kaufen Brot bei unserem Bäcker“ – das können diese nicht liefern.

Die Uhr tickt jedoch. Wer sich nicht um seine Kunden kümmert, verliert sie. Amazon ist bereits so etabliert, dass keine Kultur der Welt dagegen ankommt.

Sowie auch Ikea.

Sobald der schwedische Möbelhändler entscheidet, auch Maler-, Klempner-, Fliesenleger-, Elektrikerleistungen etc. anbieten zu wollen, ist das Privatkundengeschäft für kleine Handwerker verloren. Es überleben dann nur noch die Großen.

Wie man die Kultur positiv verändern kann habe ich hier auf Regional Digital geschrieben.

Die wichtigste Frage von allen

Wozu ist das gut?

Viel zu oft, tun wir Dinge nur aus Reflex – wir laufen der Herde nach. Oder wir tun sie aus Gewohnheit – haben wir schließlich schon immer so gemacht.

Das ist ein großer Fehler, aus mehreren Gründen. Wenn wir nicht genau wissen warum wir etwas tun sollen:

  1. können wir nicht beurteilen, ob wir es wirklich gut machen,
  2. wissen wir nicht was wir dabei lernen können,
  3. werden wir möglicherweise nicht unser volles Potenzial einbringen, weil wir unsere Kreativität nicht vollständig nutzen.

Unsere Arbeit wird nur mittelmäßig sein und somit betrügen wir uns selbst und andere.

Vor jeder Sache die wir tun, zumindest wenn sie neu für uns ist, oder wichtig, sollten wir uns diese Frage stellen: Wozu ist das gut?

Auch für unsere Kinder ist das wichtig.

Wenn wir Eltern wollen, dass sie das Lernen (z. B. in der Schule) als sinnvoll begreifen, müssen wir ihnen beibringen nach diesem Sinn zu fragen.

Wozu ist es gut, dass ich diesen Text aus dem Buch abschreibe? Wozu ist es gut, das kleine Einmaleins zu lernen? Wozu ist es gut Englisch zu können?

Automatisch erklärt ihnen das meistens niemand. Für den Erfolg und die Motivation ist der Sinn aber entscheidend.

Veränderung ist einfach

Ganz recht, außerdem geht es extrem schnell. Das sagt jedenfalls Tom Peters in „The Pursuit of Wow“. Und er hat recht.

Um uns zu ändern, brauchen wir einen Bruchteil einer Sekunde.

Was allerdings ein Leben lang dauern kann, ist es die Veränderung zu bewahren.

Veränderung ist eine einfache Entscheidung. Die Arbeit kommt danach.

Was sollen wir lesen?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich erfolgreiche Menschen ständig neue Ideen aus Büchern holen.

Warren Buffet, Bill Gates, Jeff Bezos, & Co. (um mal die reichsten der Reichen zu nennen, aber auch andere berühmte Persönlichkeiten geben an täglich zu lesen.

Und zwar ziemlich viel. 2-4 Bücher pro Monat.

Ich selbst versuche da halbwegs Schritt zu halten, indem ich Hörbücher höre.

Aber was ist es denn wert zu lesen? Was ist ein Muss?

Anstatt jetzt hier meine eigenen Buchempfehlungen zu platzieren, verweise ich lieber auf diese Webseite:

https://www.goodbooks.io/

Hier findet man Buchempfehlungen von hunderten äußerst erfolgreichen Menschen. Es lohnt sich dort vorbei zu schauen.

Denke immer an Regel Nr. 6

Regel Nr. 6 hilft uns immer wenn wir zweifeln, ratlos sind, wütend, frustriert, genervt, ängstlich oder erschüttert.

Natürlich könnte ich es niemals so großartig erzählen wie der wunderbare Benjamin Zander hier: Benjamin Zander Rule No. 6

Hier ist die Geschichte trotzdem:

Zwei Premierminister sitzen zusammen in Beratungen, plötzlich fliegt die Tür auf und ein Mann kommt, völlig außer sich, in den Raum. Er gestikuliert wild, knurrt und flucht, also unterbrechen die Staatsmänner ihr Gespräch.

Der Gastgeber steht auf und sagt: „Peter, bitte denke an Regel Nr. 6.“

Sofort beruhigt sich Peter, er verbeugt und entschuldigt sich, bevor er den Raum verlässt. Also beginnen sie wieder mit Ihrer Unterhaltung.

20 Minuten später, springt die Tür wieder auf. Eine Frau kommt herein, sie ist hysterisch, die Haare fliegen, Mascara läuft, ein komplettes Durcheinander.

Der Premierminister sagt erneut: „Maria bitte, erinnere dich an Regel Nr. 6.“

Maria hält sofort erschrocken inne, beruhigt, verbeugt, entschuldigt sich und verlässt den Raum.

20 Minuten später passiert es ein drittes Mal. Danach fragt der besuchende Premierminister zaghaft:

„Mein lieber Kollege, das ist wirklich erstaunlich, ich kann es kaum glauben. 3 Menschen kommen in den Raum, außer Kontrolle. Und alles was Sie sagen ist, Regel Nr. 6. Wäre es vieleicht möglich, dass sie mir verraten würden was Regel Nr. 6 bedeutet?“

Der Gastgeber sagt: „Oh, Regel Nr. 6 ist sehr einfach.“

Nimm dich selbst nicht so gottverdammt ernst!“

Da sagt der Besucher erstaunt: „Oh, das klingt nach einer sinnvollen Regel, darf ich auch fragen wie die anderen Regeln lauten?“

Gastgeber: „Es gibt keine Anderen.“

30 Tage, 13 Projekte

Heute bin ich einfach mal stolz.

In den letzen 30 Tagen habe ich an einer unglaublichen Reise teilgenommen.

Es war anstrengend.

Schreiben bis in die Nacht um Projekte abzuschließen, Videokonferenzen über 6 Stunden an Sonntagen, angst-einflößende Offenheit gegenüber Fremden, graben in der eigenen Seele, auf der Suche nach Antworten, überwinden von persönlichen Grenzen. Die Komfortzone ist woanders.

Und was soll ich sagen, es war toll.

Ich durfte einen ganzen Monat mit 100 klugen, großzügigen, empathischen, inspirierenden und engagierten Menschen aus der ganzen Welt verbringen. Ich habe neue Dinge gelernt, über mich, das Leben und über das Arbeiten. Die waren sowohl überraschend als auch erleuchtend. Ich habe Dinge geschafft, die ich mir selbst nicht zugetraut hatte.

Jetzt bin ich offiziell ein „Raven“.

„Seth Godins altMBA“ ist ein intensiver Workshop über 30 Tage, in denen 13 Projekte bearbeitet werden. Man lernt zu führen, zu sehen, zuzuhören, emotionale Arbeit zu suchen, zu liefern, Feedback zu geben, Hindernisse in Vorteile zu verwandeln, Krawall zu machen.

War es das Wert? Auf jeden Fall. Und jetzt geht es erst los.

Finite And Infinite Games

Hier möchte ich ein Buch empfehlen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit als Hörbuch gehört habe. „Finite and Infinite Games“ von James Carse.

Die Grundaussage und was man daraus alles ableiten kann, ist hochinteressant.

Es gibt endliche (finite) und unendliche (infinite) Spiele. Endliche Spiele spielt man um sie zu gewinnen. Unendliche spielt man um sie einfach immer weiter zu spielen.

Als „Spiele“ kann man nun eigentlich alles betrachten, was in unserem Leben geschieht. Die Frage welches Spiel man spielt, ist also auch die Frage danach, welche Absichten man hegt.

In endlichen (finite) Spielen gibt es Gewinner und Verlierer und Angst. In unendlichen (infinite) Spielen geht es um die Gemeinschaft und um gemeinsame Ziele.

Wir sollten versuchen mehr unendliche Spiele zu spielen. Dazu benötigen wir Empathie, Engagement und eine vertrauensvolle Umgebung.

Über diesen interessanten Ansatz und dessen Hintergründe hinaus, fand ich das Buch etwas langatmig. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier: „FINITE AND INFINITE GAMES“

Storytelling ist überall

Das Storys im Marketing eine große Rolle spielen und wie man sie integrieren kann, habe ich schon an dieser Stelle ausführlich beschrieben.

Insbesondere geht es um die große Kraft der Heldenreise.

In den letzten Tagen ist mir aber noch klarer geworden, das wir dieses Prinzip überall anwenden können und sollten.

Im Grunde in jedem Gespräch, sei es geschäftlich oder privat.

Wir sind nicht die Helden. Unsere Gesprächspartner sind es. Wir sollten zunächst einmal versuchen den Gegenüber zu verstehen und Hilfe anzubieten.

Das bedeutet in erster Linie zuhören – nicht gleich Lösungen aufzeigen.

Wir sollten versuchen zu sehen und zulassen, gesehen zu werden.

Es beginnt mit Empathie und dem ehrlichen Wunsch den Anderen voranzubringen.

Das Overton Fenster

Dieses Konzept bezeichnet man auch als Diskussionsrahmen.

Es wurde nach Josph P. Overton benannt, und beschreibt das Meinungsspektrum in dem politische Diskussionen aktuell stattfinden.

Wir stellen uns das politische Spektrum auf einem Strahl vor

Undenkbare Meinungen stehen an den äußersten Rändern (links wie rechts). Weiter in Richtung Mitte folgen radikale, (noch) akzeptierte, sensible und populäre Meinungen. Das Zentrum bildet die Staatspolitik.

Bedingt durch Kultur und die rechtliche Gegebenheiten in einer Gesellschaft kann das Fenster enger oder breiter sein:

Ein breitest Fenster steht für tatsächliche Meinungsfreiheit und eine breite Debatte. Ein enges Fenster steht für eine eingeschränkte Debatte und beschränkte Freiheit der Meinung.

Dieses Modell kann auch politisch kommunikativ genutzt werden:

Noam Chomsky in „The Common good“, 1998:

„The smart way to keep people passive and obedient is to strictly limit the spectrum of acceptable opinion, but allow very lively debate within that spectrum—even encourage the more critical and dissident views. That gives people the sense that there’s free thinking going on, while all the time the presuppositions of the system are being reinforced by the limits put on the range of the debate.“ (Zitat aus dem engl. Wikipedia-Artikel)

Andererseits kann das Fenster auch durch „undenkbare“ Äußerungen in die gewünschte Richtung verschoben werden.

Beispiele: Wenn Politiker öffentlich vor Enteignungen sprechen oder davon „Reiche zu erschießen“ dann ist das zunächst skandalös. Da diese undenkbaren Themen nun aber kursieren schein die Vermögenssteuer nun gar nicht mehr so radikal.

Ähnlich funktioniert es auf der anderen politischen Seite. Wenn offen davon gesprochen wird, an der Grenze auf Geflüchtete zu schießen, dann erhöht diese undenkbare Aussage die Chance, das Abschiebungen in Krisengebiete populärer werden.

Ob diese Äußerungen nun gezielt getätigt werden oder aus dem Zusammenhang gerissen sind, ist am Ende egal – einen Effekt hat es gehabt, der Diskussionsrahmen wurde verschoben.

Freiheit scheint wieder wichtiger zu werden – aber nicht für alle

Ich beobachte zwei Dinge:

1. Viele Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen mit der Begründung, sie würden die Freiheit unverhältnismäßig einschränken. Das würde gegen diverse Grundrechte verstoßen

2. Viele Menschen sehnen die Wiedereröffnung der Schulen herbei, was de facto bedeutet, die Schulpflicht im Schulgebäude wird wieder umgesetzt.

Einem Kind die gesetzliche Pflicht aufzuerlegen, zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein, ist keine Freiheit, auch hier sind die Grundrechte massiv beschnitten. Es gibt keine Pflicht des Staates Bildung bereit zu stellen oder ein Recht der Bürger auf Bildung – nein, es ist umgekehrt. Wer nicht anwesend ist macht sich (bzw. seine Eltern) strafbar.

Dazu kommen aktuell die Abstandsregelungen, und strengere Aufenthaltsbestimmungen. Freunde dürfen sich nicht umarmen, in dem Pausen kann nicht ausgelassen gespielt werden, Klassen werden geteilt, Gänge, Treppen und Aufenthaltsräume ebenfalls.

Ist diese Form von organisiertem Zwangsaufenthalt noch kindgerecht?

Menschenwürdig?

Wie kann man einerseits gegen Freiheitseinschränkungen im Zusammenhang mit Corona demonstrieren, dann aber die Schulpflicht begrüßen, vor allem unter den aktuellen Umständen?

Brauchen wir Ziele?

Es kommt darauf an.

Ich erlebe, dass es oft nichts wichtigereszu geben scheint als Ziele. Konkrete, messbare, realistische Ziele (siehe SMART). Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir das „richtig“ definieren um konzentriert und planvoll darauf hinzuarbeiten. Wir müssen zwischendurch unseren Fortschritt überprüfen und wenn nötig den Kurs korrigieren.

Bedeutet das, wenn ich solche Ziele nicht finde bin ich unproduktiv, unmotiviert, orientierungslos? Weiß ich dann gar nicht „richtig“ was ich will?

Worauf kommt es an?

Darauf, wofür so ein Ziel gut ist.

Wenn ich eine Mission habe, tief im Herzen genau das erreichen möchte, dann macht es Sinn die Sache zielstrebig anzugehen.

