Familie

Wie war dein Tag?

Diese Frage bewirkt mehr als das bloße Aussenden von Interesse. Der Gefragte erhält dadurch die Chance zur Reflexion. 

  • Was habe ich heute erreicht?  
  • Was lief gut, was schlecht? 
  • Warum? 
  • Wie hätte es anders laufen können? 
  • Welche Schlüsse kann ich daraus ziehen – was mache ich morgen anders? 

Im gestrigen Artikel ging es um die lernende Organisation. Das Fazit war: Reflexion (HANSEI) ist eine Voraussetzung zum Lernen. Gute Leader inspirieren ihre Teams zu ständigem Lernen (leading to learn). Sie fördern also auch Reflexion.

Die Frage (Wie war dein Tag?) ist also ein simples Tool dafür. 

Für Chefs, oder sonstige Anführer, ist der nahende Feierabend eine gute Gelegenheit sie zu stellen. Damit regen sie die Selbstreflexion an und ermöglichen ihren Mitarbeitern zu lernen.  

Natürlich ist das für Familien ebenso passend. Jeden Abend sollten wir unseren Kindern diese Frage schenken.

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Unberechenbare Kinder

Steven R. Covey spricht in seinem Buch, “Die 7 Wege der Effektivität für Familien”, von einem Beziehungskonto, auf das man möglichst oft einzahlen, und von dem man möglichst nie abheben sollte. 

Wer anderen gegenüber nachtragend, streng, herablassend oder sonst wie verletzend auftritt, der nimmt Abhebungen von diesem Konto vor. 

Wer sich empathisch, wertschätzend, hilfsbereit u.s.w. verhält, der zahlt ein.

Umso stärker wir dieses Konto negativ belasten, desto schwerer werden wir eine vertrauensvolle Beziehung mit diesem Menschen erreichen.

Meine eigene Erfahrung mit Kindern zeigt, dass wir vorher oft nicht erkennen, wie sich eine Handlung auswirken wird. Wir haben gute Absichten, trotzdem wird eine Abhebung daraus. Oder wir handeln gänzlich ohne Absicht, haben aber Glück und können eine Einzahlung verbuchen. Kinder scheinen unberechenbar zu sein. 

Viel stärker als bei Erwachsenen, müssen wir ihnen gegenüber aufmerksam sein. Erst mit genügend Erfahrung können wir sie ausrechnen. Daher ist die Zeit, die wir in den ersten Lebensjahren bewusst und aufmerksam mit ihnen verbringen, so außerordentlich wichtig.

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Liest du auch mal deinen eigenen Blog

Die Kommunikation mit anderen Menschen ist schwierig. Vor allem privat machen wir Fehler, obwohl wir es eigentlich besser wissen. 

Ich persönlich, schreibe es sogar auf (hier und hier). Man könnte meinen, mir sollte das nicht passieren. 

Doch. 

Im privaten Umfeld führt weniger Scham dazu, dass wir die professionelle Strategie vernachlässigen. Hier müssen wir schließlich sagen können was wir denken, ehrlich miteinander sein usw. 

Das ist ein Fehler.  

All diese Dinge müssen und können wir im Professionellen auch. Trotzdem bleiben wir achtsam, weil wir den Anderen zufrieden stellen wollen. Im Privaten dagegen, wo wir uns des Anderen sicherer sind, verfallen wir schneller derartig egoistische und kontraproduktive Muster und lassen uns emotional gehen (wir vergessen Regel Nr.6). 

Professionalität ist etwas Gutes. Gerade die Menschen die uns am wichtigsten sind, verdienen uns in Bestform. 

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4 elterliche Führungsrollen

Vorbild, Mentor, Organisator und Lehrer. 

Laut Steven R. Covey sind es diese 4 Rollen, die man als Führer für seine Kinder einnimmt.  

Drei Erkenntnisse finde ich hier besonderes wertvoll. 

  1. Die Reihenfolge ist wichtig. 

Wir werden als Lehrer nur dann Gehör finden, wenn wir zuvor ein entsprechendes Vorbild waren, Vertrauen gewonnen und Verantwortung übernommen haben. 

  1. Wir können uns keine der Rollen aussuchen, wir haben immer alle vier.  

Es greift zu kurz, uns auf die Vorbildfunktion in der Familie beschränken, alle anderen aber ausblenden zu wollen. Wir haben dann nicht “keinen” Einfluss. Wir haben einen Schlechten.  

Unsere Kinder könnten dann glauben, dass wir alle unsere Leistungen nur für andere erbringen. Da wir keine vertrauensvolle Beziehung anstreben, keine Verantwortung in der Familie übernehmen und Wissen nicht weitergeben, wäre dies auch naheliegend.  

Vielleicht sehen sie zu uns auf, werden aber in ihrer eigenen Entwicklung gehemmt.  

  1. Wir haben diese Rollen für immer. 

Diese Rollen werden wir nicht los, nur weil die Kinder älter werden. Eine gewisse Verantwortung werden wir immer haben. Die elterliche Liebe und ihr Beistand, ist für alle Menschen immer wichtig. 

Natürlich ist unser Wirken in der Familie nicht nur auf diese Rollen beschränkt. Es ist jedoch unsere Verantwortung, diese vier, besonders bewusst auszuüben. Die Qualität unserer Beziehung zu den Kindern und auch ihr Erfolg im Leben hängt davon ab. 

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Warum Gemeinschaften scheitern

Der Vorteil: Gemeinschaften sind effizienter und manchmal sogar effektiver. 

Das gilt im Kleinen: In Ehe, Familie, Fahrgemeinschaft, Wohngemeinschaft, Fußballmannschaft. 

Aber auch im Großen: Einkaufsgemeinschaft, Stadt, Staat, Staatenbund. 

Was hält diese Vereinigungen denn aber zusammen? 

Sie funktionieren, wenn (Siehe auch hier) :  

  1. Gruppenkonsens zu Gruppenhandlung führt. 
  1. Eine “Wir-Kultur” gepflegt wird. Diese ändert nämlich das Verhalten von egoistisch zu großzügig. 

Aber, das ist zwingend erforderlich!

Sollte dies nicht der Fall sein, dann droht die Gemeinschaft zu scheitern. 

Nämlich dann, wenn: 

  1. Einzelne, ohne Konsens, die Anderen zum (mit)handeln zwingen 
  1. Die “Wir-Kultur” nicht vorhanden ist, eigentlich jeder egoistisch handelt und die Mehrheit (oder der Stärkere) die Minderheit ausbeutet. 

Wenn dies der Fall ist, dann sind Effizienz und Effektivität nicht mehr wichtig und auch nicht mehr glaubwürdig. Plötzlich geht es um Stolz und um Selbstbestimmung. Ohne diese gibt es keine Großzügigkeit und keinen Konsens.

