Wie kommunizieren wir privat?

Und außerdem: warum WhatsApp?

Meine Tochter hat heute einen Brief bekommen. 

Einen echten, persönlichen Brief, von einem echten anderen Menschen, der nichts anderes wollte, als ihr etwas mitzuteilen und eine Freude zu machen. 

Natürlich hat sie sich sehr gefreut aber erstaunlich fand ich auch die Freude des Briefträgers. 

Was früher an der Tagesordnung war, ist heute selten geworden – persönliche Kommunikation über die Post. So etwas stellt er nur noch selten zu. 

In meiner Kindheit haben sich Menschen tatsächlich noch seitenweise Briefe geschrieben, die Mehrzahl der Post war persönlich. 

Doch die private Kommunikation hat sich andere Medien gesucht. Im Postkasten landen heute hauptsächlich Angebote, Werbung und Rechnungen. 

Die E-Mail teilt dieses Schicksal. Vor 20 Jahren war die Mehrzahl der Nachrichten im Posteingang privat. Heute: Marketing-Newsletter und Rechnungen nur selten eine persönliche Nachricht. 

Heute nutzen wir Messenger-Dienste. 

Werden diese die gleiche Entwicklung nehmen? Was passiert, wenn der Facebook-Konzern beginnt über WhatsApp zu werben? 

WhatsApp ist wie Facebook, Twitter, Instagram etc., keine direkte Kommunikation. Es ist eine fremde Plattform, die alles sieht und speichert. Trotzdem hat man es dort geschafft, nahezu die gesamte private Kommunikation einzufangen.  

Und die Menschen nutzen es immer stärker. Warum? 

Ich glaube nicht, weil sie der Plattform vertrauen. Sondern weil sie dort nicht von Werbung und Rechnungen behelligt werden. Sobald sich das ändert, wird auch die private Kommunikation weiterziehen. 

Das wäre ein großer Fehler und Facebook schein den bisher nicht machen zu wollen. Sie schlagen auf anderem Wege Kapital aus den Kontaktdaten. 

finden vs. erreichen

Wenn uns Social-Media-Marketing -Berater heute erklären, wir könnten über Facebook oder Google einfach und schnell unsere Zielgruppe „erreichen“, dann meinen sie eigentlich „finden“.

Es ist relativ einfach Menschen zu finden.

Wir alle hinterlassen massenhaft demografische und psychografische Daten, die als Basis dienen.

Es wird aber immer schwerer jemanden wirklich zu „erreichen“ – im Sinne von gewinnen, interessieren, begeistern.

Das liegt daran, dass wir Meister im ignorieren geworden sind. Unsere Aufnahmekapazität ist begrenzt und dadurch wird unser Schutzschild immer dicker. Wir filtern jede Botschaft heraus, die auch nur ansatzweise nach Werbung aussieht.

Zwar können wir Aufmerksamkeit kaufen, aber nicht das, was wirklich brauchen:

Gesehen und beachtet zu werden.

Wie sollte eine Vision aussehen

Eine Vision bringt Klarheit für alle Interessierten. Ohne Vision, kein „Enrollment“ und kein Wandel. Leider erfüllen viele Unternehmens-Visionen oder Mission-Statements diese Aufgabe nicht.

Man ließt Aussagen wie:

„Wir sind die Größten.“ oder „Wir machen XYZ“

Damit sind das dann keine Visionen sondern Standortbestimmungen – bestenfalls Ziele. Die sind auch wichtig aber nicht an dieser Stelle.

Aus meiner Sicht sollte die Vision aber den Sinn und Zweck des Unternehmens abbilden.

Kunden sollten sich davon angesprochen fühlen, Mitarbeiter müssen sich damit identifizieren. Die Vision sollte ein gemeinsames Verständnis bieten und eine starke Basis, von der aus man in die gleiche Richtung blickt.

Deshalb sollte sie 2 essenzielle Fragen beantworten:

  1. Wozu sind wir da (Warum baucht man uns)?
  2. Für wen sind wir da (Wer braucht uns)?

Die originale Vision von Apple war ein gutes Beispiel für den Ersten Teil:

„To make a contribution to the world by making tools for the mind that advance humankind.”

Zwar steht da nicht direkt für wen die Produkte sind aber kommuniziert wurde auch der zweite Teil im Rahmen von „Think different“:

Here’s to the crazy ones, the misfits, the rebels, the troublemakers, the round pegs in the square holes… the ones who see things differently — they’re not fond of rules… You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them, but the only thing you can’t do is ignore them because they change things… they push the human race forward, and while some may see them as the crazy ones, we see genius, because the ones who are crazy enough to think that they can change the world, are the ones who do.

Vielleicht ist Apple also kein Beispiel dafür, wie ich mir einen optimalen Text auf der Webseite vorstelle aber trotzdem passend und eindrucksvoll.

Wichtiger als dass die Vision irgendwo vollständig aufgeschrieben steht ist auch, dass sie von allen verstanden, gelebt und nach außen transportiert wird.

Das hat Apple unter Steve Jobs in jedem Fall getan und das ist es auch, was kleinere Firmen und auch Solo-Unternehmer von dem Beispiel lernen können.

Die Vision schafft eine Basis für Enrollment.

Enrollment

“Enrollment” ist eines der wichtigsten Konzepte in den Bereichen Marketing, Change-Management und Unternehmertum.  

Es ist der Schlüssel um Wandel wirklich möglich zu machen. Enrollment ist es was Menschen veranlasst uns zu folgen und was sie wirklich verändert. 

“Überzeugen” ist mir zu nah an “überreden”. Es ist egoistisch und manipulativ. Am Ende dieses Prozesses macht die Person was wir wollen. Vielleicht tut sie es für uns, vielleicht auch auf der Basis von Fakten – ob sie wirklich daran glaubt bleibt aber unklar.  

Enrollment jedoch, kommt aus dem Herzen. Der Andere will es aus eigenem Antrieb und weiß, dass es in seinem persönlichen Interesse ist, diesen neuen Weg zu gehen. 

Manager überzeugen, oft mit Macht und Autorität. 

Leader dagegen erschaffen Enrollment, durch Empathie, Spannung und Vertrauen.  

Leider habe ich (noch) keine adäquate deutsche Übersetzung dafür gefunden. 

“To enroll” könnte man mit verbünden, verbrüdern verpflichten, bekehren, mitnehmen übersetzen – zufrieden bin ich damit noch nicht. 

Enrollment sollte jedenfalls das Ziel all unseres Strebes in Bezug auf andere Menschen sein.

Wenn wir das erzeugen können, dann haben wir eine Verbindung geschaffen, die stärker ist als alles andere, denn sie ist ehrlich, selbstbestimmt, großzügig, bedingungslos.

Täglich liefern.

Für Steven Pressfield ist es das prägnanteste Merkmal von Profis:  

Sie liefern! 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Im Gegensatz zu Amateuren. Diese machen ihre Arbeit nur dann, wenn sie Spaß daran haben. 

Zu dem oft an dieser Stelle vorgebrachten Einwand: „Profis würden nur für Geld arbeiten, der Amateur liebe aber was er tue“, erwidert Pressfied sinngemäß: 

Es ist genau anders herum. Der Amateur liebt die Arbeit nicht genug um sich ihr mit vollem Einsatz zu widmen – er liebt nur einige Teile davon, in der Regel die leichten. Der Profi allerdings, liebt seine Sache so sehr, dass er ihr sein Leben widmet. 

Er priorisiert es höher als es andere verstehen können und richtet seinen Tag danach aus.  [mehr hier]

Professionalität ist eine Entscheidung. Dieses Verhalten kann geübt und erlernt werden. 

Seth Godin bezeichnet seinen täglichen Blog als seine wichtigste Angewohnheit. Und er empfiehlt jedem, der es hören möchte, es ihm gleich zu tun. 