Das hat aber nicht jeder. Ich behaupte sogar, das haben die Wenigsten.

Seinen „Nordstern“ zu kennen und sich dessen wirklich sicher zu sein ist etwas sehr besonderes – eine Lebensaufgabe.

Ich glaube nicht, dass man seine Zeit und Kraft darauf verwenden sollte das Ziel zu suchen.

Was bringt mir das? Wenn ich es bewusst gesucht habe, ist es dann wirklich echt?

Wenn man etwas wirklich und wahrhaftig will, dann muss man das nicht suchen. Dann können wir uns darauf konzentrieren den Weg dorthin möglichst effektiv und effizient zu gestalten (gerne auch mit SMARTen Zielen).

Alle anderen können das gleiche machen. Wir sollten uns darauf konzentrieren WIE wir etwas machen anstatt unser ganzes Leben nach dem heiligen Gral zu suchen.

The grass is always greener on the other side

Die große Sehnsucht nach Veränderung. Wenn wir unzufrieden sind, dann möchten wir etwas tun. Allzu schnell legen wir uns jedoch fest, bevor wir alle Möglichkeiten ausgelotet haben.

Auf der anderen Seite des Zaunes, da ist der Rasen viel schöner, lass uns umziehen. Veränderung jetzt, koste es was es wolle.

Nicht, dass sie grundsätzlich falsch wäre. Veränderung ist immer möglich und sehr oft auch positiv.

Aber Sie ist nicht leicht.

Egal ob man selbstständig ist, oder angestellt, zur Arbeit pendelt oder umzieht, hierbleibt oder auswandert.

Für jede Entscheidung gibt es Opportunitätskosten. Es ist immer mit Arbeit verbunden, oder mit Geld oder weniger Sicherheit.

Was wir uns einreden zu brauchen, um glücklich zu sein, sind selbst auferlegte Beschränkungen. Sie bringen uns zu der Geschichte, die wir uns selbst erzählen wollen.

Manchmal lohnt es sich jedoch Schranken zu öffnen, den Blick zu weiten und zu erkunden, ob es da noch andere Geschichten gibt. Vielleicht sind wie denen schon näher als wir glauben.

Wie wir konstruktiv miteinander reden

Aus meiner Sicht hat sich die Sache schon in der Debatte über den Klimawandel zugespitzt. In der Corona-Krise wird es jetzt noch drastischer:

Die Kommunikation zwischen den Menschen wird zunehmend unfreundlicher und ungeduldiger. Es stehen sich meist extreme Meinungen gegenüber. Der Wille zu Kompromiss ist selten geworden.

So ist Streit vorprogrammiert.

Um in solchen Situationen vernünftig zu reagieren sollten wir zunächst etwas erkennen:

Haben wir es mit Fakten, Meinungen oder Ideologien zu tun? Danach können wir entsprechende kommunikative Strategien anwenden.

Welche das sind?

In diesem Video (8 Min.) hat es Benedikt Held gewohnt eloquent erklärt:
Verschwörungstheorien vs Verblendete? Argumentieren in Krisenzeiten

Wer glaubst du wer du bist?

Das ist kein Angriff, und im Ernst, denken wir mal darüber nach.

Wir alle erzählen uns Geschichten über uns selbst.

Wer wir sind, was wir tun sollten, warum das so ist und wie wir am besten dabei vorgehen.

Dahinter liegen unsere Werte oder sogar pyhsische Wertgegenstände und unsere selbst gewählten Grenzen.

Zum Beispiel:

Werte/Gegenstände: Ich bin kulturell in meiner Region verwurzelt, das bedeutet mir viel, ich habe hier ein Haus.

Grenze: Ich möchte hier leben und arbeiten.

Die Geschichte: Ich bin einer von hier. Leute von hier arbeiten in bestimmten Jobs, essen bestimmte Lebensmittel, haben bestimmte Hobbys etc.

Aber Moment – ich bin sicher, wir haben auch noch andere Werte.

Was wäre wenn wir sie anders Priorisieren würden? Vielleicht erscheint es dann sogar sinnvoll die Grenzen auszudehnen. Welche Geschichte ergibt sich dann?

Ich treffe auch gern viele Leute, haben ein Auto. Könnte ich auch 30 Minuten pendeln? Vielleicht bin ich ja doch jemand, der in Berlin arbeitet und offen ist für viele unterschiedliche Aufgaben, Kulinarische Ideen, Hobbys?

Natürlich hängen unsere Hobbys nicht unbedingt von unserem Arbeitsplatz ab.

Der Punkt ist: Unsere Werte und selbst gezogene Grenzen beeinflussen die Geschichte, die wir uns erzählen.

Ein größeres Beispiel:

Was ist die Deutsche Bahn? Ein Eisenbahnunternehmen?

Was sind Ihre wichtigsten Werte? Schienen?, Lokomotiven?

Was wäre, wenn sie sich als Dienstleister für Mobilität begreifen würde?

Würde sie Taxi-Services und Autovermietungen anbieten? Busverbindungen? Vielleicht sogar Flüge? Könnte sie eine eigene Flotte von Elektroautos unterhalten? Was ist mit digitaler Mobilität?

Könnte sie andere Wertgegenstände als Hebel benutzen um die neue Geschichte zu unterstützen?

Abertausende ländliche Bahnhöfe als Standorte für Elektroautos, die bestehenden Volumenvorteile beim Einkauf von Treibstoff und Elektrizität? Die gewaltige Zahl ausgebildeter Mitarbeiter?

Die Analyse von Werten, Grenzen und Geschichten kann uns helfen, blinde Flecken zu identifizieren und Chancen zu erkennen.

Dieses Phänomän der Kurzsichtigkeit wurde 1960 durch einen Artikel von Harvard-Professor Theodore Levitt bekannt – er nannte es „Marketing Myopia“.

Mehr dazu hier:

Video zu „Marketing Myopia“ auf deutsch
Ist das heute noch aktuell? Artikel: A Refresher on Marketing Myopia

Niemand ist wie Donald Bradman

Donald Bradman war der beste Sportler aller Zeiten.

Er spielte Kricket und war darin so außerordentlich gut, das ihm vor und nach seiner Karriere kein zweiter Spieler auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.

Gemittelt über die gesamte Karriere:

Mit einem Schlagdurchschnitt von 30, kann man im Kricket als Profispieler mithalten. Ein überdurchschnittlicher Spieler kommt auf über 50. Nur 3 anderen Spielern in der Geschichte, gelang es (knapp) über 60 zu kommen.

Donald Bradman liegt bei 99,94.

Es gibt auch keinen anderen Sportler, in keiner Sportart, der ansatzweise so dominant war. Bradman war 3x besser im Kricket als Michael Jordan im Basketball.

Er war von einer anderen Welt, er war perfekt.

Wir sind nicht Donald Bradman, niemand kann das sein – nicht einmal Jordan, Messi oder Federer.

Deshalb müssen wir aufhören perfekt sein zu wollen und anfangen uns auf „gut genug“ zu konzentrieren.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht

In unserem Handeln lassen wir uns oft von Beschränkungen leiten.

„Dieses kann ich nicht, für jenes fehlt das Geld oder die Zeit…“

Im Buch  „A beautiful constraint“, von Adam Morgan und Mark Barden geht es darum, diese Beschränkungen in Stärken zu verwandeln.

Ein Beispiel:

Anfang der 2000er Jahre wollte die Firma Audi das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen.

Wie gewinnt man so ein Rennen? Man baut das schnellste Auto.

Das zu schaffen war jedoch ein schier unmögliches Unterfangen. Die Konkurrenz schien Lichtjahre entfernt. Das war also eine Beschränkung, die nicht zu überwinden war.

Aber vielleicht konnte man sie umgehen.

Audi war Vorreiter in der Dieseltechnologie. Es war zwar unmöglich ein Diesel-getriebenes Rennauto zu entwickeln, was schneller wäre als die anderen, aber es würde effizienter sein.

Die Audis benötigten deutlich weniger Tankstopps als die Konkurrenz und so konnte man das Rennen 3 Jahre in Folge mit großem Abstand gewinnen.

Was heißt das jetzt für uns?

Beschränkungen, die wir schnell für alles in unserem Leben identifizieren, müssen vielleicht gar nicht überwunden werden. Vielleicht tragen sie einen großen Vorteil in sich, den wir nutzen können um unsere Ziele zu erreichen.

Die Macht der Reflexion

Oft nehmen wir uns nicht die Zeit etwas Gelerntes oder Getanes noch einmal zu reflektieren. Das bedeutet, uns etwas zeitlichen Abstand zu gönnen und mit neuen Augen auf die Sache zu blicken.

Wurde unsere Sicht in der Zwischenzeit beeinflusst oder gar verändert?

Durch Feedback, Kritik, neue Erkenntnisse.

In vielen Standard-Prozessoptimierungen, besteht der letzte Schritt aus der Revision, bzw. aus der Überprüfung (z. B. hier). Das ist nichts anderes als reflektieren des aktuellen Prozesses auf die neuen Erkenntnisse.

Ich behaupte, dass dieser Schritt viel zu oft unter den Tisch fällt. Projekt abgeschlossen, auf zum Nächsten.

Dabei sollte das nicht nur ein Bestandteil in professionellen Projekten sein – und beachtet werden. Selbstreflexion sollte sogar in unser aller Leben einen wichtigen Platz einnehmen.

Was habe ich heute erlebt und getan? Wie habe ich andere beeinflusst? Was hat mich beeinflusst? Was sehe ich jetzt anders?

Diese Schritt ist immens wichtig. Fast immer – eigentlich behaupte ich sogar ganz immer – fällt uns nämlich etwas auf, was wir noch anders machen können, vielleicht sogar müssen.

Ein Teil meiner Reflexion ist zum Beispiel dieser Blog.

Sehen lernen

Gestern ging es darum die Spannung einzusetzen die durch Stille entsteht, um Entscheidungen leichter herbeizuführen.

Doch was sich hier egoistisch erscheint, können wir auch anders betrachten. Was wenn wir die Stille als Geschenk begreifen?

Durch unser innehalten und durch die Spannung ermöglichen wir dem anderen uns zu sehen. Wir ermöglichen ihm unseren Nutzen für ihn zu sehen. Wir öffnen uns, laufen nicht weg sondern halten die Spannung aus.

Andererseits müssen wir dazu auch selber sehen können.

Der englische Untertitel von Seth Godins Buch “This is Marketing” lautet: “You can’t be seen until you learn to see.”

Du kannst nicht gesehen werden, bis du selbst lernst zu sehen.

Auch aus der gegenüberliegenden Perspektive ist das ein wertvoller Gedanke:

Du kannst nicht sehen, bevor du dich selbst zeigst – bevor du dich öffnest, in deiner ganzen Verwundbarkeit und es anderen ermöglichst dich zu sehen.

Was wollen wir eigentlich sehen?

Die Stärken, Erfolge, Taten, Versuche, Schwierigkeiten, Absichten, Gelegenheiten etc. unserer Kollegen, Partner und sonstigen Mitmenschen.

Wir können zeigen, das wir den Anderen wahrnehmen, indem wir darauf hinweisen.

“Ich sehe was du vorhast. Ich verstehe was du meinst. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg. Das hast du toll gemacht.” Hier geht es um ehrliche Anerkennung, nicht um Bauchpinselei.

Das Sehen und das gesehen werden sind voneinander abhängig.

Wege um das zu lernen und zu demonstrieren sind:

  1. Andere wahrzunehmen indem wir Anerkennung aussprechen.
  2. Uns zu öffnen indem wir die Spannung der Stille aushalten.

Lass die Anderen nicht vom Haken

Nehmen wir an, wir wollen etwas. Etwas verkaufen, etwas beschließen, etwas bewirken. Natürlich etwas positives.

Damit verlangen wir unserem Gegenüber eine Entscheidung ab.

Und Entscheidungen, egal wie positiv sie sein mögen, erfordern Veränderungen. Deshalb ist es der erste Reflex von uns allen, nein zu sagen, oder gar nichts zu sagen.

In diesem Moment entsteht oft eine unangenehme Stille. Sekunden werden zu Stunden und wir sind instinktiv versucht die Stille zu brechen.

Das dürfen wir nicht tun.

Wir würden den anderen vom Haken lassen und das wäre nicht nur nachteilig für uns sondern auch für ihn.

Indem wir jetzt zurück rudern, berauben wir den Anderen der Chance sich vorwärts zu bewegen, sich zu verbessern.

Wie fühlt es sich an?

Wenn wir nach einer Gehaltserhöhung fragen oder versuchen, ein Budget für ein Projekt zu bekommen, und die andere Person nicht sofort antwortet, entsteht diese unangenehme Stille.

In diesem Moment fühlen wir uns sofort unwohl. Wir haben das Gefühl, etwas zu verlieren. Es ist die Angst, ein „Nein“ zu bekommen, abgelehnt oder sogar ausgelacht zu werden. Wenn die Spannung zunimmt, haben wir das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Woran denken die gerade? Wird jemand die unerwartete Frage stellen, die meiner Argumentation das Genick bricht?

Wie können wir die Stille ertragen?

Wenn ich weiß, dass das passieren wird, versuche ich mich vorbereiten.

