Freiheit

Gemeinschaft und Individualität

Unsere Gesellschaft hat ein überwältigendes Bedürfnis nach Einigkeit. Durch Krisen wird das besonders deutlich. Wir müssten dann zusammenhalten, mit einer Stimme sprechen, gemeinsam handeln. 

Dieses Bedürfnis steht jedoch einem anderen entgegen. Dem Drang nach Individualität. Wir wollen besonders sein, gesehen werden – wir sind keine Ameisen. Wir haben ein Selbstbewusstsein, sind uns selbst näher als anderen und für uns selbst einzustehen ist uns wichtig.  

Kann man diese Beiden versöhnen? 

Man kann Bedürfnisse niemals befriedigen, indem man sie unterdrückt. Wir müssen sie gewähren lassen. 

Die Voraussetzung für beide Seiten ist Vertrauen. 

Wer vertraut, der kann loslassen und individuelle Freiheit gewähren. Wer vertraut der kann umarmen und Bindungen eingehen. 

Ohne Vertrauen brauchen wir Zwang und das wird niemals lange funktionieren. Wer jemanden zwingt, eine Seite zu unterdrücken, der muss die auch die andere zerstören.  

Wenn Gemeinschaft verboten ist, dann kann sich das Individuum nicht entfalten. Niemand kann sein ganzes Potenzial allein ausschöpfen. Wenn das Individuum verboten ist, dann werden wir niemals wahre Gemeinschaft erfahren. Niemand kann andere stärken, solange man selbst schwach ist. 

Zwang ist schlecht, Vertrauen ist gut. Vertrauen in den menschlichen Drang seinen Bedürfnissen zu folgen. Wir dürfen nichts tun, wir müssen es geschehen lassen. Unsere Bedürfnisse werden uns individuell formen und letztlich in Freiheit vereinen.

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Soziale Marktwirtschaft

Was ist eigentlich der besondere Charme dieser Idee?  

Wer heute die aktuelle Debatte zur Wirtschaftspolitik verfolgt, könnte meinen, hier wurden Gegensätze in einen Sack geworfen. Herausgekommen wäre nichts Halbes und nichts Ganzes. Irgendwann müsse sich Deutschland aber mal entscheiden – Kapitalismus oder Sozialismus. 

Doch weit gefehlt. 

Die Soziale Marktwirtschaft ist eine eigenständige Antwort auf die treibende Frage (Propelling Question), die einstmals unlösbar erschien: 

Wie können wir Wohlstand und Wachstum erzeugen, die langfristig stabil sind, ohne die Vermögenden zu bevorzugen und ohne die Freiheit der Menschen einzuschränken? 

Die “Wir-können-wenn” Antwort war: 

Wir können das, wenn wir klare Regel festlegen (Kartellrecht, Aktiengesetz, Grundsicherung, …), ansonsten aber fest auf den Markt vertrauen. 

Marktwirtschaft und Soziales sind eben keine Gegensätze. Sie sind unmittelbar aufeinander angewiesen. 

Ludwig Erhard hat seine Vision “Wohlstand für alle” genannt. Und genau das ist der Punkt. 

Sozial ist das, was allen Menschen Wohlstand bringt. Dies ist bisher nur in marktwirtschaftlichen Systemen geglückt. Es gibt keine bessere Möglichkeit um Wohlstand zu schaffen als freien Handel. 

Allerdings kann dieser Markt nur funktionieren, wenn er fair ist. Eine ausbeuterische, unsoziale Marktwirtschaft ist zum Scheitern verurteilt. Auf solchen Märkten gibt es kein Vertrauen, Risiken werden gescheut Wachstum findet nicht statt, was letztlich in Unfrieden mündet. 

Wohlstand für alle ist nur durch einen freien Markt mit klaren ordnungspolitischen (sozialen) Regeln möglich. 

Markt heißt nun aber nicht “Geld regiert die Welt”. Markt bedeutet Win-Win. Jeder hat die Möglichkeit frei zu entscheiden und am Ende die Pflicht, für die Entscheidung gerade zu stehen. 

Sozial heißt nicht “Gleiches Einkommens für alle”. Es bedeutet gleiche Chancen und überschaubare Risiken für alle. 