Die Pflicht etwas zu zahlen/ zu tun ohne gefragt worden zu sein, ohne mitentschieden zu haben, ohne das Ziel der Leistung zu kennen und ohne Vertrauen in den Empfänger zu haben, wird niemals auf Großzügigkeit treffen. Der Verpflichtete wird sich ausgenutzt oder beraubt vorkommen.  

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Die erweiterte Familie

Wir finden es wichtig, wenn unsere Kinder auch außerhalb der Kernfamilie vertraute Erwachsene kennen. Großeltern, Onkel, Tanten, Paten, Freunde. Wir halten bewusst engen Kontakt zur erweiterten Familie, auch wenn das manchmal aufwendig ist.

Und natürlich geht es geht nicht darum, sie hin und wieder abschieben zu können. Es geht um Vertrauen. Dieses bildet sich nur dann, wenn Menschen Zeit miteinander verbringen.

Was bringt es, wenn Kinder neben den Eltern noch andere Vertrauenspersonen haben?

Manchmal ist man als Elternteil vielleicht einfach der falsche Ansprechpartner. In diesem Fall finden wir es wichtig, dass die Kinder Alternativen haben. Menschen, denen wir vertrauen können und sie auch.

Früher sagte man: „Für die Kindererziehung braucht es ein ganzes Dorf.“ Das ist heute natürlich kaum noch möglich. Ein gewisser Sinn steckt aber immer noch in dieser Weisheit. Auch wenn es Zeit und Kraft kostet, Kontakt zu dieser erweiterten Familie zu halten, ist es das wert.

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Prioritäten setzen

Wir können im Leben alles erreichen. Aber: Unsere Zeit ist begrenzt und wir müssen sie weise nutzen. 

Dieses Video zeigt ein altes Experiment, welches wir auch unseren Kindern zeigen sollten: 

A Valuable Lesson For A Happier Life 

Kümmern wir uns zuerst um die wichtigsten Dinge im Leben. Sie sind groß, langsam und manchmal anstrengend. Das ist unsere Familie, unsere Gesundheit, unsere Werte. 

Danach sind die anderen wichtigen Dinge an der Reihe, unsere Arbeit, unser Zuhause unser Umfeld. 

Am Ende werden wir immer noch genügend Zeit haben, für den ganzen Rest: Rasen mähen, Fußball schauen, der Facebook-Feed, etc. 

Wichtig ist aber die Reihenfolge. 

Wenn wir uns zuerst um den Rest kümmern, dann fehlt uns der Platz für die wichtigen Dinge.

Haben wir diese Botschaft allerdings verstanden und beherzigen wir sie auch entsprechend, dann sind wir dem Glück einen großen Schritt näher gekommen.

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Familienzusammenhalt

Ein effektiver Weg, um die Familie emotional näher zusammen zu bringen, sind gemeinsame Erlebnisse. 

Steven R. Covey schlägt dazu eine wöchentlich, fest eingeplante Familienzeit vor. 

Jede Woche hält man sich also einen Nachmittag, einen Abend oder einige Stunden frei und widmet sie planmäßig der Familie. In dieser Zeit, kann man Brettspiele spielen, Ausflüge unternehmen, ins Kino gehen, zusammen essen oder einfach reden.  

Auch dies ist wieder ein gutes Beispiel, für einfache Maßnahmen, die schwierig umzusetzen sind. Natürlich ist es ohne weiteres möglich, sich diese regelmäßige Familienzeit vorzunehmen. Es aber wirklich zu einer Gewohnheit zu machen, ist schwer. 

Es kommt etwas dazwischen, die Kinder haben keine Lust, oder man selbst kann sich nicht aufraffen. 

Helfen kann hier wieder Regel Nr. 6. Wir dürfen gerne auch flexibel sein. 

Es muss nicht immer ein abenteuerlicher Ausflug sein, ein Video tut es notfalls auch. Außerdem sollte die Teilnahme stets freiwillig sein. Wer heute keine Lust hat, ist eben in der nächsten Woche wieder dabei. Wenn es am festen Tag nicht geht, wird ein Ausweichtermin gefunden.

Wichtig ist aber die Regelmäßigkeit. So vermitteln wir einander: Wir sind uns wichtig, genießen die gemeinsame Zeit und finden immer einen Weg.

Dies schweißt uns in positiver Erinnerung zusammen.

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5S at home

Wie vor einiger Zeit beschrieben wollen wir nach und nach auch unser Familienumfeld “Lean” gestalten (Siehe „Lean at home”).

Ich werde die einzelnen Schritte als kleine Pilotprojekte für mich selbst testen, ehe sie dann auch mit der ganzen Familie gestartet werden. 

Schon im letzten Monat habe ich mit Schritt 1: “HANSEI- Selbstreflexion” begonnen.  

Ich habe über meine Rolle in der Familie nachgedacht, über meine Ziele und über Strategien, um die Ziele erreichen zu können. Auch in der Gruppe haben wir bereits begonnen, unsere Familie zu reflektieren. Dieser Prozess wird noch etwas dauern, am Ende, so hoffe ich, werden wir aber unser eigenes Familienleitbild entwickeln. 

Heute habe ich den 2. Schritt begonnen: “5S – nachhaltig ausmisten und entrümpeln”. 

Für unsere Familie wird das ein Mammut-Projekt. Um ein Beispiel zu geben, beginne ich zunächst mit kleinen Bereichen, die ich allein verantworten kann. Das sind mein Schreibtisch, mein Werkstattbereich und der Abstellschuppen.  

Den Schreibtisch konnte heute schon fertigstellen. Ich habe aussortiert, systematisiert, standardisiert, gesäubert und für nachhaltige Selbstdisziplin gesorgt. 

Diese Erfahrung macht Lust auf mehr.  

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Digitales Lernen für unsere Kinder

Die Förderung von digitalem Lernen wird leider oft als Beschaffungsprogramm für Computertechnik verstanden. Wenn man aber als Lehrer die Hardware zur Verfügung hat, was macht man dann damit?

Wenn sich die Arbeitsmaterialien so radikal verändern, wenn man selbst privat auch wenig mit Digitalen Medien zu tun hat und wenn man trotz allen Wandels immer noch unter Druck steht, die althergebrachten Vorgaben zu erfüllen, dann ist es sicher schwer einen Anfang zu finden.

Auch wir Eltern bauen zusätzlichen Druck auf. Manchen geht es digital nicht schnell genug. Andere würden den „neumodischen Quatsch“ lieber gar nicht erst anfangen.

Wie setzt man digitale Bildung also konzeptionell um? wie nutzen wir die neue Technik sinnvoll? Wer kann uns helfen?