Täglich zu bloggen bedeutet täglich zu liefern. 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Ist jeder Beitrag gut oder gar perfekt? Nein, natürlich nicht aber er ist fällig.  

Saturday Night Live“ beginnt auch nicht weil die Sketche jetzt perfekt sind – die Sendung beginnt weil es „Samstag Nacht“ ist und weil sie „Live“ ist.

Niemand gewinnt die Tour de France bevor man das Fahrradfahren gelernt hat. Und wie lernt man Fahrradfahren? Indem man übt, so ist es auch mit dem Schreiben.  

Diesen Blog gibt es heute seit 100 Tagen – dies ist der 100ste Artikel. 

Ziel dieses Projektes ist es die Gewohnheit zu entwickeln, täglich etwas zu erschaffen und zu liefern. Wenn ich darüber hinaus andere inspirieren und interessieren kann, freut mich das umso mehr. 

Heute bin ich auch ein wenig stolz und gespannt auf die nächsten 100 Tage.  

Das ultimative Empathie-Musterbeispiel

Jürgen Klopp.

Er ist ein Musterbeispiel dafür, wie stark Empathie sein kann und was man damit bewegen kann. Was er schon bei seinen früheren Vereinen gezeigt hat, bringt er jetzt in Liverpool zur Perfektion.

Aus Marketing-Sicht ist das das Optimum.

Neben seiner sicherlich auch großartigen Fachkompetenz, hat er nämlich verstanden wie man diesen Club und alle seine Stakeholder führen muss.

Er berührt Ihr Herz mit dem was er sagt und wie er es sagt. Das sind keine Floskeln sondern er meint das so – ich glaube das ist auch für Außenstehende ersichtlich.

Hier ein aktuelles Beispiel: Wird sind Liverpool. Meister von England. Wenn einem da als Fan nicht die Tränen kommen, weiß ich auch nicht…

Er hat wirklich verstanden was Fußball für diese Menschen bedeutet und er selbst liebt den Sport auch.

Natürlich auf seine Weise. Er muss auch gar nicht vorgeben genauso fanatisch wie die härtesten Ultra-Fans zu sein. Was man ihm aber ohne Zweifel abnimmt ist, dass er für die Sache brennt. Er denkt nicht im Stillen: „Diese Verrückten, ich selbst würde nie so viel Geld für eine Eintrittskarte ausgeben…“

Man sieht, dass er diese Menschen achtet und ihre Einstellung ehrlich akzeptiert. daher tut er alles dafür um ihnen Freude zu schenken.

Die Leute fühlen, dass er die Arbeit nicht für sich macht (für Geld oder Ruhm), sondern für andere. Er hat eine Gabe und es macht ihm auch Spaß, aber er tut es weil es das ist, was er am besten kann.

Wenn er mit seinen Mannschaften genauso kommuniziert, dann verwundert es nicht, dass sie alles für ihn tun.

Seine Job-Bezeichnung in England heißt zwar „Manager“, aber er ist ein wahrer Leader (das ist der Unterschied).

Massen-Marketing ist tot

Ein Paukenschlag: “RTL zieht sich aus der Formel 1 zurück.” Seit 30 Jahren hat man die weltgrößte Rennserie übertragen, jetzt bieten andere einfach mehr. Dies ist ein Trend, den man im Fußball schon lange beobachten kann, nun gibt es ein neues Sport-Opfer. 

Aber warum können Pay-TV-Sender so viel Geld für die Rechte bezahlen? 

Sie sind in einem anderen Geschäft. 

Pay-TV Sender, aber auch Streaming-Dienste, sind im B2C Unterhaltungsgeschäft – der Zuschauer ist der Kunde. Und wenn dieser die Formel 1 individuell auf höchstem Niveau sehen will (also ohne Werbung, live oder auch später, etc.), dann zahlt er dafür. 

Free-TV Sendeanstalten sind im B2B Werbegeschäft – der Zuschauer ist das Produkt. Und der echte Kunde (also der Werbetreibende) möchte seine Zielgruppe möglichst individuell und direkt erreichen. Dummerweise geht das im Internet heute deutlich besser. Über die Einschaltquoten ist zwar eine repräsentative Stichprobe vorhanden, diese zeigt aber nur die Vergangenheit.  

Das bedeutet, Pay-TV und Streaming sind für RTL und Co. gar keine Konkurrenz. Die wahre Konkurrenz heißt Google und Facebook. Private Medienunternehmen haben ein indirektes Geschäftsmodell, was einen Massenmarkt benötigt – dort kämpfen sie aber mit rückständigen Waffen. 

Die Einschaltquote ist gegen das Facebook-Pixel chancenlos und das lineare Programm sorgt außerdem dafür, dass die Anzahl der Werbekunden (zeitlich) begrenzt ist.

Bei Facebook und Google kann jeder Kleinunternehmer Anzeigen schalten. Im TV kann RTL aber nicht entscheiden, dass: In der Länderspiel-Halbzeitpause Personen aus Postleitzahl 15xxx, die im Netz nach Renovierungen suchen, den Spot von „Malermeister Farbenfroh“ zu sehen bekommen. Dass in Stuttgart, für Auto-Suchende, aber zeitgleich die Werbung vom Daimler läuft. 

Die schmerzhafte Wettbewerbsverzerrung durch die Öffentlich-Rechtlichen haben wir da noch gar nicht betrachtet. 

Durchschnittliches Produkte für durchschnittliche Leute funktioniert nicht mehr. Die Menschen sind anspruchsvoll geworden und wollen ein individuelles Angebot. 

Zuschauer wollen individuell entscheiden was sie sehen und Werbekunden wollen ihre Zielgruppe individuell erreichen. 

Besondere Produkte für besondere Menschen ist also die Devise – natürlich nicht nur im Medien- und Unterhaltungsgeschäft. 

Marketing macht Wandel möglich

Marketing kann auch bei Jobs helfen, bei denen man nicht in erster Linie mit Kunden in Kontakt kommt. Es geht nicht nur darum Werbung zu designen oder Verkäufe abzuschließen. 

Eigentlich macht Marketing Wandel möglich – das ist seine Hauptaufgabe. 

Marketer schaffen das, indem sie Geschichten erzählen, Versprechen machen, Spannung und Vertrauen erzeugen. 

Das Ziel ist “Enrollment” – etwa mit freiwilliger Gefolgschaft zu übersetzen. Mit gutem Marketing versuchen wir nicht den Anderen zu überzeugen – mit Fakten oder durch die Anwendung von Macht. Wir wollen erreichen, dass uns unsere Zielgruppe aus eigenem Willen folgt. 

  • Durch Empathie finden wir heraus was unsere Kunden wirklich brauchen und wollen. 
  • Durch Storytelling und ein passendes Angebot erzeugen wir Spannung.  
  • Durch kontinuierliche Präsenz (ohne zu nerven), Begleitung und dadurch, dass wir unsere Versprechen halten, schaffen wir Vertrauen. 

Diese Fähigkeiten nutzen uns bei vielen Aufgaben die mit Menschen zu tun haben. Denn es geht sehr oft darum, andere mitzunehmen und zu führen – “Enrollment” zu gewinnen. 

Nur so, über den aktiven Einbezug der Zielgruppe werden Veränderungen möglich. 

Egal ob es darum geht sie zu einem neuen Auto zu bewegen, oder darum Personal-, Logistik-, Produktionsprozesse umzustellen. 

Für jedem Job, egal ob man Arzt, Steuerberater, IT-Experte, Lehrer oder Handwerker ist, sollte man sich deshalb zumindest Grundfähigkeiten des Marketings aneignen. Die kann den entschiedenen Unterschied machen.  

Wandel und Verbesserung

Charles Darvin sagte:

Es sind nicht die stärksten oder intelligentesten Spezies die überleben, sondern die wandlungsfähigsten.