Aufgabe der Politik ist es, dieses fruchtbare Gleichgewicht zu erhalten. Die Schieflage in eine Richtung führt zu Ausbeutung und Unfrieden. In die andere Richtung ebenso.  

Hier kommt übrigens etwas Interessantes: 

„Wohlstand für Alle“ – Neuauflage des Klassikers von Ludwig Erhard erschienen 

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Freiheit ist eine Illusion

Alles ist erfunden, wie uns Rosamund und Ben Zander eindrucksvoll lehren. 

Auch die Freiheit. 

In den schönsten Farben wird sie uns ausgemalt, die finanzielle und persönliche Freiheit, durch ortsunabhängiges Arbeiten, Selbstständigkeit oder auch Minimalismus. 

Tatsächlich gibt es aber  bei jeder Medaille eine Kehrseite.  

Wer frei sein will vom Arbeitgeber, bindet sich danach wieder, an seine Kunden. Wer sich frei macht vom belastenden Hauskredit, bindet sich an seinen Vermieter.  

Wenn wir den Drang haben etwas zu erschaffen, das größer ist als wir selbst – eine Familie, ein Unternehmen, ein Heim, eine Bewegung – dann müssen wir Risiken eingehen und uns entscheiden. Anders ausgedrückt: Wir müssen uns binden. 

Selbst wenn wir gar nichts wollen, weder für uns, noch für andere, stehen wir dennoch täglich vor Verpflichtungen. 

Die größtmögliche Freiheit besteht eigentlich nur im uneingeschränkten Recht selbstbestimmt wählen zu dürfen woran man sich bindet. Und es ist eine großartige Errungenschaft dieses Recht tatsächlich auszuüben.

Aber wählen müssen wir doch. 

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Nicht unsere Schuld

Es ist nicht unsere Schuld, dass wir so sind wie wir sind. 

Wir sind die Resultate vererbter Gene und anderer externer Einflüsse. Einflüsse der Umwelt, der Ernährung oder unseres gesellschaftlichen Umfelds. So weit so gut.

Es obliegt aber unserer Verantwortung, ob wir so bleiben. 

Wir können uns jederzeit ändern. 

Wenn wir das nicht tun, dann hat das nichts mit „Können“ zu tun, sondern mit „Wollen“. 

Klar, „leicht“ ist das nicht.  

Diese Verantwortung können wir aber weder abstreiten noch abschieben. Warum wollen wir das so oft?

Verantwortung macht uns manchmal Angst. Genau dann nämlich, wenn sie Druck aufbaut und Erwartungen schürt. Wir denken dann: Wenn wir jetzt Verantwortung haben, dann müssen wir ihr auch gerecht werden.

Das heißt: Wer zugibt verantwortlich zu sein, der verpflichtet sich gleichzeitig alles zu tun, um erfolgreich zu sein. Absolut alles, siegen oder untergehen.

Verantwortung = Pflicht zum Erfolg?

Nein, das heißt es nicht!

Das ist unser eigenes Narrativ. Tatsächlich kann niemand irgendetwas von uns erwarten. Ob und wann wir scheitern hat kein Anderer zu beurteilen und in der Realität interessiert es die Meisten auch gar nicht.

Für mich ist Verantwortung eine Befreiung.

Verantwortung = Freiheit = Macht.

Ich bin am Ball und kann entscheiden. Ich bin kein Opfer externer Einflüsse, sondern meines eigenen Glückes Schmied.

Das sollte uns nicht beschweren sondern erleichtern.

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Was ist Freiheit

Wir glauben es zu wissen. Doch ist es wirklich so klar? 

So viele Menschen wie wir fragen, so viele Definitionen bekommen wir. Für jeden etwas Anderes.  

Für manche bedeutet es das Gegenteil von Sklaverei oder nicht eingesperrt zu sein.  Andere verbinden damit freien internationalen Handel. Wieder andere denken an das Recht ihre Meinung offen sagen zu dürfen, ungehindert reisen zu können, für ihre Taten und Entscheidungen selbst verantwortlich zu sein. Manch einer setzt es sogar mit Freizeit gleich. 

Eine gängige Definition, die man oft hört lautet: “Freiheit reicht so weit, wie sie die Freiheit des Nächsten nicht einschränkt.” 

Eine höchst zweifelhafte Aussage. Was wenn der Nächste absolut viel freier ist als wir? Sobald wir nur einen Millimeter freier werden, schränken wir ihn schon ein. 

