Einfach vs. Leicht

Viele Dinge können wir “einfach machen”. Das heißt aber noch lange nicht, dass das leicht wird. 

Einfach bedeutet, es ist nicht kompliziert.  

Wir können selbst entscheiden wann wir loslegen, brauchen weder Hilfe von Anderen, noch spezielles Wissen oder Material. 

Leicht dagegen bedeutet, ohne Widerstand. Es verlangt uns nicht viel ab, wir können das im Vorbeigehen erledigen.  

Dabei sollten wir beachten, das einfach meistens objektiv ist, leicht ist aber subjektiv. 

Laufen ist objektiv einfach – für nahezu jeden – einfach einen Fuß vor den anderen. 10 km unter 40 Minuten zu laufen ist genauso “einfach”. Es ist aber ziemlich schwierig für mich – für Mo Farah ist es “leicht”.

Mit viel hartem Training wäre es für mich vielleicht auch leicht, in 1-2 Jahren.

So ist es mit vielen Dingen. Täglich 20 Minuten trainieren, zeitig ins Bett gehen, gesund essen, genug trinken, unsere Socken richtig herum drehen, bevor wir sie in die Wäsche geben.

Wir könnten das einfach machen. Alte Gewohnheiten zu ändern ist allerdings alles, aber nicht leicht.

Stress macht krank

Das ist jetzt natürlich nichts Neues. Ich empfehle aber jedem, sich das mal ganz konkret bei sich selbst anzusehen. Hier, in Eat, Move, Sleep, habe ich auf das gleichnamige Buch von Tom Rath hingewiesen und auch angemerkt, wie wichtig das Zusammenspiel der drei Bereiche ist. 

Seit etwas mehr als einem Monat führe ich nun eine kleine Dokumentation. Ich bewerte täglich meine Performance in diesen Bereichen. Grün bedeutet, ich erfülle meine Bedingungen und verhalte mich gesund. Gelb heißt, es gibt einige Nachlässigkeiten. Bei Rot habe ich über die Stränge geschlagen. 

Es ist nun klar ersichtlich, dass sich die roten Felder immer dann häufen, wenn die Tage stressig waren. Wenn viele Termine anstanden, die Routine durchbrochen wurde, wenn unvorhergesehene Dinge passiert sind, die Zeit knapp war oder wenn es Streit gab. 

Diese einfache Dokumentation hat mir mit sehr wenig Aufwand ziemlich klar gemacht, dass Stress zu schlechten Lebensgewohnheiten führt.  

Feiern ist Kunst

Ich war auf einigen Partys, an die ich mich bis heute erinnere. Nicht, weil sich ein bestimmter Gast dort betrunken hätte, weil das Essen so gut war, oder die Musik.

Es war die gesamte Stimmung, die diese Ereignisse besonders machte. Eine Mischung aus Anlass, Teilnehmern, Umgebung und Ablauf, die irgendwie gepasst haben.

Wir haben tolle Gespräche geführt, zusammen gesungen und getanzt. Es war für alles gesorgt ohne die Anschein von Aufdringlichkeit oder Protz. Die Stimmung war ausgelassen statt gestresst.

Um diese Stimmung bewusst zu erzeugen, braucht es eine besondere Einstellung. Die Gastgeber müssen ihren Gästen gerne etwas geben. Und dieses Etwas kann man mit Geld nicht kaufen. Es ist etwas persönliches von sich selbst und hängt mit Aufmerksamkeit, Herzlichkeit, Dankbarkeit und Interesse zusammen.

Gute Gastgeber sind Künstler.

Ausdauer

Manchmal denken wir, es geht nicht weiter, ich kann nicht mehr. 

Dann sollten wir uns an den Vergleich mit dem Ausdauerläufer erinnern. 

Egal wie gut ein Läufer ist, und egal wie schnell er den Marathon läuft – dort ist immer Schmerz. 

Die Versuchung aufzugeben, dem Schmerz nachzugeben hat jeder. 

Top-Athleten und Profis in anderen Bereichen, haben aber eines gelernt: Sie wissen wie sie mit dem Schmerz umgehen müssen. Sie fürchten ihn nicht, sondern tanzen mit ihm. So schaffen sie es, herausragende Ergebnisse zu erreichen. Das ist der schwierigste Teil der Arbeit.  

Vegan-Satt.de

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun intensiv mit Webseiten und Online-Marketing. 

Meine erste Webseite hieß vegan-satt.de. 

Damals gab es noch kein breites Angebot an veganem Convenience-Food in den Supermärkten. Immerhin konnte man schon fast überall Sojamilch und Tofu bekommen. Als ich 2012 die Entscheidung getroffen habe, vegan zu leben, war das nicht mal ansatzweise in Sicht. 

Eine der häufigsten Fragen war: Wie wirst du denn eigentlich satt? 

Dies schien mir ein sinnvolles Thema für einen Blog zu sein, und parallel, wollte ich mit Affiliate-Marketing, passives Einkommen erwirtschaften. 

Es hat nicht funktioniert, das Projekt ist gescheitert. Trotzdem habe ich vieles mitgenommen:  

  • Ich habe meine ersten Artikel geschrieben (so lesen sie sich auch, aller Anfang ist schwer). 
  • Ich habe WordPress kennen und nutzen gelernt.
  • Ich habe gelernt HTML und CSS zu verstehen und anzuwenden – in Grundzügen auch Javascript. 
  • Ich habe gelernt worauf in den Bereichen Datenschutz und Copyrights zu achten ist. 
  • Ich habe viel über Copywriting, SEO, SEM, Affiliate-Programme, usw. gelernt. 
  • Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten. 

Damit will ich folgendes sagen: Man lernt NUR durch tun! 

Wenn wir Marketing lernen wollen, dann müssen wir Marketing machen. Das gillt auch für andere Themen. Kurse oder Bücher bringen uns nur ein kleines Stück weiter. Wir müssen probieren, (teilweise) scheitern, analysieren, von neuem beginnen. 

Vegan-satt.de gibt es nicht mehr. Ich habe die Seite vor einigen Jahren geschlossen. Die Artikel allerdings (ohne Affiliate-Links), habe ich jetzt hier erneut veröffentlicht: Vegan-Satt Archiv

Einige Texte geben vielleicht Anlass zum Schmunzeln, die Informationen zu Ernährung, Lebensmitteln und Organisation sind jedoch auch heute noch aktuell.  

Interesse vs. Einfluss

“Gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. [Gelassenheitsgebet]” 

Steven R. Covey fragt bei unseren Gedanken und Taten, ob sie in unserem Interessenbereich oder in unserem Einflussbereich liegen. 

Ist das etwas, an dem ich “nur” ein Interesse habe, oder kann ich es wirklich beeinflussen. 

Alles was unsere Kinder betrifft, ist natürlich für uns von Interesse. Auf viele Dinge (meist sind das mehr als wir glauben), haben wir aber keinen Einfluss. Ähnlich ist das in unserem Job. 

Was Covey empfiehlt ist nun, seine Gedanken, Gespräche und Taten, möglichst auf den Einflussbereich zu konzentrieren. Dafür sollten wir unsere Kraft und unseren Mut aufwenden.  

Was in den Interessenbereich fällt können wir natürlich beobachten, uns darüber freuen oder es betrauern. Wir sollten aber nicht versuchen es zu ändern. 

Aus Fehlern lernen

Guido Westerwelle hat gesagt: 

“Fehler zu machen ist ärgerlich. Nicht aus ihnen zu lernen ist unverzeihlich.” 

Es ist fast ein wenig komisch, dass dieses Zitat ausgerechnet von einem Politiker kommt. Natürlich trifft es auf uns alle zu. Auf Unternehmer, Arbeitnehmer, Familienangehörige. Trotzdem scheinen immer noch zu viele Menschen daran zu scheitern, ihre Fehler einzugestehen. 

Dabei ist einen Fehler zu erkennen, dies der beste Nachweis dafür, etwas gelernt zu haben.  

Neue Kategorien für Parteien?

Seit Jahren scheinen die Parteien immer mehr an Vertauen zu verlieren.

Wem kann man überhaupt noch glauben und worauf kann man sich verlassen?

Neben dem Personal und konkreten politischen Positionen beobachte ich, dass sich zwei andere Kategorien immer schärfer abzeichnen. Eigentlich stehen diese gar nicht zur Diskussion, denn oftmals denken wir immer noch im alten Rechts-Links–Spektrum. Eine neue Matrix ergibt sich jedoch aus diesen Rubriken:

  1. Einige Parteien streben stark nach Macht oder Machterhalt.
  2. Einige Parteien vertreten zunehmend extreme / polarisierende Positionen.

Kompromisse scheinen entweder gar nicht denkbar zu sein, da sich die Extreme teils komplett gegenüberliegen. Ein vernünftiges konstruktives Diskutieren ist hier kaum noch möglich.

Oder das Streben nach Macht ist so groß, dass sogar undenkbare Koalitionen zustande kommen (wie auch schon in Griechenland oder Italien geschehen). Hier werden dann plötzlich Kompromisse geschlossen, für die mache Partei sogar ihre Heiligtümer opfert.

Offenbar wollen die Menschen Macher, mit klaren Positionen. Es geht um Macht und symbolisch große Veränderungen. Kompromissbereitschaft, faires Miteinander und Besonnenheit scheint momentan nicht gefragt zu sein.

Die im Bundestag vertretenen Parteien würde ich wie folgt einordnen:

Leuchttürme

Wer kein Ziel hat, weiß nie wohin er gehen soll. Deshalb ist es wichtig zumindest eine vage Zielvorstellung zu haben. Nun bin ich kein Fan allzu konkreter Ziele (Siehe hier), doch auch ich möchte die Richtung kennen in die ich gehe. 

Dieses ist der erste Schritt, um den geht es hier aber nicht. 