Wir Menschen müssen uns als Problemlöser verstehen.

Wir leben in bewegten Zeiten und das einzige was heute sicher ist, ist die Veränderung. Eigentlich war das schon immer so – nur die Geschwindigkeit des Wandels hat zugenommen.

Auf ihn zu reagieren, ihn sogar vorauszusehen ist heute eine der wichtigsten Kompetenzen.

Siehe auch hier: Der Schnee schmilzt an den Rändern

Prozessverbesserung ist die Veränderung zum Besseren. Im optimalen Fall ist das ein kontinuierlichen Prozess.

Shiny New Project Syndrom

Denken wir an das „Shiny Object Syndrom“, nur dass wir uns hier auf neue Projekte anstatt auf Objekte fokussieren.

Es ist also das Bestreben, ständig neue interessante Projekte zu beginnen, einfach der Projekte wegen.

Alles was neu und interessant ist, lässt sich schnell aufnehmen. Wir haben schnelle Lernerfolge und fühlen uns eingeweiht. Aber wozu sind diese Projekte eigentlich da?

Ihr Zweck tritt in den Hintergrund bzw. dient nur noch als Vorwand. Tatsächlich erhalten wir ein positives Gefühl schon daraus, dass wir theoretisch etwas Neues lernen.

Bevor wir das Wissen jedoch produktiv anwenden und echten positiven Wandel erzeugen, ziehen wir weiter – zum nächsten „Shiny Project“.

Echte Verbesserung oder echter Erfolg, entsteht jedoch nicht theoretisch über Nacht. Dies erfordert Ausdauer und die Fähigkeit, auch Rückschläge hin zu nehmen.

Wahre Experten sind daher rar. Es sind Profis, die Ihr Gebiet über lange Zeit bespielt und kennen gelernt haben.

50% dieses Wissens lässt sich (hoch motiviert) in relativ kurzer Zeit erlangen. Für die folgenden 25% braucht man dann aber schon genauso lange. Und so verringert sich der relative Wissenszuwachs weiter, bis er gegen Null tendiert (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen).

Das halten nur Wenige durch. Viele Menschen verlieren irgendwann die Lust an dem „Projekt“ und suchen sich ein Neues. An der Spitze wird es einsam.

Wenn wir ein Neues Projekt starten dann sollten wir uns deshalb im Klaren darüber sein, dass es keinen schnellen Erfolg gibt. Wir können nur dann wirklich etwas bewegen, wenn wir ausdauernd dabeibleiben, Wissen praktisch umsetzen, Schwierigkeiten meistern anstatt sie zu umgehen und Rückschläge verdauen anstatt aufzugeben.

Außerdem kann es helfen sich weniger darauf zu konzentrieren „Was“ man tut, und mehr darauf „Warum und Wie“ man etwas tut (Siehe auch hier: Was, Warum und Wie). Wenn wir hier starke Prinzipien und Ziele verfolgen, dann wird es zunehmend unwichtiger welches konkrete Thema wir bearbeiten und ob es neu ist oder nicht.

Die Karte ist nicht das Gebiet

Die Weltkarte wie wir sie heute kennen entspricht nicht der Wirklichkeit. Sie stellt einige Länder deutlich größer dar als sie in Wirklichkeit sind. Grönland zum Beispiel erscheint riesig, fast so groß wie ganz Afrika. Tatsächlich ist die Insel aber kleiner als Algerien. 

Die so genannte Mercator-Karte wurde von ihrem Erfinder geschaffen, um auf See navigieren zu können. Um aus der Kugel ein zweidimensionales Bild zu machen, war die Verzerrung nötig.  

Wir haben uns jedoch daran gewöhnt und hinterfragen die Darstellung meist gar nicht mehr.  Hier gibt es ein kurzes interessantes Video zum Thema: Terra X mit Harald Lesch: Die Vermessung der Erde 

Aber natürlich stammt der Beitragstitel nicht aus der Geografie, sondern ist eine Metapher. 

Ursprünglich kommt er von Alfred Korzybski. Damit will er sagen, dass jeder von uns seine individuelle Karte von der Welt und vom Leben im Kopf hat.  

Wir sehen nicht die Wirklichkeit, sondern unsere Annäherung an die Wirklichkeit. 

Ich sehe die Welt also anders als du und wir beide haben unrecht (oder auch recht).  

Das heißt: Was auf unserer Karte klein scheint, kann sich plötzlich als groß herausstellen und umgekehrt. Wichtig ist es also anderen Meinungen, Erfahrungen und Ideen mit Respekt und Neugier zu begegnen. 

Bring mir Lösungen, keine Probleme

Kunden und Vorgesetzte konfrontieren uns gerne mit dieser Aufforderung.

Leider ist das ein Fehler:

  1. Wenn uns jemand ein Problem aufzeigt, sollten wir das als Chance begreifen.
  2. Lösungen können sehr gefährlich werden, wenn das dahinter liegende Problem nur oberflächlich analysiert wurde.

Feedback ist ein Geschenk und dazu gehört es auch, wenn uns jemand auf Probleme hinweist. Wir sollten sie ernst nehmen und sorgsam analysieren.

Wer ist kreativ

Kreative erschaffen etwas.

Etwas Neues und Besseres, auf das sie stolz sind.

Jeder von uns kann das. Es bedarf keiner speziellen Gabe, sondern dem Willen die wirklich schwere Arbeit zu leisten. 

Wirklich kreative Menschen sind Profis. 

Kann ein Versicherungsvertreter kreativ sein? Was ist mir einem Buchhalter? 

Kreativ zu sein ist eine Wahlmöglichkeit. Auch in diesen Berufen können wir etwas erschaffen. Wir können es noch genauer machen, es besser erklären, es großzügiger ausführen.

Kreativität ist keiner besonderen Branche und keinem Berufsbild vorbehalten. Auch Maler, Sänger und Tänzer können erschreckend unkreativ sein. 

Vielmehr bedarf es dem Willen zur Verbesserung, und zur Weiterentwicklung. 

Gemeinsame Überzeugung finden statt andere überreden

Ob im Marketing, in wichtigen Gesprächen oder in der Familie. Wir wollen niemanden ausnutzen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung gehen.

Wie geht das?

  1. Empathie schenken- zuhören und den Anderen verstehen (sehen)
  2. Spannung schaffen – Geschichten erzählen (Storytelling), ein Versprechen geben und die Stille aushalten
  3. Liefern – das Versprechen halten und Vertrauen schaffen (auftauchen, die wichtige Arbeit machen)
  4. Beziehung pflegen – gemeinsame Überzeugung finden (durch Führung und Kultur)

Was stellt den Kunden zufrieden?

Um darauf zu antworten müssen wir definieren was „zufrieden“ bedeutet.

Für Noriaki Kano können Kundenanforderungen unterschiedlicher Art sein. Das nach ihm benannte Kano-Modell beschreibt 5 Arten von Anforderungen und deren Befriedigung. 3 davon finde ich besonders interessant.

Produkte können also:

  • Basismerkmale,
  • Leistungsmerkmale,
  • Begeisterungsmerkmale

haben und jede dieser Arten führen zu einer anderen Zufriedenheit.

Basismerkmale erfüllen Basisbedürfnisse. Dass sie vorhanden sind beeindruckt den Kunden nicht, sie werden selbstverständlich voraus gesetzt. Wenn sie jedoch fehlen, führt das zu Unzufriedenheit.

Beispiel:

Wie haben im Restaurant einen Tisch reserviert, bei unserem Eintreffen, sollte dieser auch für uns verfügbar sein.

Leistungsmerkmale fallen dem Kunden positiv auf und stellen ihn zufrieden.

Beispiel:

Das Essen wird zügig geliefert und schmeckt hervorragend.

Begeisterungsmerkmale sind eine positive Überraschung. Der Kunde ist erfreut und begeistert.