Das „Netzwerk Digitale Bildung“ bietet mit seiner Webseite eine tolle Plattform für Inspiration, Information, konkrete Beratung und Vernetzung.

Hier findet man Beispiele, Webinare, Tipps und Kontakte zur digitalen Bildung.

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Loyalität

Überall wo wir nicht als Einzelkämpfer unterwegs sind, möchten wir auf Loyalität vertrauen. Unter Kollegen, Mannschaftskameraden, Familienmitgliedern. 

Probleme und unterschiedliche Ansichten gibt es immer. Wenn Teams aber funktionieren sollen, dann ist es notwendig, diese intern klären zu können. Wer sich bei Dritten darüber beklagt, verrät sein Team und schadet am Ende auch sich selbst. 

“Was Klaus über Karl sagt, sagt mehr über Klaus, als über Karl.”  

Dieses Sprichwort gilt universell. Wenn man als Bewerber, schlecht über seinen früheren Arbeitgeber spricht, dann stellt einen das auch selbst negativ dar. 

Ebenso gilt das für Familien. Wenn man über Abwesende herzieht, zerstört das Vertrauen. Der, der in diesem Gespräch das Negativthema war, wird verletzt sein, sollte er davon erfahren. Und der Beteiligte, der miterlebt wie über den Abwesenden gelästert wird, verliert ebenfalls sein Vertrauen in das illoyale Familienmitglied. 

Probleme sollten wir immer dort ansprechen wo sie bestehen. 

Sollten wir beteiligt sein, und miterleben, wie schlecht über Abwesende geredet wird, sollten wir die Person verteidigen. Damit geben wir ein gutes Beispiel und verändern die Teamkultur zum Besseren. 

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Elternsein

Für meine Frau und mich ist morgen ein Jubiläum. Unser 1o-Jähriges Elterm-Jubiläum.

Unglaublich wie sch schnell die Zeit vergeht. Eigentlich sagen das nur alte Leute, aber ich mache mal eine Ausnahme.

Das Elternsein ist für mich die größte Herausforderung, das größte Abenteuer, die größte Prüfung und die größte Erfüllung meines Lebens. Für kein Geld der Welt würde ich auch nur einen Moment davon eintauschen wollen. Und trotzdem sind manche Tage so unfassbar schwer zu überstehen.

Dieser Gegensatz ist faszinierend. Dein größtes Glück ist gleichzeitig deine größte Einschränkung. Elternschaft, dessen muss man sich bewusst sein, ist der Eintritt in ein neues Leben. Dinge die eben noch wichtig waren, sind es nun nicht mehr. Andererseits strebt man nach Gegebenheiten, die man früher niemals ernst genommen hätte.

Natürlich werden wir diesen Tag feiern. Es ist der 10. Geburtstag unserer ersten Tochter. Einer der wichtigsten Menschen in unserem Leben. Sie hat es grundlegend zu Besseren verändert und bereichert es jeden Tag.

Danke für alles und herzlichen Glückwunsch, mein Schatz.

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Kinder können sich alles erlauben

Wir wissen, dass wir ihnen mit Macht unseren Willen weder aufzwingen können, noch das wir es wollten.

Egal wie unverschämt und undankbar sie sich auch verhalten, wir reichen ihnen immer wieder die Hand.

Nur auf diese Art erlangt man Enrollment anstatt von Autorität. Manchmal ist es aber nicht nur einfach schwer, manchmal führt einen das an seine Grenzen.

Zu führen ohne Macht auszuüben und ohne aufzugeben ist eine der größten Herausforderungen des Lebens.

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Chinesischer Bambus

Chinesischer Bambus stellt unsere Geduld auf eine harte Probe. Wenn man ihn pflanzt passiert erst einmal gar nichts. Jedenfalls nichts Sichtbares. Für 4 Jahre sieht man nur einen kleinen Trieb. All unser Hegen und Pflegen scheint vergebens. 

Unter der Erde allerdings, bildet die Pflanze ein gewaltiges Wurzelwerk. Und im 5. Jahr schießt der Bambus plötzlich 25 Meter in die Höhe. Man kann förmlich beim Wachsen zusehen. 

Der chinesische Bambus kann eine passende Metapher für unsere Familien und Unternehmen sein. 

Auch hier kommt es auf Geduld an. Geduld ist nämlich gelebter Glaube. 

Es gilt einmal mehr: Niemals, wirklich niemals aufgeben

Die Geschichte habe ich von Stephen R. Covey aus “7 Wege zur Effektivität für Familien”.  

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Lean at home

Die Fähigkeit sich zu organisieren ist eine wichtige Kompetenz, die auch Kinder lernen sollten. Und obendrein, sollte das Wort “Ordnung” beim Nachwuchs kein Augenrollen oder Verzweiflung auslösen. 

In der Regel hören sie es nämlich im Zusammenhang mit “Zimmer aufräumen”, was natürlich die unbeliebteste Aufgabe von allen ist. 

Wie schön wäre es, wenn ihnen (und uns Erwachsenen) stattdessen ein Lächeln über die Lippen käme? 

Denn Ordnung befreit. Richtig umgesetzt entfällt das regelmäßige “Ordnung Schaffen“ nämlich. Die Devise heißt nun “Ordnung Halten”. 

Diese und viele gute Ideen mehr, thematisiert Angela Ludwig (aka “Frau Ordnung”) in ihrem Buch: “Lean Management für Familien”[Hier bei Amazon – kein Affiliate Link] . 

Ihr Konzept transferiert die wichtigsten Prinzipien der erfolgreichen Management-Methode in ein privates Umfeld. Das Ganze ist sehr praxisnah und realistisch. 

Wir werden es umsetzen. 

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Extrinsische Motivation

Im Gegensatz zu dem, was ich gestern geschrieben habe: 

Manchmal können wir uns nicht selbst motivieren und finden keinen Anfang. Wir springen nicht über unseren Schatten. Hier ist die Angst zu scheitern so groß, dass sie die Sehnsucht nach Erfolg übertrifft.

In diesen Fällen kann es Sinn machen, wenn uns jemand ein bisschen beim Anschieben hilft. 

Belohnungen können der nötige Anschubser sein, um uns ins Tun zu bekommen. Zu dem intrinsischen Wunsch kommt also noch ein extrinsischer Bonus.  

Beim nächsten Mal ist der Bonus dann nicht mehr nötig, denn die Angst ist durch das Erfolgserlebnis kleiner geworden. Der Wunsch behält auch alleine die Oberhand. 

Allerdings müssen wir darauf achten, dass sich der Erfolg auch realistisch einstellen kann. Denn Rückschläge sorgen dafür, dass unser Bonus von Mal zu Mal größer werden muss. 

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Leben ist Lernen

Diese wichtige Einsicht halte ich für die Grundlage eines erfolgreichen Lebens im 21. Jahrhundert. 

