Wie kommunizieren wir privat?

Und außerdem: warum WhatsApp?

Meine Tochter hat heute einen Brief bekommen. 

Einen echten, persönlichen Brief, von einem echten anderen Menschen, der nichts anderes wollte, als ihr etwas mitzuteilen und eine Freude zu machen. 

Natürlich hat sie sich sehr gefreut aber erstaunlich fand ich auch die Freude des Briefträgers. 

Was früher an der Tagesordnung war, ist heute selten geworden – persönliche Kommunikation über die Post. So etwas stellt er nur noch selten zu. 

In meiner Kindheit haben sich Menschen tatsächlich noch seitenweise Briefe geschrieben, die Mehrzahl der Post war persönlich. 

Doch die private Kommunikation hat sich andere Medien gesucht. Im Postkasten landen heute hauptsächlich Angebote, Werbung und Rechnungen. 

Die E-Mail teilt dieses Schicksal. Vor 20 Jahren war die Mehrzahl der Nachrichten im Posteingang privat. Heute: Marketing-Newsletter und Rechnungen nur selten eine persönliche Nachricht. 

Heute nutzen wir Messenger-Dienste. 

Werden diese die gleiche Entwicklung nehmen? Was passiert, wenn der Facebook-Konzern beginnt über WhatsApp zu werben? 

WhatsApp ist wie Facebook, Twitter, Instagram etc., keine direkte Kommunikation. Es ist eine fremde Plattform, die alles sieht und speichert. Trotzdem hat man es dort geschafft, nahezu die gesamte private Kommunikation einzufangen.  

Und die Menschen nutzen es immer stärker. Warum? 

Ich glaube nicht, weil sie der Plattform vertrauen. Sondern weil sie dort nicht von Werbung und Rechnungen behelligt werden. Sobald sich das ändert, wird auch die private Kommunikation weiterziehen. 

Das wäre ein großer Fehler und Facebook schein den bisher nicht machen zu wollen. Sie schlagen auf anderem Wege Kapital aus den Kontaktdaten. 

Von Anderen lernen

vor etwa 7500 Jahren soll es eine Völkerwanderung gegeben haben. Ihr vorausgegangen (so eine von mehreren Theorien) sei die schlimmste Naturkatastrophe, die man sich vorstellen konnte – die Sinnflut.

Was war passiert – es kam zum Durchbruch des Bosporus und damit zur Entstehung des Schwarzen Meeres. Zuvor sei das Gebiet ein fruchtbares Land und die Heimat einer Hochkultur gewesen – landwirtschaftlich höchst bewanderter Menschen.

Diese Gegend wurde nun überflutet, da sich die Wassermassen aus dem Mittelmeer in die niedriger gelegene Ebene ergossen.

Die Menschen mussten fliehen und bereicherten mit ihrem Wissen viele andere Länder, in denen sie sich niederließen.

Sie kamen bis nach Lolland in Dänemark, wo dieser Geschichte heute gedacht wird. Dazu hat man ein Kunstwerk geschaffen, die Dodekallitten, zwölf riesige Steinköpfe, die von früheren Zeiten zeugen sollen.

Heute war ich dort zu Gast und natürlich war ich beeindruckt von der Landschaft, von den Skulpturen aber vor allem von der Geschichte.

Fremde haben andere Kulturen schon immer auch bereichert, In Europa, in Amerika und auch in Asien. Warum blenden wir diese Möglichkeiten, zur Verbesserung so oft aus und fokussieren uns auf die Angst vor Verlusten? Die Geschichte hat gezeigt, das andere Einflüsse, wenn wir sie lassen, unser Leben besser machen können.

Schlechte Ideen

Wie kommen herausragende Ideen zustande?

Ihnen gehen viele miserable Ideen voraus.

Das schwierige ist jedoch, schon am Anfang das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Wir können nicht wissen ob es funktioniert, solange wir es nicht versuchen. Wenn wir uns aber nicht trauen, auch schlechte Ideen zu formulieren, zu durchdenken, zu teilen und vielleicht sogar auszuprobieren, dann werden wir nie erfahren welchen Potenzial darin wirklich steckt.

Die meisten erfolgreichen Menschen haben mehr schlechte Ideen als gute und probieren sie im Kleinen aus. So scheitern sie oft, erholen sich aber schnell.

Erfolglose Menschen probieren entweder nie etwas aus oder sie scheitern so dramatisch, dass kein zweiter Versuch mehr möglich ist..

Ich kann wenn…

Propelling Questions (treibende Fragen) sind ein guter Anfang. 

Aber wie sieht die Antwort aus? 

Morgan/Barden empfehlen Antworten in dieser Form zu suchen: 

“Ich kann wenn…” 

Ziel ist es, die Ambition nicht auf-, und uns der Beschränkung geschlagen zu geben, sondern bewusst Auswege zu suchen. 

Die Antworten können in unterschiedliche Richtungen gehen und ie Autoren bieten uns auch ein Werkzeug an um diese Richtungen zu entdecken – die “Can-If.Map” 

Beispiele für die Richtungen: 

Ich kann, wenn ich … durch … ersetze. 

Ich kann, wenn ich auf andere Menschen zurückgreife um … 

Ich kann, wenn ich … mit … verbinde. 

Vollständige abgebildet und genauer beschrieben ist die “Can-If-Map“ bereits in Isaac Jeffries Artikel zu diesem Thema.  

Kleine Verbesserung, riesiger Effekt

Mit stetigen, kleinen Schritten, legen wir über die Zeit hinweg große Strecken zurück. 

Wer jeden Tag eine Seite schreibt, hat in einem Jahr einen Roman. 

Wenn wir unseren täglichen Arbeitsweg im Auto dazu nutzen, einen Audio-Sprachkurs zu absolvieren – eine Stunde pro Tag – dann werden wir uns nach einem Jahr in dieser neuen Sprache verständigen können. 

Nehmen wir uns nur 1 Stunde unseres Tages und verbessern das was wir dort tun (z.B. ein gutes Buch lesen statt den Facebook Feed betrachten) und machen das stetig, dann kann das immensen Auswirkungen auf unsere Karriere haben. 

In diesem Video zeigt uns Stephen Duneier noch mehr eindrucksvolle Beispiele dafür, dass kleine Schritte ausdauernde Schritte zu großartigen Resultaten führen können. 

Propelling Questions

Wie können wir aus Beschränkungen etwas Positives machen? Schließlich haben wir meistens, auf irgend einem Gebiet, mit ihnen zu kämpfen. 

Nur im absoluten Ausnahmefall ist genug Geld da, genug Zeit, all unsere Leute sind motiviert und trainiert, der Ball liegt am Elfmeterpunkt und der Torwart bindet sich die Schuhe. 

Nein, normalerweise ist es schwierig. Die Ressourcen sind knapp, unsere Mitstreiter müssen wir erst überzeugen, genauso wie die Kunden, und die Konkurrenz schläft niemals. 

Aus Reflex fallen wir dann in die Opferrolle. „Das können wir nicht ändern, das ist nun mal so, wir schrauben lieber unsere Ansprüche zurück, diese Mauer ist zu hoch.“ 

Um jedoch etwas voranbringen, zu wollen, müssen wir mit Beschränkungen umgehen. 

Der Startpunkt ist laut Adam Morgan und Mark Barden („A beautiful constraint“), eine Frage.

Eine antreibende Frage (propelling question). 

Diese bestehe aus zwei Teilen: Einer großen Ambition und einer signifikanten Beschränkung. 

“Wie können wir ein Autorennen gewinnen, mit einem Auto, dass niemals schneller sein wird als die Anderen?” [So zum Beispiel

“Wie können wir online Schuhe verkaufen, obwohl die Leute sie (online) nicht anprobieren können?” [So zum Beispiel

“Wie können wir um die Meisterschaft mitspielen, obwohl wir nicht genügend Geld haben um Topspieler zu verpflichten?” [So zum Beispiel

Die Gestaltung der Frage sorgt dafür, dass wir uns die Beschränkung zu Nutze machen. Wir ignorieren sie nicht, sondern tanzen mit ihr. Es kann auf diese Fragen keine einfachen Antworten geben, die an den wahren Herausforderungen vorbei geht. 

“Propelling Questions” zwingen uns die angestammten Denkmuster zu verlassen und andere Lösungen zu suchen. 

Einige erfolgreiche Unternehmen stellen sich regelmäßig und proaktiv diese Art von Fragen. Wenn sie nämlich von der Konkurrenz, von einer Behörde oder vom Kunden gestellt werden, kann es zu spät sein. 

PS: Gute Antworten auf diese Fragen sehen übrigens so aus: „Ich kann wenn…“

So werden Träume wahr

T.K. Coleman: „Träume werden nicht wahr, sondern es sind Entscheidungen, die das tun.“ [Video]

Wir brauen also einen Zwischenschritt um vom Wunsch zum Ergebnis zu gelangen.

Eigentlich sind es wohl mehrere, je nach Wunsch, aber einer davon ist bei jedem Thema gleich: Wir müssen eine Entscheidung treffen.

Und zwar die Entscheidung, die nötige Arbeit zu tun. Das kann dann klappen oder auch nicht – dies steht auf einem anderen Blatt – aber grundsätzlich kann wahr werden was auch immer wir wollen.

Ohne Entscheidung jedoch, passiert gar nichts.

Träume wahr werden zu lassen, bedeutet also „entscheiden“.

Welche Entscheidungen musst du treffen?

Täglich liefern.

Für Steven Pressfield ist es das prägnanteste Merkmal von Profis:  

Sie liefern! 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Im Gegensatz zu Amateuren. Diese machen ihre Arbeit nur dann, wenn sie Spaß daran haben. 

Zu dem oft an dieser Stelle vorgebrachten Einwand: „Profis würden nur für Geld arbeiten, der Amateur liebe aber was er tue“, erwidert Pressfied sinngemäß: 

Es ist genau anders herum. Der Amateur liebt die Arbeit nicht genug um sich ihr mit vollem Einsatz zu widmen – er liebt nur einige Teile davon, in der Regel die leichten. Der Profi allerdings, liebt seine Sache so sehr, dass er ihr sein Leben widmet. 

Er priorisiert es höher als es andere verstehen können und richtet seinen Tag danach aus.  [mehr hier]

Professionalität ist eine Entscheidung. Dieses Verhalten kann geübt und erlernt werden. 

Seth Godin bezeichnet seinen täglichen Blog als seine wichtigste Angewohnheit. Und er empfiehlt jedem, der es hören möchte, es ihm gleich zu tun. 

Täglich zu bloggen bedeutet täglich zu liefern. 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Ist jeder Beitrag gut oder gar perfekt? Nein, natürlich nicht aber er ist fällig.  

Saturday Night Live“ beginnt auch nicht weil die Sketche jetzt perfekt sind – die Sendung beginnt weil es „Samstag Nacht“ ist und weil sie „Live“ ist.

Niemand gewinnt die Tour de France bevor man das Fahrradfahren gelernt hat. Und wie lernt man Fahrradfahren? Indem man übt, so ist es auch mit dem Schreiben.  

Diesen Blog gibt es heute seit 100 Tagen – dies ist der 100ste Artikel. 

Ziel dieses Projektes ist es die Gewohnheit zu entwickeln, täglich etwas zu erschaffen und zu liefern. Wenn ich darüber hinaus andere inspirieren und interessieren kann, freut mich das umso mehr. 

Heute bin ich auch ein wenig stolz und gespannt auf die nächsten 100 Tage.  

Das ultimative Empathie-Musterbeispiel

Jürgen Klopp.

Er ist ein Musterbeispiel dafür, wie stark Empathie sein kann und was man damit bewegen kann. Was er schon bei seinen früheren Vereinen gezeigt hat, bringt er jetzt in Liverpool zur Perfektion.

Aus Marketing-Sicht ist das das Optimum.

Neben seiner sicherlich auch großartigen Fachkompetenz, hat er nämlich verstanden wie man diesen Club und alle seine Stakeholder führen muss.

Er berührt Ihr Herz mit dem was er sagt und wie er es sagt. Das sind keine Floskeln sondern er meint das so – ich glaube das ist auch für Außenstehende ersichtlich.

Hier ein aktuelles Beispiel: Wird sind Liverpool. Meister von England. Wenn einem da als Fan nicht die Tränen kommen, weiß ich auch nicht…

Er hat wirklich verstanden was Fußball für diese Menschen bedeutet und er selbst liebt den Sport auch.

Natürlich auf seine Weise. Er muss auch gar nicht vorgeben genauso fanatisch wie die härtesten Ultra-Fans zu sein. Was man ihm aber ohne Zweifel abnimmt ist, dass er für die Sache brennt. Er denkt nicht im Stillen: „Diese Verrückten, ich selbst würde nie so viel Geld für eine Eintrittskarte ausgeben…“

Man sieht, dass er diese Menschen achtet und ihre Einstellung ehrlich akzeptiert. daher tut er alles dafür um ihnen Freude zu schenken.

Die Leute fühlen, dass er die Arbeit nicht für sich macht (für Geld oder Ruhm), sondern für andere. Er hat eine Gabe und es macht ihm auch Spaß, aber er tut es weil es das ist, was er am besten kann.

Wenn er mit seinen Mannschaften genauso kommuniziert, dann verwundert es nicht, dass sie alles für ihn tun.

Seine Job-Bezeichnung in England heißt zwar „Manager“, aber er ist ein wahrer Leader (das ist der Unterschied).

Gib eine 1

Die 1 steht für Wertschätzung, Vertrauen, Erwartung, Stolz, usw. Rosamund und Ben Zander sagen in Ihrem Buch “the art of possibility,” dass wir dies vorwegnehmen sollten.  

Die 1 ist also keine Belohnung mehr für eine hervorragende Leistung. Sie ist der Vorschuss für das Erwartete. 

Gib dir selbst eine 1 und gib anderen eine 1. 

Wie wir schon erklärt haben ist alles erfunden. Die 1 ist erfunden, genauso wie unsere Ziele und die Vorstellung, die wir von den Beweggründen Anderer haben. 

Wenn also ohnehin alles erfunden ist, warum dann nicht etwas erfinden, was uns Freude macht? Wieso nicht vom bestmöglichen Fall ausgehen? Wir verdienen die 1 und die Anderen verdienen sie auch. 