Beispiel:

Der Kellner erinnert sich von selbst an unseren Hochzeitstag und bringt eine kostenlose Flasche Champagner.

Um an der Zufriedenheit unserer Kunden zu arbeiten, sollten wir diese Merkmale kennen. Was ist für unsere Kunden die Basis, was empfinden sie als zufriedenstellend und was würde sie sogar begeistern?

Nachdem wir diese Dinge klassifiziert haben, können wir sie verbessern.

Wie sollte man hier vorgehen?

Wir starten immer mit der Basis. Wenn der bestellte Tisch nicht frei ist, sorgt das gleich zu Beginn für eine Enttäuschung. Das gute Essen und die Aufmerksamkeit des Kellners, können den Schaden dann nur noch begrenzen.

Erst wenn die Basis zu 100% steht, können wir uns an die Optimierung von Leistungsmerkmalen machen. Die Begeisterungsmerkmale sind ein Bonus.

Es kann sich natürlich lohnen unsere Kunden stets zu überraschen. Wenn es allerdings „immer“ stattfindet, ist es keine Überraschung mehr. Es wird dann erwartet und allenfalls noch als zufriedenstellende Leistung wahrgenommen.

Es ist alles erfunden

Dies ist eine der wichtigen Lektionen, die und Rosamund und Ben Zander in ihrem Buch, The Art of Possibility, beibringen.

Wir laufen durch diese Welt mit lauter Kategorien im Kopf. Zu vielen Themen haben wir feste, vorgefertigte Ansichten.

Aber das was wir mit diesen Augen „sehen“, ist nicht die Welt, es ist das was wir dafür halten. Insekten sehen andere Farben, Hunde, hören andere Frequenzen, die alleinstehende Geschäftsfrau in Frankfurt hat andere Probleme als der angestellte Handwerker auf dem Dorf mit Familie.

Das was wir als Realität betrachten ist erfunden. Die Art in der wir Dinge betrachten und Dinge bewerten. Die Art in der wir konkurrieren und in der wir über uns selbst urteilen.

Alles erfunden.

Aber sobald wir das erkennen und akzeptieren, haben wir es auch selbst in der Hand neue Wege zu erfinden. Wege von denen wir profitieren.

Wir sollten unseren Sinne schärfen für all die alternativen Möglichkeiten.

Ich kann „The Art Of Possibility “ vor allem als Hörbuch empfehlen, weil es mit wunderschöner klassischer Musik untermalt ist.

„It’s all invented“ ist eines von 9 Konzepten, die uns in diesem Buch nähergebracht werden. Ein Weiteres habe ich hier schon beschrieben: „Regel Nr. 6„. Diese Ideen faszinieren, begeistern, motivieren – eines der Besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Glaube und Vertrauen

Auch Hollywood Action-Filme tragen ja oft mit interessante Zitate in sich.

In „Man of Steel“ steht Superman vor der Entscheidung, ob er sich seinen Feinden ausliefern soll, um die Menschen zu schützen. Er fragt einen Priester ob er darauf vertrauen könne, dass die Feinde ihr Wort halten. Und darüber hinaus, könne er überhaupt den Menschen trauen? Der Priester antwortet:

„Manchmal muss man riskieren einfach an etwas zu glauben, das Vertrauen kommt später.“ (Video)

Darin steckt eigentlich alles.

Wenn man Vertauen einfordert, oder auf etwas vertrauen können möchte, muss man zuerst selbst ins Risiko gehen. Etwas geben, einen eigenen Vertrauensvorschuss.

Dieses Muster hatte ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. Dort hatte ich es so ausgedrückt:

„Du kannst nicht gesehen werden, bevor du selbst lernst zu sehen.“

Interessant, wie einem diese Dinge immer wieder auf unterschiedliche Art begegnen. Es muss etwas dran sein.

Was ist gutes Design?

Oft sagen Menschen: „Design ist mir nicht wichtig.“ Ich selbst habe das auch schon gesagt. Aber wenn wir uns umsehen, dann werden wir erkennen, dass nahezu alles, was uns umgibt irgendwie designet wurde.

Es geht dabei hauptsächlich um Objekte, also reale Dinge, die man anfassen kann.

Der Dokumentarfilm „Objectified“ gibt einen tollen Einblick in die Zusammenhänge rund um gutes Design – was dazu gehört, wie es entsteht und warum es wichtig ist.

Hier ist der Trailer: Objectified Trailer

Und hier ist der gesamte Film aktuell noch kostenlos: Documentary Heaven: Objectified. Falls er hier nicht mehr zur Verfügung steht, kann man Ihn auch kostenpflichtig anschauen – er ist es wert.

Zur eigentlichen Frage.

Gutes Design ist, funktional, langlebig, schön, nachhaltig, selbsterklärend, ökologisch, so wenig Design wie möglich.

Wir sollten es uns zur Gewohnheit machen die Dinge um uns herum, nach ihrem Design zu beurteilen. Ich finde nicht nur die Dinge, auch digitale Prozesse.

Was in unserem Haus ist den wirklich gut designet? Wir sollten uns Zeit nehmen und uns umschauen. Vielleicht verändert das unsere Sicht auf unsere eigenen Produkte und Dienstleistungen entscheidend.

Denke immer an Regel Nr. 6

Regel Nr. 6 hilft uns immer wenn wir zweifeln, ratlos sind, wütend, frustriert, genervt, ängstlich oder erschüttert.

Natürlich könnte ich es niemals so großartig erzählen wie der wunderbare Benjamin Zander hier: Benjamin Zander Rule No. 6

Hier ist die Geschichte trotzdem:

Zwei Premierminister sitzen zusammen in Beratungen, plötzlich fliegt die Tür auf und ein Mann kommt, völlig außer sich, in den Raum. Er gestikuliert wild, knurrt und flucht, also unterbrechen die Staatsmänner ihr Gespräch.

Der Gastgeber steht auf und sagt: „Peter, bitte denke an Regel Nr. 6.“

Sofort beruhigt sich Peter, er verbeugt und entschuldigt sich, bevor er den Raum verlässt. Also beginnen sie wieder mit Ihrer Unterhaltung.

20 Minuten später, springt die Tür wieder auf. Eine Frau kommt herein, sie ist hysterisch, die Haare fliegen, Mascara läuft, ein komplettes Durcheinander.

Der Premierminister sagt erneut: „Maria bitte, erinnere dich an Regel Nr. 6.“

Maria hält sofort erschrocken inne, beruhigt, verbeugt, entschuldigt sich und verlässt den Raum.

20 Minuten später passiert es ein drittes Mal. Danach fragt der besuchende Premierminister zaghaft:

„Mein lieber Kollege, das ist wirklich erstaunlich, ich kann es kaum glauben. 3 Menschen kommen in den Raum, außer Kontrolle. Und alles was Sie sagen ist, Regel Nr. 6. Wäre es vieleicht möglich, dass sie mir verraten würden was Regel Nr. 6 bedeutet?“

Der Gastgeber sagt: „Oh, Regel Nr. 6 ist sehr einfach.“

Nimm dich selbst nicht so gottverdammt ernst!“

Da sagt der Besucher erstaunt: „Oh, das klingt nach einer sinnvollen Regel, darf ich auch fragen wie die anderen Regeln lauten?“

Gastgeber: „Es gibt keine Anderen.“

30 Tage, 13 Projekte

Heute bin ich einfach mal stolz.

In den letzen 30 Tagen habe ich an einer unglaublichen Reise teilgenommen.

Es war anstrengend.

Schreiben bis in die Nacht um Projekte abzuschließen, Videokonferenzen über 6 Stunden an Sonntagen, angst-einflößende Offenheit gegenüber Fremden, graben in der eigenen Seele, auf der Suche nach Antworten, überwinden von persönlichen Grenzen. Die Komfortzone ist woanders.

Und was soll ich sagen, es war toll.