  1. Alternativen
    Die Angst, die sich innerhalb von 3 Sekunden zu Panik entwickelt, ist umso größer, je weniger Möglichkeiten ich habe. Wenn ich mit einem bestehenden Angebot eines anderen Unternehmens in meine Gehaltsverhandlung gehen, kann es ein entspanntes Gespräch werden.
  2. Objektivität
    Wenn es um Angst oder gar Panik geht, denken wir an den Worst-Case. Meistens ist das weit übertrieben. Mir hilft es, vorher darüber nachzudenken. Wenn ich um eine Gehaltserhöhung bitte, wird mein Chef mich dann entlassen? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht führt es sogar zu einem konstruktiven Gespräch.

Es gibt noch eine andere Strategie, die zuvor für mich funktioniert hat:

Ich musste eine kleine Projektgruppe leiten und die Arbeit dem Team zuweisen. Das Projekt war freiwillig und deshalb wollte ich auch, dass sich die Mitglieder freiwillig für ihren Teil melden.

Ich fragte: „Wer will das machen?“ – Stille.

Ich wartete ein paar Sekunden, aber alle schauten nach unten und niemand brach die Stille.

Ich konnte nicht länger warten, also wiederholte ich die Frage – keine Erklärung, nur die Wiederholung:

“Wer will das machen?“

Es fühlte sich wie eine Verstärkung an. Danach hatte ich meinen Freiwilligen.

Management vs. Leadership

Diese Beiden schließen sich nicht aus, gehören aber auch nicht unbedingt zusammen.

Manager wird man durch Autorität. Man hat eine bestimmte Stellung in der Hierarchie und der Hauptteil dieser Arbeit besteht in der Organisation.

Ein Leader oder auf deutsch Anführer braucht keine Autorität. Man trifft eine Wahl, übernimmt Verantwortung und geht voran.

Jeder kann ein Leader sein.

Wir sollten jeden Tag verkaufen

Das überraschende daran ist, dass wir dazu gar keine Berufs-Verkäufer sein müssen. Wir verkaufen uns selbst und unsere Ideen.

Warum überraschend?

Weil es uns oft gar nicht bewusst ist. Immer wenn wir auf Widerstand stoßen, bei unseren Kindern, unseren Partnern, Freunden, Kollegen usw., immer dann haben wir schlecht verkauft.

Vielleicht haben wir damit begonnen was wir wollen. Oder wir haben erklärt, welche Lösung wir für am Besten halten, welche Vorteile wir darin sehen, usw.

In einem informativen Gespräch ist das natürlich ok aber wenn wir etwas erreichen wollen, dann geht das besser.

Nehmen wir an wir können uns vorbereiten, dann können wir ein Muster identifizieren, dem unser Gesprächspartner zustimmt. Auf Basis dieses Musters können wir eine Geschichte erzählen, die ihn betrifft.

Oder wir beginnen gleich zu fragen. Nach seiner Situation, nach seinen Problemen, nach den Auswirkungen dieser Probleme und nach dem Nutzen einer Lösung. (Mehr dazu hier: SPIN-Selling). So findet unser Gesprächspartner die richtige Lösung von selbst.

„Niemand möchte etwas verkauft bekommen aber die meisten Menschen kaufen gern.“ (nicht von mir)

Ist das Manipulation?

Das kommt natürlich darauf an und dass können wir selbst am Besten einschätzen. Wir müssen es auch.

Wenn wir den Anderen zu etwas Nachteiligem überreden wollen oder wenn wir wissen, dass er das eigentlich nicht will – ja, dann ist es Manipulation.

Das sollten wir nicht tun.

Allerdings werden wir in diesem Fall auch kaum „erfolgreich“ sein. An den Antworten auf unsere Fragen werden Beide (wir und unser Gegenüber ) merken, dass unsere Lösung nicht passt. Wir haben Zeit gespart.

Ansonsten – nein.

Wenn wir ehrlich überzeugt davon sind, dass unsere Lösung positiv für unser Gegenüber ist, dann sind wir sogar verpflichtet unser Möglichstes zu tun um ihm „seine Geschichte“ zu verkaufen.

Wie wir bessere Anführer werden

… frage ich mich schon seit längerem. Pauschal beantworten, kann ich es nicht.

Natürlich habe ich trotzdem eine Idee.

Üben.

In den letzten 2 Wochen habe ich beobachtet, wie sehr das Führungsverhalten von der Gruppe insgesamt und vom Status ihrer Einzelmitglieder abhängt.

In jeder Woche war ich Teil einer anderen Projektgruppe. Während sich in Woche 1 sofort Anführer gefunden, und die Gruppe getragen haben, war das in Woche 2 nicht so einfach.

In Woche 1 gab es Teilnehmer mit hohem Status aufgrund Ihrer Erfahrung und ihrer Persönlichkeit. Sie leiteten die Diskussion ganz selbstverständlich.

Die Gruppenmitglieder in meiner 2. Woche hatten alle ähnliche Erfahrung und eine ähnliche Persönlichkeit. Ein Anführer hat sich hier nicht auf Anhieb gefunden.

Deshalb hatte ich den Eindruck, dass wir zeitweilig ohne klaren Plan dahintreiben würden, anstatt auf unser Ziel zuzusteuern.

Sollte ich jetzt die Initiative ergreifen und selbst die Führung übernehmen. Ich habe es versucht, es war jedoch schwer. Welche Zweifel, und welche Beschränkungen haben mich zurückgehalten? Zumindest war klar, dass sie alle von mir selbst kommen:

  • Niemand hat mich offiziell ausgewählt.
  • Ich habe nicht mehr Erfahrung als die anderen.
  • Ich möchte nicht arrogant und besserwisserisch erscheinen.
  • Wird es Streit geben?
  • Was wenn ich unrecht habe?

Diese und andere Ausreden, helfen niemandem. Wir brauche werden offiziell verliehene Macht, noch wird es jemals eine Führungsperson geben, die immer alles richtig macht.

Man kann jedoch spüren, wenn es Zeit ist das richtige zu tun, und es tun. Wahrscheinlich sind die anderen sogar dankbar, das wir die Verantwortung ergreifen.

Wie schaffen wir es, das zu spüren?

Ich denke wir müssen es lernen wollen und deshalb sind wir hier wieder am Anfang.

Üben.

Muster erkennen

Wenn es um Marketing geht, sollten wir zuerst an unsere Zielgruppe denken. Wir müssen sie kennen lernen, und uns in sie hineinversetzen.

Warum eigentlich?

Natürlich um zu erkennen was diese Personen wollen und brauchen.

Genauso wichtig ist es danach ein Muster zu erkennen.

Das Muster ist eine Verhaltensweise, eine Meinung, eine Grundeinstellung, die unsere Zielgruppe sofort bejahen würde. Wen sie dieses Muster sieht, sagt sie instinktiv: „Das bin ich.“

Ein Beispiel:

Lisa ist eine liebende, verantwortungsvolle Mutter, die ein Beispiel für Ihre Kinder sein möchte.

Mit unserer Marketingkommunikation (das kann zum Beispiel Werbung sein) zeigen wir Lisa das Muster der verantwortungsvollen Mutter. Sie kümmert sich um Ihre Familie, um ihre Community und auch um die Umwelt. Sie möchte mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Kindern zeigen, das Umweltschutz wichtig ist. Sie ist ein Vorbild.

Über das Muster also – verantwortungsvolle Mutter ist ein Vorbild – haben wir an Lisa das Thema Umweltschutz kommuniziert.

Sobald wir also unsere Zielgruppe identifiziert haben, müssen wir ein Muster finden, um sie zu erreichen.

Zivilisation geht nur mit Kompromissen

Seit einigen Jahren kann man (wenn man will) sehr deutlich beobachten, dass Kompromisse nicht mehr gefragt sind.

Überall muss ich mich klar und deutlich für eine Seite entscheiden. Möglichst schnell und gerne auch radikal.

Radikal, dass war eigentlich mal etwas unaussprechliches.

Heute ist es cool, wenn man möglichst weit außen steht, so wie in den Siebzigern, „als die Jugend noch rebellisch war.“ Der Kompromiss, der eigentlich die Basis unserer Demokratie ist – denn ohne Kompromisse gibt es die nicht – der ist ziemlich out.

Vor allem in der Politik fällt das auf. Die Ränder werden stärker, weil dort die sind, die eine klare Meinung haben, ohne wenn und aber. Man könnte auch sagen eine einfache Meinungen, ohne Weitsicht.

Wenn wir weiterhin die große Errungenschaft unserer freien, friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft genießen möchten, dann sollten wir Kompromisse wieder stärker schätzen lernen.

Natürlich ist das anstrengend. Es erfordert Zeit sich die Meinung aller anzuhören, Fakten aus mehreren Quellen zu prüfen, zu debattieren, zu verhandeln und manchmal auch zu streiten.

Für Außenstehende wirkt dass dann oft wie Gemauschel, der kleinste gemeinsame Nenner und die Mühe nicht wert.

Tatsächlich sorgen aber Kompromisse dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt, niemand auf der Strecke bleibt und alle am gleichen Strang ziehen. Kompromisse vereinen, radikale Alleingänge spalten.

Wie siehst du die Welt?

Politik: Was ist wichtiger: Sicherheit, Freiheit oder Gerechtigkeit? Konservativ, liberal, sozial?

Glauben: Glaubst du oder glaubst du nicht? Woran glaubst du (nicht)? Gott? Den Klimawandel? Den freien Markt? Das Gute im Menschen? Glauben wir nicht alle irgendetwas?

Familie: Was ist für dich Familie? Deine Ehe? Dein Haushalt? Deine Verwandten? Dein Fußballverein?

Macht: Was ist stärker, die Feder oder das Schwert?

Reichtum: Welche Länder sind reich? Wie misst man denn Reichtum – materiell oder immateriell? Welche Länder sind reich?

Wir alle sind unterschiedlich. Wir sehen die Welt mit anderen Augen. Jemanden zu kennen, bedeutet zu wissen welches Bild sie (oder er) von der Welt hat. Es reicht nicht, den Namen zu kennen, einige Fotos gesehen oder Erlebnisse geteilt zu haben.

Wenn wir abschätzen wollen warum jemand tut was er tut und wie er es tut, dann müssen wir uns in dessen Weltsicht hineinversetzen.

Das hilft beim Geschäftlichen, beim Dating, bei Familientreffen, an der Wahlurne, im Straßenverkehr und auch im Internet.

Das Ende von Regional Digital

Ich überlege schon länger wie es mit diesem Projekt weitergeht. In den letzten Tagen konnte ich das Geschäftsmodell jedoch eingehend und ehrlich analysieren. Das ist natürlich ein emotionales Thema, weil ich nun etwa eineinhalb Jahre daran arbeite.

Realistisch betrachtet tue ich mich jedoch in den entscheidenden Bereichen schwer:

  • Das Angebot löst aus Sicht der Kunden kein dringendes Problem.
  • Die Kunden teilen meine Weltsicht nicht.
    • Also: Digitalisierung ermöglicht es Disruptoren auch komplexe lokale Geschäftsmodelle anzugreifen und eine gefestigte lokale Kultur durch Online Marketing ist die beste Abwehr.
  • Ich bin keiner von Ihnen – nicht selbst ein Handwerker oder sonstiger Unternehmer.
  • Online Marketing ist nicht ihre Art von Marketing – Sie machen ihr Marketing weitestgehend Offline und das funktioniert.
  • Ich habe es nie geschafft ein schlüssiges, konkretes Angebot zu formulieren.
  • Ich habe die Menschen, denen ich helfen wollte, nie als Gruppe online finden können.

Ich werde die Webseite regionaldigital.de natürlich weiter betreiben. Nach wie vor glaube ich nämlich, dass meine Artikel äußerst hilfreich sein können.

Auch werde ich die wenigen Kunden die mir bisher vertraut haben, gern und in jeglicher Hinsicht weiter unterstützen. Um neue Aufträge werde ich mich aber nicht mehr bemühen.

Viel Positives ist in dieser Zeit passiert. Ich durfte unglaublich viel lernen, habe Vertrauen gespürt, Dank erhalten und durfte interessante Projekte durchführen. Das war es dann auch wert, dass meine Ideen mehrheitlich keinen Anklang gefunden haben. Und auch das gehört zum Lernen dazu.

Heute kann ich sagen: „Ich habe es versucht, bin gescheitert und das ist okay.

Ohne diese Erfahrung hätte ich diese Analyse nie so durchführen können. Und es ist auch eine deutlich bessere Variante als mir eingestehen zu müssen: „Ich wünschte ich hätte es versucht.“

Starte mit „Warum“

In „Start with Why“ erklärt Simon Sineks warum es manche Menschen und Unternehmen schaffen andere zu begeistern, und andere nicht.

Das geschieht nicht zufällig. Diese erfolgreichen Personen haben auch keinen Vorsprung, bessere Ressourcen oder sind schlauer.

Der Unterschied ist, dass sie uns einen Sinn geben.

Es gibt 3 wichtige Fragen in Bezug auf ein Produkt, eine Firma oder ein sonstiges Thema. Was? Wie? und Warum?

Meistens, wenn wir erklären, dann starten wir mit dem Was. „Das Produkt hat diese Spezifikationen, du musst diese Bücher lesen, der Kurs deckt diese Themen ab.“

Manchmal sprechen wir über das Wie aber nur wenige starten mit dem Warum. Das liegt daran, dass es nicht so leicht ist. Viele kennen ihr Warum gar nicht.