Was dann passiert ist erstaunlich.

Im Voraus gewährt, spornen Vertrauen, Wertschätzung, etc. weit mehr an, als die Hoffnung auf eine ungewisse Belohnung. Jetzt wo wir die 1 haben, wollen wir sie verdienen. Plötzlich sehen wir die Möglichkeit (possibility) auf das, worauf wie nicht zu hoffen gewagt hätten.  

Wir sind 1er-Schüler. 

Du bist verantwortlich

Wer ist hier verantwortlich?  

Immer wenn du dir diese Frage stellst, dann gibt es eine klare, einfache Antwort. 

Du selbst bist verantwortlich. 

Du hast das Problem erkannt – löse es oder sorge dafür, dass es getan wird. 

Wir selbst müssen Verantwortung übernehmen. Nicht weil uns jemand dazu bestimmt hat, weil wir Macht und Autorität haben. Sondern weil wir wissen, dass es nötig ist und weil wir es können. 

Aber was sollen wir jetzt tun? 

Das hängt natürlich von der Situation ab aber wenn wir die Verantwortung übernehmen, dann ist schon ein Schritt in die richtige Richtung getan. 

Wer mehr Inspiration braucht, der liest dieses Buch (ich habe mein Exemplar gerade wieder aus dem Regal genommen und nehme es mit in den Urlaub): 

What to do when it’s your turn (and it’s always your turn) – Seth Godin 

Schulnoten sind kontraproduktiv

Bei Schulnoten handelt es sich um Bewertungen und diese sind eine wichtige Form des Feedbacks.  

Aber was wird in der Schule eigentlich bewertet? 

Die Fähigkeiten oder der Mensch?  

“Die Fähigkeiten natürlich,” sagen jetzt Lehrer und sonstige Verantwortliche und gewollt mag das auch so sein. Leider funktioniert es anders. 

Tatsächlich schaffen Noten Vergleichbarkeit und damit Konkurrenz.

Gute Zensuren stehen für hohen Status und den wollen die Kinder natürlich haben. Sie verbringen viel Zeit in der Schule, ihr Leben dreht sich darum. Deshalb ist es auch verständlich, dass sie in diesem Umfeld ein möglichst hohes Ansehen genießen wollen.  

Eigentlich sollten Schüler aber Wissen und Fähigkeiten erlangen um diese dann bewusst anwenden zu können.   

Das Wissen wäre also das Ziel. Der Test oder das Projekt wäre das Hilfsmittel, um es zu erlangen und den Sinn dahinter zu erkennen. 

Tatsächlich sind Schüler, Lehrer, Eltern und die ganze Gesellschaft auf Noten fokussiert – nicht auf Wissen.

So wird also die “gute” Zensur zum Ziel und das Lernen wird als Weg (oder Hilfsmittel) verstanden, um dieses zu erreichen. 

Bewertung ist eine wichtige Art des Feedbacks. Dieses muss aber in passender Form gegeben werden. 

Folgende Punkte sollten an der aktuellen Praxis verändert werden: 

  1. Keine Bewertung ohne vorherige Zieldefinition. Wenn am Ende des Schuljahres eine Note als Feedback für die Leistung vergeben wird, dann muss am Beginn des Schuljahres ein Zielgespräch stattgefunden haben, in dem dem Schüler der Sinn des Stoffes, Etappenziele (z.B. Zwischentests) und die objektiven Kriterien erläutert wurden. 
  1. Ziele und Bewertungen müssen individuell sein. Menschen sind unterschiedlich, so auch ihre Ziele. Wer ein niedrigeres Ziel hat und dieses erreicht, verdient genauso eine 1, wie jemand mit hohen Zielen. Noten sollten nicht versuchen eine Vergleichbarkeit zwischen Menschen herzustellen – das ist gänzlich unmöglich. Sie sollten den individuellen Erfolg auf der Basis individueller Ziele messen. 
  1. Bewertungen müssen geheim sein. In Zeiten, in denen so viel über Datenschutz gesprochen wird wie heute, ist mir völlig unverständlich wie Zensuren offen in der Klasse angesagt, und Zeugnisse vor Ort (an Minderjährige) ausgeteilt werden können. Man stelle sich vor die Prämien-/Erfolgskennziffern im Job würden vor der ganzen Abteilung verlesen werden. Diese Bewertungen sollten (wie auch bei Erwachsenen) unter 4 Augen besprochen und erklärt werden, die Zeugnisse sollten dann postalisch oder elektronisch nach Hause versandt werden. 

Noten bewerten leider nicht die individuellen Fähigkeiten der Schüler, sondern theoretisch die Erfüllung eines zentralen Plans. Praktisch sagen sie aus: “Du bist gut und du bist schlecht.” 

Schade, denn erstens ist die allgemeine Vergleichbarkeit von Menschen eine Illusion und zweitens können Schulnoten diesen Zweck ohnehin nicht erfüllen. Sie sind weder zwischen Bundesländern, noch zwischen einzelnen Schulen, und noch nicht mal zwischen zwei Lehrern der selben Schule vergleichbar. 

Vergessen wir die Zensuren, wichtig sind Wissen und Fähigkeiten. Mittel und Wege um diese glaubhafter zu belegen als durch Schulnoten, gibt es genügend.   

Wandel und Verbesserung

Charles Darvin sagte:

Es sind nicht die stärksten oder intelligentesten Spezies die überleben, sondern die wandlungsfähigsten.

Wir Menschen müssen uns als Problemlöser verstehen.

Wir leben in bewegten Zeiten und das einzige was heute sicher ist, ist die Veränderung. Eigentlich war das schon immer so – nur die Geschwindigkeit des Wandels hat zugenommen.

Auf ihn zu reagieren, ihn sogar vorauszusehen ist heute eine der wichtigsten Kompetenzen.

Siehe auch hier: Der Schnee schmilzt an den Rändern

Prozessverbesserung ist die Veränderung zum Besseren. Im optimalen Fall ist das ein kontinuierlichen Prozess.

Shiny New Project Syndrom

Denken wir an das „Shiny Object Syndrom“, nur dass wir uns hier auf neue Projekte anstatt auf Objekte fokussieren.

Es ist also das Bestreben, ständig neue interessante Projekte zu beginnen, einfach der Projekte wegen.

Alles was neu und interessant ist, lässt sich schnell aufnehmen. Wir haben schnelle Lernerfolge und fühlen uns eingeweiht. Aber wozu sind diese Projekte eigentlich da?

Ihr Zweck tritt in den Hintergrund bzw. dient nur noch als Vorwand. Tatsächlich erhalten wir ein positives Gefühl schon daraus, dass wir theoretisch etwas Neues lernen.

Bevor wir das Wissen jedoch produktiv anwenden und echten positiven Wandel erzeugen, ziehen wir weiter – zum nächsten „Shiny Project“.

Echte Verbesserung oder echter Erfolg, entsteht jedoch nicht theoretisch über Nacht. Dies erfordert Ausdauer und die Fähigkeit, auch Rückschläge hin zu nehmen.

Wahre Experten sind daher rar. Es sind Profis, die Ihr Gebiet über lange Zeit bespielt und kennen gelernt haben.

50% dieses Wissens lässt sich (hoch motiviert) in relativ kurzer Zeit erlangen. Für die folgenden 25% braucht man dann aber schon genauso lange. Und so verringert sich der relative Wissenszuwachs weiter, bis er gegen Null tendiert (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen).

Das halten nur Wenige durch. Viele Menschen verlieren irgendwann die Lust an dem „Projekt“ und suchen sich ein Neues. An der Spitze wird es einsam.

Wenn wir ein Neues Projekt starten dann sollten wir uns deshalb im Klaren darüber sein, dass es keinen schnellen Erfolg gibt. Wir können nur dann wirklich etwas bewegen, wenn wir ausdauernd dabeibleiben, Wissen praktisch umsetzen, Schwierigkeiten meistern anstatt sie zu umgehen und Rückschläge verdauen anstatt aufzugeben.

Außerdem kann es helfen sich weniger darauf zu konzentrieren „Was“ man tut, und mehr darauf „Warum und Wie“ man etwas tut (Siehe auch hier: Was, Warum und Wie). Wenn wir hier starke Prinzipien und Ziele verfolgen, dann wird es zunehmend unwichtiger welches konkrete Thema wir bearbeiten und ob es neu ist oder nicht.

Urlaub vs Ortswechsel

Im Urlaub macht man etwas Anderes. Keine Arbeit, kein Haushalt, dafür Spaß und Abenteuer. Dafür muss man nicht zwingend verreisen, das geht auch zu Hause.

Während eines Ortswechsels macht man das Gleiche wie im normalen Leben, man ist nur woanders. Wir verändern also nicht unsere Abläufe sondern unsere Umgebung.

Das Ziel ist in beiden Fällen Erholung. Dazu schalten wir eine Komponente unseres Alltags aus und suchen Abstand, um dort neue Inspiration zu finden.

Prince Charming wird nicht kommen

Wir dürfen nicht darauf warten, dass jemand kommt und uns rettet, uns ungefragt hilft, uns auswählt – ein Prinz auf einem weißen Pferd.

Frank Thelen findet uns nicht auf Instagram und bietet uns von selbst ein Investment an. Genauso wenig meldet sich unser Traum-Arbeitgeber, weil sie da noch eine Traumstelle frei und an uns gedacht haben. Auch das schwierige Familiengespräch, vor dem wir uns schon so lange drücken, findet nicht plötzlich ganz entspannt und offen an einem zufälligen Nachmittag statt.  

Wenn WIR etwas wollen, dann sind auch WIR dafür verantwortlich es zu ermöglichen.

Wir können nicht Andere verantwortlich machen, weil sich unsere Wünsche nicht erfüllen. 

Wir selbst müssen das in die Hand nehmen. 

Der beste Moment um damit anzufangen was letzte Woche. Der Zweitbeste ist heute. 

Wer ist kreativ

Kreative erschaffen etwas.

Etwas Neues und Besseres, auf das sie stolz sind.

Jeder von uns kann das. Es bedarf keiner speziellen Gabe, sondern dem Willen die wirklich schwere Arbeit zu leisten. 

Wirklich kreative Menschen sind Profis. 

Kann ein Versicherungsvertreter kreativ sein? Was ist mir einem Buchhalter? 

Kreativ zu sein ist eine Wahlmöglichkeit. Auch in diesen Berufen können wir etwas erschaffen. Wir können es noch genauer machen, es besser erklären, es großzügiger ausführen.

Kreativität ist keiner besonderen Branche und keinem Berufsbild vorbehalten. Auch Maler, Sänger und Tänzer können erschreckend unkreativ sein. 

Vielmehr bedarf es dem Willen zur Verbesserung, und zur Weiterentwicklung. 

12 Wahrheiten

Heute bin ich auf einen Vortrag von Anne Lamott gestoßen.

Sie teilt hier 12 Dinge, die sie das Leben und das Schreiben gelehrt haben.

Vielleicht haben wir manche dieser „Wahrheiten“ schon gehört aber die unterstützenden Beispiele und die Art des Vortrags gewähren nochmal einen anderen Blick und machen nachdenklich.

Außerdem können wir ein paar sympathische Ratschläge hin und wieder sehr gut vertragen. An gesunden Lachern fehlt es auch nicht.

12 truths I learned from life an writing (Mit deutschen Untertiteln und deutschem Transkript)

Pro-aktives Feedback

Was lief gut und was war nicht so toll? Was sind ihre Stärken und was sind Ihre Schwächen? Welche Vorteile und welche Nachteile hat dieser Service?

Warum soll man sich damit begnügen, negatives Feedback einfach zu nennen? Wie wäre es mit pro-aktiven Verbesserungsvorschlägen?

Bei Seminaren gibt es die bewährte Plus/Delta-Feedback-Methode.

Man zählt die positiven Punkte auf (Plus), Statt der Minuspunkte bietet man aber sofort Verbesserungsvorschläge (Delta) an.

Was lief gut und was würde ich wie verbessern? Was sind Ihre Stärken, wo wollen Sie sich wie entwickeln? Welche Vorteile und welches Verbesserungspotenzial hat der Service?

Empathie entsteht aus Verständnis

Um wirklich ehrlich empathisch sein zu können, müssen wir etwas verstehen. 

Es gibt einen Moment, in dem uns dieses Verständnis erreicht, im Englischen heißt er “sonder.” 

Es ist der Augenblick in dem man realisiert, dass jeder Mensch ein genauso komplexes, reichhaltiges, und widersprüchliches Leben hat wie wir. 

Jeder von uns hört die inneren Stimmen, sieht sich mit Ängsten konfrontiert, wundert sich, hofft und liebt. Wir alle streben nach Wachstum und Verbesserung. 

Das eigene Leben ist für uns alle eine epische Geschichte, das Zentrum der Welt. 

Für Jeden allerdings auf seine eigene, individuelle Weise. 

Wer das einmal erkannt hat, der ist auch in der Lage Empathie zu schenken. Dazu müssen wir dann nämlich „nur noch“ bewusst versuchen, diese individuelle Weise des Anderen zu verstehen.

„Nur noch“ steht in Anführungszeichen, weil das leichter gesagt ist, als getan. Es ist schwere emotionale Arbeit und nur Wenige sind bereit, diese konsequent für Andere zu leisten.

Starke Basis – erfolgreiche Diskussion

Das wichtigste beim Hausbau ist das Fundament. Eine starke Basis, auf die wir uns verlassen können. 

So eine Basis brauchen wir auch bei Diskussionen – vor allem bei schwierigen. Es ist ein Punkt, der Einigkeit, ein gemeinsamer Start oder ein gemeinsames Ziel. Dorthin können wir zurückkommen, wenn wir Gefahr laufen uns zu streiten oder die Positionen sich so weit entfernt haben, dass ein Kompromiss unmöglich scheint. 

Wenn wir ein schwieriges Gespräch vorbereiten, sollten wir zuerst versuchen die Basis ausfindig zu machen. Im Gespräch dann, ist es unser erstes Ziel, diese gemeinsam mit unserem Gesprächspartner zu definieren. Dies schafft Sicherheit und fördert Vertrauen. 

Anstrengende Diskussionen können so entschärft werden und die Chancen auf Erfolg steigen. 