Ich durfte einen ganzen Monat mit 100 klugen, großzügigen, empathischen, inspirierenden und engagierten Menschen aus der ganzen Welt verbringen. Ich habe neue Dinge gelernt, über mich, das Leben und über das Arbeiten. Die waren sowohl überraschend als auch erleuchtend. Ich habe Dinge geschafft, die ich mir selbst nicht zugetraut hatte.

Jetzt bin ich offiziell ein „Raven“.

„Seth Godins altMBA“ ist ein intensiver Workshop über 30 Tage, in denen 13 Projekte bearbeitet werden. Man lernt zu führen, zu sehen, zuzuhören, emotionale Arbeit zu suchen, zu liefern, Feedback zu geben, Hindernisse in Vorteile zu verwandeln, Krawall zu machen.

War es das Wert? Auf jeden Fall. Und jetzt geht es erst los.

Storytelling ist überall

Das Storys im Marketing eine große Rolle spielen und wie man sie integrieren kann, habe ich schon an dieser Stelle ausführlich beschrieben.

Insbesondere geht es um die große Kraft der Heldenreise.

In den letzten Tagen ist mir aber noch klarer geworden, das wir dieses Prinzip überall anwenden können und sollten.

Im Grunde in jedem Gespräch, sei es geschäftlich oder privat.

Wir sind nicht die Helden. Unsere Gesprächspartner sind es. Wir sollten zunächst einmal versuchen den Gegenüber zu verstehen und Hilfe anzubieten.

Das bedeutet in erster Linie zuhören – nicht gleich Lösungen aufzeigen.

Wir sollten versuchen zu sehen und zulassen, gesehen zu werden.

Es beginnt mit Empathie und dem ehrlichen Wunsch den Anderen voranzubringen.

Das Overton Fenster

Dieses Konzept bezeichnet man auch als Diskussionsrahmen.

Es wurde nach Josph P. Overton benannt, und beschreibt das Meinungsspektrum in dem politische Diskussionen aktuell stattfinden.

Wir stellen uns das politische Spektrum auf einem Strahl vor

Undenkbare Meinungen stehen an den äußersten Rändern (links wie rechts). Weiter in Richtung Mitte folgen radikale, (noch) akzeptierte, sensible und populäre Meinungen. Das Zentrum bildet die Staatspolitik.

Bedingt durch Kultur und die rechtliche Gegebenheiten in einer Gesellschaft kann das Fenster enger oder breiter sein:

Ein breitest Fenster steht für tatsächliche Meinungsfreiheit und eine breite Debatte. Ein enges Fenster steht für eine eingeschränkte Debatte und beschränkte Freiheit der Meinung.

Dieses Modell kann auch politisch kommunikativ genutzt werden:

Noam Chomsky in „The Common good“, 1998:

„The smart way to keep people passive and obedient is to strictly limit the spectrum of acceptable opinion, but allow very lively debate within that spectrum—even encourage the more critical and dissident views. That gives people the sense that there’s free thinking going on, while all the time the presuppositions of the system are being reinforced by the limits put on the range of the debate.“ (Zitat aus dem engl. Wikipedia-Artikel)

Andererseits kann das Fenster auch durch „undenkbare“ Äußerungen in die gewünschte Richtung verschoben werden.

Beispiele: Wenn Politiker öffentlich vor Enteignungen sprechen oder davon „Reiche zu erschießen“ dann ist das zunächst skandalös. Da diese undenkbaren Themen nun aber kursieren schein die Vermögenssteuer nun gar nicht mehr so radikal.

Ähnlich funktioniert es auf der anderen politischen Seite. Wenn offen davon gesprochen wird, an der Grenze auf Geflüchtete zu schießen, dann erhöht diese undenkbare Aussage die Chance, das Abschiebungen in Krisengebiete populärer werden.

Ob diese Äußerungen nun gezielt getätigt werden oder aus dem Zusammenhang gerissen sind, ist am Ende egal – einen Effekt hat es gehabt, der Diskussionsrahmen wurde verschoben.

Wer glaubst du wer du bist?

Das ist kein Angriff, und im Ernst, denken wir mal darüber nach.

Wir alle erzählen uns Geschichten über uns selbst.

Wer wir sind, was wir tun sollten, warum das so ist und wie wir am besten dabei vorgehen.

Dahinter liegen unsere Werte oder sogar pyhsische Wertgegenstände und unsere selbst gewählten Grenzen.

Zum Beispiel:

Werte/Gegenstände: Ich bin kulturell in meiner Region verwurzelt, das bedeutet mir viel, ich habe hier ein Haus.

Grenze: Ich möchte hier leben und arbeiten.

Die Geschichte: Ich bin einer von hier. Leute von hier arbeiten in bestimmten Jobs, essen bestimmte Lebensmittel, haben bestimmte Hobbys etc.

Aber Moment – ich bin sicher, wir haben auch noch andere Werte.

Was wäre wenn wir sie anders Priorisieren würden? Vielleicht erscheint es dann sogar sinnvoll die Grenzen auszudehnen. Welche Geschichte ergibt sich dann?

Ich treffe auch gern viele Leute, haben ein Auto. Könnte ich auch 30 Minuten pendeln? Vielleicht bin ich ja doch jemand, der in Berlin arbeitet und offen ist für viele unterschiedliche Aufgaben, Kulinarische Ideen, Hobbys?

Natürlich hängen unsere Hobbys nicht unbedingt von unserem Arbeitsplatz ab.

Der Punkt ist: Unsere Werte und selbst gezogene Grenzen beeinflussen die Geschichte, die wir uns erzählen.

Ein größeres Beispiel:

Was ist die Deutsche Bahn? Ein Eisenbahnunternehmen?

Was sind Ihre wichtigsten Werte? Schienen?, Lokomotiven?

Was wäre, wenn sie sich als Dienstleister für Mobilität begreifen würde?

Würde sie Taxi-Services und Autovermietungen anbieten? Busverbindungen? Vielleicht sogar Flüge? Könnte sie eine eigene Flotte von Elektroautos unterhalten? Was ist mit digitaler Mobilität?

Könnte sie andere Wertgegenstände als Hebel benutzen um die neue Geschichte zu unterstützen?

Abertausende ländliche Bahnhöfe als Standorte für Elektroautos, die bestehenden Volumenvorteile beim Einkauf von Treibstoff und Elektrizität? Die gewaltige Zahl ausgebildeter Mitarbeiter?

Die Analyse von Werten, Grenzen und Geschichten kann uns helfen, blinde Flecken zu identifizieren und Chancen zu erkennen.

Dieses Phänomän der Kurzsichtigkeit wurde 1960 durch einen Artikel von Harvard-Professor Theodore Levitt bekannt – er nannte es „Marketing Myopia“.

Mehr dazu hier:

Video zu „Marketing Myopia“ auf deutsch
Ist das heute noch aktuell? Artikel: A Refresher on Marketing Myopia

Sehen lernen

Gestern ging es darum die Spannung einzusetzen die durch Stille entsteht, um Entscheidungen leichter herbeizuführen.

Doch was sich hier egoistisch erscheint, können wir auch anders betrachten. Was wenn wir die Stille als Geschenk begreifen?

Durch unser innehalten und durch die Spannung ermöglichen wir dem anderen uns zu sehen. Wir ermöglichen ihm unseren Nutzen für ihn zu sehen. Wir öffnen uns, laufen nicht weg sondern halten die Spannung aus.

Andererseits müssen wir dazu auch selber sehen können.

Der englische Untertitel von Seth Godins Buch “This is Marketing” lautet: “You can’t be seen until you learn to see.”

Du kannst nicht gesehen werden, bis du selbst lernst zu sehen.

Auch aus der gegenüberliegenden Perspektive ist das ein wertvoller Gedanke:

Du kannst nicht sehen, bevor du dich selbst zeigst – bevor du dich öffnest, in deiner ganzen Verwundbarkeit und es anderen ermöglichst dich zu sehen.

