Verantwortung

Verantwortung übernehmen

Ich glaube, wir sind heute immer weniger bereit mit Unsicherheit umzugehen. Sie bedeutet nämlich, dass wir vielleicht Fehler machen.

Und dann wären wir schuld!

Dass ist m.E. für viele Menschen der absolute Horror. 

Wenn dann aber jemand, offenbar wissendes, kommt und sagt: “Ich empfehle das zu tun!” dann sind wir froh. Sollte es schief gehen, ist der schuld. Der Experte, die Firma, die Regierung oder ein Virus – Hauptsache nicht ich. 

Die fehlende Bereitschaft Risiken einzugehen und Fehler zu machen sorgt dafür, dass wir immer unfreier und damit unproduktiver werden.

Beispiel:

In den Reden zu seinem Buch „Linchpin“ erzählt Seth Godin von einem Erlebnis. (Hier die Geschichte als Video):

Sein kurzer Inlandflug (ca. 30min), zurück nach Hause, wurde wegen Nebel umgeleitet und landete auf einem kleinen Regionalflughafen. Die Gates waren geschlossen, alle mussten im Flugzeug bleiben, Der Pilot kam nach hinten sagte, es würde 2-3 Stunden dauern, bis er starten könne. Um c. 1 Uhr morgens, wären wir am Ziel.

Seth nahm seinen Computer und sah online, dass noch 1 Mietwagen verfügbar war. Die Fahrt würde etwa 1 Stunde dauern.

Er buchte den Wagen, stand auf und wollte das Flugzeug verlassen. Der Steward sagte, das sei möglich, aber wenn er einmal draußen wäre, dürfte er nicht zurück an Bord kommen.

Seth antwortete ok, drehte sich aber um und sprach zu den anderen Passagieren:

„Hallo, ich heiße Seth und ich bin kein Psychopath. Ich habe einen Mietwagen und fahre jetzt zu unserem Ziel, in unter einer Stunde sind wir da. Will jemand mit nach Hause? Es ist kostenlos.“

Kein einziger Passagier nahm das Angebot an.

Warum?

Wenn irgendetwas schief geht, ist es mein Fehler (wenn ich aussteige gibt es kein zurück). Wenn ich aber sitzen bleibe, ist die Fluggesellschaft schuld.

Was tun?

Um uns persönlich, als Gruppe oder auch Gesellschaft weiter zu entwickeln, müssen wir als Individuen, konsequent Verantwortung für unsere Angelegenheiten übernehmen.

Teilen:

Selber machen oder Klappe halten

Gute Ideen zu haben ist relativ nutzlos, wenn man selbst nicht bereit ist diese umzusetzen.

Das gilt in der Politik, beim Arbeiten oder im Sport.

Es ist leicht, anderen zu sagen was denn wären, wenn man bloß würde.

Um andere zu überzeugen muss man führen, das heißt vorangehen. Wer andere bloß in seine bevorzugte Richtung schicken möchte, um dann mit Sicherheitsabstand hinterher zu schleichen, der braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Ideen kein Gehör finden.

Wer eine Meinung äußern möchte, der muss zumindest die Verantwortung tragen, dafür gerade zu stehen und sich Kritik anzuhören.

Teilen:

Nicht unsere Schuld

Es ist nicht unsere Schuld, dass wir so sind wie wir sind. 

Wir sind die Resultate vererbter Gene und anderer externer Einflüsse. Einflüsse der Umwelt, der Ernährung oder unseres gesellschaftlichen Umfelds. So weit so gut.

Es obliegt aber unserer Verantwortung, ob wir so bleiben. 

Wir können uns jederzeit ändern. 

Wenn wir das nicht tun, dann hat das nichts mit „Können“ zu tun, sondern mit „Wollen“. 

Klar, „leicht“ ist das nicht.  

Diese Verantwortung können wir aber weder abstreiten noch abschieben. Warum wollen wir das so oft?

Verantwortung macht uns manchmal Angst. Genau dann nämlich, wenn sie Druck aufbaut und Erwartungen schürt. Wir denken dann: Wenn wir jetzt Verantwortung haben, dann müssen wir ihr auch gerecht werden.

Das heißt: Wer zugibt verantwortlich zu sein, der verpflichtet sich gleichzeitig alles zu tun, um erfolgreich zu sein. Absolut alles, siegen oder untergehen.

Verantwortung = Pflicht zum Erfolg?

Nein, das heißt es nicht!

Das ist unser eigenes Narrativ. Tatsächlich kann niemand irgendetwas von uns erwarten. Ob und wann wir scheitern hat kein Anderer zu beurteilen und in der Realität interessiert es die Meisten auch gar nicht.

Für mich ist Verantwortung eine Befreiung.

Verantwortung = Freiheit = Macht.

Ich bin am Ball und kann entscheiden. Ich bin kein Opfer externer Einflüsse, sondern meines eigenen Glückes Schmied.

Das sollte uns nicht beschweren sondern erleichtern.