“Wir” könnten übrigens die Bürger als Ganzes sein und der “Nächste” ist der Staat. 

Wir brauchen eine öffentliche Debatte darüber, in welchen Feldern Bürger mehr Freiheit braucht und wo sich der Staat dafür einschränkt. Die Alternative ist das Gegenteil. 

Letztlich ist aber nur eines von Beiden möglich. Mehr Aufgaben für den Staat heißt immer weniger Freiheit für die Bürger. Egal ob es um Straßenbau geht, um Kita-Plätze oder um die Krankenversicherung. Mehr Freiheit für die Bürger heißt umgekehrt weniger Aufgaben für den Staat. 

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Der Sozialismus ist ein schlechtes Geschäft

Die Idee des Sozialismus war Folgende:

  1. Der Kapitalist besitzt die Produktionsmittel, also Boden und Kapital, in Form von Fabriken und Verkaufsgeschäften. Der Arbeiter tauscht Zeit gegen Geld und ist damit vom Kapitalisten abhängig.
  2. Das ist ungerecht, denn der Kapitalist kann den Arbeiter entweder durch Maschinen ersetzen oder ihn gegen Seinesgleichen ausspielen. Im Endeffekt drückt er den Lohn und beutet den Arbeiter aus.
  3. Die Produktionsmittel müssen also allen gemeinsam gehören, dann wird es dem Fleißigsten am besten gehen, nicht dem Reichsten.
  4. Individuelle Freiheit, darf es dann aber nicht mehr geben, weil man ja zentral planen, verteilen und die Arbeit zuweisen muss.

Vor 150 Jahren war das ein nahe liegender Deal. Nicht nur, dass Armut damals direkt lebensgefährlich war – die Menschen sind tatsächlich verhungert, erfroren, einfachen Krankheiten erlegen, etc. Es gab auch fast keine Möglichkeiten, sich aus Armut zu befreien. Einmal Arbeiter, immer Arbeiter, wie der Vater, so der Sohn. Meistens im gleichen Kohleschacht.
Freiheit war real gar nicht existent. Was ich also nicht habe kann ich gerne opfern.

Heute allerdings, stimmt das so nicht mehr, denn:

  1. Wir haben soziale Netze und eine gute allgemeine Gesundheitsversorgung, so dass niemand hungern, frieren oder krank zur Arbeit gehen muss.
  2. Außerdem hat jeder die Möglichkeit sich aus Armut zu befreien (mehr dazu gleich).
  3. Freiheit dagegen, ist für uns selbstverständlich geworden.

Der zweite Punkt hat mehrere Gründe:

  1. Die Produktionsmittel besitzt heute jeder. Was früher die Fabrik (Kapital) war ist heute ein Laptop. Wo früher Geschäftsimmobilien (Boden) nötig waren, schafft man heute virtuelle Plattformen zum handeln, tauschen und kommunizieren.
  2. Das Wissen der ganzen Welt ist heute online, kostenlos verfügbar. Das sich nur die Reichen Bildung leisten können ist Vergangenheit. Zwar haben Sie immer noch Zugang zu besseren Schulen, aber das Wissen dort ist das Gleiche. (Die Fremdsprache Englisch ist allerdings Voraussetzung)
  3. Jeder hat heute mehr Zeit. Nach acht Stunden Arbeit und acht Stunden Schlaf hat man noch acht Stunden zur freien Verfügung. Nicht zu vergessen die Wochenenden, den Urlaub, die Feiertage.

Das alles schwächt die Bedeutung von Kapital und Boden erheblich.

Warum haben wir dennoch das Gefühl, diese Gesellschaft wäre ungerecht? Weil wir bequem geworden sind, und weil es uns an Selbstvertrauen fehlt.

Wir glauben, wir könnten nicht anders. Tatsächlich verbringen wir unsere Zeit aber mit Social-Media und Video-Streaming. Wir definieren unser Glück über das Ausmaß unseres Konsums. Nicht über das Wachstum unserer Erkenntnis oder gar über den Beitrag, den wir für Andere leisten.

Sozialismus verspricht uns allen Fische, zum Preis unserer persönlichen Freiheit. Dabei haben wir schon heute alle Chancen selbst hervorragende Angler zu werden.

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