Es ist aber gerade dieses Warum, was die Leute inspiriert. Das ist es, was sie im ersten Moment wissen wollen. Warum soll ich BMW kaufen: Freude am fahren!

„Martin Luther King hat gesagt I have a dream, nicht I have a plan!“ (Simon Sinek).

In diesem kurzen Video wird der Zusammenhang auf Deutsch erklärt.

Hier ein TED talk (englich) mit Simon Sinek.

Warum Jürgen kein Online Marketing machen sollte

Jürgen ist ein Meister im Gartenbau und führt ein kleines lokales Unternehmen mit 12 Mitarbeitern.

Ich habe ihn einmal im Haus meines Vaters getroffen und wir hatten eine Diskussion über die Online-Welt und insbesondere über Online-Marketing. Sollte ein kleines lokales Unternehmen wie seines Online-Marketing nutzen, um die Kunden besser zu bedienen?

Meine Argumente waren absolut Pro. Ich arbeitete als Freiberufler und bot lokalen Unternehmen Hilfe bei ihrem Online-Marketing an. Als er das wusste, wusste er alles.

Aber natürlich hatte ich eine Argumentation parat:

Die Welt ist jetzt online. Die Leute verbringen Stunden damit, in ihre Smartphones zu schauen. Wenn sie ein Produkt oder eine Dienstleistung brauchen, googeln sie es. Gartenarbeit? Die Leute benutzen heutzutage Pinterest, um nach Inspiration zu suchen.

Ich erklärte, warum es minestens notwendig sei, mit einer kleinen unkomplizierten Website präsent zu sein. Später versuchte ich auch klar zu machen, warum die Tatsache, dass lokale Handwerksbetriebe die Nachfrage im deutschen Markt nicht bedienen können, Disruptoren (große Unternehmen oder Online-Start-ups) einlädt, diese Lücke zu schließen (ich hatte tatsächlich Beispiele). Sobald sie genügend Marktanteile und Erfahrungen gesammelt hätten, würden sie die lokalen Unternehmen verdrängen.

Jürgen ist ein großer, lauter, selbstbewusster Mann Anfang 60. Er machte ziemlich klar, dass alles was er bisher gehört hatte, „völlig unsinnig“ (eigentlich benutzte er ein anderes Wort) war. Und „solange er seine Firma führen würde, würden sie niemals Zeit mit solchem Schnickschnack (wieder anderes Wort) verschwenden.“

Warum hat er recht?

Folgendes habe ich herausgefunden:

  1. Es ist nicht die Art Geschäfte zu machen. Er möchte seine Zeit nicht mit unentschlossenen Leuten verschwenden. Er möchte, dass sie zuerst etwas investieren. Dies würde bedeuten, ihn anzurufen, um ein Treffen zu bitten, persönlich mit ihm zu sprechen und ihm ihre Wünsche zu erklären. Dann würde er ein Angebot machen und sie könnten es annehmen oder lassen.
  2. Er möchte keine Kunden, die auf Online-Marketing anspringen. Diese Leute stellen Fragen und verhandeln über Preise. Weit genug, wenn das jemand bei einem Termin wagen würde. Aber diese Typen würden sogar E-Mails schreiben.
  3. Es hat keinen aktuellen Wert für ihn. Er hat genügend Geschäft, und es kostet Geld. Darüber hinaus löst es nicht ein einziges Problem, sondern verursacht mehrere neue. Die einzigen Dinge, die ich ihm gegeben habe, waren Vorhersagen für die Zukunft.
  4. Er wäre schlecht darin. Wenn er damit anfangen würde, würde er schnell wieder aufgeben. Es benötigt Zeit, die er nicht hat. Er hat kein Interesse daran und er würde mir nicht anvertrauen, ihm zu helfen.

Da ich das jetzt weiß, bin ich ziemlich froh darüber, ihn nicht überzeugt zu haben.

PS: Wahre Geschichte, Name geändert 😉

Schadet Schule unseren Kindern?

Damit habe ich mich in den letzten Tagen stark beschäftigt und ich habe unter anderem gelernt, dass „Framing“ einen unglaublichen Einfluss auf die Antwort hat.

Erzählen wir uns die Geschichte emotional oder schaffen wir es den Fall rational und neutral zu betrachten? Dies ist aber ein Thema für einen anderen Beitrag.

Hier ist das unglaublich schwer doch ich habe es tatsächlich geschafft, bei meiner Aufgabe (es ging um die Erarbeitung einer Entscheidung zu diesem Thema) rational zu bleiben.

Der genaue Anlass ist hier nicht wichtig aber mein Text führte zu Rückfragen. Eben wie Schule unseren Kindern schaden könne. Völlig ohne Vorwurf übrigens, die Frage wurde mir aus aufrichtiger Neugier gestellt.

Auf die Rückfrage habe ich geantwortet und meine Antwort möchte ich gern aufbewahren. Ich denke, dass ich das ganz gut zusammengefasst habe (wenn auch dieses Mal emotional), deshalb poste ich sie hier.


Hi …
thanks for your reply.
Of course I could give you some examples from our life as this is the only thing I can talk about and decide on. Every family and every child is different. That is also why I wouldn’t allow myself proposing on behalf of others. I’m not against school in general, I only would appreciate the possibility to choose without facing legal consequences.

For us it looks like this:
Our two girls are 2 and 9, our boys are 7 and 8. So we have 3 kids at school-age right now.
As you have seen in the table I respect the outcome, school has on social connections. But in the end, they have plenty of contact outside of school too. They have each other, there are other children in our street, they play with, the boys are in the football-club and in the youth fire-brigade.
Our 9-year-old attends music-school and kids-yoga-classes and our youngest also meets same-age-friends (before social-distancing in GER). They also have there grandparents and other relatives nearby. Thats why I’m sure social contact and experience are no problem in our case.

The learning outcomes:
This is kind of a question of belief. We belief, the children’s learning performance is best, when they can follow their interests. They have no chance to do that at school. They have 45min maths, 45min history, 45min biology, 45min german, 45min … We belief this is not how learning works (and we are not alone in this belief, it is quiet common sense, only the public school system keeps it this way).

All of our kids read before they entered school (not Goethe of course but small text-pieces in children’s books) and they also were able to sum up within 1-10. They enjoyed it.

They learned it by themselves during our camping holidays with Tip-Toi-books and with our support. We have read to them loud every evening from their fist weeks of life. It was our ritual. They wanted to learn it and they were so proud. After the first month at school it was gone. No interest in reading anymore.

They also wrote us letters. Not correct of course but it was play for them. They invited us to stage performances, they arranged on their own (circus, including costumes, text, choreography and stage-building). This was also play for them. And in these 1-2 summer-weeks they learned more than in their whole first school year.

Right now my daughter learns sewing. And my youngest son (as simple as that) strongly improves his reading with Super Mario Video Games. It’s a lot of text in there and if he wants to understand he’d better learn.

We encourage that. We take them with us to museums, show them stuff at the computer (eg. Video- and Photo editing), we renovated their Play-House and build their sandbox together where math, art and handicraft is involved (so many possibilities).

If they find a thing of interest, they dive into it deeply. They do nothing else for weeks (we watched that in summer). 45 min this topic and then 45min that topic (like in school) is unnatural.

A long way but this is how we think we can strengthen their self-esteem and their want to live self-determinate. It also leads to their full potential. They try what they love.

At school my son is forced to transcribe a fictional letter from the school-book to improve his hand writing. And he has to sit still for that.

He hates it.

He is 8 years old and wants to run out and play football the whole day. Time will come when he is interested in fine motor skills. Lots of men are surgeons or painters but not at 8. He is full of power now and it has to get out. He could never ever sit still. But he is evaluated for that. He is told that he is not right. And that is what harms their psychological health. Drip by drip for 13 years.

My story is different from yours. I hated school when I was there and I have no (or only little) good memory of that. Maybe I’m biased but it breaks my heart to see my kids suffering a similar way.
Not to get me wrong, our kids do quiet well so far. They are among the best pear group in their classes, well integrated and respected. But even though we see tendencies, that the obedience-trap will catch them.

This was my emotional framing again. And as mentioned before, please don’t take that as a general advice. It’s only our individual story.

Thanks again for your interest.

See you soon
Robert

Drei sind besser als zwei

Entscheidungen zu treffen ist eine schwierige Sache. Möglicherweise ist dies ein Grund, warum oft nicht hinreichend gründlich nach Alternativen gesucht wird.

In Ihrem Buch „Decisive“ , erklären Dan Heath und Chip Heath wie gute Entscheidungen entstehen. Eine äußerst wichtige Grundvoraussetzung dafür seien genügend Alternativen.

In einer wissenschaftlichen Studie über Management-Entscheidungen haben sie herausgefunden, dass die meisten Szenarien nur zwei Varianten aufweisen: Die vorgeschlagene Sache tun oder nicht tun.

Wenn man nun eine einzige weitere Variante in die Entscheidung mit einbezog, dann erhöhte sich die Erfolgsquote dramatisch. Also die Sache tun, etwas anderes tun oder gar nichts tun.

Man könnte jetzt vermuten, dies stünde im Gegensatz zum Auswahlparadoxon, was vor allem im Marketing große Beachtung findet. Sheena Iyengar und Mark Lepper hatten nämlich das Kaufverhalten an einem Teststand für Marmelade verglichen und festgestellt, dass weniger Kunden kauften, wenn mehr Sorten zum Angebot standen.

Laut Heath und Heath ist dies jedoch kein Gegensatz. Iyengar/Lepper starteten ihren Versuch mit 6 Sorten und erhöhten dann das Angebot. Heath/Heath untersuchen die Spanne darunter. Ihnen zufolge, entsteht das Auswahlparadoxon erst ab 6 Varianten, darunter ist es umgekehrt und der Erfolg erhöht sich mit steigender Wahlmöglichkeit.

Eine optimale Entscheidung sei demnach mit 3-5 Varianten möglich.

Parkinsons Law

„Work expands so as to fill the time available for its completion.“

Wir sollten uns möglichst herausfordernde Zeitziele setzen.

Wenn wir für eine Aufgabe 2 Stunden Zeit haben, dann werden wir diese 2 Stunden ausfüllen. Wenn wir für die Gleiche Sache 2 Tage Zeit haben, dann werden wir plötzlich bis zum Ende des zweiten Tages brauchen.

Enge, herausfordernde Zeitziele stellen sicher, dass wir uns nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten und sie verhindern Prokrastination.

Versunkene Kosten

Versunkene Kosten werden oft ein Problem bei der rationalen Entscheidungsfindung.

Es handelt sich um Kosten – monetär oder auch anderweitig – die irreversibel sind. Der Einsatz kann also nicht wieder zurück gewonnen werden.

Trotzdem werden sie leider häufig in die Entscheidungsfindung einbezogen.

Beispiel:

Du hasst dein Date zum Abendessen zu dir nach Hause eingeladen. Die Einkäufe hast du schon erledigt, du machst dein weltberühmtes Rinderfilet in Rotweinsauße. Um 5 Uhr Nachmittags erfährst du von gemeinsamen Bekannten, das er/sie Vegetarier ist.

Es wäre jetzt menschlich kurz in Betracht zu ziehen, dass Essen trotzdem zu machen und deinem Date eine Kleinigkeit extra. Rational ist das aber nicht.

Du tust gut daran die Kosten für deine Einkäufe – und auch die Vorbereitungszeit – als „versunken“ zu betrachten. Sie sind unwiederbringlich verloren. Koche etwas Neues oder geht aus.

Deine erste Entscheidung – dein weltberühmtes Spitzengericht zu kochen – war deshalb nicht schlecht. Unter den bisher angenommenen Voraussetzungen, war sie sogar hervorragend. Du hast jetzt jedoch eine neue Situation und die bedarf einer gänzlich unbelasteten neuen Entscheidung.

Anderes Beispiel:

Ein Handwerker bestellt 1.000 Visitenkarten, benutzt sie aber selten. Nach 6 Wochen fällt auf, dass die Telefonnummer falsch ist – ein Zahlendreher.

Zuerst ist die Versuchung groß, die Nummer durchzustreichen und händisch zu korrigieren – Die Karten waren schließlich teuer.

Da er jedoch weiß, was versunkene Kosten sind, wirft er sie weg und bestellt neue Visitenkarten.

Ein Letztes noch, weil es wichtig ist:

Du gehst zum DFB-Pokal Finale. Seit Wochen kribbelt es in deinem Bauch – du bist so froh, dass du deine Karte für 50€ bekommen hast. Das war auch kompliziert. Du hasst um 3:00 Uhr online auf den Verkaufsstart gewartet und warst dank 2 Kannen Kaffee wach genug, und erfolgreich. Dass sich dein Team jetzt auch noch qualifizieren konnte, setzt dem Ganzen die Krone auf.

100 Meter vor dem Eingang zum Stadion spricht dich jemand an und bietet dir 800€.

Was nun? In dieser emotional überwältigenden Situation tendieren viele Menschen dazu abzulehnen. Wahr ist aber, es ist egal wie lange du mitgefiebert hast, und wie früh du aufgestanden bist – das ist vorbei. Jetzt ist eine neue Situation und du würdest niemals 800€ für eine Eintrittskarte tauschen.

