LeadByExample

Vorbilder für die Anführerinnen von morgen

Seit ich beruflich mit Diversity & Inclusion zu tun habe, wird das in allen Lebenslagen immer wichtiger für mich.
Und die geschlechtsspezifische D&I spielt darin natürlich eine große Rolle.

Was mir schon lange klar ist:
Gesellschaftlich können wir nicht akzeptieren, dass aktuell unterrepräsentierte Gruppen in den entsprechenden Bereichen benachteiligt sind. Das ist ungerecht und Gerechtigkeit sollte unser wichtigster gemeinsamer Wert sein.
Persönlich möchte ich meinen Töchtern und Söhnen eine Welt zeigen, in der Sie überall die gleichen Chancen haben.

Was mir in den letzten Monaten immer klarer wurde:
Wirtschaftlich werden wir ohne diverse und einbeziehende Firmenkulturen immer mehr an Boden verlieren. Unternehmen, die unterschiedliche Meinungen und Impulse besser nutzen, sind innovativer und damit erfolgreicher. D&I ist also nicht mehr nur ein sozialpolitisches Thema. Es ist ein innovations-, wirtschafts- und finanzpolitisches Thema.

Miriam Rombach von mein-lebensspiel.de hat zur „#Blogparade Inspirierende #StarkeFrauen“ aufgerufen. Dabei sollen pro Artikel 10 Frauen ins Rampenlicht gestellt werden, die als Vorbild für andere dienen können.

Ich nehme daran teil, weil ich es unfassbar wichtig finde, solche Vorbilder sichtbar zu machen. Konkret im Job merke ich regelmäßig, dass Frauen in Führungspositionen gute Rollenmodelle fehlen. Oft liegt das nicht daran, dass es die nicht gäbe, sie sind nur nicht präsent.

Mir ist wichtig, dass die aufgezählten Frauen nicht nur großes Fachwissen und Erfolg vorweisen können, sondern ihr Beispiel auch aktiv teilen. Sie sind präsent, ergreifen das Wort, mischen sich ein und wollen andere anführen. Aus meiner Sicht ist es genau das, was die Leader (m/w/d) von morgen als Vorbild brauchen.

Danke an Miriam für die Initiative, ich bin gespannt auf die Inspirationen aus den anderen Beiträgen und hier ist nun meine Liste (Reihenfolge ist keine Wertung):

1. Rosamund Zander
Rosamund ist Therapeutin und hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Ben eines meiner Lieblingsbücher geschrieben: „The Art of Possibility“. Rosamund schafft es dort, ihre fachliche Expertise ungemein charmant, witzig, geistreich und herzerwärmend zu verpacken. Das Buch hilft uns, bessere Leader zu werden, indem es den Fokus auf die unzähligen Möglichkeiten lenkt, die in den meisten Situationen schlummern. Hier auch ein interessantes Interview mit ihr.

2. Lindsey Pollak
Auch Lindsey ist eine meiner Lieblingsautorinnen – außerdem ist sie Beraterin und Karriere-Coach. In ihrem Buch „The Remix“ zeigt sie, wie sich die heute immer stärker werdende Generationen-Diversität im Arbeitsleben auswirkt (Hier ihr TED-Talk dazu). Ihr neustes Buch „Recalculating“ beschäftigt sich mit sich wandelnden Karrierewegen in Corona-Zeiten. Sie zeigt, wie Veränderungen auch unter schwierigen Bedingungen gelingen und ist auch dadurch eine wertvolle Ratgeberin und Vorbild.

3. Rita McGrath
Rita ist eine angesehene Universitätsprofessorin und Expertin auf dem Gebiet der Disruption. In „Seeing around Corners“ beschreibt sie, wie sich Unternehmen gegen Disruption wappnen können und wie man rechtzeitig reagiert. Sie unterhält auch einen Blog auf Medium und passt mit ihrer Expertise, Präsenz und Großzügigkeit perfekt in diese Liste.