Was wollen wir eigentlich sehen?

Die Stärken, Erfolge, Taten, Versuche, Schwierigkeiten, Absichten, Gelegenheiten etc. unserer Kollegen, Partner und sonstigen Mitmenschen.

Wir können zeigen, das wir den Anderen wahrnehmen, indem wir darauf hinweisen.

“Ich sehe was du vorhast. Ich verstehe was du meinst. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg. Das hast du toll gemacht.” Hier geht es um ehrliche Anerkennung, nicht um Bauchpinselei.

Das Sehen und das gesehen werden sind voneinander abhängig.

Wege um das zu lernen und zu demonstrieren sind:

  1. Andere wahrzunehmen indem wir Anerkennung aussprechen.
  2. Uns zu öffnen indem wir die Spannung der Stille aushalten.

Lass die Anderen nicht vom Haken

Nehmen wir an, wir wollen etwas. Etwas verkaufen, etwas beschließen, etwas bewirken. Natürlich etwas positives.

Damit verlangen wir unserem Gegenüber eine Entscheidung ab.

Und Entscheidungen, egal wie positiv sie sein mögen, erfordern Veränderungen. Deshalb ist es der erste Reflex von uns allen, nein zu sagen, oder gar nichts zu sagen.

In diesem Moment entsteht oft eine unangenehme Stille. Sekunden werden zu Stunden und wir sind instinktiv versucht die Stille zu brechen.

Das dürfen wir nicht tun.

Wir würden den anderen vom Haken lassen und das wäre nicht nur nachteilig für uns sondern auch für ihn.

Indem wir jetzt zurück rudern, berauben wir den Anderen der Chance sich vorwärts zu bewegen, sich zu verbessern.

Wie fühlt es sich an?

Wenn wir nach einer Gehaltserhöhung fragen oder versuchen, ein Budget für ein Projekt zu bekommen, und die andere Person nicht sofort antwortet, entsteht diese unangenehme Stille.

In diesem Moment fühlen wir uns sofort unwohl. Wir haben das Gefühl, etwas zu verlieren. Es ist die Angst, ein „Nein“ zu bekommen, abgelehnt oder sogar ausgelacht zu werden. Wenn die Spannung zunimmt, haben wir das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Woran denken die gerade? Wird jemand die unerwartete Frage stellen, die meiner Argumentation das Genick bricht?

Wie können wir die Stille ertragen?

Wenn ich weiß, dass das passieren wird, versuche ich mich vorbereiten.

  1. Alternativen
    Die Angst, die sich innerhalb von 3 Sekunden zu Panik entwickelt, ist umso größer, je weniger Möglichkeiten ich habe. Wenn ich mit einem bestehenden Angebot eines anderen Unternehmens in meine Gehaltsverhandlung gehen, kann es ein entspanntes Gespräch werden.
  2. Objektivität
    Wenn es um Angst oder gar Panik geht, denken wir an den Worst-Case. Meistens ist das weit übertrieben. Mir hilft es, vorher darüber nachzudenken. Wenn ich um eine Gehaltserhöhung bitte, wird mein Chef mich dann entlassen? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht führt es sogar zu einem konstruktiven Gespräch.

Es gibt noch eine andere Strategie, die zuvor für mich funktioniert hat:

Ich musste eine kleine Projektgruppe leiten und die Arbeit dem Team zuweisen. Das Projekt war freiwillig und deshalb wollte ich auch, dass sich die Mitglieder freiwillig für ihren Teil melden.

Ich fragte: „Wer will das machen?“ – Stille.

Ich wartete ein paar Sekunden, aber alle schauten nach unten und niemand brach die Stille.

Ich konnte nicht länger warten, also wiederholte ich die Frage – keine Erklärung, nur die Wiederholung:

“Wer will das machen?“

Es fühlte sich wie eine Verstärkung an. Danach hatte ich meinen Freiwilligen.

Muster erkennen

Wenn es um Marketing geht, sollten wir zuerst an unsere Zielgruppe denken. Wir müssen sie kennen lernen, und uns in sie hineinversetzen.

Warum eigentlich?

Natürlich um zu erkennen was diese Personen wollen und brauchen.

Genauso wichtig ist es danach ein Muster zu erkennen.

Das Muster ist eine Verhaltensweise, eine Meinung, eine Grundeinstellung, die unsere Zielgruppe sofort bejahen würde. Wen sie dieses Muster sieht, sagt sie instinktiv: „Das bin ich.“

Ein Beispiel:

Lisa ist eine liebende, verantwortungsvolle Mutter, die ein Beispiel für Ihre Kinder sein möchte.

Mit unserer Marketingkommunikation (das kann zum Beispiel Werbung sein) zeigen wir Lisa das Muster der verantwortungsvollen Mutter. Sie kümmert sich um Ihre Familie, um ihre Community und auch um die Umwelt. Sie möchte mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Kindern zeigen, das Umweltschutz wichtig ist. Sie ist ein Vorbild.

Über das Muster also – verantwortungsvolle Mutter ist ein Vorbild – haben wir an Lisa das Thema Umweltschutz kommuniziert.

Sobald wir also unsere Zielgruppe identifiziert haben, müssen wir ein Muster finden, um sie zu erreichen.

Das Ende von Regional Digital

Ich überlege schon länger wie es mit diesem Projekt weitergeht. In den letzten Tagen konnte ich das Geschäftsmodell jedoch eingehend und ehrlich analysieren. Das ist natürlich ein emotionales Thema, weil ich nun etwa eineinhalb Jahre daran arbeite.

Realistisch betrachtet tue ich mich jedoch in den entscheidenden Bereichen schwer:

  • Das Angebot löst aus Sicht der Kunden kein dringendes Problem.
  • Die Kunden teilen meine Weltsicht nicht.
    • Also: Digitalisierung ermöglicht es Disruptoren auch komplexe lokale Geschäftsmodelle anzugreifen und eine gefestigte lokale Kultur durch Online Marketing ist die beste Abwehr.
  • Ich bin keiner von Ihnen – nicht selbst ein Handwerker oder sonstiger Unternehmer.
  • Online Marketing ist nicht ihre Art von Marketing – Sie machen ihr Marketing weitestgehend Offline und das funktioniert.
  • Ich habe es nie geschafft ein schlüssiges, konkretes Angebot zu formulieren.
  • Ich habe die Menschen, denen ich helfen wollte, nie als Gruppe online finden können.

Ich werde die Webseite regionaldigital.de natürlich weiter betreiben. Nach wie vor glaube ich nämlich, dass meine Artikel äußerst hilfreich sein können.

Auch werde ich die wenigen Kunden die mir bisher vertraut haben, gern und in jeglicher Hinsicht weiter unterstützen. Um neue Aufträge werde ich mich aber nicht mehr bemühen.

Viel Positives ist in dieser Zeit passiert. Ich durfte unglaublich viel lernen, habe Vertrauen gespürt, Dank erhalten und durfte interessante Projekte durchführen. Das war es dann auch wert, dass meine Ideen mehrheitlich keinen Anklang gefunden haben. Und auch das gehört zum Lernen dazu.

Heute kann ich sagen: „Ich habe es versucht, bin gescheitert und das ist okay.

Ohne diese Erfahrung hätte ich diese Analyse nie so durchführen können. Und es ist auch eine deutlich bessere Variante als mir eingestehen zu müssen: „Ich wünschte ich hätte es versucht.“

Warum Jürgen kein Online Marketing machen sollte

Jürgen ist ein Meister im Gartenbau und führt ein kleines lokales Unternehmen mit 12 Mitarbeitern.

Ich habe ihn einmal im Haus meines Vaters getroffen und wir hatten eine Diskussion über die Online-Welt und insbesondere über Online-Marketing. Sollte ein kleines lokales Unternehmen wie seines Online-Marketing nutzen, um die Kunden besser zu bedienen?