Beurteile jede Situation rational nach dem heute vorhandenen Fakten. Lasse dich nicht von der Vergangenheit fremd bestimmen.

Mach es nicht so kompliziert

Warum verkomplizieren wir alles so leicht?

Weil wir es perfekt machen wollen. Selbst wenn wir uns eigentlich vornehmen es möglichst einfach zu halten – wir tappen trotzdem in die Falle.

Heute habe ich diese interessante Geschichte gehört:

Ein Spiel und eine Schauspielübung. Man geht durch einen Raum und zeigt auf verschiedene Dinge und sagt etwas anderes.Wer am schnellsten 20 Dinge schafft gewinnt.

Zum Beispiel zeigt man auf eine Lampe und sagt „Stuhl“. Das ist am Anfang sehr schwierig und erfordert erstaunlich viel Konzentration.

Weil man es instiktiv verkompliziert. Wir wollen besonders kreativ sein, es gut machen und das auch zeigen. Also sagen wir bei jedem Mal etwas Anderes. „Stuhl, Sofa, Hund“, wenn wir auf die Lampe, die Decke, den Fernseher zeigen.

Irgendwann realisieren wir vielleicht, dass wir auch jedes Mal das Gleiche hätten sagen können – solange wir nicht auf den Stuhl gezeigt hätten, wäre der Sieg unser.

Was wäre wenn …?

Feedback zu geben ist eine ziemlich schwierige Sache. Nicht nur emotional sondern auch sachlich. Das lerne ich beim altMBA gerade auf die harte Tour. Es dauert lange und ist anstrengend.

Man möchte den Menschen etwas ehrliches und wertvolles mitgeben, das sie weiterbringt (Über die unterschiedlichen Arten des Feedbacks hatte ich hier geschrieben). Aber was sagt man da?

Unmengen von Informationen prasseln auf uns ein – das meiste verstehen wir gar nicht. Trotzdem wollen wir helfen und wissen, dass wir dabei auch selbst wachsen. Wir müssen es also schaffen, aus all diesem Input, die Essenz heraus zu sieben und genau darauf zu reagieren.

Das geht nur mit Übung. Selbst wenn wir die Techniken theoretisch kennen, werden wir uns am Anfang schwer tun sie umzusetzen.

Hier ist ein Anfang:

Eine gute Reaktion ist meistens eine Frage. Und diese Frage sollte beginnen mit „Was wäre wenn… ?“ – so ist sie möglichst offen.

Mindestens sollte sie mit einen W-Wort beginnen, aber auch „Wie“, „Warum“, „Wo“ usw., lenken die Argumentation in eine bestimmte Richtung, sind also schon teilweise wertend.

Auch rhetorische Fragen sind unangebracht – wenn du einen Rat geben willst, dann gib einen Rat.

Ein einfaches Beispiel:

In einem Gespräch erzählt dein Gegenüber, dass er so viel Stress mit der Buchhaltung hat, sodass er zu nichts anderem mehr kommt.

Möglichkeit 1: „Hasst du mal an einen Steuerberater gedacht?“

Das ist eine geschlossene Frage, auf die man nur mit Ja oder Nein antworten kann. Danach ist das Gespräch möglicherweise erledigt und sie regt den Gegenüber auch nicht sonderlich zum Nachdenken an.

Möglichkeit 2: „Warum nimmst du dir keinen Steuerberater?“

Dünnes Eis! Ist das etwas Kritik? Jedenfalls wäre sie sehr leicht herauszuhören. Genauso schlimm wäre: „Meinst du nicht, du solltest das einen Steuerberater machen lassen?“ – die rhetorische Frage

Möglichkeit 3: „Was wäre wenn das ein Steuerberater machen würde?“

Ok, wer unbedingt will, der kann auch hier einen Vorwurf heraushören. Eigentlich ist das aber die diplomatischste der 3 Varianten und die angestoßenen Denkprozesse für den Gegenüber sind am hilfreichsten.

Wie übst du nun also?

Trainiere aufmerksames Zuhören oder Lesen (wenn dein Input schriftlich vorliegt). Das geht nicht auf Anhieb, wir alle verlieren zwischendurch die Konzentration – deshalb die Übung, bleib dran.

Erst am Ende beginnst du zu überlegen, was du erwidern könntest. Damit dir das leichter fällt, versuche eine Frage zu formulieren, die mit „Was wäre wenn“ beginnt.

Kunden machen keine Kompromisse mehr

Wir müssen uns darauf einstellen, das „Kunden“ in der heutigen Zeit alles wollen. Sie machen keine Kompromisse mehr. Der Gedanke wird aufgeworfen in „A beautiful constraint“, von Adam Morgan und Mark Barden.

Sie wollen einen persönlichen Fahrer, der günstiger ist als das Taxi, mit wenigen Klicks per App gerufen und bezahlt wird und das richtige Auto hat (Uber).

Sie wollen Essen, das schmeckt, überall verfügbar ist und dabei gesund und nachhaltig – günstig nicht zu vergessen (Diverse Faastfood-Ketten).

Sie wollen persönlichen Service, 24/7, und trotzdem nicht mehr bezahlen.

Unsere Chefs (auch Kunden) wollen Mitarbeiter, die proaktiv denken aber sich einordnen können. Sie sollen Führungs- und Teamqualitäten haben. Sie sollen flexibel sein und compliant.

Die Zeit von: „Sie können das Auto in jeder Farbe bekommen, solange es schwarz ist“ (Henry Ford), ist vorbei!

Kunden machen heute keine Kompromisse mehr.

Hört auf Träume zu stehlen.

Heute startet für mich ein großes Abenteuer. Ich nehme an Seth Godins altMBA teil.

Und was sich hier (provokant) nach Eliteuni-Managementausbildung anhört, ist genau das nicht.

Es ist keine Ausbildung, es ist Lernen.

Das ist es nämlich worum es uns allen lebenslang gehen sollte. Nicht um Zertifikate sondern um die Erfahrungen die wir machen und die persönliche Weiterentwicklung die wir dadurch erfahren.

Unser altes Schulsystem wurde vor langer Zeit mit einem bestimmten Zweck entwickelt. Diesen Zweck gibt es nicht mehr, also brauchen wir auch das System so nicht mehr.

Der altMBA ist ein intensiver 30-Tage-Workshop. Er ist international, beruht hauptsächlich auf Kooperation und auf dem Prinzip zu liefern um etwas beizutragen.

Er lehrt keine Standard Finanz-Formeln oder Management-Prinzipien. Was er vermittelt, ist die Nutzung von Großzügigkeit und Empathie als Grundlage von echter Führung und effektivem Management.

Es geht darum neugierig zu sein auf die Welt und auf andere Menschen, vor allem weil wir etwas beizutragen können. Ja, wir werden auch gewinnen, aber das folgt automatisch.

Wir wollen die Dinge nicht tun um zu… (Geld verdienen, berühmt werden, anderen helfen…) Das ist alles egoistisch, selbst das letzte Beispiel.

Wir sollten die Dinge tun weil wir es können und weil wir es richtig finden. Aus diesem Blickwinkel ist es eine Sünde zu warten bis wir perfekt sind. Dadurch halten wir etwas zurück, wir stehlen, und zwar unseren Beitrag, der zweifellos wertvoll ist. Nicht für alle aber für einige.

Im altMBA gibt es keine Zertifikate, Noten, Tests oder ähnliches.

Die gibt es nur im alten System. Das suggeriert, dass es für jede Frage eine perfekte Antwort gibt. Würde das stimmen, gäbe es kein Wachstum, keine Weiterentwicklung, keine Träume – sie wären sinnlos.

Der Titel dieses Beitrags kommt natürlich von Seth Godin und er gehört zu diesem herausragenden TEDx-Talk vor Schülern. TEDxYouth: Stop stealing Dreams | Seth Godin

Für mich das intelligenteste, was man in 17 Minuten zum Thema Bildung sagen kann. Unbedingt anschauen.

Englisch wird immer noch unterschätzt

Eine der wichtigsten „Hard-Skills“ neben lesen, schreiben und rechnen ist für mich das Beherrschen der englischen Sprache. Und wir dürfen nicht unterschätzen wie wichtig diese Fähigkeit in Zukunft vor allem für unsere Kinder werden wird.

Mir geht es gar nicht nur um die Möglichkeit sich auf reisen oder online mit anderen Menschen zu verständigen – natürlich ist das auch wichtig.

Es geht mir um Bildung und wie wir sie erlangen.

Bildung erlangen wir heute aus viel mehr Quellen als noch vor 20 Jahren. Es gibt deutlich mehr Bücher. Dazu kommen aber auch Blogs, Podcasts, Videos und Kurse – die meisten davon elektronisch und online.

Das gesamte Wissen der Welt ist heute kostenlos online verfügbar. Doch nur ein Bruchteil davon ist auf deutsch.

Nahezu jedes wirklich erfolgreiche Buch aus einer anderen Sprache, wird ins Englische übersetzt. Bei original englischen Büchern ist das nicht so. Und wenn sie tatsächlich übersetzt werden, dann ist nicht klar ob auch ins Deutsche.

Bei anderen Medien ist das noch deutlicher. Audios und Videos werden nur selten übersetzt (Hollywood-Filme sind da eine Ausnahme).

Wenn wir zögern die Sprache der Bildung und des Internets zu erlernen, dann verschließen wir uns selbst den Zugang zu aktuellem Wissen.

Aus meiner Sicht tuen wir in den Schulen und der Gesellschaft noch immer nicht mehr dafür diese Sprache zu lernen. Sie ist in den letzten 10-20 Jahren aber noch wichtiger geworden.

Wir müssen selbst bei uns beginnen und auch bei der Ausbildung unserer Kinder darauf achten.

Ab morgen nehme ich an einem Vierwöchigen Online-Workshop teil, der mir helfen wird mich immens weiter zu entwickeln. An Seth Godins altMBA – natürlich auf Englisch. Ich werde dort Menschen aus aller Welt kennen lernen, darüber hinaus aber auch viele neue Ressourcen entdecken.

Allein die Sprache ist es, die es mir ermöglicht derart über den Tellerrand zu schauen.

Die Authentizitäts-Lüge

„Sei du selbst. Sei authentisch. Das ist es, was die Leute sehen wollen, dich, so wie du wirklich bist.“

Das ist vielleicht ein guter Rat von Eltern an ihre Kinder, die sich mit den ersten Freundschafts-Streitereien herumschlagen. In der Arbeitswelt der Erwachsenen jedoch, ist es ziemlicher Unsinn.

Man stelle sich vor: Die „Fantastischen Vier“ geben ein Konzert, aber „Die Da“ spielen sie nicht. Smudo ist total genervt davon, immer dieses alte Zeug spielen zu müssen. Thomas D. dagegen, ist der Meinung man könne doch den Text mal verändern (sie kann Montags nicht und hat nie Geschenke angenommen) – schließlich ist man „kreativ“. Da wäre es doch total unauthentisch, wenn sie das Lied genauso langweilig wie immer performen würden.

Falsch!

Es wäre unprofessionell.

Die Fans sind mit dem Song aufgewachsen, er ist ein Teil ihrer Jugend. Sie haben den Eintritt bezahlt und wollen ihn hören.

Um kreativ zu sein, braucht man keine launischen Exzesse oder Chaos. Jeder kann im Grunde kreativ sein.

Zu beachten ist hier das Wort „kann.“ Zwischen „können“ und wirklich „machen“ liegen nämlich Welten.

Die große Kunst ist es die Kreativität so umzusetzen, dass etwas wertvolles entsteht. Es bedeutet täglich die harte Arbeit zu tun, zu der sich andere nicht durchringen.

Stetig, verlässlich, langweilig.

Das kann nur von Profis geleistet werden. Sie stehen für die feste Verpflichtung Qualität zu liefern – zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Statt für Authentizität, stehen wahre Künstler für Professionalität.

Die wirklich wichtige Arbeit

Wie viele der „inspirierenden“ Beiträge in unserem Social-Media-Feed würden wir vermissen, wenn sie nicht da wären? Welche dieser Personen würden wir am zweiten Tag anschreiben und fragen: „Hey, ich habe seit vorgestern nichts von dir gehört, was ist los?“

Ich schätze mal: Sehr wenige!

Wie viele Freebies haben wir in den letzten Jahren heruntergeladen, an die wir uns noch erinnern? Und wie viele der folgenden Newsletter haben wir danach gelesen?

Wir brauchen niemanden, der uns jeden Tag „inspirieren“ will, weil er hofft, dass er eines Tages an uns verkaufen kann. Und auch niemanden, der uns mit angeblich kostenlosen Geschenken ködern möchte, damit wir uns verpflichtet fühlen (Reziprozität).

Was jedoch immer ankommt, immer seltener wird und doch so dringend gebraucht wird ist jemand, der ehrlich zugetan ist. Jemand der etwas anbietet, einfach weil er es kann und weil er es richtig findet.

Das ist die wirklich wichtige Arbeit. Sie berührt die Menschen und bringt uns alle weiter.

Es kommt dabei nicht auf den Preis an – es muss nicht kostenlos sein. Es kommt darauf an, ein aufrichtiges Versprechen zu geben und zu halten.

Wie wird man bekannt

Diese Frage begegnet mir öfter und offenbar gibt es da eine herschende Meinung:

  1. Facebook-/Google-Ads,
  2. SEO,
  3. manchmal (online) PR.

Ich sehe das anders. Sicher weil ich stark von Seth Godin beeinflusst bin und das ist gut so, denn der Mann ist ein Genie.

