Risiko

Soll ich es tun?

Soll ich dieses Projekt umsetzen? Soll ich diesen Job annehmen? Heiraten? Kinder bekommen? Soll ich dieses x-beliebige Risiko eingehen? 

Diese oder ähnliche Fragen stellen wir uns gelegentlich und woran wir dabei denken, ist unsere Abwägung von Chancen und Risiken. 

Hier ist eine Frage, die uns helfen kann: 

Angenommen es gäbe keine realistische Chance auf Erfolg: Würde ich es trotzdem tun? 

Van Gogh hat “Ja” gesagt, Kolumbus hat “Ja” gesagt, König Leonidas hat “Ja” gesagt, Martin Luther auch. 

Wenn uns der Erfolg egal ist, wir es aber einfach machen wollen, weil wir es richtig finden, dann wissen wir die Antwort ziemlich sicher.  

Teilen:

Verantwortung übernehmen

Ich glaube, wir sind heute immer weniger bereit mit Unsicherheit umzugehen. Sie bedeutet nämlich, dass wir vielleicht Fehler machen.

Und dann wären wir schuld!

Dass ist m.E. für viele Menschen der absolute Horror. 

Wenn dann aber jemand, offenbar wissendes, kommt und sagt: “Ich empfehle das zu tun!” dann sind wir froh. Sollte es schief gehen, ist der schuld. Der Experte, die Firma, die Regierung oder ein Virus – Hauptsache nicht ich. 

Die fehlende Bereitschaft Risiken einzugehen und Fehler zu machen sorgt dafür, dass wir immer unfreier und damit unproduktiver werden.

Beispiel:

In den Reden zu seinem Buch „Linchpin“ erzählt Seth Godin von einem Erlebnis. (Hier die Geschichte als Video):

Sein kurzer Inlandflug (ca. 30min), zurück nach Hause, wurde wegen Nebel umgeleitet und landete auf einem kleinen Regionalflughafen. Die Gates waren geschlossen, alle mussten im Flugzeug bleiben, Der Pilot kam nach hinten sagte, es würde 2-3 Stunden dauern, bis er starten könne. Um c. 1 Uhr morgens, wären wir am Ziel.

Seth nahm seinen Computer und sah online, dass noch 1 Mietwagen verfügbar war. Die Fahrt würde etwa 1 Stunde dauern.

Er buchte den Wagen, stand auf und wollte das Flugzeug verlassen. Der Steward sagte, das sei möglich, aber wenn er einmal draußen wäre, dürfte er nicht zurück an Bord kommen.

Seth antwortete ok, drehte sich aber um und sprach zu den anderen Passagieren:

„Hallo, ich heiße Seth und ich bin kein Psychopath. Ich habe einen Mietwagen und fahre jetzt zu unserem Ziel, in unter einer Stunde sind wir da. Will jemand mit nach Hause? Es ist kostenlos.“

Kein einziger Passagier nahm das Angebot an.

Warum?

Wenn irgendetwas schief geht, ist es mein Fehler (wenn ich aussteige gibt es kein zurück). Wenn ich aber sitzen bleibe, ist die Fluggesellschaft schuld.

Was tun?

Um uns persönlich, als Gruppe oder auch Gesellschaft weiter zu entwickeln, müssen wir als Individuen, konsequent Verantwortung für unsere Angelegenheiten übernehmen.

Teilen:
Scroll Up