Digitales Lernen für unsere Kinder

Die Förderung von digitalem Lernen wird leider oft als Beschaffungsprogramm für Computertechnik verstanden. Wenn man aber als Lehrer die Hardware zur Verfügung hat, was macht man dann damit?

Wenn sich die Arbeitsmaterialien so radikal verändern, wenn man selbst privat auch wenig mit Digitalen Medien zu tun hat und wenn man trotz allen Wandels immer noch unter Druck steht, die althergebrachten Vorgaben zu erfüllen, dann ist es sicher schwer einen Anfang zu finden.

Auch wir Eltern bauen zusätzlichen Druck auf. Manchen geht es digital nicht schnell genug. Andere würden den „neumodischen Quatsch“ lieber gar nicht erst anfangen.

Wie setzt man digitale Bildung also konzeptionell um? wie nutzen wir die neue Technik sinnvoll? Wer kann uns helfen?

Das „Netzwerk Digitale Bildung“ bietet mit seiner Webseite eine tolle Plattform für Inspiration, Information, konkrete Beratung und Vernetzung.

Hier findet man Beispiele, Webinare, Tipps und Kontakte zur digitalen Bildung.

Vegan-Satt.de

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun intensiv mit Webseiten und Online-Marketing. 

Meine erste Webseite hieß vegan-satt.de. 

Damals gab es noch kein breites Angebot an veganem Convenience-Food in den Supermärkten. Immerhin konnte man schon fast überall Sojamilch und Tofu bekommen. Als ich 2012 die Entscheidung getroffen habe, vegan zu leben, war das nicht mal ansatzweise in Sicht. 

Eine der häufigsten Fragen war: Wie wirst du denn eigentlich satt? 

Dies schien mir ein sinnvolles Thema für einen Blog zu sein, und parallel, wollte ich mit Affiliate-Marketing, passives Einkommen erwirtschaften. 

Es hat nicht funktioniert, das Projekt ist gescheitert. Trotzdem habe ich vieles mitgenommen:  

  • Ich habe meine ersten Artikel geschrieben (so lesen sie sich auch, aller Anfang ist schwer). 
  • Ich habe WordPress kennen und nutzen gelernt.
  • Ich habe gelernt HTML und CSS zu verstehen und anzuwenden – in Grundzügen auch Javascript. 
  • Ich habe gelernt worauf in den Bereichen Datenschutz und Copyrights zu achten ist. 
  • Ich habe viel über Copywriting, SEO, SEM, Affiliate-Programme, usw. gelernt. 
  • Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten. 

Damit will ich folgendes sagen: Man lernt NUR durch tun! 

Wenn wir Marketing lernen wollen, dann müssen wir Marketing machen. Das gillt auch für andere Themen. Kurse oder Bücher bringen uns nur ein kleines Stück weiter. Wir müssen probieren, (teilweise) scheitern, analysieren, von neuem beginnen. 

Vegan-satt.de gibt es nicht mehr. Ich habe die Seite vor einigen Jahren geschlossen. Die Artikel allerdings (ohne Affiliate-Links), habe ich jetzt hier erneut veröffentlicht: Vegan-Satt Archiv

Einige Texte geben vielleicht Anlass zum Schmunzeln, die Informationen zu Ernährung, Lebensmitteln und Organisation sind jedoch auch heute noch aktuell.  

Was sollen wir lernen?

Es heißt immer wir brauchen Spezialisten.

Sicher ist da auch was dran. Aber was macht die Digitalisierung mit diesen Menschen.

Alles was sich mathematisch abbilden lässt wird mittelfristig ein Computer machen. es sei denn, ein Mensch ist billiger.

Das wird entweder dann der Fall sein, wenn es um hoch-komplexe einmalige Dinge geht, für die man eine lebenslange Erfahrung braucht. Oder um so triviale Arbeiten, dass man sie in wenigen Stunden erlernt.

Bei allen anderen Sachen, wird uns Technik zumindest unterstützen, wenn nicht ersetzen.

Was wir aber lernen müssen ist uns Gehör zu verschaffen, zu präsentieren und zu überzeugen.

Es ist nicht mehr unsere Hauptaufgabe das korrekte Ergebnis zu finden, sondern es unseren Stakeholdern zu vermitteln und darauf folgende Reaktionen zu ermöglichen.

Wie kann ich komplizierte Sachverhalte so zusammenfassen und erklären, dass meine Zielgruppe mich versteht, mir folgt und tatsächlich handelt?

Aus Fehlern lernen

Guido Westerwelle hat gesagt: 

“Fehler zu machen ist ärgerlich. Nicht aus ihnen zu lernen ist unverzeihlich.” 