Wir müssen lernen wollen, Erfahrungen begrüßen, verändern, anpassen, probieren. Nur durch Wandel können wir uns weiterentwickeln. Manchmal geht das natürlich auch schief aber ohne die Absicht zu lernen, werden wir nie erfahren, “was wohl wäre wenn”. 

Noch wichtiger als für uns ist dies für unsere Kinder. Sie brauchen dringend eine positive Grundeinstellung zum Lernen. 

Für meine eigenen Kinder versuche ich das jetzt praktisch zu fördern. 

Auf MR.FROG.de werden wir alle dokumentieren, was wir als Familie bewusst umsetzen, um unseren Kindern Lust zu machen auf neue Erfahrungen, neues Wissen und neue Fähigkeiten. 

Hier habe ich unsere Ziele etwas konkreter beschrieben.: Hallo Welt, hier ist MR.FROG!

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Niemals aufgeben

Schon als Jugendlicher hatte ich diese Parole an die Tür meines Zimmers geklebt. Auf dem Papier war auch ein Storch zu sehen, der von einen Frosch gewürgt wurde, den er bereits im Schnabel hatte.

Beharrlichkeit und der Glaube, dass sich alles zum Guten wenden wird, zahlt sich aus. Das habe ich seit diesen Tagen immer und immer wieder festgestellt. Es bleibt also mein Lebensmotto.

Morgen ist außerdem unser Hochzeitstag.

Mein liebster Schatz, du bist wahrscheinlich meine einzige Leserin, deshalb kann ich das hier ruhig schreiben, ohne jemand anderen ausschließen zu müssen:

Ich liebe dich von ganzem Herzen und freue mich auf noch viele schöne Jahre mit dir.

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Was sollten wir unseren Kindern beibringen?

Damit meine ich keine Fertigkeiten wie Schuhe zubinden oder Fahrrad fahren. Und ich meine auch keine Grundlagen wie lesen und schreiben. Ich denke an Dinge, die ihnen sonst keiner beibringt und die, davon bin ich überzeugt, außerordentlich wichtig für ihr Leben sind. 

3 Dinge scheinen mir besonders wichtig zu sein: 

  1. Angemessen Scheitern: Es ist weder eine Schande ist, noch ein Versagen, wenn man in kleinem Rahmen scheitert. Es ist sogar nötig möglichst viel auszuprobieren und oft, sanft zu scheitern. Ein Problem entsteht erst wenn man nie scheitert – dann hat man nämlich nie etwas probiert – oder wenn man zu groß scheitert – dann hat man wohlmöglich keinen weiteren Versuch. 
  1. Interessante Probleme lösen: Dazu brauchen sie 2 Dinge. Erstens, genügend Lust um Probleme zu lösen. Zweitens, eine gute Strategie. Dazu gehört nicht direkt los zu stürmen, sondern sich erst einige elementare Fragen zu stellen, zum Beispiel: 
  • Was (genau) ist das Problem?
  • Was sind die Ursachen? 
  • Wer sind die Stakeholder? 
  • Wie kann ich es einfach erklären?
  • Wer hilft mir? 
  • Wie finden wir eine Lösung? 
  • Wie setzen wir die Lösung um? 
  1. Gesund bleiben: Dazu gehört die richtige Ernährung, genügend Bewegung und eine angemessene Erholung. [Siehe: Eat, Move, Sleep

Als Eltern sollten wir den Anspruch haben unseren Kindern dieses Wissen und diese Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben. Wie das am besten umgesetzt wird und welche Zwischenschritte nötig sind, steht auf einem anderen Blatt.

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Leading by example

Autorität hat nicht jeder und oft will man die auch gar nicht. Allerdings ist uns das manchmal nicht bewusst.

„Wenn die doch einfach mal auf mich hören würden…“

Wir erziehen unsere Kinder ohne Drohungen oder Strafen und wir führen unsere Teams ohne Machtdemonstrationen und Basta. 

Wir soll da jemals Autorität entstehen? 

“Autorität ausüben” ist das Gegenteil von “Enrollment suchen”. 

Autorität resultiert aus Angst. Enrollment ist Ausdruck von Wertschätzung

Der Autoritäre sagt: ”Folge mir!” Und er erwartet, dass der andere das auch macht. 

Wer allerdings andere durch sein eigenes Vorbild beeindruckt, der fordert gar nichts. Er wartet bis jemand fragt: “Kann ich dir folgen?” In diesem Moment entsteht Enrollment. 

Das ist natürlich weitaus schwieriger als einfach seine vorhandene Machtposition zu nutzen – bei der Kindererziehung und im Job. 

Es lohnt sich aber. 

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Glück oder Verdienst

Meine Tochter hat gestern ihre Halskette am Strand verloren und das erst heute bemerkt. 

Kurz vor dem zu Bett gehen – morgen reisen wir auch ab – war sie plötzlich untröstlich. 

Sie war sicher, dass ihr geliebtes Schmuckstück nur am Strand sein kann. 

Eigentlich eine ausweglose Situation aber wir sind trotzdem noch die 10 km gefahren um zu suchen. 

Zunächst fragten wir an der Rezeption des angrenzenden Campingplatzes. Es wurde nichts abgegeben. 

Dann versuchten wir das unmögliche und suchten in Halbdunkel den Strand ab. Als wir nichts fanden, war sie den Tränen nahe. Als letzten Versuch, nahm ich die Taschenlampe des Handys zur Hilfe und plötzlich sahen wir sie fast gleichzeitig funkeln. 

Wir haben ihre Kette tatsächlich gefunden. 

Mehr als 24 Stunden nach dem Verlust, nach einem heißen Badetag mit sicherlich vielen Gästen, im Sand. 

Natürlich waren wir überglücklich. 

War das Glück? 

Ich glaube wir haben es uns verdient, weil wir gegen jede Logik das Unmögliche versucht und nicht aufgegeben haben. 

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Keine Kameradschaft unter Eltern

Natürlich kriegen wir nicht immer alles hin, wenn es um unsere Kinder geht. Es gibt Konflikte und es entstehen Streitereien die wir nicht mehr beherrschen können.  

Auch unsere überlegende Rhetorik kommt nicht dagegen an, wenn sich ein Kind etwas in den Kopf gesetzt hat. Die jungen Menschen haben noch nicht gelernt Kompromisse einzugehen und wir Ältere können diese Tatsache einfach nicht begreifen. Wir sagen dann Dinge, die wir nachher bereuen und manchmal geben wir den Moment auch auf. Dann können wir nur abwarten. 

Meistens heilt die Zeit diese Wunden – oft reichen ein paar Minuten. 

Dumm nur, wenn uns andere Eltern begegnen die, wie wir, der Meinung sind es besser zu wissen. Großeltern (vor allem die eigenen) sind meistens noch schlimmer. 