Teilen:

Gehe die Rolltreppe hinauf

Eigeninitiative erfordert Mut. 

Selbst Entscheidungen zu treffen, die ungewöhnlich, und dessen Folgen nicht absehbar sind stellt uns vor eine große Herausforderung. 

Viele von uns scheuen sich davor. Wir bewegen uns auf den gewohnten Wegen und wenn etwas schief geht wissen wir nicht weiter. 

Wir machen andere verantwortlich und erwarten Unterstützung. Bestenfalls bitten wir um Hilfe. 

Dabei ist die Lösung manchmal sogar offensichtlich. 

Hier ein anschauliches, Beispiel (humorvoll verpackt in einen Werbespot): 

Broken Escalator  

Zwei Führungskräfte sitzen auf einer kaputten Rolltreppe fest und wissen nicht weiter. Sie rufen um Hilfe aber kommen nicht auf die Idee einfach selbst die Stufen hinauf zu gehen, so verfahren sind sie in ihren Routinen.  

Warum? 

Es könnte schief gehen. Wer weiß, vielleicht ist es gefährlich sich zu bewegen – dann nimmt die Rolltreppe noch größeren Schaden und wir werden verklagt. Vielleicht geht der Motor wieder an, wenn wir fast oben sind und wir haben unsere wertvolle Energie verschwendet. 

Im Nachhinein ist das vielleicht offensichtlich, gerade mit diesem lächerlichen Beispiel. Aber in echten, ernsten Situationen, ist eine extrem couragierte Handlung, wenn man eigenmächtig die Initiative ergreift und sprichwörtlich “die Rolltreppe hinauf geht”. 

Seth Godin hat ein ganzes Buch geschrieben darüber, dass wir uns nicht verstecken dürfen, hinter Prozessen, Stellenbeschreibungen oder Hierarchien. Sondern uns unserer eigenen Macht und Verantwortung bewusst sein müssen.  

Dort gibt es viel Erklärung, Motivation und Anleitung aber eigentlich sagt der Titel schon alles: “What to do when it’s your turn (and it’s always your turn)

Teilen:

Du bist verantwortlich

Wer ist hier verantwortlich?  

Immer wenn du dir diese Frage stellst, dann gibt es eine klare, einfache Antwort. 

Du selbst bist verantwortlich. 

Du hast das Problem erkannt – löse es oder sorge dafür, dass es getan wird. 

Wir selbst müssen Verantwortung übernehmen. Nicht weil uns jemand dazu bestimmt hat, weil wir Macht und Autorität haben. Sondern weil wir wissen, dass es nötig ist und weil wir es können. 

Aber was sollen wir jetzt tun? 

Das hängt natürlich von der Situation ab aber wenn wir die Verantwortung übernehmen, dann ist schon ein Schritt in die richtige Richtung getan. 

Wer mehr Inspiration braucht, der liest dieses Buch (ich habe mein Exemplar gerade wieder aus dem Regal genommen und nehme es mit in den Urlaub): 

What to do when it’s your turn (and it’s always your turn) – Seth Godin 

Teilen:

Schuld vs. Verantwortung

Schuld ist negativ.

Im Allgemeinen bedeutet Schuld, dass „[…] jemand für einen Verstoß gegen eine durch sittliche, ethisch-moralische oder gesetzliche Wertvorstellung gesetzte Norm verantwortlich ist.“ (Quelle: Wikipedia)

Verantwortung ist positiv.

Darunter versteht man: „[…] die (freiwillige) Übernahme der Verpflichtung, für die möglichen Folgen einer Handlung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren. Sie setzt Verantwortungsgefühl und -bewusstsein, ein Gewissen sowie die Kenntnis der Wertvorstellungen sowie der rechtlichen Vorschriften und sozialen Normen voraus.“ (Quelle Wikipedia)

Schuld ist also eine tatsächlich bewiesene Verfehlung ohne jede positive Begleiterscheinung während Verantwortung fast schon heroisch daher kommt. Wer Verantwortung übernimmt, zeigt Größe, Stärke und Mut – selbst in der Niederlage. Wer schuldig ist, hat nichts dergleichen, er hat unrecht.

Sprache ist sehr mächtig und Wir müssen aufpassen, diese Begriffe nicht zu verwechseln. Der Hinweis: „Du bist selbst Schuld“ ist demzufolge meist unangebracht und verletzend. Denn es impliziert, jemand hätte etwas Falsches oder sogar Unrechtes getan.

Besser wäre: „Du bist selbst dafür verantwortlich.“

Auch Verantwortung kann schwer wiegen und so durchaus unangenehm sein. Es lässt jedoch einen meist völlig gerechtfertigten Raum für Positives.

Jedes Scheitern bedeutet Lernen. Indem Verantwortung übernehmen, wachsen wir und werden beim nächsten mal klüger handeln. Indem wir uns schuldig fühlen schrumpfen wir und werden uns beim nächsten Mal verstecken.

Teilen:
Scroll Up