Im zweiten Schritt müssen wir navigieren. Sind wir auf Kurs? Dabei helfen uns unsere persönlichen Leuchtfeuer. Im Kontext unserer täglichen Entscheidungen, sind das Prinzipien nach denen wir uns richten.  

Folgende 4 Prinzipien (oder Leuchttürme) sind mir am wichtigsten: 

  1. Gerechtigkeit: Ich möchte mich möglichst gerecht verhalten. Das beginnt ganz allgemein mit Ehrlichkeit und bedeutet insbesondere, niemanden vorsätzlich zu übervorteilen. 
  1. Eigenverantwortung: Ich übernehme stets die Verantwortung für mein Handeln. Das bedeutet nicht auf andere zu schauen, sondern seine eigenen Aufgaben wahrzunehmen. Helfen darf man natürlich, aber auch dann gilt: Wenn ich etwas tue stehe ich dafür gerade. 
  1. Mut: Einfache Dinge kann jeder machen. Ich möchte mutig herausfordernde Dinge angehen. Verstecken gilt nicht. Zur Orientierung: Wenn dieser Weg Mut erfordert, dann ist es wahrscheinlich der Richtige. 
  1. Wachstum: Ich möchte zum Fortschritt beitragen und mich auch selbst weiterentwickeln. Wachstum heißt Verbesserung und diese ist notwendig. Nach Stillstand oder Rückschritten zu streben ist keine Option. 

In meiner Welt kann ich mit diesen 4 Orientierungspunkten ganz gut abschätzen, ob ich auf dem richtigen Weg bin: Ist meine Entscheidung gerecht? Kann ich die Verantwortung dafür tragen? Wäre er Schritt mutig? Führt dieser Weg zu Wachstum und Verbesserung? 

Abhängig von unseren jeweiligen Zielen, können diese Leuchttürme natürlich anders aussehen. Jeder sollte aber für sich einige Prinzipien formulieren. So halten wir den Kurs.

Kinder können sich alles erlauben

Wir wissen, dass wir ihnen mit Macht unseren Willen weder aufzwingen können, noch das wir es wollten.

Egal wie unverschämt und undankbar sie sich auch verhalten, wir reichen ihnen immer wieder die Hand.

Nur auf diese Art erlangt man Enrollment anstatt von Autorität. Manchmal ist es aber nicht nur einfach schwer, manchmal führt einen das an seine Grenzen.

Zu führen ohne Macht auszuüben und ohne aufzugeben ist eine der größten Herausforderungen des Lebens.

Was ist Freiheit

Wir glauben es zu wissen. Doch ist es wirklich so klar? 

So viele Menschen wie wir fragen, so viele Definitionen bekommen wir. Für jeden etwas Anderes.  

Für manche bedeutet es das Gegenteil von Sklaverei oder nicht eingesperrt zu sein.  Andere verbinden damit freien internationalen Handel. Wieder andere denken an das Recht ihre Meinung offen sagen zu dürfen, ungehindert reisen zu können, für ihre Taten und Entscheidungen selbst verantwortlich zu sein. Manch einer setzt es sogar mit Freizeit gleich. 

Eine gängige Definition, die man oft hört lautet: “Freiheit reicht so weit, wie sie die Freiheit des Nächsten nicht einschränkt.” 

Eine höchst zweifelhafte Aussage. Was wenn der Nächste absolut viel freier ist als wir? Sobald wir nur einen Millimeter freier werden, schränken wir ihn schon ein. 

“Wir” könnten übrigens die Bürger als Ganzes sein und der “Nächste” ist der Staat. 

Wir brauchen eine öffentliche Debatte darüber, in welchen Feldern Bürger mehr Freiheit braucht und wo sich der Staat dafür einschränkt. Die Alternative ist das Gegenteil. 

Letztlich ist aber nur eines von Beiden möglich. Mehr Aufgaben für den Staat heißt immer weniger Freiheit für die Bürger. Egal ob es um Straßenbau geht, um Kita-Plätze oder um die Krankenversicherung. Mehr Freiheit für die Bürger heißt umgekehrt weniger Aufgaben für den Staat. 

Das Richtige tun

Was am Ende das Richtige gewesen sein wird, können wir vorher niemals mit Sicherheit sagen.

Wir müssen damit leben, dass wir uns irren können.

Vielmehr kommt es wieder einmal auf das Warum und auf das Wie an.

Wir sollten genau wissen warum wir etwas tun (oder nicht tun), und wir sollten es auf eine Weise tun (oder nicht) auf die wir stolz sein können.

Dazu gehört sich möglichst differenziert zu informieren, menschlich zu sein, sein Bestes zu geben.

Das trifft auf große politische Ereignisse statt, als auch für kleine Familiäre.

Wenn morgen in Berlin für unterschiedliche Dinge demonstriert wird, dann kann man nachher immer noch streiten, was davon richtig war. Ich hoffe, dass sie es auf die Richtige Art tun.

Die rhetorische Verwirrungs-Taktik

Schlagfertig zu reagieren ist unter Druck meist nicht möglich. Wir sind vor der Situation überfordert und das ist auch ganz normal.

Martin Wehrle schlägt in diesem kurzen Video (Jemand beleidigt dich? Sag DAS (klappt immer!)) eine interessante Methode vor, die Verwirrings-Taktik.

Kurz zusammengefasst sieht das so aus:

Angenommen wir werden mit einer unerwarteten Beleidigung konfrontiert:

  1. Antworte mit einem (im Voraus überlegten) altklugen, sinnlosen Zitat.
  2. Wenn der andere fragt, was damit gemeint sei, löse es nicht auf. Der Andere solle vielmehr selbst nachdenken, er würde schon darauf kommen.
  3. Falls der Angreifer erneut nach dem Sinn fragt: cool bleiben und ihn erneut sich den Sinn selbst zu erschließen.

Die Methode erfordert natürlich, dass man sich für alle Fälle ein paar Floskeln bereit legt. So ausgerüstet kann man sich aber sehr leicht aus unangenehmen Situationen befreien.

Der Kunde ist König

Die Mentalität, das Dienen als etwas ehrwürdiges und Wert stiftendes anzusehen, fehlt unseren öffentlichen Verwaltungsstellen scheinbar völlig.

Für einen Dienstleister aus der freien Wirtschaft ist der Kunde König. Und das ist auch gut so. Es zeugt von guten Manieren, jedem Menschen mit Wertschätzung zu begegnen. In einem professionellen Umfeld, ist gerade ein zuvorkommendes, wohlwollendes Benehmen Partnern gegenüber, der Schlüssel zum Erfolg.

Doch warum ist dies im öffentlichen Dienst so selten zu finden.

Wir, die Bürger, bezahlen diese Leute.

Für sie sind wir aber nicht ihre Arbeitgeber. Wir sind Steuerpflichtige, Schulpflichtige, Antragsteller, Beteiligte, Leistungsempfänger etc.

Im besten Falle sind wir Wähler, im Schlechtesten, sind wir Wutbürger oder Covidioten.

Bürger mit Fragen, Beschwerden oder Anregungen nerven. „Wir machen keine Fehler sondern halten uns immer an das Gesetz. Spielraum wollen wir zwar haben aber nicht nutzen – da könnte dann ja jeder kommen.“

Ich wünsche mir mehr Dienstleistungsmentalität, mehr Marketing, mehr persönliche Reflexion oder schlicht mehr Kundenfreundlichkeit von unseren öffentlichen Stellen.

Dies wäre ein Anfang: Starte deinen Satz mit „Ich“.

Ich kann das nicht

Diese Aussage ist mein persönliches „rotes Tuch“.

Grundsätzlich kann man alles lernen. Bei manchen geht es eben schneller, andere brauchen mehr Zeit. Wenn wir aufgeben, dann meistens nicht weil wir tatsächlich nicht dazu in der Lage sind. Meist gibt es dutzende Beispiele von Menschen mit schlechteren Voraussetzungen, die es trotzdem geschafft haben.

Wir geben auf weil wir es nicht mehr weiter versuchen wollen.

Wir ertragen die Anstrengung nicht, haben keine Lust mehr oder können es nicht aushalten schlecht zu sein in dieser Sache.

Dabei ist das die einzig natürliche Situation im Training. Wir sind schlecht, es ist schwer und macht wenig Spaß – deshalb üben wir es.

Wenn wir es schon könnten, wäre Übung nicht nötig.

Später, nachdem wir merkliche Fortschritte gemacht haben, wird es leichter. Wir merken das wir besser werden, trotzdem trainieren wir bis an unser Lebensende weiter.

Warum ist gerade der Anfang so ein Problem? Erinnern wir uns an das Radfahren lernen. Es klappte nicht sofort und wir waren verzweifelt. Doch wenn man den Bogen einmal heraus hat, kommt die Zuversicht.

Das ist immer so, wir müssen nur lange genug am Ball bleiben.

Extrinsische Motivation

Im Gegensatz zu dem, was ich gestern geschrieben habe: 

Manchmal können wir uns nicht selbst motivieren und finden keinen Anfang. Wir springen nicht über unseren Schatten. Hier ist die Angst zu scheitern so groß, dass sie die Sehnsucht nach Erfolg übertrifft.

In diesen Fällen kann es Sinn machen, wenn uns jemand ein bisschen beim Anschieben hilft. 

Belohnungen können der nötige Anschubser sein, um uns ins Tun zu bekommen. Zu dem intrinsischen Wunsch kommt also noch ein extrinsischer Bonus.  

Beim nächsten Mal ist der Bonus dann nicht mehr nötig, denn die Angst ist durch das Erfolgserlebnis kleiner geworden. Der Wunsch behält auch alleine die Oberhand. 

Allerdings müssen wir darauf achten, dass sich der Erfolg auch realistisch einstellen kann. Denn Rückschläge sorgen dafür, dass unser Bonus von Mal zu Mal größer werden muss. 