Wir schütteln die Köpfe, wenn wir die Unfähigkeit der Anderen beobachten. Und wir können nicht glauben, dass man jetzt nicht einfach so oder so handelt.  

Das Kind tanzt ihm auf der Nase herum, ist zu laut, weint und müsste doch getröstet werden. 

In Wahrheit jedoch, wissen wir gar nichts.  

Wir kennen weder diese Anderen noch deren Kinder oder die Situation.  

Wer hier meint einschreiten zu müssen, der agiert auf des Messers Schneide.  

Denn Eltern sind in diesem Moment der Hilflosigkeit so verletzlich wie nie. Ein dummer Ratschlag kann einem nicht nur den Tag ruinieren (und eigentlich ist jetzt jeder Ratschlag dumm). Es stellt auch die gesamte Erziehungsstrategie in Frage. 

Da soll man sich mal nicht so haben? Es geht schließlich um das Kind? 

So abgebrüht sind die Wenigsten, dass sie es locker wegstecken, wenn sie ein eigentlich Gleichgesinnter im bittersten Moment kalt erwischt. 

Leider sind es oft wir Eltern, die unseren Mitstreitern das Leben schwer machen. Wir, die wir es eigentlich besser wissen sollten. 

Wer hier richtig handeln möchte, der lächelt verständnisvoll oder bietet fragend Hilfe an. Eine aufmunternde Geschichte für das Kind und bestärkende Solidarität für das Elternteil könnten vielleicht sogar den Tag retten. 

Wer sich zu all dem nicht im Stande fühlt, soll doch bitte einfach die Klappe halten. 

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Schneller Einschlafen

Papa ich kann nicht einschlafen. Das hört man öfter und da ich da auch nichts machen konnte, habe ich mich informiert.

Das Ergebnis war ziemlich positiv (sonst würde ich das hier wohl auch nicht schreiben).

Schlafen ist wichtig. Man sollte ruhig, tief, regelmäßig und lang genug schlafen. Warum das so ist, darüber gibt es sicher eine Menge Informationen ( auch in dem verlinkten Video), aber darum soll es hier nicht gehen.

Mich interessiert das „Wie“.

TED-Talks sind fast immer die richtige Quelle wenn man fundierte Antworten auf interessante Fragen sucht und dieser hier hat mir geholfen:

How To Trick Your Brain Into Falling Asleep | Jim Donovan | TEDxYoungstown

Die Methode:

Wir können oft deshalb nicht schlafen, weil wir noch zu aufgewühlt sind. Wir haben zu viele Gedanken im Kopf, die wild herum tanzen. Also wälzen wir uns hin und her.

Dagegen hilft Rhythmus.

Das Video zeigt auch wie, aber hier ist die leicht veränderte Methode, die meinen Kindern geholfen hat:

  • bequem, gerade und entspannt auf den Rücke legen, Arme neben dem Körper, Hände auf den Oberschenkeln
  • Ruhig und tief atmen, Augen schließen
  • Jetzt mit den Händen abwechselnd auf die Oberschenkel tippen, im Rhythmus wie ein Trommler: links, rechts, links, rechts…
  • Das ganze 2-3 Minuten durchhalten und sich auf den Rhythmus konzentrieren.
  • Jetzt den Rhythmus verlangsamen: links…, rechts…, links…, rechts…
  • wieder 2-3 Minuten durchhalten
  • Jetzt wieder verlangsamen: links……, rechts……, links……, rechts……
  • Das solange fortführen bis man eingeschlafen ist.

Bei meinen Kindern hat das sehr gut funktioniert. So gut, dass ich sogar aufgefordert wurde „wieder die Übung vorzumachen“.

Das Gehirn ist noch unter Vollspannung und will nicht schlafen. Mit diesem Trick bremsen wir es langsam herunter und bringen es dazu seine Meinung zu ändern.

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Selbstwert und Wertschätzung

Selbstwert ist der Wert, den wir uns selbst, bzw. unserer Leistung, unseren Erfolgen usw. Beimesse. 

Wertschätzung ist die uns von anderen entgegen gebrachte Aufmerksamkeit, der Dank, die Bewunderung für unsere Leistungen, Erfolge usw. 

Wir alle sehnen uns nach Wertschätzung. Bei manchen Menschen geht das so weit, dass sogar ihr Selbstwertgefühl davon abhängt. Das ist höchst problematisch, denn diese Menschen sind getrieben von externen Erwartungen. Ihre Zufriedenheit mit sich selbst hängt von der Beurteilung anderer ab. 

Dabei ist es fast unmöglich von den Anderen auf die Art gesehen zu werden, wie wir uns das selbst wünschen. Für uns alle spielen wir selbst – und nur wir – die Hauptrolle in diesem Film (sonder). 

Unsere Leistung ist für andere also nur insofern besonders, wie sie diesen Menschen direkt nutzt oder wie sie es selbst nachvollziehen können. 

Die alltägliche Leistung einer 4-fach-Mutter ist vielleicht für ihre direkte Familie überwältigend wichtig und wird auch wertgeschätzt – sicher auch von Eltern in ähnlicher Situation. Aber Außenstehende ohne Kinder, mit einem Hauptfokus auf Reisen oder Karriere, werden diese Leistung weder verstehen noch wertschätzen. 

Eine hochrangige Managerin mit Verantwortung für ein Millionen-Budget und hunderte Mitarbeiter verdient sich die Anerkennung ihrer Management-Kollegen, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Die 4-fach-Mutter oder ein lokaler Kleinunternehmer werden die Leistung aber nur selten einordnen können. 

Allerdings gibt es einen Fakt, der es der Managerin leichter macht, ihre Wertschätzung auch von Fremden zu erhalten. 

Geld natürlich. 

Sie verdient (relativ) viel Geld und dieses ist ein allgemeines Gut zur Wertmessung. 

Viel Geld = hoher Wert. 

Die 4-fach-Mutter, oder auch ein ehrenamtlicher Jugendfußballtrainer oder eine Marathonläuferin mit einer Bestzeit von 2:55 haben es da schwerer. Sie bekommen keine finanzielle Bewertung ihrer großartigen Leistungen. 

Um ihr Selbstwertgefühl zu stärken sollten sie deshalb nicht auf die Meinung von Unbeteiligten hören. Sie sollten sich auf ihre intrinsische Motivation und auf ihr näheres Umfeld konzentrieren.

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Sei ein Baum

Das gilt für Leader und vor allem auch für Eltern. Mütter und Väter müssen sich als Bäume sehen. 

Sie schützen vor Wind, Wetter und auch vor Gefahr. 

Sie ernähren ihre kleinen Vögelchen, bieten Geborgenheit und Trost. 