Wie wird es heute überwiegend umgesetzt?

Facebook-/Google-Ads = Wie kann ich soviel wie möglich „passende“ Leute unterbrechen und ablenken?

SEO = Wie bekomme ich möglichst viele Klicks von Leuten, die [was-auch-immer] suchen?

PR = Wie kann ich meine Geschichte so vielen Leuten wie möglich vorsetzen lassen?

Das ist kein wirkliches Marketing. Es ist Spam und der Versuch, Menschen etwas aufzuschwatzen, wovon sie eigentlich nicht überzeugt sind. Es mag manchmal funktionieren, aber das allein bedeutet nicht, das wir es tun dürfen.

Vor allem aber ist es nicht leicht, wie oft suggeriert wird. SEO war 2015 noch leicht, diese Zeiten sind längst vorbei. Personalisierte Online Werbung war 2018 noch leicht. Aber auch daran versucht sich heute jeder. Und wenn es jeder macht, ist es eine Sackgasse.

Wer der Meinung ist, er könne mal eben Ads schalten oder seine Webseite SEO-optimieren, der muss sich darüber im klaren sein, mit wem er konkurriert: Mit professionellen Agenturen, die den ganzen Tag nichts anderes tun. Außerdem haben sie die besten Daten und jahrelange Erfahrung.

Wie geht es sonst?

  1. Damit sich deine Idee herum spricht, mach etwas, was es wert ist, es weiter zu erzählen. Starte mit dem Produkt, es muss bemerkenswert sein.
  2. Vergiss „Viele“! Konzentriere dich auf „Wenige“! Seth nennt es „Smallest Viable Audience“. Kevin Kelly sagt du brauchst „1000 True Fans“. Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg sprechen vom „Gesetz der kleinen Zahlen“.

Das heißt: Weniger ist mehr. Verschwende deine Energie (und dein Geld) nicht damit vor vielen sichtbar zu werden. Die meisten werden dich ignorieren. Sondern sorge dafür, so viele wie nötig (aber so wenige wie möglich) zu überzeugen.

Kontaktiere 10 Freunde und schicke ihnen dein Buch, deinen Kurs, dein Produkt. Wenn sie es gut finden, werden sie es weitererzählen. Finde heraus was sie gemeinsam haben und du hast deine Zielgruppe. Jetzt optimiere dein Produkt für diese Leute und es wird sich weiter herumsprechen.

Du hast keine 10 Freunde? Dann suche nach anderen Menschen denen du helfen kannst und hilf. Online und offline – in Facebook-Gruppen (Ja, nicht alles ist schlecht), auf Flyern, in der Fußgängerzone.

Du findest keine 10 Menschen die dein Produkt mögen? Dann mach etwas besseres und versuche es erneut.

Wenn du direkt von Angesicht zu Angesicht keine 10 Menschen überzeugen kannst, dann werden dich auch 10.000 gekaufte Likes nicht erfolgreich machen.

Zum Laufen geboren

Der Mensch ist ein erstaunliches Wesen. Wir haben es mit unserer Intelligenz geschafft, den Planeten zu beherrschen und uns an die Spitze der Nahrungskette zu stellen.

Doch zu einem außergewöhnlichen Geist gehört auch ein außergewöhnlicher Körper. Oft wird der gar nicht so recht wahrgenommen. Vergleichen wir uns mit Vögeln, Fischen, Löwen, Elefanten usw., dann erscheinen wir nicht besonders mächtig.

Das ist jedoch eine Fehleinschätzung. Auch wir Menschen haben eine körperliche Superkraft, die kein anderes Lebewesen dieser Erde besitzt – das Laufen. Wir sind keine Sprinter aber die besten Ausdauerlauf-Tiere der Welt. Kein Pferd, kein Wolf und kein Reh kann so lange, so verhältnismäßig schnell laufen wie wir.

Die paläontologische Forschung zeigt, dass unsere Gehirne zu der Zeit stark zu wachsen begannen, als wir unsere Fähigkeit zu laufen entwickelten. Wir bildeten starke Gesäßmuskeln, ein Nackenband zur Stabilisation des Kopfes Schweißdrüsen zur Kühlung und die Achillessehnen aus. So konnten wir deutlich effektiver Jagen als andere Raubtiere (nämlich fast ohne Kampf) und so an proteinreiche Nahrung gelangen.

Emil Zatopek hat gesagt: „Der Vogel fliegt, der Fisch schwimmt, der Mensch läuft.“ Ich glaube nicht, dass er sich der wissenschaftlichen Richtigkeit seiner Aussage bewusst war aber es stimmt:

Wir sind zum Laufen geboren. Nicht nur talentierte Athleten. Jeder von uns.

Genügend Bewegung ist wichtig für unseren Körper. Nur wenn wir ihn für den Zweck benutzen, für den er geschaffen wurde, können wir unsere Gesundheit erhalten. Dieser Zweck ist das Laufen und deshalb sollte jeder gesunde Mensch ein Läufer sein.

Warum wir so schwer mit Kritik umgehen können

In „Thanks for the Feedback“ beschreiben Douglas Stone und Sheila Heen, wieso es so schwer ist mit Feedback umzugehen und wie wir das verbessern können. Ich konnte das heute praktisch anwenden.

Wann ist es denn besonders schwierig?

Natürlich immer dann, wenn wir es als negativ empfinden. Mit positiver Kritik („Das hasst du toll gemacht…“) hat kaum jemand ein Problem. Negative Kritik allerdings, besonders wenn sie ungefragt und unerwartet auf uns trifft, ist schwer zu verdauen.

Blitzschnell verunsichert, provoziert, beschämt sie uns. Wir fühlen uns wütend, bloßgestellt, die Defensive gedrängt oder gescheitert. Das Herz pocht, der Magen zieht sich zusammen, die Gedanken spielen verrückt.

Doch woher kommen diese Emotionen und wie bekommen wir sie in den Griff?

Kritik drückt bei uns verschiedene Knöpfe – drei um genau zu sein. Den Wahrheitsknopf, den Beziehungsknopf und den Identitätsknopf. Sie bewirken diese Gefühle. Deshalb sollten wir verstehen wie sie funktionieren.

Der Wahrheitsknopf lässt uns nach Rechtfertigung suchen: „Das stimmt nicht! Das ist nicht hilfreich! Damit hat das nichts zu tun!“ Oft ist es aber deutlich komplexer als wir zunächst denken. Der Kritiker hat eine andere Perspektive und sieht Dinge, die uns entgehen. Wir sollten versuchen das Feedback wirklich zu verstehen. Meistens enthält es zumindest ein Fünkchen Wahrheit von dem wir lernen können.

Der Beziehungsknopf lenkt auf die Dynamik zwischen Personen ab – Kritiker und Kritikempfänger: „Das sagst du nach allem was ich für dich getan habe! Was weißt du schon?“ Unser Fokus verlagert sich weg von der Sache auf die Person. Wir sollten erkennen und bedenken, wie sich unsere Beziehung auf die Kritik auswirkt. So können wir versuchen sachliche und persönliche Argumente zu trennen.

Der Identitätsknopf spielt die Geschichte ab, die wir uns über uns selbst erzählen: „Nie kann ich etwas richtig machen! Ich bin eben kein guter Vater!“ Wir alle reagieren unterschiedlich auf stressigen Input. Ziel sollte es sein uns, dessen bewusst zu werden. So können wir die Informationen anders zu sortieren – weg von einer festen Bewertung/Bestätigung unseres Scheiterns, hin zu einer dynamischen Möglichkeit zu wachsen.

Speed Reading

Als ich das erste Mal davon hörte, schien es mir sehr viel Übung und auch ein wenig kompliziert zu sein. Ist es also den Aufwand nicht wert?

Dann bin ich aber über diesen TEDx talk von Jordan Harry gestolpert: https://youtu.be/e2-ahs905MQ

Das hat meine Sicht verändert. Es ist nicht kompliziert. Und ja, man benötigt natürlich Übung, aber nicht soviel wie ich dachte. Es funktioniert.

Hier ist mein etwas abgewandelter Prozess:

  1. Richtige Umgebung schaffen (nicht zu still, nicht zu laut – Musik ohne Gesang)
  2. Erst die Klappentexte und das Inhaltsverzeichnis aufmerksam lesen.
  3. Jedes Kapitel vorher scannen – Unterüberschriften aufmerksam lesen
  4. wichtige Passagen lesen. Diese findet man erstaunlich schnell, weil man den Kontext durch das Scannen oft schon erschließen kann.
  5. Das Kapitel dann sehr schnell lesen, dazu einen Pacer benutzen (Finger oder Stift)

Bisher spart mir das etwa 20% der Zeit – und ich übe noch (bin erst beim dritten Buch auf diese Weise).

Warum wir uns selbst nicht in einfache Schubladen einsortieren sollten

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß und wir sind es auch nicht. Wir sind nicht: smart oder dumm, hübsch oder hässlich, Gutes Kind oder Enttäuschung, Gewinner oder Looser.

Wir sind komplex und fast nie werden wir uns irgendwo im Extrem wiederfinden.

Es hilft sehr sich das bewusst zu machen wenn wir Feedback bekommen.

Was wir brauchen um erfolgreich zu sein

Am Ende läuft alles auf eine Sache hinaus:

Motivation.

Nur mir genügend Motivation schaffen wir es professionell zu arbeiten und „den Widerstand“ zu überwinden (nach Steven Pressfield).

Das ist nötig, um ein ausreichend gutes Angebot zu schaffen um einen Markt oder einen Arbeitgeber zu überzeugen. Danach müssen wir unser Versprechen halten und die Leistung pünktlich in herausragender Qualität abliefern.

Es gibt zwei Arten der Motivation. Die Hin-Zu- und die Weg-Von-Motivation.

  1. Hin-Zu: Wir haben den ehrlichen, tief verwurzelten Drang etwas besser zu machen oder etwas Besseres zu schaffen.
    Das kann der junge Sportler sein, der seine Jugend auf dem Trainingsplatz und zeitig im Bett verbringt um Profi zu werden. Es ist der Topmanager, der nur selten seine Familie sieht. Oder gar der Revolutionsführer, der sein Leben aufs Spiel setzt.
  2. Weg von: Wir haben keine Wahl, denn es geht sprichwörtlich um Leben oder Tod.
    Hierzu passt die berühmte Geschichte von dem Feldherren, der an einer fremden Küste landete um in den Krieg zu ziehen. Er befahl seinen Soldaten die Schiffe zu verbrennen, der Rückzug war also ausgeschlossen. Sie würden siegen oder sterben. Pat Flynn verlor 2008 durch die Finanzkrise seine Anstellung. Frisch verheiratet musste er dadurch mit seiner schwangeren Frau ohne Krankenversicherung zu den Eltern ziehen. Neue Jobs gab es nicht, also entschloss er sich, das Abenteuer Online-Business anzunehmen. Er war zum Erfolg verdammt und es hat funktioniert. Heute ist er als Blogger, Podcaster, Speaker und Autor einer der bekanntesten und erfolgreichsten Köpfe der Szene.

Wenn wir scheitern, liegt es also an der Motivation.

Unsere Situation in Deutschland: Kaum jemandem geht es so schlecht, dass eine echte Weg-Von-Motivation stark genug wäre. Und der Drang besser zu sein? Das ist in unserer Zeit leider wenig modern. Wir üben uns in Verzicht und Minimalismus. Wir wollen uns lieber weniger anstrengen, und Exzellenz steht man kritisch gegenüber. Anstatt uns zu bemühen ein leuchtendes Beispiel abzugeben, wollen wir nicht als Streber da stehen.

Unsere Gesellschaft tötet also die Motivation und schafft Mittelmaß. Dessen sollten wir uns bewusst sein und eine eigene starke Motivation abseits des Mainstream suchen.

Wann ist es Zeit aufzugeben

Manchmal scheinen wir gegen Windmühlen zu kämpfen. Wie hart wir es auch versuchen, wie kommen nicht weiter.

So langsam macht sich Frustration breit. Motivation schwindet. Macht es jetzt Sinn aufzugeben?

Aufgeben ist der einfache Weg. Es bedeutet dem Widerstand (Resistance) nachzugeben. Er hat sein Ziel erreicht und uns so lange aufgehalten, bis unser Ziel an Wert verloren hat.

Etwas anderes ist es, den Weg anzupassen.

Die Anzahl der Wege ist nahezu unendlich. Wir können einen anderen versuchen. Thomas A. Edisons berühmte Geschichte verdeutlicht das: Auch nach 1000 Versuchen die Glühbirne zu entwickeln gab es nicht auf. Er sagte: „Ich habe nicht versagt, ich habe nur 1000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“

Wir sollten also niemals aufgeben. Stattdessen sollten wir bei offensichtlichem Misserfolg einen anderen Weg versuchen.

Was nutzen Belohnungen

Belohnung ist eine Form der Bewertung. Wenn sie in Aussicht gestellt wird, soll sie motivieren. Die betroffene Person soll sich besonders anstrengen das Ziel zu erreichen.

Wessen Ziel?

Das ist leider nicht mehr klar. Die erhöhte Motivation geht dann nämlich zu Lasten der Identifikation.