Inspiration, Motivation, Zeitverschwendung

Dieses Zitat ist von Chuck Close:

“Inspiration is for amateurs. The rest of us just show up and get to work. If you wait around for the clouds to part and a bolt of lightening to strike you in the brain, you are not going to make an awful lot of work. All the best ideas come out of the process; they come out of the work itself.”

Ich kenne Chuck Close nicht weiter. Ich weiß nur, dass er (ein wohl ziemlich erfolgreicher) Maler ist und diese tolle Aussage über Inspiration getätigt hat.

Das Gleiche gilt übrigens für Motivation.

Profis brauchen nicht inspiriert oder motiviert werden. Ihre Arbeit/Kunst an sich ist ihr Motiv und beim Tun kommen sie auch auf Ideen.

Die Zeit, die für bewusste Inspiration oder Motivation aufgewendet wird, ist verschwendet.

Besser ist es aufzustehen – oder sich hin zu setzen, je nach Tätigkeit – und seine Arbeit zu machen.

P.S.: Ausnahmen bestätigen die Regel: Artikel: Extrinsische Motivation

Wie wird man gut?

“Gut” ist ein relativer Begriff. 

Gut, im Vergleich wozu? Außerdem: gut, worin? 

Die Antworten sind für jeden anders und das Ziel ist auch für jeden unterschiedlich leicht zu erreichen. Vor allem aber wenn man ganz am Anfang steht, kommt es darauf an, wie viel Aufwand man bereit ist zu betreiben. 

Im Grunde gilt: Strenge dich effektiv und langfristig mehr an als die Anderen und du wirst vergleichsweise “gut” werden.   

Für einen 8-Jährigen ist das im Fußball noch relativ einfach. Wenn er jeden Tag 30 Minuten konzentriert an der Technik arbeitet und beim Training aufmerksam mitarbeitet, macht er weit mehr als sein durchschnittlicher Mannschaftskamerad. Der geht auch zwei Mal pro Woche zum Training, tut sonst aber nicht viel um besser zu werden. 

Wenn der gleiche Junge aber versucht, “gut” im Computerspiel zu werden, muss er schon mehr Zeit investieren – das machen sie nämlich alle. 

Wenn wir “gut” werden wollen, dann sollten wir also eine Sache wählen, für die die Anderen nicht zu arbeiten bereit sind. Weil es zu anstrengend ist, vielleicht auch manchmal langweilig. 

Was könnte diese Sache für uns Erwachsene sein? 

Was erfordert Fleiß und Anstrengung, die Andere nicht bereit sind aufzubringen? 

Zuversicht

“Am Ende wird alles Gut. Und wenn es nicht gut wird, dann ist es noch nicht das Ende.” 

Dieses Zitat eines Unbekannten (offenbar war es nämlich nicht Oscar Wilde), strahlt jede Menge Zuversicht aus. 

Und die ist auch nötig. Jeder von uns hat irgendwann Angst und Sorgen. Wir kommen an einen Punkt, an dem wir nicht mehr logisch erkennen können, wie wir das alles schaffen sollen. 

Hier hilft es uns, wenn wir einfach glauben. An Gott, das Universum, den Grand Poobah, die eigene innere Stärke – völlig egal. 

Wenn wir einsehen, dass es in unserer Welt noch größere Dinge gibt als die, die wir heute mit unserem Verstand erfassen können, dann steht es uns frei an eine gute Wendung zu glauben. 

Warum? 

Weil andere (zum Beispiel der unbekannte Zitierte) die Erfahrung schon gemacht haben, vielleicht auch weil wir selbst schon solche Erfahrungen gemacht haben. Oder auch einfach, weil es besser ist ein optimistisches Leben zu führen und sich zu irren, als der ewige Pessimist zu sein, der am Ende auch noch Recht hat. 

Niemals aufgeben

Schon als Jugendlicher hatte ich diese Parole an die Tür meines Zimmers geklebt. Auf dem Papier war auch ein Storch zu sehen, der von einen Frosch gewürgt wurde, den er bereits im Schnabel hatte.

Beharrlichkeit und der Glaube, dass sich alles zum Guten wenden wird, zahlt sich aus. Das habe ich seit diesen Tagen immer und immer wieder festgestellt. Es bleibt also mein Lebensmotto.

Morgen ist außerdem unser Hochzeitstag.

Mein liebster Schatz, du bist wahrscheinlich meine einzige Leserin, deshalb kann ich das hier ruhig schreiben, ohne jemand anderen ausschließen zu müssen:

Ich liebe dich von ganzem Herzen und freue mich auf noch viele schöne Jahre mit dir.

Bildung vs. Lernen

Diese beiden werden oft synonym verwendet doch sie sind verschieden. 

Bildung ist verpflichtend, Lernen ist freiwillig. 

Bildung ist gesteuert, Lernen ist selbstbestimmt. 

Man bildet sich um gut in Tests abzuschneiden, man lernt, weil man es wissen will. 

In diesem Podcast geht Seth Godin der Sache etwas genauer auf den Grund. Die Ganze Folge ist interessant aber dieses Thema wird konkret im Q&A-Teil ab 17:41 besprochen): [Akimbo-Podcast – Organized learning]

Aus der Folge stammt auch ein witzig/tragisches Beispiel, das aufzeigt wie schädlich es ist, dass unsere Kultur sich nahezu ausschließlich auf Bildung fokussiert: 

An einer Elite-Universität fanden die Lehrangebote, Corona-bedingt, über Zoom statt. So auch ein Spanisch-Kurs. Die Dozentin nutzte Breakout-Rooms und teilte die Klasse in kleinere Gruppen, sodass jeder nun öfter sprechen konnte. 

Doch was taten die Elite-Studenten, aus gutem Hause, mit hervorragenden Noten und beeindruckenden Lebensläufen, mit ihrer unverschämt teuren Studienzeit?

Als die Lehrerin aus der Leitung war, unterhielten sie sich in Ihrer Muttersprache. Sie verschenkten eine hervorragende Möglichkeit zu lernen, weil sie es eigentlich als Bildung empfanden, die sie für andere anhäufen sollen. 

Die Dozentin ließ die Zügel locker und schon fanden die Studenten einen Weg, die Pflichten zu umgehen. 

Wenn ein Kind jedoch Fahrrad fahren will, dann lernt es das. Dazu ist kein Test notwendig.

Damit Bildung erfolgreich ist, bedarf es Autorität. Lernen erfordert Enrollment.   

Ohnmacht

Ohnmacht bedeutet: Ohne Macht. 

In Ergänzung zu diesem Artikel über Wut, ist dies ein lohnender Gedanke. 

Da ist dieser Moment, indem man seine Machtlosigkeit erkennt. Auf ihn folgen Frustration, Trauer, Scham, Selbstzweifel, Ratlosigkeit und das alles äußert sich in einer Explosion, der Wut. 

Rosamund und Ben Zander raten in diesem Moment dazu zu lächeln und sich selbst zuzurufen: Wie faszinierend! 

Das geht natürlich nicht einfach so, das ist eine Lebenseinstellung. 

Wenn man es schafft, Frustration und Ratlosigkeit durch Neugier zu ersetzen, dann weicht die Wut einem Lächeln. Schließlich kann man jetzt gerade etwas lernen. 

Um das zu schaffen sollten wir uns immer wieder bewusst machen: 

Es ist alles erfunden, auch Ohnmacht und Wut. Und bis dahin denken wir doch bitte an Regel Nr. 6

Wut und Empathie

Wut bedeutet Kapitulation. 

Wenn ich wütend werde, dann gebe ich den Versuch auf, ein Problem ruhig und sachlich zu lösen. Ich kann den Angriffen auf mich nicht mehr trotzen, sondern gebe ihnen nach. 

Empathisch zu bleiben in Momenten der Ungerechtigkeit gegen sich selbst, scheint mir eine hohe Form der Weisheit zu sein. 

Es bedeutet den Angriffen gegenüber unverwundbar zu sein, und stattdessen zu versuchen den Anderen zu verstehen.  

Menschen die das können, ruhen in sich selbst. Sie sind sich ihres eigenen Wertes und ihrer Rolle so bewusst, dass sie kein Anwurf aus der Ruhe bringt.  

Verletzliche und wenig selbstbewusste Menschen werden schnell wütend. Selbstbewusste und ausgeglichene Menschen haben eher die Fähigkeit empathisch zu sein. 

Was bleibt für den Menschen?

Letztlich lassen sich alle unsere Tätigkeiten mathematisch beschreiben. Sobald sie mehrmals durchgeführt werden, kann man sie optimieren, standardisieren und automatisieren.

Meine Prognose für die Zukunft:

Alles was sich standardisieren lässt, wird automatisiert werden.

Das können Dinge sein, die wir uns heute nur schwer vorstellen können: ärztliche Versorgung, Handwerk, öffentlicher Transport.

Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass Maschinen auch Prozesse durchführen können, die uns höchst individuell vorkommen.

Welche Arbeit bleibt da dem Menschen?

Alles was neu, unerwartet und gefühlsbetont ist:

Überraschungen, Initiative, Spontanität, Zufälliges Verbinden miteinander, Vertrauen, Empathie.

Vielleicht erscheint uns das gruselig, aber dies wird die Welt sein, in der unsere Kinder zurechtkommen müssen – vielleicht auch schon wir.

Wir sollten uns darauf vorbereiten, indem wir diese Fähigkeiten trainieren.

Anerkennung oder Wertschätzung

Anerkennung ist die Würdigung die wir für eine bestimmte Sache bekommen, die wir gut gemacht haben. 

Sie ist einmalig, auf diese Sache bezogen. Danach endet sie. 

Wertschätzung ist die Würdigung von uns selbst als Person. 

Sie ist grundsätzlich auf uns als Menschen bezogen und endet planmäßig nicht. 

Hier ist ein TED-Talk von Mike Robbins, der diesen Unterschied noch einmal detailliert herausarbeitet: The Power of Appreciation 

Nach welcher Art Würdigung wünschen wir uns? 