Man kann unter Bäumen Schatten finden, sich an sie lehnen und wenn es juckt, kann man sich an ihnen reiben. 

Und was tut der Baum um seinen Schützlingen all das zu ermöglichen? 

Er ist standfest.  

Er läuft niemals weg und verbiegt sich nicht.  

Er wird immer da sein und der Vogel kann sich stets auf ihn verlassen. Der Baum ist weder ungerecht noch egoistisch oder nachtragend. 

Kleine Vögelchen halten sich für den Mittelpunkt der Welt, was okay ist und völlig normal.

Der Baum jedoch, muss ihnen zeigen, dass das auch alle anderen so sehen. Und dass man deshalb klugerweise auch die Bedürfnisse der anderen achtet. Er lehrt sie Verständnis.

Er macht das mit Empathie, Großzügigkeit und Geduld. Er ist aber auch stabil und bleibt seinem Standpunkt treu. Selbst dann, wenn sich jemand an ihm reibt.

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Schulnoten sind kontraproduktiv

Bei Schulnoten handelt es sich um Bewertungen und diese sind eine wichtige Form des Feedbacks.  

Aber was wird in der Schule eigentlich bewertet? 

Die Fähigkeiten oder der Mensch?  

“Die Fähigkeiten natürlich,” sagen jetzt Lehrer und sonstige Verantwortliche und gewollt mag das auch so sein. Leider funktioniert es anders. 

Tatsächlich schaffen Noten Vergleichbarkeit und damit Konkurrenz.

Gute Zensuren stehen für hohen Status und den wollen die Kinder natürlich haben. Sie verbringen viel Zeit in der Schule, ihr Leben dreht sich darum. Deshalb ist es auch verständlich, dass sie in diesem Umfeld ein möglichst hohes Ansehen genießen wollen.  

Eigentlich sollten Schüler aber Wissen und Fähigkeiten erlangen um diese dann bewusst anwenden zu können.   

Das Wissen wäre also das Ziel. Der Test oder das Projekt wäre das Hilfsmittel, um es zu erlangen und den Sinn dahinter zu erkennen. 

Tatsächlich sind Schüler, Lehrer, Eltern und die ganze Gesellschaft auf Noten fokussiert – nicht auf Wissen.

So wird also die “gute” Zensur zum Ziel und das Lernen wird als Weg (oder Hilfsmittel) verstanden, um dieses zu erreichen. 

Bewertung ist eine wichtige Art des Feedbacks. Dieses muss aber in passender Form gegeben werden. 

Folgende Punkte sollten an der aktuellen Praxis verändert werden: 

  1. Keine Bewertung ohne vorherige Zieldefinition. Wenn am Ende des Schuljahres eine Note als Feedback für die Leistung vergeben wird, dann muss am Beginn des Schuljahres ein Zielgespräch stattgefunden haben, in dem dem Schüler der Sinn des Stoffes, Etappenziele (z.B. Zwischentests) und die objektiven Kriterien erläutert wurden. 
  1. Ziele und Bewertungen müssen individuell sein. Menschen sind unterschiedlich, so auch ihre Ziele. Wer ein niedrigeres Ziel hat und dieses erreicht, verdient genauso eine 1, wie jemand mit hohen Zielen. Noten sollten nicht versuchen eine Vergleichbarkeit zwischen Menschen herzustellen – das ist gänzlich unmöglich. Sie sollten den individuellen Erfolg auf der Basis individueller Ziele messen. 
  1. Bewertungen müssen geheim sein. In Zeiten, in denen so viel über Datenschutz gesprochen wird wie heute, ist mir völlig unverständlich wie Zensuren offen in der Klasse angesagt, und Zeugnisse vor Ort (an Minderjährige) ausgeteilt werden können. Man stelle sich vor die Prämien-/Erfolgskennziffern im Job würden vor der ganzen Abteilung verlesen werden. Diese Bewertungen sollten (wie auch bei Erwachsenen) unter 4 Augen besprochen und erklärt werden, die Zeugnisse sollten dann postalisch oder elektronisch nach Hause versandt werden. 

Noten bewerten leider nicht die individuellen Fähigkeiten der Schüler, sondern theoretisch die Erfüllung eines zentralen Plans. Praktisch sagen sie aus: “Du bist gut und du bist schlecht.” 

Schade, denn erstens ist die allgemeine Vergleichbarkeit von Menschen eine Illusion und zweitens können Schulnoten diesen Zweck ohnehin nicht erfüllen. Sie sind weder zwischen Bundesländern, noch zwischen einzelnen Schulen, und noch nicht mal zwischen zwei Lehrern der selben Schule vergleichbar. 

Vergessen wir die Zensuren, wichtig sind Wissen und Fähigkeiten. Mittel und Wege um diese glaubhafter zu belegen als durch Schulnoten, gibt es genügend.   

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Starke Basis – erfolgreiche Diskussion

Das wichtigste beim Hausbau ist das Fundament. Eine starke Basis, auf die wir uns verlassen können. 

So eine Basis brauchen wir auch bei Diskussionen – vor allem bei schwierigen. Es ist ein Punkt, der Einigkeit, ein gemeinsamer Start oder ein gemeinsames Ziel. Dorthin können wir zurückkommen, wenn wir Gefahr laufen uns zu streiten oder die Positionen sich so weit entfernt haben, dass ein Kompromiss unmöglich scheint. 

Wenn wir ein schwieriges Gespräch vorbereiten, sollten wir zuerst versuchen die Basis ausfindig zu machen. Im Gespräch dann, ist es unser erstes Ziel, diese gemeinsam mit unserem Gesprächspartner zu definieren. Dies schafft Sicherheit und fördert Vertrauen. 

Anstrengende Diskussionen können so entschärft werden und die Chancen auf Erfolg steigen. 

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Freiheit scheint wieder wichtiger zu werden – aber nicht für alle

Ich beobachte zwei Dinge:

1. Viele Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen mit der Begründung, sie würden die Freiheit unverhältnismäßig einschränken. Das würde gegen diverse Grundrechte verstoßen

2. Viele Menschen sehnen die Wiedereröffnung der Schulen herbei, was de facto bedeutet, die Schulpflicht im Schulgebäude wird wieder umgesetzt.

Einem Kind die gesetzliche Pflicht aufzuerlegen, zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein, ist keine Freiheit, auch hier sind die Grundrechte massiv beschnitten. Es gibt keine Pflicht des Staates Bildung bereit zu stellen oder ein Recht der Bürger auf Bildung – nein, es ist umgekehrt. Wer nicht anwesend ist macht sich (bzw. seine Eltern) strafbar.

Dazu kommen aktuell die Abstandsregelungen, und strengere Aufenthaltsbestimmungen. Freunde dürfen sich nicht umarmen, in dem Pausen kann nicht ausgelassen gespielt werden, Klassen werden geteilt, Gänge, Treppen und Aufenthaltsräume ebenfalls.