Gemeinsame Überzeugung finden statt andere überreden

Ob im Marketing, in wichtigen Gesprächen oder in der Familie. Wir wollen niemanden ausnutzen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung gehen.

Wie geht das?

  1. Empathie schenken- zuhören und den Anderen verstehen (sehen)
  2. Spannung schaffen – Geschichten erzählen (Storytelling), ein Versprechen geben und die Stille aushalten
  3. Liefern – das Versprechen halten und Vertrauen schaffen (auftauchen, die wichtige Arbeit machen)
  4. Beziehung pflegen – gemeinsame Überzeugung finden (durch Führung und Kultur)

Wer ist eigentlich Ted und was redet der die ganze Zeit?

Die TED Konferenz war ursprünglich eine Innovationskonferenz und die große Bekanntheit der TED-Talks entstand dadurch, dass die Reden frei im Internet verfügbar sind.

TED steht für Technology, Entertainment, Design. Darauf ist man aber nicht mehr beschränkt, heute gibt es Reden zu allen erdenklichen Themen.

Jeder Talk dauert etwa 20 Minuten, das sorgt für eine knackig-kurzweilige Präsentation. Mittlerweile gibt es auch unabhängig organisierte Veranstaltungen, die weltweit unter dem Namen TEDx stattfinden.

Warum schreibe ich das?

Die Redner sind allesamt smarte und außergewöhnliche Leute denen man zuhören sollte. Auf der TED-Website und auch auf YouTube, findet man unzählige, großartige Ideen. Wissen amüsant und einfach verpackt.

Es ist ein riesiger Schatz den ich seit nicht allzu langer Zeit aktiv nutze.

  1. Ich schaue mir täglich mindestens einen TED-Talk, zu einem zufälligen Thema an. Das bringt mich auf Ideen und hilft mir jeden Tag eine neue Sache zu lernen.
  2. Bevor ich das Buch eines unbekannten Autors kaufe, prüfe ich, ob diese Person einen TED-Talk gehalten hat. Meist ist das der Fall. Hier kann man hervorragend abschätzen, ob das Buch den Kauf wert ist.

TED-Talks sind ein Segen und auf Deutsch gibt es das ähnliche Format Greator (ehem. GedankenTanken). Es ist heute leichter den je, uns von intelligenten Menschen inspirieren zu lassen. 20 Minuten pro Tag sollten wir uns gönnen.

Computer (und unser Wachstum) sind noch lange nicht am Ende

Wenn wir an Computer denken, und an die ganze damit verbundene Technik, dann ist das heute für viele von uns überwältigend.

Wir wissen, dass sie zunehmend intelligenter werden, sogar selbstständig lernen, das alles mit allem vernetzt ist.

„Tröstend“ war für mich jedoch bisher, dass ich den Ursprung verstanden hatte. Es gibt ein Bit, das hat einen Wert und der kann entweder 1 oder 0 sein. Strom fließt, oder eben nicht.

Das war logisch und hat sich wie ein Naturgesetz angefühlt. Jedes Ding kann doch zu einer bestimmten Zeit nur einen einzigen bestimmten Status haben – 0 oder 1 – richtig?

Offenbar nicht.

Die Computer der Zukunft sind Quanten-Computer. Sie beruhen auf den Theorien der Quantenmechanik und sind keine Computer im uns bekannten Sinne. Die dort enthaltenen Q-Bits können zu einem Zeitpunkt tatsächlich mehrere Stati haben – ähnlich wie in einem Spektrum. Sie haben mit unseren Computern ungefähr soviel gemeinsam wie eine Kerze mit einer Glühbirne.

Lange Geschichte kurz: Sie sind unglaublich leistungsfähig. Mathematische Probleme, für die unsere heutigen Supercomputer (wissenschaftliche Großrechner) theoretisch tausende Jahre an Rechenzeit bräuchten, lösen Quanten-Computer in Minuten.

Wie bei allen Neuheiten birgt diese Technologie immense Chancen – natürlich schürt sie aber auch Ängste.

Nils Bohr, einer der Pioniere in der Quantentheorie, sagte: „Wer nicht über die Quantentheorie entsetzt ist, hat sie nicht richtig verstanden.“

Wir sind von so viel Technik umgeben und betrachten die Vergangenheit, Daher können wir uns kaum vorstellen, dass es noch mehr, noch größere „Quantensprünge“ geben soll. Ist das Wachstum nicht begrenzt?

Nachdem ich dies gesehen habe, glaube ich daran, einmal mehr nicht.

Es gibt bereits einige dieser Computer – sehr fragil und mit niedriger Kapazität aber es gibt sie. In Zukunft werden wir diese Maschinen wohl auch nicht mit uns tragen sondern wir werden von überall über die Cloud auf sie zugreifen können.

Wenn hier ein Durchbruch gelingt, dann ist der Sprung größer als der vom Rechenschieber zum Smartphone.

Hier sind zwei äußerst interessante Videos zu diesem Thema:

  1. A beginner’s guide to quantum computing
  2. In the war for information, will quantum computers defeat cryptographers?

C steht für Culture

Der aktuelle CEO von Microsoft, Satya Nadella, äußert in seinem Buch „Hit Refresh“ einen interessanten Gedanken. Natürlich mehrere, aber dieser eine passt besonders gut in diese Zeit.

Er sagt das C in CEO, stünde aus seiner Sicht für Culture.

Er sieht es also als seine Hauptaufgabe, die Kultur bei Microsoft zu pflegen, zu verteidigen und weiter zu entwickeln.

Was heißt das für uns?

Er sagt damit auch, dass das die Aufgabe jedes Anführers sein sollte. Und wenn man sich eine offene, respektvolle, produktive „Growth-Mindset„-Kultur wünscht, in der der Einzelne aufsteht und Verantwortung übernimmt, anstatt sich zu verstecken und weg zu sehen, dann bedeutet das:

  • Ein Beispiel sein
  • empathisch emotionale Arbeit leisten
  • voran gehen
  • Menschen verbinden
  • Konflikte moderieren
  • Eigeninitiative fördern und Fehler tolerieren
  • andere begeistern anstatt sich zu beschweren

Egal wovon wir der „CEO“ sind: Ein Weltkonzern, eine Abteilung, eine lokales Unternehmen, eine Familie, ein Verein, eine politische Partei, eine Regierung…

Anführer müssen sich immer um die (Firmen)Kultur kümmern. Das ist weit wichtiger, als Experte auf irgend einem technischen Gebiet zu sein.

In Zeiten wie diesen wünsche ich mir, dass mehr politische Anführer Satya’s Rat befolgen.

Es ist alles erfunden

Dies ist eine der wichtigen Lektionen, die und Rosamund und Ben Zander in ihrem Buch, The Art of Possibility, beibringen.

Wir laufen durch diese Welt mit lauter Kategorien im Kopf. Zu vielen Themen haben wir feste, vorgefertigte Ansichten.

Aber das was wir mit diesen Augen „sehen“, ist nicht die Welt, es ist das was wir dafür halten. Insekten sehen andere Farben, Hunde, hören andere Frequenzen, die alleinstehende Geschäftsfrau in Frankfurt hat andere Probleme als der angestellte Handwerker auf dem Dorf mit Familie.

Das was wir als Realität betrachten ist erfunden. Die Art in der wir Dinge betrachten und Dinge bewerten. Die Art in der wir konkurrieren und in der wir über uns selbst urteilen.

Alles erfunden.

Aber sobald wir das erkennen und akzeptieren, haben wir es auch selbst in der Hand neue Wege zu erfinden. Wege von denen wir profitieren.

Wir sollten unseren Sinne schärfen für all die alternativen Möglichkeiten.

Ich kann „The Art Of Possibility “ vor allem als Hörbuch empfehlen, weil es mit wunderschöner klassischer Musik untermalt ist.

„It’s all invented“ ist eines von 9 Konzepten, die uns in diesem Buch nähergebracht werden. Ein Weiteres habe ich hier schon beschrieben: „Regel Nr. 6„. Diese Ideen faszinieren, begeistern, motivieren – eines der Besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Gesellschaft ist ein Vertrag

Meistens bin ich begeistert, wenn ich in die USA hinüber blicke. Die persönliche und wirtschaftliche Freiheit, die scheinbar unendlichen Möglichkeiten, die Geschwindigkeit in der der Fortschritt tatsächlich stattfindet.

In den letzten Wochen habe ich mit vielen Amerikanern zu tun gehabt, habe über Offenheit, Großzügigkeit, Verletzlichkeit, Verrauen usw. gesprochen. Ich habe gesehen welche Wärme und Nächstenliebe diese Leute für Ihre Mitmenschen aufbringen können – sogar für völlig Fremde wie mich.

Ganz anders die Nachrichten, die wir in den letzten Tagen zur Kenntnis genommen haben. Sie zeichnen eine tief gespaltene und zerüttete Gesellschaft.

Ich kann das nicht bewerten, dazu bin ich zu weit entfernt, aber es macht nachdenklich und es schockiert.

Dieses Video von Trevor Noah, hat mich jetzt bewegt, auch hier darüber zu schreiben. Er ist Talk-Show-Host bei der „Daily Show“ – ich sehe da gelegentlich Ausschnitte auf YouTube.

Hintergrund, wie er in dem Video dargestellt wird:

  • Die Corona-Krise und die damit verbundene Isolation und Arbeitslosigkeit,
  • Polizeigewalt gegen Schwarze (George Floyd),
  • offener Rassismus, der bewusst als Drohung verwendet wird (Amy Cooper),
  • ein Staat, der einen Teil seiner Bürger nicht schützt,
  • eine Führung, die das verharmlost.

Das Video enthält viele tiefgründige, bedenkenswerte aber eigentlich auch undenkbare Aussagen. Es geht z.B. darum, ob man Plünderungen in dieser Situation verurteilen kann (was ja eingentlich normal sein sollte), oder ob man das verstehen muss. Es geht auch darum, was man von der Führung eines Landes erwarten können sollte. Und darum, was Gesellschaft eigentlich ist.

Die Gesellschaft sei letztlich ein Vertrag zwischen allen Beteiligten. Man einigt sich auf bestimmte Regeln und jeder möchte sich darauf verlassen können. Ein Teil der Menschen könne das aber nicht.

Mir geht es aber gar nicht um die schlimmen Ereignissen, die streitbaren Argumente, die Frage ob Trevor recht hat oder um die andere Frage, ob ich mir aus der Ferne ein Urteil erlauben darf.

Was mich wirklich schockt ist folgendes:

In diesem Video sehe ich einen Mann, der offensichtlich tief enttäuscht ist. Einen erfolgreichen (sonst auch witzigen, smarten, sympathischen) Mann, der viel Anerkennung genießt als schwarzer Entertainer aber auch selbst Teil dieser betroffenen Gruppe ist.

Er – ein Privilegierter – scheint vom Glauben an das Gute abgekommen zu sein. Es sieht aus, als würde er sich selbst langsam auch Sorgen um seine Sicherheit machen. Es scheint als hätte er seine Meinung geändert von:

„Es liegt vieles im Argen aber wir müssen an die Gesellschaft glauben und nach den Regeln spielen.“

Hin zu:

„Die Gesellschaft verletzt täglich unsere Rechte, dann ist es nur fair, wenn wir aus Protest das Gleiche tun.“

Ich finde es erschreckend zu beobachten was da passiert und hoffe zu tiefst, dass sich die Lage wieder beruhigt und einen guten Ausgang findet.

Glaube und Vertrauen

Auch Hollywood Action-Filme tragen ja oft mit interessante Zitate in sich.

In „Man of Steel“ steht Superman vor der Entscheidung, ob er sich seinen Feinden ausliefern soll, um die Menschen zu schützen. Er fragt einen Priester ob er darauf vertrauen könne, dass die Feinde ihr Wort halten. Und darüber hinaus, könne er überhaupt den Menschen trauen? Der Priester antwortet:

„Manchmal muss man riskieren einfach an etwas zu glauben, das Vertrauen kommt später.“ (Video)

Darin steckt eigentlich alles.

Wenn man Vertauen einfordert, oder auf etwas vertrauen können möchte, muss man zuerst selbst ins Risiko gehen. Etwas geben, einen eigenen Vertrauensvorschuss.

Dieses Muster hatte ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. Dort hatte ich es so ausgedrückt:

„Du kannst nicht gesehen werden, bevor du selbst lernst zu sehen.“

Interessant, wie einem diese Dinge immer wieder auf unterschiedliche Art begegnen. Es muss etwas dran sein.

5 Mal W

Die 5-W-Methode hilft in nahezu allen Lebenslagen, wenn es darum geht den echten Grund für ein Problem aufzudecken.

Warum ich sie so toll finde ist einfach: Sie passt nahezu immer, ist sehr einfach umzusetzen und sie funktioniert.

W steht für „Warum“ und die gesamte Methode ist eigentlich schon erklärt, indem man sagt: „Frage einfach solange Warum, bis du keine Antwort mehr findest.“ Meistens ist spätestens nach 5 Fragen der Fall, wenn nötig darf man aber ruhig weitermachen.

Wenn uns das peinlich wird, sollten wir das unsere Kinder (unter 6 Jahren) erledigen lassen.

Die 5-W’s eignen sich vor allem um zu untersuchen, wie menschliches Verhalten einen Prozess beeinflusst. Komplexe rein-maschinelle Prozesse, sind also die einzigen Fälle bei denen wir sie nicht gebrauchen können.

Ansonsten passt sie bei geschäftlichen Optimierungs- und Change-Projekten, Lebenswegentscheidungen, Eheproblemen, Kaufplanungen, Urlaubsüberlegungen etc.

Wir sollten Sie viel öfter einsetzen.

Empathie und Sympathie

Was ist der Unterschied?

Eine dieser Beiden ist die Königin der zwischenmenschlichen Interaktion, die andere ist die dunkle Fee.

Empathie, oder auch Mitgefühl, bezeichnet die Bereitschaft sich in den Anderen hinein zu versetzen. Auch und gerade wenn man anderer Meinung ist, leistet man dabei schwere emotionale Arbeit.

Man versetzt sich bewusst in einen Zustand, der unangenehm ist um eine Verbindung zum Anderen herzustellen.

Beispiel:

Eine Freundin hat ihren Vater verloren. Uns selbst ist das vor einem Jahr auch passiert, oder wir mussten den Verlust eines anderen geliebten Menschen verkraften.