Wenn wir ein neues Auto kaufen, um die Beförderung kämpfen, ehrenamtlich tätig sind, eine Familie gründen? 

Oft beobachte ich, an mir selbst aber auch an Anderen, dass wir nach Anerkennung streben, im Grunde aber Wertschätzung wollen. 

Schlaf ist ein lohnendes Investment

In Tom Raths Buch (Eat, Move, Sleep) hat mich die große Bedeutung des Schlafes am meisten beeindruckt.  

Laut Rath haben wir eine hohe Präferenz von fettigen und zuckerhaltigen Lebensmitteln, wenn wir müde sind, und wir bewegen uns auch weniger. Das klingt vielleicht irgendwie nachvollziehbar aber es gibt auch echte wissenschaftliche Belege dafür 

Bei Übergewicht machen wir den Grund schnell aus. Es ist zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung. Aber der Schlaf gehört auch (gleichberechtigt) in dieser Betrachtung. 

Stattdessen wird er aber gern zugunsten anderer Verbesserungen geopfert.  

“Für die Gesundheit gibt es so viel zu tun (Kochen, Sport), da scheint es eine gute Idee zu sein, einfach eine Stunde weniger zu schlafen.” Da sind wir auf dem Holzweg.  

Schlaf ist kein Luxus es ist eine grundlegende Notwendigkeit. 

Wer zu wenig schläft isst mehr, vergisst mehr, wird öfter krank, sieht schlechter aus. 

Wer aber für einen guten Nachtschlaf von 8 Stunden sorgt, wird im Job besser performen, besser trainieren, gesünder essen und einfach ein angenehmerer Zeitgenosse sein. 

Jede Extrastunde gesunden Schlafs ist kein Kostenfaktor, sondern ein lohnendes Investment. 

Dieses Buch gibt es auch auf Deutsch. In jedem Fall fand ich es so beeindruckend, sodass ich es sicher auch einmal ausführlich hier vorstellen werde. 

Aber nicht heute – jetzt gehe ich schlafen. 

Eat, Move, Sleep

Unser Ziel ist es, besondere Leistungen zu erbringen – für unsere Kunden, unseren Arbeitgeber, für die Familie. 

Neben der richtigen Einstellung, um die es hier häufig geht, ist aber noch etwas anderes wichtig: Wir müssen auch physisch dazu in der Lage sein. 

Und auf diese Physis haben genau drei Dinge entscheidenden Einfluss. 

  1. Wie wir essen 
  1. Wie wir uns bewegen 
  1. Wie wir schlafen 

Tom Rath hat das in seinem Buch Eat, Move, Sleep erklärt, und auch beschrieben wie diese Punkte zu verbessern sind. Oft geht das schon mit kleinen Veränderungen.

Hier gibt es auch eine kurze (deutsche) Zusammenfassung von Kris Stelljes. 

Oft vernachlässigen wir es, uns um uns selbst zu kümmern. Dabei ist gerade hier große Sorgfalt nötig. Ohne einen gut funktionierenden Körper, werden wir niemals unsere volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen. 

Glück oder Verdienst

Meine Tochter hat gestern ihre Halskette am Strand verloren und das erst heute bemerkt. 

Kurz vor dem zu Bett gehen – morgen reisen wir auch ab – war sie plötzlich untröstlich. 

Sie war sicher, dass ihr geliebtes Schmuckstück nur am Strand sein kann. 

Eigentlich eine ausweglose Situation aber wir sind trotzdem noch die 10 km gefahren um zu suchen. 

Zunächst fragten wir an der Rezeption des angrenzenden Campingplatzes. Es wurde nichts abgegeben. 

Dann versuchten wir das unmögliche und suchten in Halbdunkel den Strand ab. Als wir nichts fanden, war sie den Tränen nahe. Als letzten Versuch, nahm ich die Taschenlampe des Handys zur Hilfe und plötzlich sahen wir sie fast gleichzeitig funkeln. 

Wir haben ihre Kette tatsächlich gefunden. 

Mehr als 24 Stunden nach dem Verlust, nach einem heißen Badetag mit sicherlich vielen Gästen, im Sand. 

Natürlich waren wir überglücklich. 

War das Glück? 

Ich glaube wir haben es uns verdient, weil wir gegen jede Logik das Unmögliche versucht und nicht aufgegeben haben. 

Erholung

Erholung bedeutet die Rückgewinnung verbrauchter Kräfte und das Wiederherstellen der Leistungsfähigkeit. [Wikipedia

Psychisch bedeutet das für mich, sich am Ende der Urlaubsreise wieder auf zu Hause zu freuen. Kein Fernweh mehr zu haben, sondern wieder das Positive zu sehen, das einem die alltägliche Umgebung gibt.

So hatte man genug Zeit um neue Pläne zu schmieden und ist jetzt bereit für neue Taten.

Welchen Wandel wollen wir bewirken?

Wofür machen wir das? 

Für wen machen wir das? 

Wenn wir unseren Egoismus außen vor lassen, beim beantworten dieser Frage, dann kommen wir vielleicht auf überraschend einfache Antworten. 

Diese sind dann nämlich unabhängig von dem externen Status, den wir normalerweise auch noch suchen. Sie brauchen keine öffentliche Aufmerksamkeit und keine großes Einkommen. 

Wenn wir kein Martin Luther King sind, kein Steve Jobs und kein Seth Godin, dann beeinflussen wir mit unseren Taten wohl nicht Millionen von Menschen. 

Aber vielleicht beeinflussen wir fünf, vielleicht zwei oder einen. 

Wir könnten bei denen anfangen, die wir lieben. 

Wir behaupten doch immer Familie wäre das Wichtigste. Vielleicht sollten wir uns da selbst beim Wort nehmen.  

Welchen Wandel wollen wir dort bewirken? 

Ziele und Verantwortung

Aus meiner Sicht gibt es in Organisationen vier Typen von Mitarbeitern. Je besser sie sind, desto zahlreicher sind die ersten Drei.

Bei Anführern (Leadern) beobachtet man vor allem zwei Dinge:

  1. Sie verfolgen ein konkretes, uneigennütziges Ziel
  2. Sie übernehmen die Verantwortung

Dies sind die ehrwürdigen Ritter, die das Heer anführen und andere inspirieren.

Manager verfolgen das uneigennützige Ziel nicht unbedingt, tragen aber trotzdem Verantwortung. Sie sind Fachleute, organisieren und leiten auch an, inspirierend sind sie jedoch selten.

Sie sind die die Berufsoffiziere und Elitesoldaten.

Motivierte, enthusiastische Facharbeiter teilen das Ziel und verfolgen es auch uneigennützig. Sie übernehmen aber nur wenig Verantwortung.

Sie sind die handlichen, präzisen Meister-Schwerter.

Unmotivierte und desinteressierte Mitarbeiter verfolgen weder irgendwelche Ziele, abseits der eigenen, noch übernehmen sie Verantwortung.

Dies sind die rostigen, verbogenen Mistgabeln.

In Organisationen mit offensichtlichen, starken, übergeordneten Zielen und mit der Notwendigkeit, für jeden einzelnen, Verantwortung zu übernehmen, kann es keine Mistgabeln geben.

Wissen hat keinen Eigentümer

Deshalb kann und sollte man es möglichst weit verbreiten.

Beeindruckend hilfreich ist der YouTube-Kanal von Dr. Ingo Sauer, von der Goethe-Universität Frankfurt.

Wissen hat keinen Eigentümer – I.B.Sauer

Dort bringt er jedem der es wissen will auf (vergleichsweise) verständliche Art die Volkswirtschaftslehre nahe.

Was ist dazu notwendig?

Vordergründig nur eine Kamera, ein Laptop und die Zeit für den Videoschnitt. Tatsächlich muss man es aber tun wollen und schlussendlich auch machen.

Dr. Sauer und die Universität stellen ihre Vorlesungen kostenlos zur Verfügung, es gibt keine Werbung und auch keine weiteren Produkte.

Sie tun es einfach weil sie es können und weil es richtig ist.

Wirtschaftswissenschaftliche Bildung kommt in unserer Gesellschaft, angefangen in der Schule, leider viel zu kurz. Trotzdem reden alle darüber oder wollen sich, z. B. vor Wahlen, eine Meinung bilden. Wirklich verstehen können das aber die Wenigsten.

Mit solchen verständlichen (also auch guten) Angeboten, sollte man dem begegnen.

Zum Einstieg finde ich dies besonders interessant:
IV: Große Ökonomen (und die „Geschichte der Theorie“)

Skills

Wir unterscheiden harte und weiche Fähigkeiten – “hard skills” und “soft skills”. 

Hard skills, sind unser Handwerkszeug und damit die Grundlage unserer Arbeit.  

Um sie zu erlernen ist Theorie aber auch praktische Übung nötig. Die Fähigkeiten sind meist spezifisch, das heißt ein Bäcker braucht andere, als eine Bankkaufrau. 

In der heutigen Zeit des Internets, ist das entsprechende Wissen für uns alle verfügbar. Es gibt hier keine Knappheit mehr – jeder kann alles lernen, wenn er die nötige Zeit investiert. Dazu kommt, dass sich das Wissen ständig weiterentwickelt – wir müssen also auch unentwegt lernen. 

Die hier entscheidende Frage ist also: Wer will das tun?  

Abzeichen, Diplome und Zertifikate sind nicht mehr nötig, denn sie belegen das Wissen von gestern. Disziplin, Neugier und Beharrlichkeit allerdings, lassen erkennen, dass auch das Wissen von Morgen zur Verfügung stehen wird. 

Damit sind wir bei den soft skills.   