Ist diese Form von organisiertem Zwangsaufenthalt noch kindgerecht?

Menschenwürdig?

Wie kann man einerseits gegen Freiheitseinschränkungen im Zusammenhang mit Corona demonstrieren, dann aber die Schulpflicht begrüßen, vor allem unter den aktuellen Umständen?

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Schadet Schule unseren Kindern?

Damit habe ich mich in den letzten Tagen stark beschäftigt und ich habe unter anderem gelernt, dass „Framing“ einen unglaublichen Einfluss auf die Antwort hat.

Erzählen wir uns die Geschichte emotional oder schaffen wir es den Fall rational und neutral zu betrachten? Dies ist aber ein Thema für einen anderen Beitrag.

Hier ist das unglaublich schwer doch ich habe es tatsächlich geschafft, bei meiner Aufgabe (es ging um die Erarbeitung einer Entscheidung zu diesem Thema) rational zu bleiben.

Der genaue Anlass ist hier nicht wichtig aber mein Text führte zu Rückfragen. Eben wie Schule unseren Kindern schaden könne. Völlig ohne Vorwurf übrigens, die Frage wurde mir aus aufrichtiger Neugier gestellt.

Auf die Rückfrage habe ich geantwortet und meine Antwort möchte ich gern aufbewahren. Ich denke, dass ich das ganz gut zusammengefasst habe (wenn auch dieses Mal emotional), deshalb poste ich sie hier.


Hi …
thanks for your reply.
Of course I could give you some examples from our life as this is the only thing I can talk about and decide on. Every family and every child is different. That is also why I wouldn’t allow myself proposing on behalf of others. I’m not against school in general, I only would appreciate the possibility to choose without facing legal consequences.

For us it looks like this:
Our two girls are 2 and 9, our boys are 7 and 8. So we have 3 kids at school-age right now.
As you have seen in the table I respect the outcome, school has on social connections. But in the end, they have plenty of contact outside of school too. They have each other, there are other children in our street, they play with, the boys are in the football-club and in the youth fire-brigade.
Our 9-year-old attends music-school and kids-yoga-classes and our youngest also meets same-age-friends (before social-distancing in GER). They also have there grandparents and other relatives nearby. Thats why I’m sure social contact and experience are no problem in our case.

The learning outcomes:
This is kind of a question of belief. We belief, the children’s learning performance is best, when they can follow their interests. They have no chance to do that at school. They have 45min maths, 45min history, 45min biology, 45min german, 45min … We belief this is not how learning works (and we are not alone in this belief, it is quiet common sense, only the public school system keeps it this way).

All of our kids read before they entered school (not Goethe of course but small text-pieces in children’s books) and they also were able to sum up within 1-10. They enjoyed it.

They learned it by themselves during our camping holidays with Tip-Toi-books and with our support. We have read to them loud every evening from their fist weeks of life. It was our ritual. They wanted to learn it and they were so proud. After the first month at school it was gone. No interest in reading anymore.

They also wrote us letters. Not correct of course but it was play for them. They invited us to stage performances, they arranged on their own (circus, including costumes, text, choreography and stage-building). This was also play for them. And in these 1-2 summer-weeks they learned more than in their whole first school year.

Right now my daughter learns sewing. And my youngest son (as simple as that) strongly improves his reading with Super Mario Video Games. It’s a lot of text in there and if he wants to understand he’d better learn.

We encourage that. We take them with us to museums, show them stuff at the computer (eg. Video- and Photo editing), we renovated their Play-House and build their sandbox together where math, art and handicraft is involved (so many possibilities).

If they find a thing of interest, they dive into it deeply. They do nothing else for weeks (we watched that in summer). 45 min this topic and then 45min that topic (like in school) is unnatural.

A long way but this is how we think we can strengthen their self-esteem and their want to live self-determinate. It also leads to their full potential. They try what they love.

At school my son is forced to transcribe a fictional letter from the school-book to improve his hand writing. And he has to sit still for that.

He hates it.

He is 8 years old and wants to run out and play football the whole day. Time will come when he is interested in fine motor skills. Lots of men are surgeons or painters but not at 8. He is full of power now and it has to get out. He could never ever sit still. But he is evaluated for that. He is told that he is not right. And that is what harms their psychological health. Drip by drip for 13 years.

My story is different from yours. I hated school when I was there and I have no (or only little) good memory of that. Maybe I’m biased but it breaks my heart to see my kids suffering a similar way.
Not to get me wrong, our kids do quiet well so far. They are among the best pear group in their classes, well integrated and respected. But even though we see tendencies, that the obedience-trap will catch them.

This was my emotional framing again. And as mentioned before, please don’t take that as a general advice. It’s only our individual story.

Thanks again for your interest.

See you soon
Robert

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Hört auf Träume zu stehlen.

Heute startet für mich ein großes Abenteuer. Ich nehme an Seth Godins altMBA teil.

Und was sich hier (provokant) nach Eliteuni-Managementausbildung anhört, ist genau das nicht.

Es ist keine Ausbildung, es ist Lernen.

Das ist es nämlich worum es uns allen lebenslang gehen sollte. Nicht um Zertifikate sondern um die Erfahrungen die wir machen und die persönliche Weiterentwicklung die wir dadurch erfahren.

Unser altes Schulsystem wurde vor langer Zeit mit einem bestimmten Zweck entwickelt. Diesen Zweck gibt es nicht mehr, also brauchen wir auch das System so nicht mehr.

Der altMBA ist ein intensiver 30-Tage-Workshop. Er ist international, beruht hauptsächlich auf Kooperation und auf dem Prinzip zu liefern um etwas beizutragen.

Er lehrt keine Standard Finanz-Formeln oder Management-Prinzipien. Was er vermittelt, ist die Nutzung von Großzügigkeit und Empathie als Grundlage von echter Führung und effektivem Management.

Es geht darum neugierig zu sein auf die Welt und auf andere Menschen, vor allem weil wir etwas beizutragen können. Ja, wir werden auch gewinnen, aber das folgt automatisch.

Wir wollen die Dinge nicht tun um zu… (Geld verdienen, berühmt werden, anderen helfen…) Das ist alles egoistisch, selbst das letzte Beispiel.

Wir sollten die Dinge tun weil wir es können und weil wir es richtig finden. Aus diesem Blickwinkel ist es eine Sünde zu warten bis wir perfekt sind. Dadurch halten wir etwas zurück, wir stehlen, und zwar unseren Beitrag, der zweifellos wertvoll ist. Nicht für alle aber für einige.

Im altMBA gibt es keine Zertifikate, Noten, Tests oder ähnliches.