Empathisch ist es, sich geistig in diese Situation zu begeben, den Schmerz selbst nach zu vollziehen und der Freundin dann zu sagen: „Ich kenne deinen Schmerz, du bist nicht allein.“

Es geht auch ohne persönliche Erfahrung: „Ich weiß gar nicht was ich dazu jetzt sagen soll, aber ich bin froh, dass du es mir erzählt hast. Ich bin für dich da.“

Sympathie oder auch Mitleid, findet ohne die emotionale Arbeit statt. Es ist eine oberflächliche Geste der Höflichkeit. Der Andere hat unser Verständnis und wie bedauern seine Lage, aber mehr wollen wir damit nicht zu tun haben.

„Wie geht es dir? Dein Vater ist verstorben? Oje, das tut mir leid. Dann denke jetzt mal nicht an die Arbeit und bleibe lieber ein paar Tage zu Hause.“

Empathie stellt eine Verbindung zu dem Anderen her. Sympathie beobachtet eher aus der Distanz.

Hier ist ein tolles kurzes Video zu diesem Thema: Brené Brown on Empathy

Irgendwie seltsam

Seltsam, komisch, eigenartig, was ist das eigentlich?

Was ist es, das wir seltsam finden? Hat uns schon mal jemand gesagt, wir seien irgendwie seltsam? Wie hat sich das angefühlt?

Welche Dinge, welche Menschen kommen uns in den Sinn, wenn wir an das Wort „seltsam“ denken?

In der Regel ist all das seltsam, was wir nicht verstehen.

Und wie stehen wir nun zu diesem seltsam Fremden?

Interessiert, zugewandt oder ängstlich, abwehrend?

Die wichtigste Frage von allen

Wozu ist das gut?

Viel zu oft, tun wir Dinge nur aus Reflex – wir laufen der Herde nach. Oder wir tun sie aus Gewohnheit – haben wir schließlich schon immer so gemacht.

Das ist ein großer Fehler, aus mehreren Gründen. Wenn wir nicht genau wissen warum wir etwas tun sollen:

  1. können wir nicht beurteilen, ob wir es wirklich gut machen,
  2. wissen wir nicht was wir dabei lernen können,
  3. werden wir möglicherweise nicht unser volles Potenzial einbringen, weil wir unsere Kreativität nicht vollständig nutzen.

Unsere Arbeit wird nur mittelmäßig sein und somit betrügen wir uns selbst und andere.

Vor jeder Sache die wir tun, zumindest wenn sie neu für uns ist, oder wichtig, sollten wir uns diese Frage stellen: Wozu ist das gut?

Auch für unsere Kinder ist das wichtig.

Wenn wir Eltern wollen, dass sie das Lernen (z. B. in der Schule) als sinnvoll begreifen, müssen wir ihnen beibringen nach diesem Sinn zu fragen.

Wozu ist es gut, dass ich diesen Text aus dem Buch abschreibe? Wozu ist es gut, das kleine Einmaleins zu lernen? Wozu ist es gut Englisch zu können?

Automatisch erklärt ihnen das meistens niemand. Für den Erfolg und die Motivation ist der Sinn aber entscheidend.

Veränderung ist einfach

Ganz recht, außerdem geht es extrem schnell. Das sagt jedenfalls Tom Peters in „The Pursuit of Wow“. Und er hat recht.

Um uns zu ändern, brauchen wir einen Bruchteil einer Sekunde.

Was allerdings ein Leben lang dauern kann, ist es die Veränderung zu bewahren.

Veränderung ist eine einfache Entscheidung. Die Arbeit kommt danach.

Was sollen wir lesen?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich erfolgreiche Menschen ständig neue Ideen aus Büchern holen.

Warren Buffet, Bill Gates, Jeff Bezos, & Co. (um mal die reichsten der Reichen zu nennen, aber auch andere berühmte Persönlichkeiten geben an täglich zu lesen.

Und zwar ziemlich viel. 2-4 Bücher pro Monat.

Ich selbst versuche da halbwegs Schritt zu halten, indem ich Hörbücher höre.

Aber was ist es denn wert zu lesen? Was ist ein Muss?

Anstatt jetzt hier meine eigenen Buchempfehlungen zu platzieren, verweise ich lieber auf diese Webseite:

https://www.goodbooks.io/

Hier findet man Buchempfehlungen von hunderten äußerst erfolgreichen Menschen. Es lohnt sich dort vorbei zu schauen.

Denke immer an Regel Nr. 6

Regel Nr. 6 hilft uns immer wenn wir zweifeln, ratlos sind, wütend, frustriert, genervt, ängstlich oder erschüttert.

Natürlich könnte ich es niemals so großartig erzählen wie der wunderbare Benjamin Zander hier: Benjamin Zander Rule No. 6

Hier ist die Geschichte trotzdem:

Zwei Premierminister sitzen zusammen in Beratungen, plötzlich fliegt die Tür auf und ein Mann kommt, völlig außer sich, in den Raum. Er gestikuliert wild, knurrt und flucht, also unterbrechen die Staatsmänner ihr Gespräch.

Der Gastgeber steht auf und sagt: „Peter, bitte denke an Regel Nr. 6.“

Sofort beruhigt sich Peter, er verbeugt und entschuldigt sich, bevor er den Raum verlässt. Also beginnen sie wieder mit Ihrer Unterhaltung.

20 Minuten später, springt die Tür wieder auf. Eine Frau kommt herein, sie ist hysterisch, die Haare fliegen, Mascara läuft, ein komplettes Durcheinander.

Der Premierminister sagt erneut: „Maria bitte, erinnere dich an Regel Nr. 6.“

Maria hält sofort erschrocken inne, beruhigt, verbeugt, entschuldigt sich und verlässt den Raum.

20 Minuten später passiert es ein drittes Mal. Danach fragt der besuchende Premierminister zaghaft:

„Mein lieber Kollege, das ist wirklich erstaunlich, ich kann es kaum glauben. 3 Menschen kommen in den Raum, außer Kontrolle. Und alles was Sie sagen ist, Regel Nr. 6. Wäre es vieleicht möglich, dass sie mir verraten würden was Regel Nr. 6 bedeutet?“

Der Gastgeber sagt: „Oh, Regel Nr. 6 ist sehr einfach.“

Nimm dich selbst nicht so gottverdammt ernst!“

Da sagt der Besucher erstaunt: „Oh, das klingt nach einer sinnvollen Regel, darf ich auch fragen wie die anderen Regeln lauten?“

Gastgeber: „Es gibt keine Anderen.“

30 Tage, 13 Projekte

Heute bin ich einfach mal stolz.

In den letzen 30 Tagen habe ich an einer unglaublichen Reise teilgenommen.

Es war anstrengend.

Schreiben bis in die Nacht um Projekte abzuschließen, Videokonferenzen über 6 Stunden an Sonntagen, angst-einflößende Offenheit gegenüber Fremden, graben in der eigenen Seele, auf der Suche nach Antworten, überwinden von persönlichen Grenzen. Die Komfortzone ist woanders.

Und was soll ich sagen, es war toll.

Ich durfte einen ganzen Monat mit 100 klugen, großzügigen, empathischen, inspirierenden und engagierten Menschen aus der ganzen Welt verbringen. Ich habe neue Dinge gelernt, über mich, das Leben und über das Arbeiten. Die waren sowohl überraschend als auch erleuchtend. Ich habe Dinge geschafft, die ich mir selbst nicht zugetraut hatte.

Jetzt bin ich offiziell ein „Raven“.

„Seth Godins altMBA“ ist ein intensiver Workshop über 30 Tage, in denen 13 Projekte bearbeitet werden. Man lernt zu führen, zu sehen, zuzuhören, emotionale Arbeit zu suchen, zu liefern, Feedback zu geben, Hindernisse in Vorteile zu verwandeln, Krawall zu machen.

War es das Wert? Auf jeden Fall. Und jetzt geht es erst los.

Finite And Infinite Games

Hier möchte ich ein Buch empfehlen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit als Hörbuch gehört habe. „Finite and Infinite Games“ von James Carse.

Die Grundaussage und was man daraus alles ableiten kann, ist hochinteressant.

Es gibt endliche (finite) und unendliche (infinite) Spiele. Endliche Spiele spielt man um sie zu gewinnen. Unendliche spielt man um sie einfach immer weiter zu spielen.

Als „Spiele“ kann man nun eigentlich alles betrachten, was in unserem Leben geschieht. Die Frage welches Spiel man spielt, ist also auch die Frage danach, welche Absichten man hegt.

In endlichen (finite) Spielen gibt es Gewinner und Verlierer und Angst. In unendlichen (infinite) Spielen geht es um die Gemeinschaft und um gemeinsame Ziele.

Wir sollten versuchen mehr unendliche Spiele zu spielen. Dazu benötigen wir Empathie, Engagement und eine vertrauensvolle Umgebung.

Über diesen interessanten Ansatz und dessen Hintergründe hinaus, fand ich das Buch etwas langatmig. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier: „FINITE AND INFINITE GAMES“

Storytelling ist überall

Das Storys im Marketing eine große Rolle spielen und wie man sie integrieren kann, habe ich schon an dieser Stelle ausführlich beschrieben.

Insbesondere geht es um die große Kraft der Heldenreise.

In den letzten Tagen ist mir aber noch klarer geworden, das wir dieses Prinzip überall anwenden können und sollten.

Im Grunde in jedem Gespräch, sei es geschäftlich oder privat.

Wir sind nicht die Helden. Unsere Gesprächspartner sind es. Wir sollten zunächst einmal versuchen den Gegenüber zu verstehen und Hilfe anzubieten.

Das bedeutet in erster Linie zuhören – nicht gleich Lösungen aufzeigen.

Wir sollten versuchen zu sehen und zulassen, gesehen zu werden.

Es beginnt mit Empathie und dem ehrlichen Wunsch den Anderen voranzubringen.

Freiheit scheint wieder wichtiger zu werden – aber nicht für alle

Ich beobachte zwei Dinge:

1. Viele Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen mit der Begründung, sie würden die Freiheit unverhältnismäßig einschränken. Das würde gegen diverse Grundrechte verstoßen

2. Viele Menschen sehnen die Wiedereröffnung der Schulen herbei, was de facto bedeutet, die Schulpflicht im Schulgebäude wird wieder umgesetzt.

Einem Kind die gesetzliche Pflicht aufzuerlegen, zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein, ist keine Freiheit, auch hier sind die Grundrechte massiv beschnitten. Es gibt keine Pflicht des Staates Bildung bereit zu stellen oder ein Recht der Bürger auf Bildung – nein, es ist umgekehrt. Wer nicht anwesend ist macht sich (bzw. seine Eltern) strafbar.

Dazu kommen aktuell die Abstandsregelungen, und strengere Aufenthaltsbestimmungen. Freunde dürfen sich nicht umarmen, in dem Pausen kann nicht ausgelassen gespielt werden, Klassen werden geteilt, Gänge, Treppen und Aufenthaltsräume ebenfalls.

Ist diese Form von organisiertem Zwangsaufenthalt noch kindgerecht?

Menschenwürdig?

Wie kann man einerseits gegen Freiheitseinschränkungen im Zusammenhang mit Corona demonstrieren, dann aber die Schulpflicht begrüßen, vor allem unter den aktuellen Umständen?

Brauchen wir Ziele?

Es kommt darauf an.

Ich erlebe, dass es oft nichts wichtigereszu geben scheint als Ziele. Konkrete, messbare, realistische Ziele (siehe SMART). Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir das „richtig“ definieren um konzentriert und planvoll darauf hinzuarbeiten. Wir müssen zwischendurch unseren Fortschritt überprüfen und wenn nötig den Kurs korrigieren.

Bedeutet das, wenn ich solche Ziele nicht finde bin ich unproduktiv, unmotiviert, orientierungslos? Weiß ich dann gar nicht „richtig“ was ich will?

Worauf kommt es an?

Darauf, wofür so ein Ziel gut ist.

Wenn ich eine Mission habe, tief im Herzen genau das erreichen möchte, dann macht es Sinn die Sache zielstrebig anzugehen.

Das hat aber nicht jeder. Ich behaupte sogar, das haben die Wenigsten.

Seinen „Nordstern“ zu kennen und sich dessen wirklich sicher zu sein ist etwas sehr besonderes – eine Lebensaufgabe.

Ich glaube nicht, dass man seine Zeit und Kraft darauf verwenden sollte das Ziel zu suchen.

Was bringt mir das? Wenn ich es bewusst gesucht habe, ist es dann wirklich echt?

Wenn man etwas wirklich und wahrhaftig will, dann muss man das nicht suchen. Dann können wir uns darauf konzentrieren den Weg dorthin möglichst effektiv und effizient zu gestalten (gerne auch mit SMARTen Zielen).

Alle anderen können das gleiche machen. Wir sollten uns darauf konzentrieren WIE wir etwas machen anstatt unser ganzes Leben nach dem heiligen Gral zu suchen.

The grass is always greener on the other side

Die große Sehnsucht nach Veränderung. Wenn wir unzufrieden sind, dann möchten wir etwas tun. Allzu schnell legen wir uns jedoch fest, bevor wir alle Möglichkeiten ausgelotet haben.

Auf der anderen Seite des Zaunes, da ist der Rasen viel schöner, lass uns umziehen. Veränderung jetzt, koste es was es wolle.

Nicht, dass sie grundsätzlich falsch wäre. Veränderung ist immer möglich und sehr oft auch positiv.

Aber Sie ist nicht leicht.

Egal ob man selbstständig ist, oder angestellt, zur Arbeit pendelt oder umzieht, hierbleibt oder auswandert.

Für jede Entscheidung gibt es Opportunitätskosten. Es ist immer mit Arbeit verbunden, oder mit Geld oder weniger Sicherheit.

Was wir uns einreden zu brauchen, um glücklich zu sein, sind selbst auferlegte Beschränkungen. Sie bringen uns zu der Geschichte, die wir uns selbst erzählen wollen.

Manchmal lohnt es sich jedoch Schranken zu öffnen, den Blick zu weiten und zu erkunden, ob es da noch andere Geschichten gibt. Vielleicht sind wie denen schon näher als wir glauben.