Meine Argumente waren absolut Pro. Ich arbeitete als Freiberufler und bot lokalen Unternehmen Hilfe bei ihrem Online-Marketing an. Als er das wusste, wusste er alles.

Aber natürlich hatte ich eine Argumentation parat:

Die Welt ist jetzt online. Die Leute verbringen Stunden damit, in ihre Smartphones zu schauen. Wenn sie ein Produkt oder eine Dienstleistung brauchen, googeln sie es. Gartenarbeit? Die Leute benutzen heutzutage Pinterest, um nach Inspiration zu suchen.

Ich erklärte, warum es minestens notwendig sei, mit einer kleinen unkomplizierten Website präsent zu sein. Später versuchte ich auch klar zu machen, warum die Tatsache, dass lokale Handwerksbetriebe die Nachfrage im deutschen Markt nicht bedienen können, Disruptoren (große Unternehmen oder Online-Start-ups) einlädt, diese Lücke zu schließen (ich hatte tatsächlich Beispiele). Sobald sie genügend Marktanteile und Erfahrungen gesammelt hätten, würden sie die lokalen Unternehmen verdrängen.

Jürgen ist ein großer, lauter, selbstbewusster Mann Anfang 60. Er machte ziemlich klar, dass alles was er bisher gehört hatte, „völlig unsinnig“ (eigentlich benutzte er ein anderes Wort) war. Und „solange er seine Firma führen würde, würden sie niemals Zeit mit solchem Schnickschnack (wieder anderes Wort) verschwenden.“

Warum hat er recht?

Folgendes habe ich herausgefunden:

  1. Es ist nicht die Art Geschäfte zu machen. Er möchte seine Zeit nicht mit unentschlossenen Leuten verschwenden. Er möchte, dass sie zuerst etwas investieren. Dies würde bedeuten, ihn anzurufen, um ein Treffen zu bitten, persönlich mit ihm zu sprechen und ihm ihre Wünsche zu erklären. Dann würde er ein Angebot machen und sie könnten es annehmen oder lassen.
  2. Er möchte keine Kunden, die auf Online-Marketing anspringen. Diese Leute stellen Fragen und verhandeln über Preise. Weit genug, wenn das jemand bei einem Termin wagen würde. Aber diese Typen würden sogar E-Mails schreiben.
  3. Es hat keinen aktuellen Wert für ihn. Er hat genügend Geschäft, und es kostet Geld. Darüber hinaus löst es nicht ein einziges Problem, sondern verursacht mehrere neue. Die einzigen Dinge, die ich ihm gegeben habe, waren Vorhersagen für die Zukunft.
  4. Er wäre schlecht darin. Wenn er damit anfangen würde, würde er schnell wieder aufgeben. Es benötigt Zeit, die er nicht hat. Er hat kein Interesse daran und er würde mir nicht anvertrauen, ihm zu helfen.

Da ich das jetzt weiß, bin ich ziemlich froh darüber, ihn nicht überzeugt zu haben.

PS: Wahre Geschichte, Name geändert 😉

Kunden machen keine Kompromisse mehr

Wir müssen uns darauf einstellen, das „Kunden“ in der heutigen Zeit alles wollen. Sie machen keine Kompromisse mehr. Der Gedanke wird aufgeworfen in „A beautiful constraint“, von Adam Morgan und Mark Barden.

Sie wollen einen persönlichen Fahrer, der günstiger ist als das Taxi, mit wenigen Klicks per App gerufen und bezahlt wird und das richtige Auto hat (Uber).

Sie wollen Essen, das schmeckt, überall verfügbar ist und dabei gesund und nachhaltig – günstig nicht zu vergessen (Diverse Faastfood-Ketten).

Sie wollen persönlichen Service, 24/7, und trotzdem nicht mehr bezahlen.

Unsere Chefs (auch Kunden) wollen Mitarbeiter, die proaktiv denken aber sich einordnen können. Sie sollen Führungs- und Teamqualitäten haben. Sie sollen flexibel sein und compliant.

Die Zeit von: „Sie können das Auto in jeder Farbe bekommen, solange es schwarz ist“ (Henry Ford), ist vorbei!

Kunden machen heute keine Kompromisse mehr.

Die Authentizitäts-Lüge

„Sei du selbst. Sei authentisch. Das ist es, was die Leute sehen wollen, dich, so wie du wirklich bist.“

Das ist vielleicht ein guter Rat von Eltern an ihre Kinder, die sich mit den ersten Freundschafts-Streitereien herumschlagen. In der Arbeitswelt der Erwachsenen jedoch, ist es ziemlicher Unsinn.

Man stelle sich vor: Die „Fantastischen Vier“ geben ein Konzert, aber „Die Da“ spielen sie nicht. Smudo ist total genervt davon, immer dieses alte Zeug spielen zu müssen. Thomas D. dagegen, ist der Meinung man könne doch den Text mal verändern (sie kann Montags nicht und hat nie Geschenke angenommen) – schließlich ist man „kreativ“. Da wäre es doch total unauthentisch, wenn sie das Lied genauso langweilig wie immer performen würden.

Falsch!

Es wäre unprofessionell.

Die Fans sind mit dem Song aufgewachsen, er ist ein Teil ihrer Jugend. Sie haben den Eintritt bezahlt und wollen ihn hören.

Um kreativ zu sein, braucht man keine launischen Exzesse oder Chaos. Jeder kann im Grunde kreativ sein.

Zu beachten ist hier das Wort „kann.“ Zwischen „können“ und wirklich „machen“ liegen nämlich Welten.

Die große Kunst ist es die Kreativität so umzusetzen, dass etwas wertvolles entsteht. Es bedeutet täglich die harte Arbeit zu tun, zu der sich andere nicht durchringen.

Stetig, verlässlich, langweilig.

Das kann nur von Profis geleistet werden. Sie stehen für die feste Verpflichtung Qualität zu liefern – zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Statt für Authentizität, stehen wahre Künstler für Professionalität.

Die wirklich wichtige Arbeit

Wie viele der „inspirierenden“ Beiträge in unserem Social-Media-Feed würden wir vermissen, wenn sie nicht da wären? Welche dieser Personen würden wir am zweiten Tag anschreiben und fragen: „Hey, ich habe seit vorgestern nichts von dir gehört, was ist los?“

Ich schätze mal: Sehr wenige!

Wie viele Freebies haben wir in den letzten Jahren heruntergeladen, an die wir uns noch erinnern? Und wie viele der folgenden Newsletter haben wir danach gelesen?

Wir brauchen niemanden, der uns jeden Tag „inspirieren“ will, weil er hofft, dass er eines Tages an uns verkaufen kann. Und auch niemanden, der uns mit angeblich kostenlosen Geschenken ködern möchte, damit wir uns verpflichtet fühlen (Reziprozität).

Was jedoch immer ankommt, immer seltener wird und doch so dringend gebraucht wird ist jemand, der ehrlich zugetan ist. Jemand der etwas anbietet, einfach weil er es kann und weil er es richtig findet.

Das ist die wirklich wichtige Arbeit. Sie berührt die Menschen und bringt uns alle weiter.

Es kommt dabei nicht auf den Preis an – es muss nicht kostenlos sein. Es kommt darauf an, ein aufrichtiges Versprechen zu geben und zu halten.

Wie wird man bekannt

Diese Frage begegnet mir öfter und offenbar gibt es da eine herschende Meinung:

  1. Facebook-/Google-Ads,
  2. SEO,
  3. manchmal (online) PR.

Ich sehe das anders. Sicher weil ich stark von Seth Godin beeinflusst bin und das ist gut so, denn der Mann ist ein Genie.

Wie wird es heute überwiegend umgesetzt?