Die gibt es nur im alten System. Das suggeriert, dass es für jede Frage eine perfekte Antwort gibt. Würde das stimmen, gäbe es kein Wachstum, keine Weiterentwicklung, keine Träume – sie wären sinnlos.

Der Titel dieses Beitrags kommt natürlich von Seth Godin und er gehört zu diesem herausragenden TEDx-Talk vor Schülern. TEDxYouth: Stop stealing Dreams | Seth Godin

Für mich das intelligenteste, was man in 17 Minuten zum Thema Bildung sagen kann. Unbedingt anschauen.

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Englisch wird immer noch unterschätzt

Eine der wichtigsten „Hard-Skills“ neben lesen, schreiben und rechnen ist für mich das Beherrschen der englischen Sprache. Und wir dürfen nicht unterschätzen wie wichtig diese Fähigkeit in Zukunft vor allem für unsere Kinder werden wird.

Mir geht es gar nicht nur um die Möglichkeit sich auf reisen oder online mit anderen Menschen zu verständigen – natürlich ist das auch wichtig.

Es geht mir um Bildung und wie wir sie erlangen.

Bildung erlangen wir heute aus viel mehr Quellen als noch vor 20 Jahren. Es gibt deutlich mehr Bücher. Dazu kommen aber auch Blogs, Podcasts, Videos und Kurse – die meisten davon elektronisch und online.

Das gesamte Wissen der Welt ist heute kostenlos online verfügbar. Doch nur ein Bruchteil davon ist auf deutsch.

Nahezu jedes wirklich erfolgreiche Buch aus einer anderen Sprache, wird ins Englische übersetzt. Bei original englischen Büchern ist das nicht so. Und wenn sie tatsächlich übersetzt werden, dann ist nicht klar ob auch ins Deutsche.

Bei anderen Medien ist das noch deutlicher. Audios und Videos werden nur selten übersetzt (Hollywood-Filme sind da eine Ausnahme).

Wenn wir zögern die Sprache der Bildung und des Internets zu erlernen, dann verschließen wir uns selbst den Zugang zu aktuellem Wissen.

Aus meiner Sicht tuen wir in den Schulen und der Gesellschaft noch immer nicht mehr dafür diese Sprache zu lernen. Sie ist in den letzten 10-20 Jahren aber noch wichtiger geworden.

Wir müssen selbst bei uns beginnen und auch bei der Ausbildung unserer Kinder darauf achten.

Ab morgen nehme ich an einem Vierwöchigen Online-Workshop teil, der mir helfen wird mich immens weiter zu entwickeln. An Seth Godins altMBA – natürlich auf Englisch. Ich werde dort Menschen aus aller Welt kennen lernen, darüber hinaus aber auch viele neue Ressourcen entdecken.

Allein die Sprache ist es, die es mir ermöglicht derart über den Tellerrand zu schauen.

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Was nutzen Belohnungen

Belohnung ist eine Form der Bewertung. Wenn sie in Aussicht gestellt wird, soll sie motivieren. Die betroffene Person soll sich besonders anstrengen das Ziel zu erreichen.

Wessen Ziel?

Das ist leider nicht mehr klar. Die erhöhte Motivation geht dann nämlich zu Lasten der Identifikation.

Ohne Aussicht auf Lohn verfolgen wir unsere eigenen Ziele, sind intrinsisch motiviert. Durch das Lohnversprechen werden wir zusätzlich extrinsisch motiviert, das Ziel ist ein Externes. Und durch das Fehlen der Identifikation sind die meisten Menschen geneigt nicht mehr als nötig zu tun. Sobald das externe Ziel erreicht, die vereinbarte Belohnung eingefahren ist, stellen Sie die Bemühungen ein.

Wer dagegen eigene Ziele verfolgt ohne von anderen dafür belohnt zu werden, leistet tendenziell mehr.

Und was wenn wir scheitern?

Ziele nicht zu erreichen nimmt uns psychisch mit. Wir fühlen uns weniger wertvoll und schwach. Bleibt jetzt zusätzlich noch die Belohnung aus, verstärkt das den Schmerz. Der Preis der Niederlage wird höher. Die angestrebte Motivation kann so in Stress und Frustration umschlagen.

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EIN erfolgreiches Projekt macht noch kein gutes Team

Motivation zu wecken ist eine ständige Aufgabe. Selbst wenn wir heute gemeinsam erfolgreich sind, wenn wir zusammen Spaß haben, es heißt noch nicht das morgen wieder alle Lust haben mitzuziehen.

Vielleicht hat den Erfolg auch nicht jeder auf die gleiche Weise gefühlt. Um den Schwung aus einem gelungenen Projekt mitzunehmen sollte man also zwei Dinge nicht vergessen.

  1. Feiern!
    Man sollte jeden, auch noch so kleinen Erfolg im Team feiern. Das muss gar keine große teure Aktion werden. Es genügt die Überschrift, unter der man sich trifft und das Geschaffte reflektiert. Wie war das für dich? Weißt du noch als wir…? So wird es leichter, dass alle den Erfolg ähnlich einordnen und jede Einzelleistung gewürdigt wird.
  2. Weitermachen und den Erfolg wiederholen!
    Wenn am Tag danach nicht gleich alle Feuer und Flamme sind für die Nächste Aufgabe, nicht beleidigt sein.
    Ein Team muss viele Schlachten gemeinsam schlagen um wirklich eingeschworen zu sein. Der Anführer muss also auch weiterhin voran gehen, motivieren, überzeugen und coachen.

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Starte deinen Satz mit „Ich“

Der kleine Tim kommt nach Hause – schmutzig, nass, völlig aufgelöst, weinend, nach Luft schnappend.

Mutter (besorgt): Was ist den passiert?
Tim (in Rage): Max hat mich angeschrien und in den Matsch geschupst, er ist so…
Mutter (gefasst): Ok Tim, alles wird gut, beruhige dich. Aber jetzt fange deinen Satz mal mit „Ich“ an.
Tim (noch schluchzend): Max hat mich…
Mutter: Nein Tim, fange bitte mit „Ich“ an.
Tim (überlegt kurz): Ich habe gelacht und seinen Turnbeutel in die Pfütze geworfen, da hat er mich angeschrien und…

Wie bei Kindern, passiert so etwas auch bei uns Erwachsenen. Wir sind so sehr damit beschäftigt andere zu kritisieren, dass wir vergessen uns selbst zu hinterfragen.

Oftmals lohnt es sich Inne zu halten und uns von Außen zu betrachten. Aus der Sicht der Anderen. Was haben wir gesagt oder getan? Wie wirkt unser Tonfall, unsere Mimik und Gestik? Waren wir fair zu den Anderen?

Wenn wir Konflikte dann beschreiben, sollten wir mit unserem eigenen Anteil daran beginnen.

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