Wie wir konstruktiv miteinander reden

Aus meiner Sicht hat sich die Sache schon in der Debatte über den Klimawandel zugespitzt. In der Corona-Krise wird es jetzt noch drastischer:

Die Kommunikation zwischen den Menschen wird zunehmend unfreundlicher und ungeduldiger. Es stehen sich meist extreme Meinungen gegenüber. Der Wille zu Kompromiss ist selten geworden.

So ist Streit vorprogrammiert.

Um in solchen Situationen vernünftig zu reagieren sollten wir zunächst etwas erkennen:

Haben wir es mit Fakten, Meinungen oder Ideologien zu tun? Danach können wir entsprechende kommunikative Strategien anwenden.

Welche das sind?

In diesem Video (8 Min.) hat es Benedikt Held gewohnt eloquent erklärt:
Verschwörungstheorien vs Verblendete? Argumentieren in Krisenzeiten

Niemand ist wie Donald Bradman

Donald Bradman war der beste Sportler aller Zeiten.

Er spielte Kricket und war darin so außerordentlich gut, dass ihm vor und nach seiner Karriere kein zweiter Spieler auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.

Gemittelt über die gesamte Karriere:

Mit einem Schlagdurchschnitt von 30, kann man im Kricket als Profispieler mithalten. Ein überdurchschnittlicher Spieler kommt auf über 50. Nur 3 anderen Spielern in der Geschichte, gelang es (knapp) über 60 zu kommen.

Donald Bradman liegt bei 99,94.

Es gibt auch keinen anderen Sportler, in keiner Sportart, der ansatzweise so dominant war. Bradman war 3x besser im Kricket als Michael Jordan im Basketball.

Er war von einer anderen Welt, er war perfekt.

Wir sind nicht Donald Bradman, niemand kann das sein – nicht einmal Jordan, Messi oder Federer.

Deshalb müssen wir aufhören perfekt sein zu wollen und anfangen uns auf „gut genug“ zu konzentrieren.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht

In unserem Handeln lassen wir uns oft von Beschränkungen leiten.

„Dieses kann ich nicht, für jenes fehlt das Geld oder die Zeit…“

Im Buch  „A beautiful constraint“, von Adam Morgan und Mark Barden geht es darum, diese Beschränkungen in Stärken zu verwandeln.

Ein Beispiel:

Im Jahr 2006 wollte die Firma Audi das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen.

Wie gewinnt man so ein Rennen? Man baut das schnellste Auto.

Das zu schaffen war jedoch ein schier unmögliches Unterfangen. Die Konkurrenz schien Lichtjahre entfernt. Das war also eine Beschränkung, die nicht zu überwinden war.

Aber vielleicht konnte man sie umgehen.

Audi war Vorreiter in der Dieseltechnologie. Es war zwar unmöglich ein Diesel-getriebenes Rennauto zu entwickeln, was schneller wäre als die anderen, aber es würde effizienter sein.

Die Audis benötigten deutlich weniger Tankstopps als die Konkurrenz und so konnte man das Rennen 3 Jahre in Folge mit großem Abstand gewinnen.

Was heißt das jetzt für uns?

Beschränkungen, die wir schnell für alles in unserem Leben identifizieren, müssen vielleicht gar nicht überwunden werden. Vielleicht tragen sie einen großen Vorteil in sich, den wir nutzen können um unsere Ziele zu erreichen.

Die Macht der Reflexion

Oft nehmen wir uns nicht die Zeit etwas Gelerntes oder Getanes noch einmal zu reflektieren. Das bedeutet, uns etwas zeitlichen Abstand zu gönnen und mit neuen Augen auf die Sache zu blicken.

Wurde unsere Sicht in der Zwischenzeit beeinflusst oder gar verändert?

Durch Feedback, Kritik, neue Erkenntnisse.

In vielen Standard-Prozessoptimierungen, besteht der letzte Schritt aus der Revision, bzw. aus der Überprüfung (z. B. hier). Das ist nichts anderes als reflektieren des aktuellen Prozesses auf die neuen Erkenntnisse.

Ich behaupte, dass dieser Schritt viel zu oft unter den Tisch fällt. Projekt abgeschlossen, auf zum Nächsten.

Dabei sollte das nicht nur ein Bestandteil in professionellen Projekten sein – und beachtet werden. Selbstreflexion sollte sogar in unser aller Leben einen wichtigen Platz einnehmen.

Was habe ich heute erlebt und getan? Wie habe ich andere beeinflusst? Was hat mich beeinflusst? Was sehe ich jetzt anders?

Diese Schritt ist immens wichtig. Fast immer – eigentlich behaupte ich sogar ganz immer – fällt uns nämlich etwas auf, was wir noch anders machen können, vielleicht sogar müssen.

Ein Teil meiner Reflexion ist zum Beispiel dieser Blog.

Sehen lernen

Gestern ging es darum die Spannung einzusetzen die durch Stille entsteht, um Entscheidungen leichter herbeizuführen.

Doch was sich hier egoistisch erscheint, können wir auch anders betrachten. Was wenn wir die Stille als Geschenk begreifen?

Durch unser innehalten und durch die Spannung ermöglichen wir dem anderen uns zu sehen. Wir ermöglichen ihm unseren Nutzen für ihn zu sehen. Wir öffnen uns, laufen nicht weg sondern halten die Spannung aus.

Andererseits müssen wir dazu auch selber sehen können.

Der englische Untertitel von Seth Godins Buch “This is Marketing” lautet: “You can’t be seen until you learn to see.”

Du kannst nicht gesehen werden, bis du selbst lernst zu sehen.

Auch aus der gegenüberliegenden Perspektive ist das ein wertvoller Gedanke:

Du kannst nicht sehen, bevor du dich selbst zeigst – bevor du dich öffnest, in deiner ganzen Verwundbarkeit und es anderen ermöglichst dich zu sehen.

Was wollen wir eigentlich sehen?

Die Stärken, Erfolge, Taten, Versuche, Schwierigkeiten, Absichten, Gelegenheiten etc. unserer Kollegen, Partner und sonstigen Mitmenschen.

Wir können zeigen, das wir den Anderen wahrnehmen, indem wir darauf hinweisen.

“Ich sehe was du vorhast. Ich verstehe was du meinst. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg. Das hast du toll gemacht.” Hier geht es um ehrliche Anerkennung, nicht um Bauchpinselei.

Das Sehen und das gesehen werden sind voneinander abhängig.

Wege um das zu lernen und zu demonstrieren sind:

  1. Andere wahrzunehmen indem wir Anerkennung aussprechen.
  2. Uns zu öffnen indem wir die Spannung der Stille aushalten.

Lass die Anderen nicht vom Haken

Nehmen wir an, wir wollen etwas. Etwas verkaufen, etwas beschließen, etwas bewirken. Natürlich etwas positives.

Damit verlangen wir unserem Gegenüber eine Entscheidung ab.

Und Entscheidungen, egal wie positiv sie sein mögen, erfordern Veränderungen. Deshalb ist es der erste Reflex von uns allen, nein zu sagen, oder gar nichts zu sagen.

In diesem Moment entsteht oft eine unangenehme Stille. Sekunden werden zu Stunden und wir sind instinktiv versucht die Stille zu brechen.

Das dürfen wir nicht tun.

Wir würden den anderen vom Haken lassen und das wäre nicht nur nachteilig für uns sondern auch für ihn.

Indem wir jetzt zurück rudern, berauben wir den Anderen der Chance sich vorwärts zu bewegen, sich zu verbessern.

Wie fühlt es sich an?

Wenn wir nach einer Gehaltserhöhung fragen oder versuchen, ein Budget für ein Projekt zu bekommen, und die andere Person nicht sofort antwortet, entsteht diese unangenehme Stille.

In diesem Moment fühlen wir uns sofort unwohl. Wir haben das Gefühl, etwas zu verlieren. Es ist die Angst, ein „Nein“ zu bekommen, abgelehnt oder sogar ausgelacht zu werden. Wenn die Spannung zunimmt, haben wir das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Woran denken die gerade? Wird jemand die unerwartete Frage stellen, die meiner Argumentation das Genick bricht?

Wie können wir die Stille ertragen?

Wenn ich weiß, dass das passieren wird, versuche ich mich vorbereiten.

  1. Alternativen
    Die Angst, die sich innerhalb von 3 Sekunden zu Panik entwickelt, ist umso größer, je weniger Möglichkeiten ich habe. Wenn ich mit einem bestehenden Angebot eines anderen Unternehmens in meine Gehaltsverhandlung gehen, kann es ein entspanntes Gespräch werden.
  2. Objektivität
    Wenn es um Angst oder gar Panik geht, denken wir an den Worst-Case. Meistens ist das weit übertrieben. Mir hilft es, vorher darüber nachzudenken. Wenn ich um eine Gehaltserhöhung bitte, wird mein Chef mich dann entlassen? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht führt es sogar zu einem konstruktiven Gespräch.

Es gibt noch eine andere Strategie, die zuvor für mich funktioniert hat:

Ich musste eine kleine Projektgruppe leiten und die Arbeit dem Team zuweisen. Das Projekt war freiwillig und deshalb wollte ich auch, dass sich die Mitglieder freiwillig für ihren Teil melden.

Ich fragte: „Wer will das machen?“ – Stille.

Ich wartete ein paar Sekunden, aber alle schauten nach unten und niemand brach die Stille.

Ich konnte nicht länger warten, also wiederholte ich die Frage – keine Erklärung, nur die Wiederholung:

“Wer will das machen?“

Es fühlte sich wie eine Verstärkung an. Danach hatte ich meinen Freiwilligen.

Management vs. Leadership

Diese Beiden schließen sich nicht aus, gehören aber auch nicht unbedingt zusammen.

Manager wird man durch Autorität. Man hat eine bestimmte Stellung in der Hierarchie und der Hauptteil dieser Arbeit besteht in der Organisation.

Ein Leader oder auf deutsch Anführer braucht keine Autorität. Man trifft eine Wahl, übernimmt Verantwortung und geht voran.

Jeder kann ein Leader sein.

Wir sollten jeden Tag verkaufen

Das überraschende daran ist, dass wir dazu gar keine Berufs-Verkäufer sein müssen. Wir verkaufen uns selbst und unsere Ideen.

Warum überraschend?

Weil es uns oft gar nicht bewusst ist. Immer wenn wir auf Widerstand stoßen, bei unseren Kindern, unseren Partnern, Freunden, Kollegen usw., immer dann haben wir schlecht verkauft.

Vielleicht haben wir damit begonnen was wir wollen. Oder wir haben erklärt, welche Lösung wir für am Besten halten, welche Vorteile wir darin sehen, usw.

In einem informativen Gespräch ist das natürlich ok aber wenn wir etwas erreichen wollen, dann geht das besser.

Nehmen wir an wir können uns vorbereiten, dann können wir ein Muster identifizieren, dem unser Gesprächspartner zustimmt. Auf Basis dieses Musters können wir eine Geschichte erzählen, die ihn betrifft.

Oder wir beginnen gleich zu fragen. Nach seiner Situation, nach seinen Problemen, nach den Auswirkungen dieser Probleme und nach dem Nutzen einer Lösung. (Mehr dazu hier: SPIN-Selling). So findet unser Gesprächspartner die richtige Lösung von selbst.

„Niemand möchte etwas verkauft bekommen aber die meisten Menschen kaufen gern.“ (nicht von mir)

Ist das Manipulation?

Das kommt natürlich darauf an und dass können wir selbst am Besten einschätzen. Wir müssen es auch.

Wenn wir den Anderen zu etwas Nachteiligem überreden wollen oder wenn wir wissen, dass er das eigentlich nicht will – ja, dann ist es Manipulation.

Das sollten wir nicht tun.

Allerdings werden wir in diesem Fall auch kaum „erfolgreich“ sein. An den Antworten auf unsere Fragen werden Beide (wir und unser Gegenüber ) merken, dass unsere Lösung nicht passt. Wir haben Zeit gespart.

Ansonsten – nein.

Wenn wir ehrlich überzeugt davon sind, dass unsere Lösung positiv für unser Gegenüber ist, dann sind wir sogar verpflichtet unser Möglichstes zu tun um ihm „seine Geschichte“ zu verkaufen.

Wie wir bessere Anführer werden

… frage ich mich schon seit längerem. Pauschal beantworten, kann ich es nicht.

Natürlich habe ich trotzdem eine Idee.

Üben.

In den letzten 2 Wochen habe ich beobachtet, wie sehr das Führungsverhalten von der Gruppe insgesamt und vom Status ihrer Einzelmitglieder abhängt.

In jeder Woche war ich Teil einer anderen Projektgruppe. Während sich in Woche 1 sofort Anführer gefunden, und die Gruppe getragen haben, war das in Woche 2 nicht so einfach.

In Woche 1 gab es Teilnehmer mit hohem Status aufgrund Ihrer Erfahrung und ihrer Persönlichkeit. Sie leiteten die Diskussion ganz selbstverständlich.

Die Gruppenmitglieder in meiner 2. Woche hatten alle ähnliche Erfahrung und eine ähnliche Persönlichkeit. Ein Anführer hat sich hier nicht auf Anhieb gefunden.

Deshalb hatte ich den Eindruck, dass wir zeitweilig ohne klaren Plan dahintreiben würden, anstatt auf unser Ziel zuzusteuern.

Sollte ich jetzt die Initiative ergreifen und selbst die Führung übernehmen. Ich habe es versucht, es war jedoch schwer. Welche Zweifel, und welche Beschränkungen haben mich zurückgehalten? Zumindest war klar, dass sie alle von mir selbst kommen:

  • Niemand hat mich offiziell ausgewählt.
  • Ich habe nicht mehr Erfahrung als die anderen.
  • Ich möchte nicht arrogant und besserwisserisch erscheinen.
  • Wird es Streit geben?
  • Was wenn ich unrecht habe?

Diese und andere Ausreden, helfen Niemandem. Wir brauchen weder offiziell verliehene Macht, noch wird es jemals eine Führungsperson geben, die immer alles richtig macht.

Man kann jedoch spüren, wenn es Zeit ist das Richtige zu tun, und es tun. Wahrscheinlich sind die anderen sogar dankbar, das wir die Verantwortung ergreifen.

Wie schaffen wir es, das zu spüren?

Ich denke wir müssen es lernen und wollen. Deshalb sind wir hier wieder am Anfang.