Facebook-/Google-Ads = Wie kann ich soviel wie möglich „passende“ Leute unterbrechen und ablenken?

SEO = Wie bekomme ich möglichst viele Klicks von Leuten, die [was-auch-immer] suchen?

PR = Wie kann ich meine Geschichte so vielen Leuten wie möglich vorsetzen lassen?

Das ist kein wirkliches Marketing. Es ist Spam und der Versuch, Menschen etwas aufzuschwatzen, wovon sie eigentlich nicht überzeugt sind. Es mag manchmal funktionieren, aber das allein bedeutet nicht, das wir es tun dürfen.

Vor allem aber ist es nicht leicht, wie oft suggeriert wird. SEO war 2015 noch leicht, diese Zeiten sind längst vorbei. Personalisierte Online Werbung war 2018 noch leicht. Aber auch daran versucht sich heute jeder. Und wenn es jeder macht, ist es eine Sackgasse.

Wer der Meinung ist, er könne mal eben Ads schalten oder seine Webseite SEO-optimieren, der muss sich darüber im klaren sein, mit wem er konkurriert: Mit professionellen Agenturen, die den ganzen Tag nichts anderes tun. Außerdem haben sie die besten Daten und jahrelange Erfahrung.

Wie geht es sonst?

  1. Damit sich deine Idee herum spricht, mach etwas, was es wert ist, es weiter zu erzählen. Starte mit dem Produkt, es muss bemerkenswert sein.
  2. Vergiss „Viele“! Konzentriere dich auf „Wenige“! Seth nennt es „Smallest Viable Audience“. Kevin Kelly sagt du brauchst „1000 True Fans“. Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg sprechen vom „Gesetz der kleinen Zahlen“.

Das heißt: Weniger ist mehr. Verschwende deine Energie (und dein Geld) nicht damit vor vielen sichtbar zu werden. Die meisten werden dich ignorieren. Sondern sorge dafür, so viele wie nötig (aber so wenige wie möglich) zu überzeugen.

Kontaktiere 10 Freunde und schicke ihnen dein Buch, deinen Kurs, dein Produkt. Wenn sie es gut finden, werden sie es weitererzählen. Finde heraus was sie gemeinsam haben und du hast deine Zielgruppe. Jetzt optimiere dein Produkt für diese Leute und es wird sich weiter herumsprechen.

Du hast keine 10 Freunde? Dann suche nach anderen Menschen denen du helfen kannst und hilf. Online und offline – in Facebook-Gruppen (Ja, nicht alles ist schlecht), auf Flyern, in der Fußgängerzone.

Du findest keine 10 Menschen die dein Produkt mögen? Dann mach etwas besseres und versuche es erneut.

Wenn du direkt von Angesicht zu Angesicht keine 10 Menschen überzeugen kannst, dann werden dich auch 10.000 gekaufte Likes nicht erfolgreich machen.

Moral im Marketing

Die Frage, was wir dürfen oder sollten lässt sich natürlich nicht generell in wenigen Zeilen beantworten. Ohnehin ist die Antwort immer subjektiv. Jeder muss selbst entscheiden wo die Grenze gezogen wird.

Eines ist allerdings wichtig:

Wir haben immer die Wahl.

Niemand zwingt uns, tausenden von Menschen unseren Werbe-Spam bei Facebook vorzusetzen.

Niemand zwingt uns, Versprechungen zu machen, die wir nicht halten können.

Niemand zwingt uns, mit Marketing-Tricks wie künstlicher Verknappung, Reziprozität, Ankern oder Ködern zu arbeiten.

In unser Branche ist es aber üblich? Niemand zwingt uns diese Branche zu wählen.

Nur weil etwas funktioniert, heißt das nicht dass wir es tun sollten.

Der (moralisch) richtige Weg ist vielleicht nicht der Einfachste, aber er ist da.

Wie wir Videokonferenz Tools besser nutzen

Heute habe ich einen Beitrag auf meinem anderen Blog veröffentlicht, der auch gut hierher passt.

Videokonferenzen stehen aktuell sehr hoch im Kurs. Aber wann machen sie überhaupt Sinn? Und wenn ich mich entscheide so etwas durchzuführen oder auch teilzunehmen, wie kann ich mich vorbereiten?

Hier ist der Artikel auf Regional Digital: Wie du Videokonferenzen besser durchführst

Die gefährliche Seite von Social-Media

So richtig werde ich einfach nicht warm mit Facebook und Co. Mir ist natürlich klar, dass Soziale Medien heute dazu gehören und dass sie gerade Marketing einen großen Platz einnehmen.

Schnell kann man viele Menschen erreichen und in Kontakt bleiben.

Es gibt aber auch eine gefährliche Seite.

Genauso schnell nämlich verfängt man sich in unnötigen Diskussionen, die auf ebenso aussichtslos sind. Man weiß nie wer zuhört und wie das geäußerte aufgenommen wurde.

Durch die Selbstverständlichkeit, mit der jeder alles kommentieren darf und durch die rasante Geschwindigkeit werden Behauptungen unbedacht herausgeschossen. Aussagen, die man in einem Geschäftsumfeld gut recherchiert hätte, vielleicht sogar abgestimmt. So leidet die Qualität.

Schnell wird man so zum Angestellten, der die Betriebsfeier mit der privaten Grillparty verwechselt.

Die scheinbare Anonymität und die eigene Feed-Blase verführen dazu, bei allem und jedem mitreden zu wollen. Man fühlt sich sicher und das kann nach hinten losgehen.

Kann es kreativ sein unseren Vorbildern zu folgen?

Wir folgen unseren Helden, weil wir so sein wollen wie sie. Wir wollen von ihnen lernen, sie verstehen, ihnen nacheifern.

Wir sollten dabei aber nicht nur ein Ideal im Blick haben sondern immer auf der Suche sein, nach neuen Inspirationen.

Kreativität bedeuten nicht etwa Originalität. Eigentlich gibt es gar keine Originalität. Keine Idee ist wirklich neu. Kreativ ist es, viele verschiedene Ansätze zu vereinen und die eigene Persönlichkeit mit einzubringen. Dies wird dann nämlich nur noch mit einem selbst verbunden.

Ein interessantes Buch dazu: „Steal like an Artist“ von Austin Kleon.

Ein tolles Zitat aus diesem Buch (sinngemäß): „Einmal hörte ich den Cartoonisten Gary Panter sagen: Wenn du eine Person hast, die dich beeinflusst, dann wird jeder sagen, du bist der nächste wer auch immer. Aber wenn du dich von hundert Leuten bedienst, wird jeder sagen du bist so original.“

Learning by doing

Diese Methode hat den Ruf etwas für Amateure zu sein.

Fachleute haben (angesehene) Schulen besucht. Sie haben Prüfungen bestanden und können Diplome vorzeigen.

Die Hürde solche Insignien zu erlangen ist daher eine gern genutzte Ausrede um sich zu verstecken.

Tatsächlich ist „Tun“ die einzige Methode um wirklich fundiert zu Lernen. Wir sollten deshalb schneller und öfter ins Tun kommen.

Wenn du lernen willst, wie man programmiert, dann fang an zu programmieren. Die theoretischen Grundlagen findest du heute online günstig und schnell. Starte einfach und veröffentliche deine Ergebnisse. Hole dir Feedback und entwickle dich Stück für Stück.

Wenn du eine Teamleiterin sein willst, dann warte nicht, bis dich dein Arbeitgeber endlich auf das Führungskräfteseminar schickt. Such dir eine spannende Aufgabe, finde Gleichgesinnte, begeistere und führe sie. Auch privat, starte ein Projekt in deinem Verein, organisiere ein Familientreffen, sammle Spenden für eine gemeinnützige Kampagne.

Es gibt heute kaum noch Hürden um schnell und auf niedrigem Level Erfahrung zu erlangen. Diese ist deutlich wertvoller als Zertifikate.