Sie lassen sich theoretisch nur beschreiben, erlernen muss man sie praktisch. Allerdings sind diese Fähigkeiten dann universell einsetzbar. Disziplin zum Beispiel, ist sowohl für Sportler, als auch für Soldaten und Schriftsteller wichtig. Empathie benötigen Eltern, wie auch Marketing-Fachleute.  Eine Buchhalterin sollte genauso penibel sein wie ein Koch. 

Hard skills können – bis zu einem gewissen Grad – sehr schnell erlangt werden. Zur Perfektion ist es dann jedoch ein weiter Weg.  

Der spezifische Wissenszuwachs nimmt mit der Zeit ab (Konkave Nutzenfunktion).

konkave Funktion

Anders sieht es bei den Soft skills aus. Es braucht lange um sich bestimmte Fähigkeiten anzueignen, weshalb man oft schon in der Kindheit dazu angehalten wird. Oft werden sie als unveränderbare Eigenschaften der Persönlichkeit missverstanden – auch das kann man aber lernen.

Langsam.

Am Anfang gibt es meist eine lange Phase mit wenig Erfolg, vielleicht sogar mit Rückschritten. Wenn jedoch der Knoten platzt, geht es schnell aufwärts (Hockey-Stick Kurve).

Hockey-Stick-Funktion

Deshalb sollten wir fortwährend an unseren soft skills abreiten, und uns die nötigen hard skills bei Bedarf  aneignen. 

Der Drang nach Sicherheit.

Was, wenn es nicht funktioniert? 

Unsere innere Stimme sagt: „Ich möchte ja, aber ich muss erst wissen, dass es funktioniert.“ 

Wenn wir etwas Neues ausprobieren suchen wir nach Beispielen, nach Kursen, nach „Dummies-Büchern“. 

Das Problem: Für bedeutende Dinge gibt es keine Anleitung. 

Für ein McDonalds Restaurant gibt es das. Wenn du interessante Gerichte und besonderes Ambiente anbieten willst, dann nicht. 

Wenn du ein E-Book für Amazon scheiben möchtest, dann gibt es das. Wenn du eine Botschaft verbreiten möchtest, die bedeutend ist und Anderen wirklich hilft, dann nicht. 

Zu gerne möchten wir hören: „Das ist ganz einfach, es macht Spaß und wird garantiert klappen.“ Doch immer, wenn uns das jemand sagt ist Vorsicht geboten.“ 

Ehrlich wäre:  

“Es ist schwer, macht ziemlich oft keinen Spaß und wird vielleicht nicht klappen.” 

Trotzdem müssen wir es probieren. 

Wir brauchen interessante und besondere Restaurants, genauso wie bedeutende und hilfreiche Botschaften. 

Fastfood Restaurants oder 0815-Amazon-Bestseller gibt es genügend.

Der Drang nach Sicherheit ist eine Ausrede um uns zu verstecken. Wer etwas Bedeutendes beitragen möchte wählt den schwierigen, unsicheren Weg.

Schneller Einschlafen

Papa ich kann nicht einschlafen. Das hört man öfter und da ich da auch nichts machen konnte, habe ich mich informiert.

Das Ergebnis war ziemlich positiv (sonst würde ich das hier wohl auch nicht schreiben).

Schlafen ist wichtig. Man sollte ruhig, tief, regelmäßig und lang genug schlafen. Warum das so ist, darüber gibt es sicher eine Menge Informationen ( auch in dem verlinkten Video), aber darum soll es hier nicht gehen.

Mich interessiert das „Wie“.

TED-Talks sind fast immer die richtige Quelle wenn man fundierte Antworten auf interessante Fragen sucht und dieser hier hat mir geholfen:

How To Trick Your Brain Into Falling Asleep | Jim Donovan | TEDxYoungstown

Die Methode:

Wir können oft deshalb nicht schlafen, weil wir noch zu aufgewühlt sind. Wir haben zu viele Gedanken im Kopf, die wild herum tanzen. Also wälzen wir uns hin und her.

Dagegen hilft Rhythmus.

Das Video zeigt auch wie, aber hier ist die leicht veränderte Methode, die meinen Kindern geholfen hat:

  • bequem, gerade und entspannt auf den Rücke legen, Arme neben dem Körper, Hände auf den Oberschenkeln
  • Ruhig und tief atmen, Augen schließen
  • Jetzt mit den Händen abwechselnd auf die Oberschenkel tippen, im Rhythmus wie ein Trommler: links, rechts, links, rechts…
  • Das ganze 2-3 Minuten durchhalten und sich auf den Rhythmus konzentrieren.
  • Jetzt den Rhythmus verlangsamen: links…, rechts…, links…, rechts…
  • wieder 2-3 Minuten durchhalten
  • Jetzt wieder verlangsamen: links……, rechts……, links……, rechts……
  • Das solange fortführen bis man eingeschlafen ist.

Bei meinen Kindern hat das sehr gut funktioniert. So gut, dass ich sogar aufgefordert wurde „wieder die Übung vorzumachen“.

Das Gehirn ist noch unter Vollspannung und will nicht schlafen. Mit diesem Trick bremsen wir es langsam herunter und bringen es dazu seine Meinung zu ändern.

Datenschutz ist anstrengend aber wichtig

Vor wenigen Tagen erreichte mich die Nachricht, das der Europäische Gerichtshof das EU/US-Privacy-Shield-Abkommen für unwirksam erklärt hat. [Hier mehr dazu]

Dies wird erneut viel Ärger große Unsicherheit und Anstrengungen für weite Teile der Online-Marketing-Branche bedeuten. Aber auch für Viele normale Firmen-Webseiten.

Kurz gesagt bedeutet die Entscheidung, dass man keinerlei personenbezogene Daten mehr bei US-Amerikanischen Unternehmen speichern darf, da die EU die allgemeinen Standards in den USA als ungenügend einstuft.

Facebook, Google, aber auch Email Dienstleister, darf man somit nicht mehr nutzen. Kein Facebook-Pixel, kein Google-Analytics und auch kein MailChimp.

Für diesen Blog hat das Auswirkungen auf den Newsletter-Versand. Du kannst meinen Blog abonnieren und dadurch täglich den neusten Artikel direkt als Email erhalten. Dafür nutzte ich bis heute MailChimp.

MailChimp selbst sichert zu sich an alle EU-Anforderungen zu halten und grundsätzlich glaube ich auch an die guten Absichten bei diesem speziellen Dienstleister. Aber die Entscheidung hat mich trotzdem noch einmal mehr ins Nachdenken gebracht. Warum das Risiko eingehen?

Als Ergebnis komme ich zu der Auffassung, dass ich auf diesen Service verzichten, und meinen Email-Versand jetzt selbst, mit einem WordPress-Plugin durchführen werde.

Sowieso, betreibe weder Remarketing, noch Analytics oder sonstiges Tracking mit meiner Seite – wozu auch, ich verkaufe nichts. Der einzige Dienstleister den ich nutze, ist mein Website-Hosting-Anbieter, mit Sitz in Deutschland.

Ohne spezielle Dienstleister (wie für den Mail-Versand) wird es komplizierter und unkomfortabler, allerdings ist es das wert. Der Schutz unserer Daten ist ein hohes Gut und wir sollten das nicht verwässern.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer?

Wissen wir wirklich was gut und was schlecht ist? Wissen wir genau welche Rezepte uns helfen?  

Wie ist denn überhaupt der aktuelle Stand? 

Sind das gute Zeiten oder schlechte? 

Manch einer würde sagen: “Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer stärker, der Klimawandel bedroht unsere Existenz, Arbeitsplätze sind in Gefahr und so auch unsere Gesundheit.” 

Ein anderer sagt: “Die Armut in der Welt nimmt rapide ab, immer weniger Menschen hungern. Neue Technologien ermöglichen allen Menschen vergleichbare Chancen und sorgen dafür das unser Leben nachhaltiger und gesünder wird.” 

Beide haben recht, denn sie sehen andere Ausschnitte des Gesamtbildes. Es gibt nicht nur eine richtige Antwort und es gibt auch nicht nur ein wahres Konzept. 

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß – nur von Knappheit geprägt oder nur von Fülle. Vielmehr sind es Zyklen, die hier endlos ablaufen und sich immer wieder gegenseitig bedingen.  

Jedes Problem hat eine Chance in sich und ebenso birgt jede Errungenschaft neue Risken. An Schwierigkeiten und Beschränkungen können wir wachsen und neue Lösungen erschaffen. Aus Überfluss werden Probleme erwachsen, die neue Einschränkungen nach sich ziehen. 

Wir müssen leider anerkennen, dass es kein stetiges “nach-oben” gibt. 

Nach dem Berg kommt das Tal, nach dem Aufschwung kommt die Krise.  

Der Waldbrand hinterlässt fruchtbares Land, alles wächst dort wieder und gedeiht. Aus dieser Fülle sammeln sich aber immer mehr Rückstände der Pflanzen an – Laub und Äste – der Boden beginnt zu verwuchern. Diese trockenen Rückstände fangen schnell Feuer, der nächste Brand steht bevor und somit beginnt der Zyklus von Neuem. 

Aber was, wenn wir diese kleinen lokalen Brände verhindern wollen (aus Angst vor der Krise)?

Dann sorgen wir dafür, dass sich deutlich zu viele trockene Rückstände ansammeln. Irgendwann gibt es doch einen Funken dessen Auswirkungen dann leider verheerend sind. 

Rückschläge gehören beim Fortschritt dazu. 

Wir sollten uns selbst ständig neuen Beschränkungen aussetzen, um lernen und wachsen zu können. 

Selbstwert und Wertschätzung

Selbstwert ist der Wert, den wir uns selbst, bzw. unserer Leistung, unseren Erfolgen usw. Beimesse. 

Wertschätzung ist die uns von anderen entgegen gebrachte Aufmerksamkeit, der Dank, die Bewunderung für unsere Leistungen, Erfolge usw. 