Es ist fast ein wenig komisch, dass dieses Zitat ausgerechnet von einem Politiker kommt. Natürlich trifft es auf uns alle zu. Auf Unternehmer, Arbeitnehmer, Familienangehörige. Trotzdem scheinen immer noch zu viele Menschen daran zu scheitern, ihre Fehler einzugestehen. 

Dabei ist einen Fehler zu erkennen, dies der beste Nachweis dafür, etwas gelernt zu haben.  

Portfolio Reverse

Ob in unseren Lebensläufen oder an ähnlichen Stellen, wir schmücken uns gern mit unseren Siegen.

Hier haben wir den hoch dekorierten Abschluss erreicht, dort das zeitkritische Projekt gemeistert. Erfolge über Erfolge, dazu Urkunden, Zertifikate und Titel.

Wie langweilig.

Wäre es nicht viel interessanter zu sehen wie die andere Seite des Menschen (oder des Bewerbers) aussieht? Welche Rückschläge gab es in den Projekten, Was war Ihre größte Niederlage? Wann haben sie Ihren Kurs korrigiert? Warum? Was haben Sie gelernt?

Es gab keine Niederlagen? Kurskorrekturen waren nicht notwendig? Der Werdegang führt lückenlos, zielstrebig nach oben?

Irgendwann kommen sie aber die Rückschläge und wenn man nie gelernt hat damit umzugehen, sie bisher nicht einmal erlebt hat, wie will man diese Herausforderung jetzt meistern? Wie wird man sie überhaupt erkennen?

„Man verliert nie. Man gewinnt, oder man lernt.“ (Zitat nicht von mir)

Wir sollten uns stärker darauf konzentrieren, was wir (oder unsere Bewerber) gelernt haben und weniger darauf, was perfekt war.

Leben ist Lernen

Diese wichtige Einsicht halte ich für die Grundlage eines erfolgreichen Lebens im 21. Jahrhundert. 

Wir müssen lernen wollen, Erfahrungen begrüßen, verändern, anpassen, probieren. Nur durch Wandel können wir uns weiterentwickeln. Manchmal geht das natürlich auch schief aber ohne die Absicht zu lernen, werden wir nie erfahren, “was wohl wäre wenn”. 

Noch wichtiger als für uns ist dies für unsere Kinder. Sie brauchen dringend eine positive Grundeinstellung zum Lernen. 

Für meine eigenen Kinder versuche ich das jetzt praktisch zu fördern. 

Auf MR.FROG.de werden wir alle dokumentieren, was wir als Familie bewusst umsetzen, um unseren Kindern Lust zu machen auf neue Erfahrungen, neues Wissen und neue Fähigkeiten. 

Hier habe ich unsere Ziele etwas konkreter beschrieben.: Hallo Welt, hier ist MR.FROG!

Bildung vs. Lernen

Diese beiden werden oft synonym verwendet doch sie sind verschieden. 

Bildung ist verpflichtend, Lernen ist freiwillig. 

Bildung ist gesteuert, Lernen ist selbstbestimmt. 

Man bildet sich um gut in Tests abzuschneiden, man lernt, weil man es wissen will. 

In diesem Podcast geht Seth Godin der Sache etwas genauer auf den Grund. Die Ganze Folge ist interessant aber dieses Thema wird konkret im Q&A-Teil ab 17:41 besprochen): [Akimbo-Podcast – Organized learning]

Aus der Folge stammt auch ein witzig/tragisches Beispiel, das aufzeigt wie schädlich es ist, dass unsere Kultur sich nahezu ausschließlich auf Bildung fokussiert: 

An einer Elite-Universität fanden die Lehrangebote, Corona-bedingt, über Zoom statt. So auch ein Spanisch-Kurs. Die Dozentin nutzte Breakout-Rooms und teilte die Klasse in kleinere Gruppen, sodass jeder nun öfter sprechen konnte. 

Doch was taten die Elite-Studenten, aus gutem Hause, mit hervorragenden Noten und beeindruckenden Lebensläufen, mit ihrer unverschämt teuren Studienzeit?

Als die Lehrerin aus der Leitung war, unterhielten sie sich in Ihrer Muttersprache. Sie verschenkten eine hervorragende Möglichkeit zu lernen, weil sie es eigentlich als Bildung empfanden, die sie für andere anhäufen sollen. 

Die Dozentin ließ die Zügel locker und schon fanden die Studenten einen Weg, die Pflichten zu umgehen. 

Wenn ein Kind jedoch Fahrrad fahren will, dann lernt es das. Dazu ist kein Test notwendig.

Damit Bildung erfolgreich ist, bedarf es Autorität. Lernen erfordert Enrollment.