4. Vera F. Birkenbihl
Sie ist eine Ikone und hat nicht nur als Autorin und Dozentin die Art des Lernens revolutioniert. Sie ist mutig neue Wege gegangen und war eine höchst innovative und erfolgreiche Unternehmerin. Sie war als Solopreneurin in einer Zeit aktiv, als die Nutzung von Komponenten für die Unternehmensgründung noch neu und (ohne Internet) vergleichsweise schwierig war. Auch ihre Lockerheit und Präsenz auf der Bühne sind bemerkenswert.

5. Sheryl Sandberg
Sie ist als COO von Facebook, Bestsellerautorin und begehrte Keynote-Speakerin sicher das bekannteste Mitglied dieser Liste. Sie muss fast nicht mehr vorgestellt werden und bereits hier hatte ich über ihre 3 wichtigsten Empfehlungen an Frauen in der Geschäftswelt geschrieben. Hier ist noch mal ihr TED-Talk, es lohnt sich.

6. Kathrine Switzer
Kathrine war sicher nicht die erste Frau, die jemals Marathon gelaufen ist, aber die erste, die das allen Verboten zum Trotz offen und unverkleidet gewagt hat. Dazu noch beim ältesten, prestigeträchtigsten und legendärsten Rennen dieser Art, dem Boston-Marathon. Eine dieser Legenden handelt deshalb von ihr, sie hat also buchstäblich eine Delle in das Laufuniversum geschlagen. Sie ist ein großes Beispiel für Mut und Beharrlichkeit. (Kathrine Switzer auf Wikipedia)

7. Amanda Palmer
Amanda hat uns gezeigt, dass es sich lohnt, unorthodoxe Wege zu gehen und den Status quo zu hinterfragen. Ihr Plattenlabel hat ihr gekündigt, weil sich ihr Album „nur“ 20.000 Mal verkauft hat. Dies war damals ein Flop. Also startete sie eine bahnbrechende Kickstarter-Kampange und nahm damit 1.000.000 USD für die neue Platte ein. Auch hier verkaufte sie etwa 20.000 Alben. Wie sie in ihrem TED-Talk erzählt, hatte sie einfach nur gefragt: Amanda Palmer: Die Kunst des Bittens

8. Brené Brown
Brené ist Universitätsprofessorin, Autorin und Speakerin. Sie kann die Wichtigkeit und die Essenz von Empathie so gut erklären, wie ich das bisher nirgendwo sonst gesehen habe (Video – 3 Min.). Bestechend ist auch ihr außergewöhnlicher Humor, mit dem sie auch schwierige Themen wie Verletzlichkeit und Scham auf angenehme Art vermittelt. Auch von ihr gibt es mehrere TED-Talks.

9. Regine Hildebrandt
Tatsächlich hat es auch eine Politikerin auf meine Liste geschafft. Als Brandenburger habe ich aber auch den Vorteil, mit dieser besonderen Frau vertraut zu sein. Sie ist die Einzige auf dieser Liste, die ich persönlich getroffen habe und ich war (wie eigentlich jeder, der sie treffen durfte), sofort von ihr eingenommen. Sie ist für mich das Musterbeispiel für Herzlichkeit, persönliche Anteilnahme und Integrität. Vor einigen Wochen hatte ich gefragt, wen wir vermissen würden, wenn die Person plötzlich weg wäre. Obwohl das eigentlich für alle auf dieser Liste zutrifft, wenn ich an sie zurückdenke, fühle ich das besonders. Ich wünschte, wir hätten heute Politikerinnen mit ihrem Charakter. Es wäre vieles leichter. (Interview, zur Person: Regine Hildebrandt)

10. Annie Kenney
Annie hat geholfen, die Welt zu verändern. Sie war Teil der Frauenrechtsbewegung, die vor über 100 Jahren das Wahlrecht erkämpft hat. Ich nenne sie hier stellvertretend für viele ihrer Mitstreiterinnen. Hier habe ich bereits mehr zu ihr geschrieben. Sie hat aufbegehrt, gegen Widerstände gekämpft, Opfer gebracht, sich nicht unterkriegen lassen und letztlich triumphiert. Auch ihr Beispiel darf hier für mich nicht fehlen.