Üben.

Zivilisation geht nur mit Kompromissen

Seit einigen Jahren kann man (wenn man will) sehr deutlich beobachten, dass Kompromisse nicht mehr gefragt sind.

Überall muss ich mich klar und deutlich für eine Seite entscheiden. Möglichst schnell und gerne auch radikal.

Radikal, dass war eigentlich mal etwas unaussprechliches.

Heute ist es cool, wenn man möglichst weit außen steht, so wie in den Siebzigern, „als die Jugend noch rebellisch war.“ Der Kompromiss, der eigentlich die Basis unserer Demokratie ist – denn ohne Kompromisse gibt es die nicht – der ist ziemlich out.

Vor allem in der Politik fällt das auf. Die Ränder werden stärker, weil dort die sind, die eine klare Meinung haben, ohne wenn und aber. Man könnte auch sagen eine einfache Meinungen, ohne Weitsicht.

Wenn wir weiterhin die große Errungenschaft unserer freien, friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft genießen möchten, dann sollten wir Kompromisse wieder stärker schätzen lernen.

Natürlich ist das anstrengend. Es erfordert Zeit sich die Meinung aller anzuhören, Fakten aus mehreren Quellen zu prüfen, zu debattieren, zu verhandeln und manchmal auch zu streiten.

Für Außenstehende wirkt dass dann oft wie Gemauschel, der kleinste gemeinsame Nenner und die Mühe nicht wert.

Tatsächlich sorgen aber Kompromisse dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt, niemand auf der Strecke bleibt und alle am gleichen Strang ziehen. Kompromisse vereinen, radikale Alleingänge spalten.

Wie siehst du die Welt?

Politik: Was ist wichtiger: Sicherheit, Freiheit oder Gerechtigkeit? Konservativ, liberal, sozial?

Glauben: Glaubst du oder glaubst du nicht? Woran glaubst du (nicht)? Gott? Den Klimawandel? Den freien Markt? Das Gute im Menschen? Glauben wir nicht alle irgendetwas?

Familie: Was ist für dich Familie? Deine Ehe? Dein Haushalt? Deine Verwandten? Dein Fußballverein?

Macht: Was ist stärker, die Feder oder das Schwert?

Reichtum: Welche Länder sind reich? Wie misst man denn Reichtum – materiell oder immateriell? Welche Länder sind reich?

Wir alle sind unterschiedlich. Wir sehen die Welt mit anderen Augen. Jemanden zu kennen, bedeutet zu wissen welches Bild sie (oder er) von der Welt hat. Es reicht nicht, den Namen zu kennen, einige Fotos gesehen oder Erlebnisse geteilt zu haben.

Wenn wir abschätzen wollen warum jemand tut was er tut und wie er es tut, dann müssen wir uns in dessen Weltsicht hineinversetzen.

Das hilft beim Geschäftlichen, beim Dating, bei Familientreffen, an der Wahlurne, im Straßenverkehr und auch im Internet.

Schadet Schule unseren Kindern?

Damit habe ich mich in den letzten Tagen stark beschäftigt und ich habe unter anderem gelernt, dass „Framing“ einen unglaublichen Einfluss auf die Antwort hat.

Erzählen wir uns die Geschichte emotional oder schaffen wir es den Fall rational und neutral zu betrachten? Dies ist aber ein Thema für einen anderen Beitrag.

Hier ist das unglaublich schwer doch ich habe es tatsächlich geschafft, bei meiner Aufgabe (es ging um die Erarbeitung einer Entscheidung zu diesem Thema) rational zu bleiben.

Der genaue Anlass ist hier nicht wichtig aber mein Text führte zu Rückfragen. Eben wie Schule unseren Kindern schaden könne. Völlig ohne Vorwurf übrigens, die Frage wurde mir aus aufrichtiger Neugier gestellt.

Auf die Rückfrage habe ich geantwortet und meine Antwort möchte ich gern aufbewahren. Ich denke, dass ich das ganz gut zusammengefasst habe (wenn auch dieses Mal emotional), deshalb poste ich sie hier.


Hi …
thanks for your reply.
Of course I could give you some examples from our life as this is the only thing I can talk about and decide on. Every family and every child is different. That is also why I wouldn’t allow myself proposing on behalf of others. I’m not against school in general, I only would appreciate the possibility to choose without facing legal consequences.

For us it looks like this:
Our two girls are 2 and 9, our boys are 7 and 8. So we have 3 kids at school-age right now.
As you have seen in the table I respect the outcome, school has on social connections. But in the end, they have plenty of contact outside of school too. They have each other, there are other children in our street, they play with, the boys are in the football-club and in the youth fire-brigade.
Our 9-year-old attends music-school and kids-yoga-classes and our youngest also meets same-age-friends (before social-distancing in GER). They also have there grandparents and other relatives nearby. Thats why I’m sure social contact and experience are no problem in our case.

The learning outcomes:
This is kind of a question of belief. We belief, the children’s learning performance is best, when they can follow their interests. They have no chance to do that at school. They have 45min maths, 45min history, 45min biology, 45min german, 45min … We belief this is not how learning works (and we are not alone in this belief, it is quiet common sense, only the public school system keeps it this way).

All of our kids read before they entered school (not Goethe of course but small text-pieces in children’s books) and they also were able to sum up within 1-10. They enjoyed it.

They learned it by themselves during our camping holidays with Tip-Toi-books and with our support. We have read to them loud every evening from their fist weeks of life. It was our ritual. They wanted to learn it and they were so proud. After the first month at school it was gone. No interest in reading anymore.

They also wrote us letters. Not correct of course but it was play for them. They invited us to stage performances, they arranged on their own (circus, including costumes, text, choreography and stage-building). This was also play for them. And in these 1-2 summer-weeks they learned more than in their whole first school year.

Right now my daughter learns sewing. And my youngest son (as simple as that) strongly improves his reading with Super Mario Video Games. It’s a lot of text in there and if he wants to understand he’d better learn.

We encourage that. We take them with us to museums, show them stuff at the computer (eg. Video- and Photo editing), we renovated their Play-House and build their sandbox together where math, art and handicraft is involved (so many possibilities).

If they find a thing of interest, they dive into it deeply. They do nothing else for weeks (we watched that in summer). 45 min this topic and then 45min that topic (like in school) is unnatural.

A long way but this is how we think we can strengthen their self-esteem and their want to live self-determinate. It also leads to their full potential. They try what they love.

At school my son is forced to transcribe a fictional letter from the school-book to improve his hand writing. And he has to sit still for that.

He hates it.

He is 8 years old and wants to run out and play football the whole day. Time will come when he is interested in fine motor skills. Lots of men are surgeons or painters but not at 8. He is full of power now and it has to get out. He could never ever sit still. But he is evaluated for that. He is told that he is not right. And that is what harms their psychological health. Drip by drip for 13 years.

My story is different from yours. I hated school when I was there and I have no (or only little) good memory of that. Maybe I’m biased but it breaks my heart to see my kids suffering a similar way.
Not to get me wrong, our kids do quiet well so far. They are among the best pear group in their classes, well integrated and respected. But even though we see tendencies, that the obedience-trap will catch them.

This was my emotional framing again. And as mentioned before, please don’t take that as a general advice. It’s only our individual story.

Thanks again for your interest.

See you soon
Robert

Mach es nicht so kompliziert

Warum verkomplizieren wir alles so leicht?

Weil wir es perfekt machen wollen. Selbst wenn wir uns eigentlich vornehmen es möglichst einfach zu halten – wir tappen trotzdem in die Falle.

Heute habe ich diese interessante Geschichte gehört:

Ein Spiel und eine Schauspielübung. Man geht durch einen Raum und zeigt auf verschiedene Dinge und sagt etwas anderes.Wer am schnellsten 20 Dinge schafft gewinnt.

Zum Beispiel zeigt man auf eine Lampe und sagt „Stuhl“. Das ist am Anfang sehr schwierig und erfordert erstaunlich viel Konzentration.

Weil man es instiktiv verkompliziert. Wir wollen besonders kreativ sein, es gut machen und das auch zeigen. Also sagen wir bei jedem Mal etwas Anderes. „Stuhl, Sofa, Hund“, wenn wir auf die Lampe, die Decke, den Fernseher zeigen.

Irgendwann realisieren wir vielleicht, dass wir auch jedes Mal das Gleiche hätten sagen können – solange wir nicht auf den Stuhl gezeigt hätten, wäre der Sieg unser.

Was wäre wenn …?

Feedback zu geben ist eine ziemlich schwierige Sache. Nicht nur emotional sondern auch sachlich. Das lerne ich beim altMBA gerade auf die harte Tour. Es dauert lange und ist anstrengend.

Man möchte den Menschen etwas ehrliches und wertvolles mitgeben, das sie weiterbringt (Über die unterschiedlichen Arten des Feedbacks hatte ich hier geschrieben). Aber was sagt man da?

Unmengen von Informationen prasseln auf uns ein – das meiste verstehen wir gar nicht. Trotzdem wollen wir helfen und wissen, dass wir dabei auch selbst wachsen. Wir müssen es also schaffen, aus all diesem Input, die Essenz heraus zu sieben und genau darauf zu reagieren.

Das geht nur mit Übung. Selbst wenn wir die Techniken theoretisch kennen, werden wir uns am Anfang schwer tun sie umzusetzen.

Hier ist ein Anfang:

Eine gute Reaktion ist meistens eine Frage. Und diese Frage sollte beginnen mit „Was wäre wenn… ?“ – so ist sie möglichst offen.

Mindestens sollte sie mit einen W-Wort beginnen, aber auch „Wie“, „Warum“, „Wo“ usw., lenken die Argumentation in eine bestimmte Richtung, sind also schon teilweise wertend.

Auch rhetorische Fragen sind unangebracht – wenn du einen Rat geben willst, dann gib einen Rat.

Ein einfaches Beispiel:

In einem Gespräch erzählt dein Gegenüber, dass er so viel Stress mit der Buchhaltung hat, sodass er zu nichts anderem mehr kommt.

Möglichkeit 1: „Hasst du mal an einen Steuerberater gedacht?“

Das ist eine geschlossene Frage, auf die man nur mit Ja oder Nein antworten kann. Danach ist das Gespräch möglicherweise erledigt und sie regt den Gegenüber auch nicht sonderlich zum Nachdenken an.

Möglichkeit 2: „Warum nimmst du dir keinen Steuerberater?“

Dünnes Eis! Ist das etwas Kritik? Jedenfalls wäre sie sehr leicht herauszuhören. Genauso schlimm wäre: „Meinst du nicht, du solltest das einen Steuerberater machen lassen?“ – die rhetorische Frage

Möglichkeit 3: „Was wäre wenn das ein Steuerberater machen würde?“

Ok, wer unbedingt will, der kann auch hier einen Vorwurf heraushören. Eigentlich ist das aber die diplomatischste der 3 Varianten und die angestoßenen Denkprozesse für den Gegenüber sind am hilfreichsten.

Wie übst du nun also?

Trainiere aufmerksames Zuhören oder Lesen (wenn dein Input schriftlich vorliegt). Das geht nicht auf Anhieb, wir alle verlieren zwischendurch die Konzentration – deshalb die Übung, bleib dran.

Erst am Ende beginnst du zu überlegen, was du erwidern könntest. Damit dir das leichter fällt, versuche eine Frage zu formulieren, die mit „Was wäre wenn“ beginnt.

Hört auf Träume zu stehlen.

Heute startet für mich ein großes Abenteuer. Ich nehme an Seth Godins altMBA teil.

Und was sich hier (provokant) nach Eliteuni-Managementausbildung anhört, ist genau das nicht.

Es ist keine Ausbildung, es ist Lernen.

Das ist es nämlich worum es uns allen lebenslang gehen sollte. Nicht um Zertifikate sondern um die Erfahrungen die wir machen und die persönliche Weiterentwicklung die wir dadurch erfahren.

Unser altes Schulsystem wurde vor langer Zeit mit einem bestimmten Zweck entwickelt. Diesen Zweck gibt es nicht mehr, also brauchen wir auch das System so nicht mehr.

Der altMBA ist ein intensiver 30-Tage-Workshop. Er ist international, beruht hauptsächlich auf Kooperation und auf dem Prinzip zu liefern um etwas beizutragen.

Er lehrt keine Standard Finanz-Formeln oder Management-Prinzipien. Was er vermittelt, ist die Nutzung von Großzügigkeit und Empathie als Grundlage von echter Führung und effektivem Management.

Es geht darum neugierig zu sein auf die Welt und auf andere Menschen, vor allem weil wir etwas beizutragen können. Ja, wir werden auch gewinnen, aber das folgt automatisch.

Wir wollen die Dinge nicht tun um zu… (Geld verdienen, berühmt werden, anderen helfen…) Das ist alles egoistisch, selbst das letzte Beispiel.

Wir sollten die Dinge tun weil wir es können und weil wir es richtig finden. Aus diesem Blickwinkel ist es eine Sünde zu warten bis wir perfekt sind. Dadurch halten wir etwas zurück, wir stehlen, und zwar unseren Beitrag, der zweifellos wertvoll ist. Nicht für alle aber für einige.

Im altMBA gibt es keine Zertifikate, Noten, Tests oder ähnliches.

Die gibt es nur im alten System. Das suggeriert, dass es für jede Frage eine perfekte Antwort gibt. Würde das stimmen, gäbe es kein Wachstum, keine Weiterentwicklung, keine Träume – sie wären sinnlos.

Der Titel dieses Beitrags kommt natürlich von Seth Godin und er gehört zu diesem herausragenden TEDx-Talk vor Schülern. TEDxYouth: Stop stealing Dreams | Seth Godin

Für mich das intelligenteste, was man in 17 Minuten zum Thema Bildung sagen kann. Unbedingt anschauen.

Englisch wird immer noch unterschätzt

Eine der wichtigsten „Hard-Skills“ neben lesen, schreiben und rechnen ist für mich das Beherrschen der englischen Sprache. Und wir dürfen nicht unterschätzen wie wichtig diese Fähigkeit in Zukunft vor allem für unsere Kinder werden wird.

Mir geht es gar nicht nur um die Möglichkeit sich auf reisen oder online mit anderen Menschen zu verständigen – natürlich ist das auch wichtig.