Wir alle sehnen uns nach Wertschätzung. Bei manchen Menschen geht das so weit, dass sogar ihr Selbstwertgefühl davon abhängt. Das ist höchst problematisch, denn diese Menschen sind getrieben von externen Erwartungen. Ihre Zufriedenheit mit sich selbst hängt von der Beurteilung anderer ab. 

Dabei ist es fast unmöglich von den Anderen auf die Art gesehen zu werden, wie wir uns das selbst wünschen. Für uns alle spielen wir selbst – und nur wir – die Hauptrolle in diesem Film (sonder). 

Unsere Leistung ist für andere also nur insofern besonders, wie sie diesen Menschen direkt nutzt oder wie sie es selbst nachvollziehen können. 

Die alltägliche Leistung einer 4-fach-Mutter ist vielleicht für ihre direkte Familie überwältigend wichtig und wird auch wertgeschätzt – sicher auch von Eltern in ähnlicher Situation. Aber Außenstehende ohne Kinder, mit einem Hauptfokus auf Reisen oder Karriere, werden diese Leistung weder verstehen noch wertschätzen. 

Eine hochrangige Managerin mit Verantwortung für ein Millionen-Budget und hunderte Mitarbeiter verdient sich die Anerkennung ihrer Management-Kollegen, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Die 4-fach-Mutter oder ein lokaler Kleinunternehmer werden die Leistung aber nur selten einordnen können. 

Allerdings gibt es einen Fakt, der es der Managerin leichter macht, ihre Wertschätzung auch von Fremden zu erhalten. 

Geld natürlich. 

Sie verdient (relativ) viel Geld und dieses ist ein allgemeines Gut zur Wertmessung. 

Viel Geld = hoher Wert. 

Die 4-fach-Mutter, oder auch ein ehrenamtlicher Jugendfußballtrainer oder eine Marathonläuferin mit einer Bestzeit von 2:55 haben es da schwerer. Sie bekommen keine finanzielle Bewertung ihrer großartigen Leistungen. 

Um ihr Selbstwertgefühl zu stärken sollten sie deshalb nicht auf die Meinung von Unbeteiligten hören. Sie sollten sich auf ihre intrinsische Motivation und auf ihr näheres Umfeld konzentrieren.

Sind Elektroautos besser?

An dieser Frage kommt man kaum noch vorbei. Aber wie funktionieren die Dinger eigentlich? Verbrennungsmotoren sind vielen von uns geläufig aber ein Elektromotor?

Er soll ja deutlich effizienter, aber auch einfacher und damit weniger anfällig für Reparaturen sein. Wie ist er aufgebaut und wie treibt er ein Auto an?

Hier ist ein Video, dass die unterschiedlichen Technologien kurz vergleicht.

Wie funktioniert ein Elektroauto?

Hier eine etwas ausführlichere Erklärung des Induktionsmotors, der in E-Autos eingesetzt wird.

Wie funktioniert ein Induktionsmotor?

humor over rumor

Manchmal kann man unangenehmen Gerüchten bzw. Unwahrheiten mit Humor begegnen. 

Dazu verpackt man die Richtigstellung auf lustige Weise (am Besten lacht man über sich selbst). 

Mein zeigt sich also nicht beleidigt oder ernsthaft entrüstet, sondern unterhält seine Zielgruppe mit ein wenig Spaß. 

Als Effekt, kann der eigene humorvolle Beitrag eine deutlich höhere Aufmerksamkeit bekommen als das Gerücht. Mit faktenbasierter Argumentation gelingt das längst nicht so leicht. 

Die Idee kommt aus diesem Interview mit der Digitalministerin Taiwans, Audrey Tang  (ab 11:15 und nochmal ab 27:10 geht es um Humor) 

Dort erklärt sie, wie in Taiwan mit Gerüchten über die Corona-Krise umgegangen wird. 

Zum Beispiel wurde das Gerücht verbreitet, Gesichtsmasken würden aus dem gleichen Material hergestellt wie Toilettenpapier, und dass letzteres deshalb knapp werden würde. 

Sie haben dann mit einem lustigen Bild und Wortspiel aufgeklärt, dass die Materialien aus unterschiedlichen Quellen kommen, es also keinen Grund zur Panik gäbe. 

Dieser Post fand großen Anklang und hat sich deutlich schneller verbreitet, als das ursprüngliche Gerücht. 

Sei ein Baum

Das gilt für Leader und vor allem auch für Eltern. Mütter und Väter müssen sich als Bäume sehen. 

Sie schützen vor Wind, Wetter und auch vor Gefahr. 

Sie ernähren ihre kleinen Vögelchen, bieten Geborgenheit und Trost. 

Man kann unter Bäumen Schatten finden, sich an sie lehnen und wenn es juckt, kann man sich an ihnen reiben. 

Und was tut der Baum um seinen Schützlingen all das zu ermöglichen? 

Er ist standfest.  

Er läuft niemals weg und verbiegt sich nicht.  

Er wird immer da sein und der Vogel kann sich stets auf ihn verlassen. Der Baum ist weder ungerecht noch egoistisch oder nachtragend. 

Kleine Vögelchen halten sich für den Mittelpunkt der Welt, was okay ist und völlig normal.

Der Baum jedoch, muss ihnen zeigen, dass das auch alle anderen so sehen. Und dass man deshalb klugerweise auch die Bedürfnisse der anderen achtet. Er lehrt sie Verständnis.

Er macht das mit Empathie, Großzügigkeit und Geduld. Er ist aber auch stabil und bleibt seinem Standpunkt treu. Selbst dann, wenn sich jemand an ihm reibt.

Euro-Romantik

Für unsere Währung werden regelmäßig wirtschaftliche, aber auch romantische Argumente angeführt.

Und natürlich waren es die Romantischen, die mich vor über 20 Jahren begeistert haben. Wie aufregend war es, all ich mein „Starterkit“ abgeholt habe und die erste ausländische Münze in den Händen hatte. Ich war ein Euro-Fan.

In Europa hätte man mehr Verbundenheit durch Gemeinsamkeiten und könnte einfacher Reisen ohne Geld zu tauschen – so wird auch heute noch argumentiert.

Die Wirtschaftlichen Argumente sind aus deutscher Sicht aber überwiegend egoistisch und für alle Anderen unfair. Unser Export profitiert davon, die anderen haben es schwerer – das wurde damals natürlich nicht so offen dargestellt.

Und heute?

Der romantische Teil fällt durch Digitalisierung fast vollständig weg. Seit zwei Wochen befinde ich mich in Dänemark und musste nicht eine einzige dänische Krone anfassen – geschweige denn umständlich tauschen.

Bargeldloses Zahlen ist hier die absolute Regel. Und sollte ich tatsächlich lokales Bargeld benötigen, kann ich es über die Kreditkarte aus jedem Automaten ziehen. Ohne überzogene Wechselkurse oder Gebühren zu fürchten.

Sympathie durch Gemeinsamkeiten? Wie schon ausgeführt, kommt man nur noch selten mit Bargeld in Kontakt und irgendwie sind es ja gerade die Unterschiede, die den anderen interessant machen – für mich jedenfalls.

Ich werde sicher noch dänische Kronen von meinem Konto abheben – schon allein um sie den Kindern zu zeigen – den Euro vermisse ich hier jedenfalls nicht.

Was in jedem Fall bleibt, sind die unfairen Begleiterscheinungen für die lokalen Ökonomien, hauptsächlich für Südeuropa. Und auch für Deutschland wird die Sache zunehmend risikoreicher und teurer.

Die vor 20 Jahren noch heiße Euro-Romantik hat sich stark abgekühlt.

Was würdest du machen wenn…

…du nur noch kurze Zeit zu Leben hättest?

Für Tom Rath war es das Wichtigste, seinem Leben Bedeutung zu geben. Er wurde im Alter von 16 mit der Diagnose einer Genmutation konfrontiert. Er würde sich immer wieder auf unterschiedlichste Krebserkrankungen einstellen müssen und höchstwahrscheinlich keine 40 Jahre alt werden.

Was die „Bedeutung“ eines Lebens ausmacht, hat er danach sehr genau analysiert und in seinem Buch „It’s not about you“ auch klar formuliert.

Seine Schlussfolgerung ist, dass ein Leben dann an Bedeutung gewinnt, wenn man etwas für Andere tut.

Man solle also all sein Handeln und Tun darauf fokussieren, Anderen nutzen zu können.

Durch die kurze Zeit die ihm noch blieb, wurden persönliche Wünsche (Bucketlist) unbedeutend, weil sie nichts dazu beitragen konnten, etwas zu hinterlassen.

Einmal Fallschirm springen, das Auto XY fahren, um die Welt reisen, was ist das gegen die Beeinflussung anderer Menschen zum Positiven?

Wer also ein Leben mit Bedeutung führen möchte, der denkt zu aller erst daran, welchen Beitrag er für Andere erbringen kann und wie dieser zu maximieren ist.

Persönliche Entfaltung, Glück und Zufriedenheit würden daraus resultieren, sie dürften aber nicht das primäre Ziel sein. Mit in erster Linie auf sich selbst ausgerichteten Maßnehmen würde man sie nämlich nicht erreichen.

Wie kommunizieren wir privat?

Und außerdem: warum WhatsApp?

Meine Tochter hat heute einen Brief bekommen. 

Einen echten, persönlichen Brief, von einem echten anderen Menschen, der nichts anderes wollte, als ihr etwas mitzuteilen und eine Freude zu machen. 

Natürlich hat sie sich sehr gefreut aber erstaunlich fand ich auch die Freude des Briefträgers. 

Was früher an der Tagesordnung war, ist heute selten geworden – persönliche Kommunikation über die Post. So etwas stellt er nur noch selten zu. 

In meiner Kindheit haben sich Menschen tatsächlich noch seitenweise Briefe geschrieben, die Mehrzahl der Post war persönlich. 