Ohne Aussicht auf Lohn verfolgen wir unsere eigenen Ziele, sind intrinsisch motiviert. Durch das Lohnversprechen werden wir zusätzlich extrinsisch motiviert, das Ziel ist ein Externes. Und durch das Fehlen der Identifikation sind die meisten Menschen geneigt nicht mehr als nötig zu tun. Sobald das externe Ziel erreicht, die vereinbarte Belohnung eingefahren ist, stellen Sie die Bemühungen ein.

Wer dagegen eigene Ziele verfolgt ohne von anderen dafür belohnt zu werden, leistet tendenziell mehr.

Und was wenn wir scheitern?

Ziele nicht zu erreichen nimmt uns psychisch mit. Wir fühlen uns weniger wertvoll und schwach. Bleibt jetzt zusätzlich noch die Belohnung aus, verstärkt das den Schmerz. Der Preis der Niederlage wird höher. Die angestrebte Motivation kann so in Stress und Frustration umschlagen.

Schuld vs. Verantwortung

Schuld ist negativ.

Im Allgemeinen bedeutet Schuld, dass „[…] jemand für einen Verstoß gegen eine durch sittliche, ethisch-moralische oder gesetzliche Wertvorstellung gesetzte Norm verantwortlich ist.“ (Quelle: Wikipedia)

Verantwortung ist positiv.

Darunter versteht man: „[…] die (freiwillige) Übernahme der Verpflichtung, für die möglichen Folgen einer Handlung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren. Sie setzt Verantwortungsgefühl und -bewusstsein, ein Gewissen sowie die Kenntnis der Wertvorstellungen sowie der rechtlichen Vorschriften und sozialen Normen voraus.“ (Quelle Wikipedia)

Schuld ist also eine tatsächlich bewiesene Verfehlung ohne jede positive Begleiterscheinung während Verantwortung fast schon heroisch daher kommt. Wer Verantwortung übernimmt, zeigt Größe, Stärke und Mut – selbst in der Niederlage. Wer schuldig ist, hat nichts dergleichen, er hat unrecht.

Sprache ist sehr mächtig und Wir müssen aufpassen, diese Begriffe nicht zu verwechseln. Der Hinweis: „Du bist selbst Schuld“ ist demzufolge meist unangebracht und verletzend. Denn es impliziert, jemand hätte etwas Falsches oder sogar Unrechtes getan.

Besser wäre: „Du bist selbst dafür verantwortlich.“

Auch Verantwortung kann schwer wiegen und so durchaus unangenehm sein. Es lässt jedoch einen meist völlig gerechtfertigten Raum für Positives.

Jedes Scheitern bedeutet Lernen. Indem Verantwortung übernehmen, wachsen wir und werden beim nächsten mal klüger handeln. Indem wir uns schuldig fühlen schrumpfen wir und werden uns beim nächsten Mal verstecken.

Moral im Marketing

Die Frage, was wir dürfen oder sollten lässt sich natürlich nicht generell in wenigen Zeilen beantworten. Ohnehin ist die Antwort immer subjektiv. Jeder muss selbst entscheiden wo die Grenze gezogen wird.

Eines ist allerdings wichtig:

Wir haben immer die Wahl.

Niemand zwingt uns, tausenden von Menschen unseren Werbe-Spam bei Facebook vorzusetzen.

Niemand zwingt uns, Versprechungen zu machen, die wir nicht halten können.

Niemand zwingt uns, mit Marketing-Tricks wie künstlicher Verknappung, Reziprozität, Ankern oder Ködern zu arbeiten.

In unser Branche ist es aber üblich? Niemand zwingt uns diese Branche zu wählen.

Nur weil etwas funktioniert, heißt das nicht dass wir es tun sollten.

Der (moralisch) richtige Weg ist vielleicht nicht der Einfachste, aber er ist da.

Die Dreifaltigkeit des Feedbacks

Wenn wir von Feedback sprechen, dann zählen dazu sogar drei Dinge:

  • Wertschätzung
  • Coaching
  • Bewertung

In ihrem Buch „Thanks for the Feedback“ machen Douglas Stone und Sheila Heen sehr schön klar, wie wir diese Dinge ständig verwechseln und missinterpretieren.

Wir brauchen alle drei, aber sie haben natürlich unterschiedliche Ziele. Problematisch wird es nun, wenn Geber und Empfänger des Feedbacks, unterschiedliche Ziele und Erwartungen verfolgen.

Beispielsweise sucht der Empfänger nach Wertschätzung, bekommt aber Coaching.

Der Geber ist stolz auf sein Feedback und hat auch objektiv viele sinnvolle Verbesserungen aufgezeigt. Dennoch ist er Empfänger unzufrieden. Er suchte das Gefühl gesehen, verstanden und geschätzt zu werden.

Helfen kann schon das Bewusstsein dafür, welche Art Feedback da gerade vermittelt wird. Geber und Empfänger sollten sich vergewissern nicht aneinander vorbei zu reden. Wenn unklar, sollten die Ziele daher explizit diskutiert werden.

Nichts ist mächtiger als die Gewohnheit

Sie können starke Verbündete sein, uns aber auch massiv behindern.

Mick Jagger hat gesungen: „Old habits die hard“. Das kann man wohl sagen und wahrscheinlich kann es jeder bestätigen. Gewohnheiten zu verändern ist sehr schwer.

Immer wieder hört man Empfehlungen wie: Mach es anders und zwinge dich, mindestens 21 Tage bei deinem neuen Muster zu bleiben. Nach dieser Zeit hasst du dich umgewöhnt und die neue Gewohnheit ist etabliert.

Einfach Kopf runter und stur durchhalten? Oft funktioniert das nicht. Ich zumindest brauche da wenigstens einen Plan.

Hier ist einer: Im Buch: „The Coaching Habit“ beschreibt Michael Bungay Stanier, was wirklich nötig ist um eine neue Gewohnheit auszubilden und wie man dabei vorgehen sollte.

Was ist nötig?

  • Ein Grund. Warum wollen wir uns ändern? Wir sollten uns das bewusst machen um die Motivation zu erhöhen.
  • Den Auslöser der alten Gewohnheit. Wir müssen ihn kennen (so spezifisch wie möglich), sonst werden wir nie wirklich wissen wann wir die neue Verhaltensweise anwenden.
  • Eine neue Micro-Gewohnheit. Diese ersetzt die alte Gewohnheit. Sie sollte so einfach und kurz wie möglich sein, und deshalb weniger als 60 Sekunden dauern. Später kann sie erweitert werden aber zunächst gilt: Je kürzer desto besser.
  • Effektives Üben. Das funktioniert indem man 1. den Prozess in möglichst kleine Stücke zerlegt, 2. diese dann immer wieder ausführt und 3. jeden Fortschritt sorgfältig beobachtet und feiert.
  • Ein Notfallplan. Was tun wir bei einem Rückfall (der fast immer auftreten wird)? Wie kommen wir schnell wieder in die Spur?

Wenn uns diese Punkte klar sind, geht es an die Umsetzung. So geht man vor:

  1. Identifiziere den Auslöser deiner alten Gewohnheit. Wir legen, fest was passieren muss, damit wir mit der neuen Gewohnheit starten. „Wenn das passiert dann…“
  2. Jetzt führen wir die neue Micro-Gewohnheit aus. „Anstatt der alten Gewohnheit machen wir jetzt…“
  3. Üben, üben, üben. Damit es unbewusst klappt, sollten wir die Situation möglichst oft bewusst durchspielen (wie oben beschrieben).
  4. Nur eine Sache auf einmal. Um erfolgreich zu sein, sollten wir nicht fünf Dinge auf einmal ändern. Auch nicht zwei. Wir konzentrieren uns nur auf eine einzige Gewohnheit.

Der schwierigste Teil der Arbeit

An jedem Tag aufs Neue steht jeder vor der gleichen Herausforderung, vor dem gleichen Kampf. Uns alle sucht immer wieder eine innere Stimme heim, mit Angst, Ausreden, Zögern, Ablenkung usw. Steven Pressfield nennt es „the resistance“ – den Widerstand.

Der schwierigste Teil unserer Arbeit ist es jeden Tag anzufangen und etwas zu tun. Wer jeden Tag eine Seite schreibt, hat in einem Jahr genug Stoff für einen Roman. Wir sehen das Ziel vielleicht noch nicht am Ende des Tages. Vielleicht glauben wir, wir hätten nur wenig geschafft – vielleicht stimmt das sogar. Aber es ist ein weiterer Tag an dem wir unseren inneren Feind besiegt und uns hingesetzt haben um unsere Arbeit zu tun.

Bill Gates hat sinngemäß gesagt: „Nur zu leicht überschätzt man, was man in einem Jahr schaffen kann. Aber man unterschätzt, was man in zehn Jahren schaffen kann.“

Der Kampf gegen den Widerstand ist keine einzige epische Schlacht, für die man sich einmal rüsten kann. Sondern es ist der tägliche immer wiederkehrende Kampf im Kleinen.

Innovative Konzepte und Begeisterung helfen nur wenig diesen Kampf zu bestehen. Nötig sind vielmehr Professionalität, Ausdauer, Überzeugung und damit die Fähigkeit „langweilig sein“ zu können.

Handle aus Überzeugung

Was allgemein gültig klingt ist es natürlich nicht, vor allem nicht im beruflichen Umfeld. Oft handeln wir aus Angst, aus Gier, aus Mangel an Selbstvertrauen, Ahnungslosigkeit, aus dem Wunsch heraus dazu zu gehören etc.

Aus purer Überzeugung zu handeln, wird in unserer Gesellschaft als Luxus betrachtet. So als müsse jeder verdiente Erfolg auch mit Leiden und Unterwürfigkeit einhergehen. Vor allem dann, wenn die Überzeugung nicht der normalen Norm entspricht, wird man kritisch beäugt. Zu gerne wollen viele den Querulanten scheitern sehen.

So werden wir alle erzogen: Passe dich an, füge dich in das System. Handle adäquat.

Allerdings geht das nicht gut. Wer versucht langfristig etwas zu tun, was der eigenen Überzeugung widerspricht muss damit scheitern.

Ein schönes Beispiel ist diese Rede eine Entrepreneurs, (Jeff Lawson) der diesen Fehler zweimal gemacht hat, bevor er dann doch noch, trotz massiver Widerstände mit seiner Überzeugung Erfolg hatte.

Hier ist was er gelernt hat:

  1. Wer nicht überzeugt ist, hat keine Chance die wirklich schwierigen Phasen seines Projekts zu überstehen.
  2. Es gibt keinen rationalen Entscheidungsweg hier, was du wirklich willst, musst du im Herzen fühlen.

Sein Rat deshalb, wer etwas neues aufbauen möchte sollte in sich hineinhören:

  • Glaubst du ehrlich, dass die Welt das Produkt braucht?
  • Liebst du selbst das Produkt?
  • Liebst du die Kunden?
  • Liebst du den Markt?

Ich würde noch hinzufügen: Liebst du die Art WIE du arbeitest?

Wenn das erfüllt ist, dann wirst du auch ein zufriedenes Leben mit deinem Projekt führen. Also suche deine Überzeugung.

Wie wir Videokonferenz Tools besser nutzen

Heute habe ich einen Beitrag auf meinem anderen Blog veröffentlicht, der auch gut hierher passt.

Videokonferenzen stehen aktuell sehr hoch im Kurs. Aber wann machen sie überhaupt Sinn? Und wenn ich mich entscheide so etwas durchzuführen oder auch teilzunehmen, wie kann ich mich vorbereiten?

Hier ist der Artikel auf Regional Digital: Wie du Videokonferenzen besser durchführst

Der Sozialismus ist ein schlechtes Geschäft

Die Idee des Sozialismus war Folgende:

  1. Der Kapitalist besitzt die Produktionsmittel, also Boden und Kapital, in Form von Fabriken und Verkaufsgeschäften. Der Arbeiter tauscht Zeit gegen Geld und ist damit vom Kapitalisten abhängig.
  2. Das ist ungerecht, denn der Kapitalist kann den Arbeiter entweder durch Maschinen ersetzen oder ihn gegen Seinesgleichen ausspielen. Im Endeffekt drückt er den Lohn und beutet den Arbeiter aus.
  3. Die Produktionsmittel müssen also allen gemeinsam gehören, dann wird es dem Fleißigsten am besten gehen, nicht dem Reichsten.
  4. Individuelle Freiheit, darf es dann aber nicht mehr geben, weil man ja zentral planen, verteilen und die Arbeit zuweisen muss.

Vor 150 Jahren war das ein nahe liegender Deal. Nicht nur, dass Armut damals direkt lebensgefährlich war – die Menschen sind tatsächlich verhungert, erfroren, einfachen Krankheiten erlegen, etc. Es gab auch fast keine Möglichkeiten, sich aus Armut zu befreien. Einmal Arbeiter, immer Arbeiter, wie der Vater, so der Sohn. Meistens im gleichen Kohleschacht.
Freiheit war real gar nicht existent. Was ich also nicht habe kann ich gerne opfern.

Heute allerdings, stimmt das so nicht mehr. Wir haben soziale Netze und eine gute allgemeine Gesundheitsversorgung, so dass niemand hungern, frieren oder krank zur Arbeit gehen muss. Außerdem hat jeder die Möglichkeit sich aus Armut zu befreien. Freiheit dagegen, ist für uns selbstverständlich geworden.