Es geht mir um Bildung und wie wir sie erlangen.

Bildung erlangen wir heute aus viel mehr Quellen als noch vor 20 Jahren. Es gibt deutlich mehr Bücher. Dazu kommen aber auch Blogs, Podcasts, Videos und Kurse – die meisten davon elektronisch und online.

Das gesamte Wissen der Welt ist heute kostenlos online verfügbar. Doch nur ein Bruchteil davon ist auf deutsch.

Nahezu jedes wirklich erfolgreiche Buch aus einer anderen Sprache, wird ins Englische übersetzt. Bei original englischen Büchern ist das nicht so. Und wenn sie tatsächlich übersetzt werden, dann ist nicht klar ob auch ins Deutsche.

Bei anderen Medien ist das noch deutlicher. Audios und Videos werden nur selten übersetzt (Hollywood-Filme sind da eine Ausnahme).

Wenn wir zögern die Sprache der Bildung und des Internets zu erlernen, dann verschließen wir uns selbst den Zugang zu aktuellem Wissen.

Aus meiner Sicht tuen wir in den Schulen und der Gesellschaft noch immer nicht mehr dafür diese Sprache zu lernen. Sie ist in den letzten 10-20 Jahren aber noch wichtiger geworden.

Wir müssen selbst bei uns beginnen und auch bei der Ausbildung unserer Kinder darauf achten.

Ab morgen nehme ich an einem Vierwöchigen Online-Workshop teil, der mir helfen wird mich immens weiter zu entwickeln. An Seth Godins altMBA – natürlich auf Englisch. Ich werde dort Menschen aus aller Welt kennen lernen, darüber hinaus aber auch viele neue Ressourcen entdecken.

Allein die Sprache ist es, die es mir ermöglicht derart über den Tellerrand zu schauen.

Zum Laufen geboren

Der Mensch ist ein erstaunliches Wesen. Wir haben es mit unserer Intelligenz geschafft, den Planeten zu beherrschen und uns an die Spitze der Nahrungskette zu stellen.

Doch zu einem außergewöhnlichen Geist gehört auch ein außergewöhnlicher Körper. Oft wird der gar nicht so recht wahrgenommen. Vergleichen wir uns mit Vögeln, Fischen, Löwen, Elefanten usw., dann erscheinen wir nicht besonders mächtig.

Das ist jedoch eine Fehleinschätzung. Auch wir Menschen haben eine körperliche Superkraft, die kein anderes Lebewesen dieser Erde besitzt – das Laufen. Wir sind keine Sprinter aber die besten Ausdauerlauf-Tiere der Welt. Kein Pferd, kein Wolf und kein Reh kann so lange, so verhältnismäßig schnell laufen wie wir.

Die paläontologische Forschung zeigt, dass unsere Gehirne zu der Zeit stark zu wachsen begannen, als wir unsere Fähigkeit zu laufen entwickelten. Wir bildeten starke Gesäßmuskeln, ein Nackenband zur Stabilisation des Kopfes Schweißdrüsen zur Kühlung und die Achillessehnen aus. So konnten wir deutlich effektiver Jagen als andere Raubtiere (nämlich fast ohne Kampf) und so an proteinreiche Nahrung gelangen.

Emil Zatopek hat gesagt: „Der Vogel fliegt, der Fisch schwimmt, der Mensch läuft.“ Ich glaube nicht, dass er sich der wissenschaftlichen Richtigkeit seiner Aussage bewusst war aber es stimmt:

Wir sind zum Laufen geboren. Nicht nur talentierte Athleten. Jeder von uns.

Genügend Bewegung ist wichtig für unseren Körper. Nur wenn wir ihn für den Zweck benutzen, für den er geschaffen wurde, können wir unsere Gesundheit erhalten. Dieser Zweck ist das Laufen und deshalb sollte jeder gesunde Mensch ein Läufer sein.

Warum wir so schwer mit Kritik umgehen können

In „Thanks for the Feedback“ beschreiben Douglas Stone und Sheila Heen, wieso es so schwer ist mit Feedback umzugehen und wie wir das verbessern können. Ich konnte das heute praktisch anwenden.

Wann ist es denn besonders schwierig?

Natürlich immer dann, wenn wir es als negativ empfinden. Mit positiver Kritik („Das hasst du toll gemacht…“) hat kaum jemand ein Problem. Negative Kritik allerdings, besonders wenn sie ungefragt und unerwartet auf uns trifft, ist schwer zu verdauen.

Blitzschnell verunsichert, provoziert, beschämt sie uns. Wir fühlen uns wütend, bloßgestellt, die Defensive gedrängt oder gescheitert. Das Herz pocht, der Magen zieht sich zusammen, die Gedanken spielen verrückt.

Doch woher kommen diese Emotionen und wie bekommen wir sie in den Griff?

Kritik drückt bei uns verschiedene Knöpfe – drei um genau zu sein. Den Wahrheitsknopf, den Beziehungsknopf und den Identitätsknopf. Sie bewirken diese Gefühle. Deshalb sollten wir verstehen wie sie funktionieren.

Der Wahrheitsknopf lässt uns nach Rechtfertigung suchen: „Das stimmt nicht! Das ist nicht hilfreich! Damit hat das nichts zu tun!“ Oft ist es aber deutlich komplexer als wir zunächst denken. Der Kritiker hat eine andere Perspektive und sieht Dinge, die uns entgehen. Wir sollten versuchen das Feedback wirklich zu verstehen. Meistens enthält es zumindest ein Fünkchen Wahrheit von dem wir lernen können.

Der Beziehungsknopf lenkt auf die Dynamik zwischen Personen ab – Kritiker und Kritikempfänger: „Das sagst du nach allem was ich für dich getan habe! Was weißt du schon?“ Unser Fokus verlagert sich weg von der Sache auf die Person. Wir sollten erkennen und bedenken, wie sich unsere Beziehung auf die Kritik auswirkt. So können wir versuchen sachliche und persönliche Argumente zu trennen.

Der Identitätsknopf spielt die Geschichte ab, die wir uns über uns selbst erzählen: „Nie kann ich etwas richtig machen! Ich bin eben kein guter Vater!“ Wir alle reagieren unterschiedlich auf stressigen Input. Ziel sollte es sein uns, dessen bewusst zu werden. So können wir die Informationen anders zu sortieren – weg von einer festen Bewertung/Bestätigung unseres Scheiterns, hin zu einer dynamischen Möglichkeit zu wachsen.

Speed Reading

Als ich das erste Mal davon hörte, schien es mir sehr viel Übung und auch ein wenig kompliziert zu sein. Ist es also den Aufwand nicht wert?

Dann bin ich aber über diesen TEDx talk von Jordan Harry gestolpert: https://youtu.be/e2-ahs905MQ

Das hat meine Sicht verändert. Es ist nicht kompliziert. Und ja, man benötigt natürlich Übung, aber nicht soviel wie ich dachte. Es funktioniert.

Hier ist mein etwas abgewandelter Prozess:

  1. Richtige Umgebung schaffen (nicht zu still, nicht zu laut – Musik ohne Gesang)
  2. Erst die Klappentexte und das Inhaltsverzeichnis aufmerksam lesen.
  3. Jedes Kapitel vorher scannen – Unterüberschriften aufmerksam lesen
  4. wichtige Passagen lesen. Diese findet man erstaunlich schnell, weil man den Kontext durch das Scannen oft schon erschließen kann.
  5. Das Kapitel dann sehr schnell lesen, dazu einen Pacer benutzen (Finger oder Stift)

Bisher spart mir das etwa 20% der Zeit – und ich übe noch (bin erst beim dritten Buch auf diese Weise).

Warum wir uns selbst nicht in einfache Schubladen einsortieren sollten

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß und wir sind es auch nicht. Wir sind nicht: smart oder dumm, hübsch oder hässlich, Gutes Kind oder Enttäuschung, Gewinner oder Looser.

Wir sind komplex und fast nie werden wir uns irgendwo im Extrem wiederfinden.

Es hilft sehr sich das bewusst zu machen wenn wir Feedback bekommen.

Was wir brauchen um erfolgreich zu sein

Am Ende läuft alles auf eine Sache hinaus:

Motivation.

Nur mir genügend Motivation schaffen wir es professionell zu arbeiten und „den Widerstand“ zu überwinden (nach Steven Pressfield).

Das ist nötig, um ein ausreichend gutes Angebot zu schaffen um einen Markt oder einen Arbeitgeber zu überzeugen. Danach müssen wir unser Versprechen halten und die Leistung pünktlich in herausragender Qualität abliefern.

Es gibt zwei Arten der Motivation. Die Hin-Zu- und die Weg-Von-Motivation.

  1. Hin-Zu: Wir haben den ehrlichen, tief verwurzelten Drang etwas besser zu machen oder etwas Besseres zu schaffen.
    Das kann der junge Sportler sein, der seine Jugend auf dem Trainingsplatz und zeitig im Bett verbringt um Profi zu werden. Es ist der Topmanager, der nur selten seine Familie sieht. Oder gar der Revolutionsführer, der sein Leben aufs Spiel setzt.
  2. Weg von: Wir haben keine Wahl, denn es geht sprichwörtlich um Leben oder Tod.
    Hierzu passt die berühmte Geschichte von dem Feldherren, der an einer fremden Küste landete um in den Krieg zu ziehen. Er befahl seinen Soldaten die Schiffe zu verbrennen, der Rückzug war also ausgeschlossen. Sie würden siegen oder sterben. Pat Flynn verlor 2008 durch die Finanzkrise seine Anstellung. Frisch verheiratet musste er dadurch mit seiner schwangeren Frau ohne Krankenversicherung zu den Eltern ziehen. Neue Jobs gab es nicht, also entschloss er sich, das Abenteuer Online-Business anzunehmen. Er war zum Erfolg verdammt und es hat funktioniert. Heute ist er als Blogger, Podcaster, Speaker und Autor einer der bekanntesten und erfolgreichsten Köpfe der Szene.

Wenn wir scheitern, liegt es also an der Motivation.

Unsere Situation in Deutschland: Kaum jemandem geht es so schlecht, dass eine echte Weg-Von-Motivation stark genug wäre. Und der Drang besser zu sein? Das ist in unserer Zeit leider wenig modern. Wir üben uns in Verzicht und Minimalismus. Wir wollen uns lieber weniger anstrengen, und Exzellenz steht man kritisch gegenüber. Anstatt uns zu bemühen ein leuchtendes Beispiel abzugeben, wollen wir nicht als Streber da stehen.

Unsere Gesellschaft tötet also die Motivation und schafft Mittelmaß. Dessen sollten wir uns bewusst sein und eine eigene starke Motivation abseits des Mainstream suchen.

Wann ist es Zeit aufzugeben

Manchmal scheinen wir gegen Windmühlen zu kämpfen. Wie hart wir es auch versuchen, wie kommen nicht weiter.

So langsam macht sich Frustration breit. Motivation schwindet. Macht es jetzt Sinn aufzugeben?

Aufgeben ist der einfache Weg. Es bedeutet dem Widerstand (Resistance) nachzugeben. Er hat sein Ziel erreicht und uns so lange aufgehalten, bis unser Ziel an Wert verloren hat.

Etwas anderes ist es, den Weg anzupassen.

Die Anzahl der Wege ist nahezu unendlich. Wir können einen anderen versuchen. Thomas A. Edisons berühmte Geschichte verdeutlicht das: Auch nach 1000 Versuchen die Glühbirne zu entwickeln gab es nicht auf. Er sagte: „Ich habe nicht versagt, ich habe nur 1000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“

Wir sollten also niemals aufgeben. Stattdessen sollten wir bei offensichtlichem Misserfolg einen anderen Weg versuchen.

Was nutzen Belohnungen

Belohnung ist eine Form der Bewertung. Wenn sie in Aussicht gestellt wird, soll sie motivieren. Die betroffene Person soll sich besonders anstrengen das Ziel zu erreichen.

Wessen Ziel?

Das ist leider nicht mehr klar. Die erhöhte Motivation geht dann nämlich zu Lasten der Identifikation.

Ohne Aussicht auf Lohn verfolgen wir unsere eigenen Ziele, sind intrinsisch motiviert. Durch das Lohnversprechen werden wir zusätzlich extrinsisch motiviert, das Ziel ist ein Externes. Und durch das Fehlen der Identifikation sind die meisten Menschen geneigt nicht mehr als nötig zu tun. Sobald das externe Ziel erreicht, die vereinbarte Belohnung eingefahren ist, stellen Sie die Bemühungen ein.

Wer dagegen eigene Ziele verfolgt ohne von anderen dafür belohnt zu werden, leistet tendenziell mehr.

Und was wenn wir scheitern?

Ziele nicht zu erreichen nimmt uns psychisch mit. Wir fühlen uns weniger wertvoll und schwach. Bleibt jetzt zusätzlich noch die Belohnung aus, verstärkt das den Schmerz. Der Preis der Niederlage wird höher. Die angestrebte Motivation kann so in Stress und Frustration umschlagen.

Schuld vs. Verantwortung

Schuld ist negativ.

Im Allgemeinen bedeutet Schuld, dass „[…] jemand für einen Verstoß gegen eine durch sittliche, ethisch-moralische oder gesetzliche Wertvorstellung gesetzte Norm verantwortlich ist.“ (Quelle: Wikipedia)

Verantwortung ist positiv.

Darunter versteht man: „[…] die (freiwillige) Übernahme der Verpflichtung, für die möglichen Folgen einer Handlung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren. Sie setzt Verantwortungsgefühl und -bewusstsein, ein Gewissen sowie die Kenntnis der Wertvorstellungen sowie der rechtlichen Vorschriften und sozialen Normen voraus.“ (Quelle Wikipedia)

Schuld ist also eine tatsächlich bewiesene Verfehlung ohne jede positive Begleiterscheinung während Verantwortung fast schon heroisch daher kommt. Wer Verantwortung übernimmt, zeigt Größe, Stärke und Mut – selbst in der Niederlage. Wer schuldig ist, hat nichts dergleichen, er hat unrecht.

Sprache ist sehr mächtig und Wir müssen aufpassen, diese Begriffe nicht zu verwechseln. Der Hinweis: „Du bist selbst Schuld“ ist demzufolge meist unangebracht und verletzend. Denn es impliziert, jemand hätte etwas Falsches oder sogar Unrechtes getan.