Doch die private Kommunikation hat sich andere Medien gesucht. Im Postkasten landen heute hauptsächlich Angebote, Werbung und Rechnungen. 

Die E-Mail teilt dieses Schicksal. Vor 20 Jahren war die Mehrzahl der Nachrichten im Posteingang privat. Heute: Marketing-Newsletter und Rechnungen nur selten eine persönliche Nachricht. 

Heute nutzen wir Messenger-Dienste. 

Werden diese die gleiche Entwicklung nehmen? Was passiert, wenn der Facebook-Konzern beginnt über WhatsApp zu werben? 

WhatsApp ist wie Facebook, Twitter, Instagram etc., keine direkte Kommunikation. Es ist eine fremde Plattform, die alles sieht und speichert. Trotzdem hat man es dort geschafft, nahezu die gesamte private Kommunikation einzufangen.  

Und die Menschen nutzen es immer stärker. Warum? 

Ich glaube nicht, weil sie der Plattform vertrauen. Sondern weil sie dort nicht von Werbung und Rechnungen behelligt werden. Sobald sich das ändert, wird auch die private Kommunikation weiterziehen. 

Das wäre ein großer Fehler und Facebook schein den bisher nicht machen zu wollen. Sie schlagen auf anderem Wege Kapital aus den Kontaktdaten. 

Von Anderen lernen

vor etwa 7500 Jahren soll es eine Völkerwanderung gegeben haben. Ihr vorausgegangen (so eine von mehreren Theorien) sei die schlimmste Naturkatastrophe, die man sich vorstellen konnte – die Sinnflut.

Was war passiert – es kam zum Durchbruch des Bosporus und damit zur Entstehung des Schwarzen Meeres. Zuvor sei das Gebiet ein fruchtbares Land und die Heimat einer Hochkultur gewesen – landwirtschaftlich höchst bewanderter Menschen.

Diese Gegend wurde nun überflutet, da sich die Wassermassen aus dem Mittelmeer in die niedriger gelegene Ebene ergossen.

Die Menschen mussten fliehen und bereicherten mit ihrem Wissen viele andere Länder, in denen sie sich niederließen.

Sie kamen bis nach Lolland in Dänemark, wo dieser Geschichte heute gedacht wird. Dazu hat man ein Kunstwerk geschaffen, die Dodekallitten, zwölf riesige Steinköpfe, die von früheren Zeiten zeugen sollen.

Heute war ich dort zu Gast und natürlich war ich beeindruckt von der Landschaft, von den Skulpturen aber vor allem von der Geschichte.

Fremde haben andere Kulturen schon immer auch bereichert, In Europa, in Amerika und auch in Asien. Warum blenden wir diese Möglichkeiten, zur Verbesserung so oft aus und fokussieren uns auf die Angst vor Verlusten? Die Geschichte hat gezeigt, das andere Einflüsse, wenn wir sie lassen, unser Leben besser machen können.

Schlechte Ideen

Wie kommen herausragende Ideen zustande?

Ihnen gehen viele miserable Ideen voraus.

Das schwierige ist jedoch, schon am Anfang das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Wir können nicht wissen ob es funktioniert, solange wir es nicht versuchen. Wenn wir uns aber nicht trauen, auch schlechte Ideen zu formulieren, zu durchdenken, zu teilen und vielleicht sogar auszuprobieren, dann werden wir nie erfahren welchen Potenzial darin wirklich steckt.

Die meisten erfolgreichen Menschen haben mehr schlechte Ideen als gute und probieren sie im Kleinen aus. So scheitern sie oft, erholen sich aber schnell.

Erfolglose Menschen probieren entweder nie etwas aus oder sie scheitern so dramatisch, dass kein zweiter Versuch mehr möglich ist..

Ich kann wenn…

Propelling Questions (treibende Fragen) sind ein guter Anfang. 

Aber wie sieht die Antwort aus? 

Morgan/Barden empfehlen Antworten in dieser Form zu suchen: 

“Ich kann wenn…” 

Ziel ist es, die Ambition nicht auf-, und uns der Beschränkung geschlagen zu geben, sondern bewusst Auswege zu suchen. 

Die Antworten können in unterschiedliche Richtungen gehen und ie Autoren bieten uns auch ein Werkzeug an um diese Richtungen zu entdecken – die “Can-If.Map” 

Beispiele für die Richtungen: 

Ich kann, wenn ich … durch … ersetze. 

Ich kann, wenn ich auf andere Menschen zurückgreife um … 

Ich kann, wenn ich … mit … verbinde. 

Vollständige abgebildet und genauer beschrieben ist die “Can-If-Map“ bereits in Isaac Jeffries Artikel zu diesem Thema.  

Kleine Verbesserung, riesiger Effekt

Mit stetigen, kleinen Schritten, legen wir über die Zeit hinweg große Strecken zurück. 

Wer jeden Tag eine Seite schreibt, hat in einem Jahr einen Roman. 

Wenn wir unseren täglichen Arbeitsweg im Auto dazu nutzen, einen Audio-Sprachkurs zu absolvieren – eine Stunde pro Tag – dann werden wir uns nach einem Jahr in dieser neuen Sprache verständigen können. 

Nehmen wir uns nur 1 Stunde unseres Tages und verbessern das was wir dort tun (z.B. ein gutes Buch lesen statt den Facebook Feed betrachten) und machen das stetig, dann kann das immensen Auswirkungen auf unsere Karriere haben. 

In diesem Video zeigt uns Stephen Duneier noch mehr eindrucksvolle Beispiele dafür, dass kleine Schritte ausdauernde Schritte zu großartigen Resultaten führen können. 

Propelling Questions

Wie können wir aus Beschränkungen etwas Positives machen? Schließlich haben wir meistens, auf irgend einem Gebiet, mit ihnen zu kämpfen. 

Nur im absoluten Ausnahmefall ist genug Geld da, genug Zeit, all unsere Leute sind motiviert und trainiert, der Ball liegt am Elfmeterpunkt und der Torwart bindet sich die Schuhe. 

Nein, normalerweise ist es schwierig. Die Ressourcen sind knapp, unsere Mitstreiter müssen wir erst überzeugen, genauso wie die Kunden, und die Konkurrenz schläft niemals. 

Aus Reflex fallen wir dann in die Opferrolle. „Das können wir nicht ändern, das ist nun mal so, wir schrauben lieber unsere Ansprüche zurück, diese Mauer ist zu hoch.“ 

Um jedoch etwas voranbringen, zu wollen, müssen wir mit Beschränkungen umgehen. 

Der Startpunkt ist laut Adam Morgan und Mark Barden („A beautiful constraint“), eine Frage.

Eine antreibende Frage (propelling question). 

Diese bestehe aus zwei Teilen: Einer großen Ambition und einer signifikanten Beschränkung. 

“Wie können wir ein Autorennen gewinnen, mit einem Auto, dass niemals schneller sein wird als die Anderen?” [So zum Beispiel

“Wie können wir online Schuhe verkaufen, obwohl die Leute sie (online) nicht anprobieren können?” [So zum Beispiel

“Wie können wir um die Meisterschaft mitspielen, obwohl wir nicht genügend Geld haben um Topspieler zu verpflichten?” [So zum Beispiel

Die Gestaltung der Frage sorgt dafür, dass wir uns die Beschränkung zu Nutze machen. Wir ignorieren sie nicht, sondern tanzen mit ihr. Es kann auf diese Fragen keine einfachen Antworten geben, die an den wahren Herausforderungen vorbei geht. 

“Propelling Questions” zwingen uns die angestammten Denkmuster zu verlassen und andere Lösungen zu suchen. 

Einige erfolgreiche Unternehmen stellen sich regelmäßig und proaktiv diese Art von Fragen. Wenn sie nämlich von der Konkurrenz, von einer Behörde oder vom Kunden gestellt werden, kann es zu spät sein. 

PS: Gute Antworten auf diese Fragen sehen übrigens so aus: „Ich kann wenn…“

So werden Träume wahr

T.K. Coleman: „Träume werden nicht wahr, sondern es sind Entscheidungen, die das tun.“ [Video]

Wir brauen also einen Zwischenschritt um vom Wunsch zum Ergebnis zu gelangen.

Eigentlich sind es wohl mehrere, je nach Wunsch, aber einer davon ist bei jedem Thema gleich: Wir müssen eine Entscheidung treffen.

Und zwar die Entscheidung, die nötige Arbeit zu tun. Das kann dann klappen oder auch nicht – dies steht auf einem anderen Blatt – aber grundsätzlich kann wahr werden was auch immer wir wollen.

Ohne Entscheidung jedoch, passiert gar nichts.

Träume wahr werden zu lassen, bedeutet also „entscheiden“.

Welche Entscheidungen musst du treffen?

Täglich liefern.

Für Steven Pressfield ist es das prägnanteste Merkmal von Profis:  

Sie liefern! 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Im Gegensatz zu Amateuren. Diese machen ihre Arbeit nur dann, wenn sie Spaß daran haben. 

Zu dem oft an dieser Stelle vorgebrachten Einwand: „Profis würden nur für Geld arbeiten, der Amateur liebe aber was er tue“, erwidert Pressfied sinngemäß: 

Es ist genau anders herum. Der Amateur liebt die Arbeit nicht genug um sich ihr mit vollem Einsatz zu widmen – er liebt nur einige Teile davon, in der Regel die leichten. Der Profi allerdings, liebt seine Sache so sehr, dass er ihr sein Leben widmet. 

Er priorisiert es höher als es andere verstehen können und richtet seinen Tag danach aus.  [mehr hier]

Professionalität ist eine Entscheidung. Dieses Verhalten kann geübt und erlernt werden. 

Seth Godin bezeichnet seinen täglichen Blog als seine wichtigste Angewohnheit. Und er empfiehlt jedem, der es hören möchte, es ihm gleich zu tun. 

Täglich zu bloggen bedeutet täglich zu liefern. 