Der zweite Punkt hat mehrere Gründe:

  1. Die Produktionsmittel besitzt heute jeder. Was früher die Fabrik (Kapital) war ist heute ein Laptop. Wo früher Geschäftsimmobilien (Boden) nötig waren, schafft man heute virtuelle Plattformen zum handeln, tauschen und kommunizieren.
  2. Das Wissen der ganzen Welt ist heute online, kostenlos verfügbar. Das sich nur die Reichen Bildung leisten können ist Vergangenheit. Zwar haben Sie immer noch Zugang zu besseren Schulen, aber das Wissen dort ist das Gleiche.
  3. Jeder hat heute mehr Zeit. Nach acht Stunden Arbeit und acht Stunden Schlaf hat man noch acht Stunden zur freien Verfügung. Nicht zu vergessen die Wochenenden, den Urlaub, die Feiertage.

Das alles schwächt die Bedeutung von Kapital und Boden erheblich.

Warum haben wir dennoch das Gefühl, diese Gesellschaft wäre ungerecht? Weil wir bequem geworden sind, und weil es uns an Selbstvertrauen fehlt.

Wir glauben, wir könnten nicht anders. Tatsächlich verbringen wir unsere Zeit aber mit Social-Media und Video-Streaming. Wir definieren unser Glück über das Ausmaß unseres Konsums. Nicht über das Wachstum unserer Erkenntnis oder gar über den Beitrag den wir für andere leisten.

Sozialismus verspricht uns allen Fische, zum Preis unserer persönlichen Freiheit. Dabei haben wir schon heute alle Chancen selbst hervorragende Angler zu werden.

EIN erfolgreiches Projekt macht noch kein gutes Team

Motivation zu wecken ist eine ständige Aufgabe. Selbst wenn wir heute gemeinsam erfolgreich sind, wenn wir zusammen Spaß haben, es heißt noch nicht das morgen wieder alle Lust haben mitzuziehen.

Vielleicht hat den Erfolg auch nicht jeder auf die gleiche Weise gefühlt. Um den Schwung aus einem gelungenen Projekt mitzunehmen sollte man also zwei Dinge nicht vergessen.

  1. Feiern!
    Man sollte jeden, auch noch so kleinen Erfolg im Team feiern. Das muss gar keine große teure Aktion werden. Es genügt die Überschrift, unter der man sich trifft und das Geschaffte reflektiert. Wie war das für dich? Weißt du noch als wir…? So wird es leichter, dass alle den Erfolg ähnlich einordnen und jede Einzelleistung gewürdigt wird.
  2. Weitermachen und den Erfolg wiederholen!
    Wenn am Tag danach nicht gleich alle Feuer und Flamme sind für die Nächste Aufgabe, nicht beleidigt sein.
    Ein Team muss viele Schlachten gemeinsam schlagen um wirklich eingeschworen zu sein. Der Anführer muss also auch weiterhin voran gehen, motivieren, überzeugen und coachen.

Die gefährliche Seite von Social-Media

So richtig werde ich einfach nicht warm mit Facebook und Co. Mir ist natürlich klar, dass Soziale Medien heute dazu gehören und dass sie gerade Marketing einen großen Platz einnehmen.

Schnell kann man viele Menschen erreichen und in Kontakt bleiben.

Es gibt aber auch eine gefährliche Seite.

Genauso schnell nämlich verfängt man sich in unnötigen Diskussionen, die auf ebenso aussichtslos sind. Man weiß nie wer zuhört und wie das geäußerte aufgenommen wurde.

Durch die Selbstverständlichkeit, mit der jeder alles kommentieren darf und durch die rasante Geschwindigkeit werden Behauptungen unbedacht herausgeschossen. Aussagen, die man in einem Geschäftsumfeld gut recherchiert hätte, vielleicht sogar abgestimmt. So leidet die Qualität.

Schnell wird man so zum Angestellten, der die Betriebsfeier mit der privaten Grillparty verwechselt.

Die scheinbare Anonymität und die eigene Feed-Blase verführen dazu, bei allem und jedem mitreden zu wollen. Man fühlt sich sicher und das kann nach hinten losgehen.

Was, Warum und Wie

Was tun wir?
Warum tun wir es?
Wie tun wir es?

Das sind entscheidende Fragen, die uns allen sicher schon oft begegnet sind. Wir streben danach, interessante, hilfreiche und bedeutende Dinge zu tun, haben aber oft Probleme diese Dinge zu finden.

Obwohl alle drei W’s zusammengehören, fokussieren wir uns zumeist auf das „Was“.

„Ich möchte Menschen helfen (glücklicher, erfolgreicher, … zu sein). Was kann ich dafür tun?“

Schnell werden diese Überlegungen von kommerziellen Gedanken beeinflusst. Was verkauft sich am Besten? Nicht dass das unwichtig wäre, aber warum lenken wir den Blick nicht stärker auf das Wie?

Oft wird im „Wie“ eine Methode gesehen. Das Mittel zum Zweck. „Ich mache schnell hübsche Webseiten. Wie? Mit WordPress. Das ist aber auch nur ein verkapptes „Was“. „Was nutze ich um…?“

Tatsächlich sollte es beim „Wie“ nicht um Tools oder Methoden gehen sondern um die Qualität der Leistungserbringung. Qualität in Bezug auf was immer im jeweiligen Umfeld gefragt ist. Geschwindigkeit, Sorgfalt, Detailtreue, Individualität, Empathie etc.

Wir sollten die Sache gut machen statt nur etwas Gutes zu machen. Wie können wir die beste Version unseres Selbst sein?

Wer den Focus darauf legt alle Herausforderungen mit einer besonderen Einstellung anzugehen, der wird zwangsläufig überall herausragen. Auf das „Was“ wird es nicht mehr so stark ankommen.

Der wichtigste Teil der Arbeit

Liefern!

Dein Projekt, dein Auftrag, dein Vorgang, dein Werkstück, deine Baustelle, deine Veranstaltung – was immer es ist, das du als deine Arbeit bezeichnest. Das alles ist nichtig, solange du nicht lieferst.

Ist der Weg das Ziel?

Nein. Ständiges dazulernen, verbessern, persönliche Weiterentwicklung, das ist nicht deine Arbeit, das ist dein Leben. Deine Arbeit ist es, etwas zu erschaffen, was einen objektiven Wert hat – auch für andere. Dazu musst du liefern.

Es muss nicht perfekt sein – das kann es gar nicht. Es muss jedoch das versprochene Ergebnis zur versprochenen Zeit sein. Für Profis gibt es kein „Ich bin noch nicht fertig.“

Seth Godin sagt: „Mache große Versprechen und halte sie. Immer!“

Kann es kreativ sein unseren Vorbildern zu folgen?

Wir folgen unseren Helden, weil wir so sein wollen wie sie. Wir wollen von ihnen lernen, sie verstehen, ihnen nacheifern.

Wir sollten dabei aber nicht nur ein Ideal im Blick haben sondern immer auf der Suche sein, nach neuen Inspirationen.

Kreativität bedeuten nicht etwa Originalität. Eigentlich gibt es gar keine Originalität. Keine Idee ist wirklich neu. Kreativ ist es, viele verschiedene Ansätze zu vereinen und die eigene Persönlichkeit mit einzubringen. Dies wird dann nämlich nur noch mit einem selbst verbunden.

Ein interessantes Buch dazu: „Steal like an Artist“ von Austin Kleon.

Ein tolles Zitat aus diesem Buch (sinngemäß): „Einmal hörte ich den Cartoonisten Gary Panter sagen: Wenn du eine Person hast, die dich beeinflusst, dann wird jeder sagen, du bist der nächste wer auch immer. Aber wenn du dich von hundert Leuten bedienst, wird jeder sagen du bist so original.“

Interessante Projekte

Wie kann man etwas erschaffen, was bleibt?

Etwas tolles, wertvolles, vielleicht sogar einzigartiges – auch für andere Menschen. Außerdem soll uns die Arbeit daran erfüllen, mit Stolz und gerne auch mit Spaß.

Meistens stellen wir uns die Lösung jetzt im beruflichen Bereich vor. Dazu müssen wir uns beweisen, bewerben und die Sache muss sich lohnen.

Das ist natürlich immer so, auch außerhalb des Jobs, aber nicht immer ist das so kompetitiv und monetär.

Interessante Projekte sind einfacher zu finden als wir oft glauben. In unseren Familien, mit unseren Kindern, mit Freunden, in Vereinen, anderen gemeinnützigen Organisationen oder in der lokalen Politik.

Auch hier können wir die Welt verbessern indem wir andere begeistern, verkaufen, netzwerken, organisieren und selbst Hand anlegen.

Der Erfolg kann gigantisch sein: Strahlende Kinderaugen, bleibende Erlebnisse mit Freunden, verbesserte Lebensbedingungen für die lokale Gemeinschaft.

Wer wirklich etwas Bedeutendes erschaffen will, der kann auch damit klein anfangen, in der unmittelbaren Umgebung.

Starte deinen Satz mit „Ich“

Der kleine Tim kommt nach Hause – schmutzig, nass, völlig aufgelöst, weinend, nach Luft schnappend.

Mutter (besorgt): Was ist den passiert?
Tim (in Rage): Max hat mich angeschrien und in den Matsch geschupst, er ist so…
Mutter (gefasst): Ok Tim, alles wird gut, beruhige dich. Aber jetzt fange deinen Satz mal mit „Ich“ an.
Tim (noch schluchzend): Max hat mich…
Mutter. Nein Tim, fange bitte mit „Ich“ an.
Tim (überlegt kurz): Ich habe gelacht und seinen Turnbeutel in die Pfütze geworfen, da hat er mich angeschrien und…

Wie bei Kindern, passiert so etwas auch bei und Erwachsenen. Wir sind so sehr damit beschäftigt andere zu kritisieren, dass wir vergessen uns selbst zu hinterfragen.

Oftmals lohnt es sich Inne zu halten und uns von Außen zu betrachten. Aus der Sicht der Anderen. Was haben wir gesagt oder getan? Wie wirkt unser Tonfall, unsere Mimik und Gestik? Waren wir fair zu den Anderen?

Wenn wir Konflikte dann beschreiben, sollten wir mit unserem eigenen Anteil daran beginnen.

Learning by doing

Diese Methode hat den Ruf etwas für Amateure zu sein.

Fachleute haben (angesehene) Schulen besucht. Sie haben Prüfungen bestanden und können Diplome vorzeigen.

Die Hürde solche Insignien zu erlangen ist daher eine gern genutzte Ausrede um sich zu verstecken.

Tatsächlich ist „Tun“ die einzige Methode um wirklich fundiert zu Lernen. Wir sollten deshalb schneller und öfter ins Tun kommen.

Wenn du lernen willst, wie man programmiert, dann fang an zu programmieren. Die theoretischen Grundlagen findest du heute online günstig und schnell. Starte einfach und veröffentliche deine Ergebnisse. Hole dir Feedback und entwickle dich Stück für Stück.

Wenn du eine Teamleiterin sein willst, dann warte nicht, bis dich dein Arbeitgeber endlich auf das Führungskräfteseminar schickt. Such dir eine spannende Aufgabe, finde Gleichgesinnte, begeistere und führe sie. Auch privat, starte ein Projekt in deinem Verein, organisiere ein Familientreffen, sammle Spenden für eine gemeinnützige Kampagne.

Es gibt heute kaum noch Hürden um schnell und auf niedrigem Level Erfahrung zu erlangen. Diese ist deutlich wertvoller als Zertifikate.

Sind wir plötzlich alle digital?

Plötzlich scheint alles ganz einfach zu sein.

Schüler bilden sich von Zuhause mit Hilfe von Lern-Apps.
Büroangestellte arbeiten im Home-Office.
Die Großeltern telefonieren mit ihren Enkeln per Video. Geschäftstermine und Beratungsgespräche finden über Video-Konferenz-Tools statt.
Und selbst komplexe Workflows werden plötzlich komplett digital auf zentralen Plattformen abgebildet.

Wie konnte das so schnell gehen?
Vor Kurzem war das doch alles noch überflüssiger, neumodischer Unsinn.
Wichtig war vor allem der Datenschutz. Auf das Internet wollte man sich lieber nicht verlassen – was wäre, wenn es mal ausfallen würde?

Tatsächlich bewährt sich das Internet gerade wieder mal vorzüglich. Überraschend und neu, ist das aber nur hierzulande.

Keines dieser „neuen“ Tools ist wirklich neu. Sie sind etabliert, bewährt und werden anderswo (China, USA, …) schon längst selbstverständlich eingesetzt.

„Aber Kinderkrankheiten haben die Sachen trotzdem noch, oder? Schließlich funktioniert ja nicht alles sofort reibungslos.“

Ein Addon installieren? Einen Account anlegen? Den Browser aktualisieren? Wenn diese „Hürden“ tatsächlich die Verwendung von digitalen Werkzeugen verhindern, ist das nicht nur eine lustige Randnotiz. Es zeigt wie rückständig viele von uns noch immer im Umgang mit digitalen Technologien sind.

Es bleibt zu hoffen, dass diese gesundheitliche Tragödie zumindest den einen positiven Effekt mit sich bringt: Dass sie die Mehrheit der Bevölkerung notgedrungen und schlagartig in die digitale Moderne katapultiert.