Teilen:

Selber machen oder Klappe halten

Gute Ideen zu haben ist relativ nutzlos, wenn man selbst nicht bereit ist diese umzusetzen.

Das gilt in der Politik, beim Arbeiten oder im Sport.

Es ist leicht, anderen zu sagen was denn wären, wenn man bloß würde.

Um andere zu überzeugen muss man führen, das heißt vorangehen. Wer andere bloß in seine bevorzugte Richtung schicken möchte, um dann mit Sicherheitsabstand hinterher zu schleichen, der braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Ideen kein Gehör finden.

Wer eine Meinung äußern möchte, der muss zumindest die Verantwortung tragen, dafür gerade zu stehen und sich Kritik anzuhören.

Teilen:

4 elterliche Führungsrollen

Vorbild, Mentor, Organisator und Lehrer. 

Laut Steven R. Covey sind es diese 4 Rollen, die man als Führer für seine Kinder einnimmt.  

Drei Erkenntnisse finde ich hier besonderes wertvoll. 

  1. Die Reihenfolge ist wichtig. 

Wir werden als Lehrer nur dann Gehör finden, wenn wir zuvor ein entsprechendes Vorbild waren, Vertrauen gewonnen und Verantwortung übernommen haben. 

  1. Wir können uns keine der Rollen aussuchen, wir haben immer alle vier.  

Es greift zu kurz, uns auf die Vorbildfunktion in der Familie beschränken, alle anderen aber ausblenden zu wollen. Wir haben dann nicht “keinen” Einfluss. Wir haben einen Schlechten.  

Unsere Kinder könnten dann glauben, dass wir alle unsere Leistungen nur für andere erbringen. Da wir keine vertrauensvolle Beziehung anstreben, keine Verantwortung in der Familie übernehmen und Wissen nicht weitergeben, wäre dies auch naheliegend.  

Vielleicht sehen sie zu uns auf, werden aber in ihrer eigenen Entwicklung gehemmt.  

  1. Wir haben diese Rollen für immer. 

Diese Rollen werden wir nicht los, nur weil die Kinder älter werden. Eine gewisse Verantwortung werden wir immer haben. Die elterliche Liebe und ihr Beistand, ist für alle Menschen immer wichtig. 

Natürlich ist unser Wirken in der Familie nicht nur auf diese Rollen beschränkt. Es ist jedoch unsere Verantwortung, diese vier, besonders bewusst auszuüben. Die Qualität unserer Beziehung zu den Kindern und auch ihr Erfolg im Leben hängt davon ab. 

Teilen:

Leading by example

Autorität hat nicht jeder und oft will man die auch gar nicht. Allerdings ist uns das manchmal nicht bewusst.

„Wenn die doch einfach mal auf mich hören würden…“

Wir erziehen unsere Kinder ohne Drohungen oder Strafen und wir führen unsere Teams ohne Machtdemonstrationen und Basta. 

Wir soll da jemals Autorität entstehen? 

“Autorität ausüben” ist das Gegenteil von “Enrollment suchen”. 

Autorität resultiert aus Angst. Enrollment ist Ausdruck von Wertschätzung

Der Autoritäre sagt: ”Folge mir!” Und er erwartet, dass der andere das auch macht. 

Wer allerdings andere durch sein eigenes Vorbild beeindruckt, der fordert gar nichts. Er wartet bis jemand fragt: “Kann ich dir folgen?” In diesem Moment entsteht Enrollment. 

Das ist natürlich weitaus schwieriger als einfach seine vorhandene Machtposition zu nutzen – bei der Kindererziehung und im Job. 

Es lohnt sich aber. 

Teilen:

Management vs. Leadership

Diese Beiden schließen sich nicht aus, gehören aber auch nicht unbedingt zusammen.

Manager wird man durch Autorität. Man hat eine bestimmte Stellung in der Hierarchie und der Hauptteil dieser Arbeit besteht in der Organisation.

Ein Leader oder auf deutsch Anführer braucht keine Autorität. Man trifft eine Wahl, übernimmt Verantwortung und geht voran.

Jeder kann ein Leader sein.

Teilen:
Scroll Up