Besser wäre: „Du bist selbst dafür verantwortlich.“

Auch Verantwortung kann schwer wiegen und so durchaus unangenehm sein. Es lässt jedoch einen meist völlig gerechtfertigten Raum für Positives.

Jedes Scheitern bedeutet Lernen. Indem Verantwortung übernehmen, wachsen wir und werden beim nächsten mal klüger handeln. Indem wir uns schuldig fühlen schrumpfen wir und werden uns beim nächsten Mal verstecken.

Die Dreifaltigkeit des Feedbacks

Wenn wir von Feedback sprechen, dann zählen dazu sogar drei Dinge:

  • Wertschätzung
  • Coaching
  • Bewertung

In ihrem Buch „Thanks for the Feedback“ machen Douglas Stone und Sheila Heen sehr schön klar, wie wir diese Dinge ständig verwechseln und missinterpretieren.

Wir brauchen alle drei, aber sie haben natürlich unterschiedliche Ziele. Problematisch wird es nun, wenn Geber und Empfänger des Feedbacks, unterschiedliche Ziele und Erwartungen verfolgen.

Beispielsweise sucht der Empfänger nach Wertschätzung, bekommt aber Coaching.

Der Geber ist stolz auf sein Feedback und hat auch objektiv viele sinnvolle Verbesserungen aufgezeigt. Dennoch ist er Empfänger unzufrieden. Er suchte das Gefühl gesehen, verstanden und geschätzt zu werden.

Helfen kann schon das Bewusstsein dafür, welche Art Feedback da gerade vermittelt wird. Geber und Empfänger sollten sich vergewissern nicht aneinander vorbei zu reden. Wenn unklar, sollten die Ziele daher explizit diskutiert werden.

Handle aus Überzeugung

Was allgemein gültig klingt ist es natürlich nicht, vor allem nicht im beruflichen Umfeld. Oft handeln wir aus Angst, aus Gier, aus Mangel an Selbstvertrauen, Ahnungslosigkeit, aus dem Wunsch heraus dazu zu gehören etc.

Aus purer Überzeugung zu handeln, wird in unserer Gesellschaft als Luxus betrachtet. So als müsse jeder verdiente Erfolg auch mit Leiden und Unterwürfigkeit einhergehen. Vor allem dann, wenn die Überzeugung nicht der normalen Norm entspricht, wird man kritisch beäugt. Zu gerne wollen viele den Querulanten scheitern sehen.

So werden wir alle erzogen: Passe dich an, füge dich in das System. Handle adäquat.

Allerdings geht das nicht gut. Wer versucht langfristig etwas zu tun, was der eigenen Überzeugung widerspricht muss damit scheitern.

Ein schönes Beispiel ist diese Rede eine Entrepreneurs, (Jeff Lawson) der diesen Fehler zweimal gemacht hat, bevor er dann doch noch, trotz massiver Widerstände mit seiner Überzeugung Erfolg hatte.

Hier ist was er gelernt hat:

  1. Wer nicht überzeugt ist, hat keine Chance die wirklich schwierigen Phasen seines Projekts zu überstehen.
  2. Es gibt keinen rationalen Entscheidungsweg hier, was du wirklich willst, musst du im Herzen fühlen.

Sein Rat deshalb, wer etwas neues aufbauen möchte sollte in sich hineinhören:

  • Glaubst du ehrlich, dass die Welt das Produkt braucht?
  • Liebst du selbst das Produkt?
  • Liebst du die Kunden?
  • Liebst du den Markt?

Ich würde noch hinzufügen: Liebst du die Art WIE du arbeitest?

Wenn das erfüllt ist, dann wirst du auch ein zufriedenes Leben mit deinem Projekt führen. Also suche deine Überzeugung.

Wie wir Videokonferenz Tools besser nutzen

Heute habe ich einen Beitrag auf meinem anderen Blog veröffentlicht, der auch gut hierher passt.

Videokonferenzen stehen aktuell sehr hoch im Kurs. Aber wann machen sie überhaupt Sinn? Und wenn ich mich entscheide so etwas durchzuführen oder auch teilzunehmen, wie kann ich mich vorbereiten?

Hier ist der Artikel auf Regional Digital: Wie du Videokonferenzen besser durchführst

Der Sozialismus ist ein schlechtes Geschäft

Die Idee des Sozialismus war Folgende:

  1. Der Kapitalist besitzt die Produktionsmittel, also Boden und Kapital, in Form von Fabriken und Verkaufsgeschäften. Der Arbeiter tauscht Zeit gegen Geld und ist damit vom Kapitalisten abhängig.
  2. Das ist ungerecht, denn der Kapitalist kann den Arbeiter entweder durch Maschinen ersetzen oder ihn gegen Seinesgleichen ausspielen. Im Endeffekt drückt er den Lohn und beutet den Arbeiter aus.
  3. Die Produktionsmittel müssen also allen gemeinsam gehören, dann wird es dem Fleißigsten am besten gehen, nicht dem Reichsten.
  4. Individuelle Freiheit, darf es dann aber nicht mehr geben, weil man ja zentral planen, verteilen und die Arbeit zuweisen muss.

Vor 150 Jahren war das ein nahe liegender Deal. Nicht nur, dass Armut damals direkt lebensgefährlich war – die Menschen sind tatsächlich verhungert, erfroren, einfachen Krankheiten erlegen, etc. Es gab auch fast keine Möglichkeiten, sich aus Armut zu befreien. Einmal Arbeiter, immer Arbeiter, wie der Vater, so der Sohn. Meistens im gleichen Kohleschacht.
Freiheit war real gar nicht existent. Was ich also nicht habe kann ich gerne opfern.

Heute allerdings, stimmt das so nicht mehr, denn:

  1. Wir haben soziale Netze und eine gute allgemeine Gesundheitsversorgung, so dass niemand hungern, frieren oder krank zur Arbeit gehen muss.
  2. Außerdem hat jeder die Möglichkeit sich aus Armut zu befreien.
  3. Freiheit dagegen, ist für uns selbstverständlich geworden.

Der zweite Punkt hat mehrere Gründe:

  1. Die Produktionsmittel besitzt heute jeder. Was früher die Fabrik (Kapital) war ist heute ein Laptop. Wo früher Geschäftsimmobilien (Boden) nötig waren, schafft man heute virtuelle Plattformen zum handeln, tauschen und kommunizieren.
  2. Das Wissen der ganzen Welt ist heute online, kostenlos verfügbar. Das sich nur die Reichen Bildung leisten können ist Vergangenheit. Zwar haben Sie immer noch Zugang zu besseren Schulen, aber das Wissen dort ist das Gleiche.
  3. Jeder hat heute mehr Zeit. Nach acht Stunden Arbeit und acht Stunden Schlaf hat man noch acht Stunden zur freien Verfügung. Nicht zu vergessen die Wochenenden, den Urlaub, die Feiertage.

Das alles schwächt die Bedeutung von Kapital und Boden erheblich.

Warum haben wir dennoch das Gefühl, diese Gesellschaft wäre ungerecht? Weil wir bequem geworden sind, und weil es uns an Selbstvertrauen fehlt.

Wir glauben, wir könnten nicht anders. Tatsächlich verbringen wir unsere Zeit aber mit Social-Media und Video-Streaming. Wir definieren unser Glück über das Ausmaß unseres Konsums. Nicht über das Wachstum unserer Erkenntnis oder gar über den Beitrag den wir für andere leisten.

Sozialismus verspricht uns allen Fische, zum Preis unserer persönlichen Freiheit. Dabei haben wir schon heute alle Chancen selbst hervorragende Angler zu werden.

Kann es kreativ sein unseren Vorbildern zu folgen?

Wir folgen unseren Helden, weil wir so sein wollen wie sie. Wir wollen von ihnen lernen, sie verstehen, ihnen nacheifern.

Wir sollten dabei aber nicht nur ein Ideal im Blick haben sondern immer auf der Suche sein, nach neuen Inspirationen.

Kreativität bedeuten nicht etwa Originalität. Eigentlich gibt es gar keine Originalität. Keine Idee ist wirklich neu. Kreativ ist es, viele verschiedene Ansätze zu vereinen und die eigene Persönlichkeit mit einzubringen. Dies wird dann nämlich nur noch mit einem selbst verbunden.

Ein interessantes Buch dazu: „Steal like an Artist“ von Austin Kleon.

Ein tolles Zitat aus diesem Buch (sinngemäß): „Einmal hörte ich den Cartoonisten Gary Panter sagen: Wenn du eine Person hast, die dich beeinflusst, dann wird jeder sagen, du bist der nächste wer auch immer. Aber wenn du dich von hundert Leuten bedienst, wird jeder sagen du bist so original.“

Interessante Projekte

Wie kann man etwas erschaffen, was bleibt?

Etwas tolles, wertvolles, vielleicht sogar einzigartiges – auch für andere Menschen. Außerdem soll uns die Arbeit daran erfüllen, mit Stolz und gerne auch mit Spaß.

Meistens stellen wir uns die Lösung jetzt im beruflichen Bereich vor. Dazu müssen wir uns beweisen, bewerben und die Sache muss sich lohnen.

Das ist natürlich immer so, auch außerhalb des Jobs, aber nicht immer ist das so kompetitiv und monetär.

Interessante Projekte sind einfacher zu finden als wir oft glauben. In unseren Familien, mit unseren Kindern, mit Freunden, in Vereinen, anderen gemeinnützigen Organisationen oder in der lokalen Politik.

Auch hier können wir die Welt verbessern indem wir andere begeistern, verkaufen, netzwerken, organisieren und selbst Hand anlegen.

Der Erfolg kann gigantisch sein: Strahlende Kinderaugen, bleibende Erlebnisse mit Freunden, verbesserte Lebensbedingungen für die lokale Gemeinschaft.

Wer wirklich etwas Bedeutendes erschaffen will, der kann auch damit klein anfangen, in der unmittelbaren Umgebung.

Starte deinen Satz mit „Ich“

Der kleine Tim kommt nach Hause – schmutzig, nass, völlig aufgelöst, weinend, nach Luft schnappend.

Mutter (besorgt): Was ist den passiert?
Tim (in Rage): Max hat mich angeschrien und in den Matsch geschupst, er ist so…
Mutter (gefasst): Ok Tim, alles wird gut, beruhige dich. Aber jetzt fange deinen Satz mal mit „Ich“ an.
Tim (noch schluchzend): Max hat mich…
Mutter: Nein Tim, fange bitte mit „Ich“ an.
Tim (überlegt kurz): Ich habe gelacht und seinen Turnbeutel in die Pfütze geworfen, da hat er mich angeschrien und…

Wie bei Kindern, passiert so etwas auch bei uns Erwachsenen. Wir sind so sehr damit beschäftigt andere zu kritisieren, dass wir vergessen uns selbst zu hinterfragen.

Oftmals lohnt es sich Inne zu halten und uns von Außen zu betrachten. Aus der Sicht der Anderen. Was haben wir gesagt oder getan? Wie wirkt unser Tonfall, unsere Mimik und Gestik? Waren wir fair zu den Anderen?

Wenn wir Konflikte dann beschreiben, sollten wir mit unserem eigenen Anteil daran beginnen.

Learning by doing

Diese Methode hat den Ruf etwas für Amateure zu sein.

Fachleute haben (angesehene) Schulen besucht. Sie haben Prüfungen bestanden und können Diplome vorzeigen.

Die Hürde solche Insignien zu erlangen ist daher eine gern genutzte Ausrede um sich zu verstecken.

Tatsächlich ist „Tun“ die einzige Methode um wirklich fundiert zu Lernen. Wir sollten deshalb schneller und öfter ins Tun kommen.

Wenn du lernen willst, wie man programmiert, dann fang an zu programmieren. Die theoretischen Grundlagen findest du heute online günstig und schnell. Starte einfach und veröffentliche deine Ergebnisse. Hole dir Feedback und entwickle dich Stück für Stück.

Wenn du eine Teamleiterin sein willst, dann warte nicht, bis dich dein Arbeitgeber endlich auf das Führungskräfteseminar schickt. Such dir eine spannende Aufgabe, finde Gleichgesinnte, begeistere und führe sie. Auch privat, starte ein Projekt in deinem Verein, organisiere ein Familientreffen, sammle Spenden für eine gemeinnützige Kampagne.

Es gibt heute kaum noch Hürden um schnell und auf niedrigem Level Erfahrung zu erlangen. Diese ist deutlich wertvoller als Zertifikate.

Sind wir plötzlich alle digital?

Plötzlich scheint alles ganz einfach zu sein.

Schüler bilden sich von Zuhause mit Hilfe von Lern-Apps.
Büroangestellte arbeiten im Home-Office.
Die Großeltern telefonieren mit ihren Enkeln per Video. Geschäftstermine und Beratungsgespräche finden über Video-Konferenz-Tools statt.
Und selbst komplexe Workflows werden plötzlich komplett digital auf zentralen Plattformen abgebildet.

Wie konnte das so schnell gehen?
Vor Kurzem war das doch alles noch überflüssiger, neumodischer Unsinn.
Wichtig war vor allem der Datenschutz. Auf das Internet wollte man sich lieber nicht verlassen – was wäre, wenn es mal ausfallen würde?

Tatsächlich bewährt sich das Internet gerade wieder mal vorzüglich. Überraschend und neu, ist das aber nur hierzulande.

Keines dieser „neuen“ Tools ist wirklich neu. Sie sind etabliert, bewährt und werden anderswo (China, USA, …) schon längst selbstverständlich eingesetzt.

„Aber Kinderkrankheiten haben die Sachen trotzdem noch, oder? Schließlich funktioniert ja nicht alles sofort reibungslos.“

Ein Addon installieren? Einen Account anlegen? Den Browser aktualisieren? Wenn diese „Hürden“ tatsächlich die Verwendung von digitalen Werkzeugen verhindern, ist das nicht nur eine lustige Randnotiz. Es zeigt wie rückständig viele von uns noch immer im Umgang mit digitalen Technologien sind.

Es bleibt zu hoffen, dass diese gesundheitliche Tragödie zumindest den einen positiven Effekt mit sich bringt: Dass sie die Mehrheit der Bevölkerung notgedrungen und schlagartig in die digitale Moderne katapultiert.