Regelmäßig, verlässlich, pünktlich. Ohne Ausreden oder Entschuldigungen. 

Ist jeder Beitrag gut oder gar perfekt? Nein, natürlich nicht aber er ist fällig.  

Saturday Night Live“ beginnt auch nicht weil die Sketche jetzt perfekt sind – die Sendung beginnt weil es „Samstag Nacht“ ist und weil sie „Live“ ist.

Niemand gewinnt die Tour de France bevor man das Fahrradfahren gelernt hat. Und wie lernt man Fahrradfahren? Indem man übt, so ist es auch mit dem Schreiben.  

Diesen Blog gibt es heute seit 100 Tagen – dies ist der 100ste Artikel. 

Ziel dieses Projektes ist es die Gewohnheit zu entwickeln, täglich etwas zu erschaffen und zu liefern. Wenn ich darüber hinaus andere inspirieren und interessieren kann, freut mich das umso mehr. 

Heute bin ich auch ein wenig stolz und gespannt auf die nächsten 100 Tage.  

Das ultimative Empathie-Musterbeispiel

Jürgen Klopp.

Er ist ein Musterbeispiel dafür, wie stark Empathie sein kann und was man damit bewegen kann. Was er schon bei seinen früheren Vereinen gezeigt hat, bringt er jetzt in Liverpool zur Perfektion.

Aus Marketing-Sicht ist das das Optimum.

Neben seiner sicherlich auch großartigen Fachkompetenz, hat er nämlich verstanden wie man diesen Club und alle seine Stakeholder führen muss.

Er berührt Ihr Herz mit dem was er sagt und wie er es sagt. Das sind keine Floskeln sondern er meint das so – ich glaube das ist auch für Außenstehende ersichtlich.

Hier ein aktuelles Beispiel: Wird sind Liverpool. Meister von England. Wenn einem da als Fan nicht die Tränen kommen, weiß ich auch nicht…

Er hat wirklich verstanden was Fußball für diese Menschen bedeutet und er selbst liebt den Sport auch.

Natürlich auf seine Weise. Er muss auch gar nicht vorgeben genauso fanatisch wie die härtesten Ultra-Fans zu sein. Was man ihm aber ohne Zweifel abnimmt ist, dass er für die Sache brennt. Er denkt nicht im Stillen: „Diese Verrückten, ich selbst würde nie so viel Geld für eine Eintrittskarte ausgeben…“

Man sieht, dass er diese Menschen achtet und ihre Einstellung ehrlich akzeptiert. daher tut er alles dafür um ihnen Freude zu schenken.

Die Leute fühlen, dass er die Arbeit nicht für sich macht (für Geld oder Ruhm), sondern für andere. Er hat eine Gabe und es macht ihm auch Spaß, aber er tut es weil es das ist, was er am besten kann.

Wenn er mit seinen Mannschaften genauso kommuniziert, dann verwundert es nicht, dass sie alles für ihn tun.

Seine Job-Bezeichnung in England heißt zwar „Manager“, aber er ist ein wahrer Leader (das ist der Unterschied).

Gib eine 1

Die 1 steht für Wertschätzung, Vertrauen, Erwartung, Stolz, usw. Rosamund und Ben Zander sagen in Ihrem Buch “the art of possibility,” dass wir dies vorwegnehmen sollten.  

Die 1 ist also keine Belohnung mehr für eine hervorragende Leistung. Sie ist der Vorschuss für das Erwartete. 

Gib dir selbst eine 1 und gib anderen eine 1. 

Wie wir schon erklärt haben ist alles erfunden. Die 1 ist erfunden, genauso wie unsere Ziele und die Vorstellung, die wir von den Beweggründen Anderer haben. 

Wenn also ohnehin alles erfunden ist, warum dann nicht etwas erfinden, was uns Freude macht? Wieso nicht vom bestmöglichen Fall ausgehen? Wir verdienen die 1 und die Anderen verdienen sie auch. 

Was dann passiert ist erstaunlich.

Im Voraus gewährt, spornen Vertrauen, Wertschätzung, etc. weit mehr an, als die Hoffnung auf eine ungewisse Belohnung. Jetzt wo wir die 1 haben, wollen wir sie verdienen. Plötzlich sehen wir die Möglichkeit (possibility) auf das, worauf wie nicht zu hoffen gewagt hätten.  

Wir sind 1er-Schüler. 

Du bist verantwortlich

Wer ist hier verantwortlich?  

Immer wenn du dir diese Frage stellst, dann gibt es eine klare, einfache Antwort. 

Du selbst bist verantwortlich. 

Du hast das Problem erkannt – löse es oder sorge dafür, dass es getan wird. 

Wir selbst müssen Verantwortung übernehmen. Nicht weil uns jemand dazu bestimmt hat, weil wir Macht und Autorität haben. Sondern weil wir wissen, dass es nötig ist und weil wir es können. 

Aber was sollen wir jetzt tun? 

Das hängt natürlich von der Situation ab aber wenn wir die Verantwortung übernehmen, dann ist schon ein Schritt in die richtige Richtung getan. 

Wer mehr Inspiration braucht, der liest dieses Buch (ich habe mein Exemplar gerade wieder aus dem Regal genommen und nehme es mit in den Urlaub): 

What to do when it’s your turn (and it’s always your turn) – Seth Godin 

Schulnoten sind kontraproduktiv

Bei Schulnoten handelt es sich um Bewertungen und diese sind eine wichtige Form des Feedbacks.  

Aber was wird in der Schule eigentlich bewertet? 

Die Fähigkeiten oder der Mensch?  

“Die Fähigkeiten natürlich,” sagen jetzt Lehrer und sonstige Verantwortliche und gewollt mag das auch so sein. Leider funktioniert es anders. 

Tatsächlich schaffen Noten Vergleichbarkeit und damit Konkurrenz.

Gute Zensuren stehen für hohen Status und den wollen die Kinder natürlich haben. Sie verbringen viel Zeit in der Schule, ihr Leben dreht sich darum. Deshalb ist es auch verständlich, dass sie in diesem Umfeld ein möglichst hohes Ansehen genießen wollen.  

Eigentlich sollten Schüler aber Wissen und Fähigkeiten erlangen um diese dann bewusst anwenden zu können.   

Das Wissen wäre also das Ziel. Der Test oder das Projekt wäre das Hilfsmittel, um es zu erlangen und den Sinn dahinter zu erkennen. 

Tatsächlich sind Schüler, Lehrer, Eltern und die ganze Gesellschaft auf Noten fokussiert – nicht auf Wissen.

So wird also die “gute” Zensur zum Ziel und das Lernen wird als Weg (oder Hilfsmittel) verstanden, um dieses zu erreichen. 

Bewertung ist eine wichtige Art des Feedbacks. Dieses muss aber in passender Form gegeben werden. 

Folgende Punkte sollten an der aktuellen Praxis verändert werden: 

  1. Keine Bewertung ohne vorherige Zieldefinition. Wenn am Ende des Schuljahres eine Note als Feedback für die Leistung vergeben wird, dann muss am Beginn des Schuljahres ein Zielgespräch stattgefunden haben, in dem dem Schüler der Sinn des Stoffes, Etappenziele (z.B. Zwischentests) und die objektiven Kriterien erläutert wurden. 
  1. Ziele und Bewertungen müssen individuell sein. Menschen sind unterschiedlich, so auch ihre Ziele. Wer ein niedrigeres Ziel hat und dieses erreicht, verdient genauso eine 1, wie jemand mit hohen Zielen. Noten sollten nicht versuchen eine Vergleichbarkeit zwischen Menschen herzustellen – das ist gänzlich unmöglich. Sie sollten den individuellen Erfolg auf der Basis individueller Ziele messen. 
  1. Bewertungen müssen geheim sein. In Zeiten, in denen so viel über Datenschutz gesprochen wird wie heute, ist mir völlig unverständlich wie Zensuren offen in der Klasse angesagt, und Zeugnisse vor Ort (an Minderjährige) ausgeteilt werden können. Man stelle sich vor die Prämien-/Erfolgskennziffern im Job würden vor der ganzen Abteilung verlesen werden. Diese Bewertungen sollten (wie auch bei Erwachsenen) unter 4 Augen besprochen und erklärt werden, die Zeugnisse sollten dann postalisch oder elektronisch nach Hause versandt werden. 

Noten bewerten leider nicht die individuellen Fähigkeiten der Schüler, sondern theoretisch die Erfüllung eines zentralen Plans. Praktisch sagen sie aus: “Du bist gut und du bist schlecht.” 

Schade, denn erstens ist die allgemeine Vergleichbarkeit von Menschen eine Illusion und zweitens können Schulnoten diesen Zweck ohnehin nicht erfüllen. Sie sind weder zwischen Bundesländern, noch zwischen einzelnen Schulen, und noch nicht mal zwischen zwei Lehrern der selben Schule vergleichbar. 

Vergessen wir die Zensuren, wichtig sind Wissen und Fähigkeiten. Mittel und Wege um diese glaubhafter zu belegen als durch Schulnoten, gibt es genügend.   

Wandel und Verbesserung

Charles Darvin sagte:

Es sind nicht die stärksten oder intelligentesten Spezies die überleben, sondern die wandlungsfähigsten.

Wir Menschen müssen uns als Problemlöser verstehen.

Wir leben in bewegten Zeiten und das einzige was heute sicher ist, ist die Veränderung. Eigentlich war das schon immer so – nur die Geschwindigkeit des Wandels hat zugenommen.

Auf ihn zu reagieren, ihn sogar vorauszusehen ist heute eine der wichtigsten Kompetenzen.

Siehe auch hier: Der Schnee schmilzt an den Rändern

Prozessverbesserung ist die Veränderung zum Besseren. Im optimalen Fall ist das ein kontinuierlichen Prozess.

Shiny New Project Syndrom

Denken wir an das „Shiny Object Syndrom“, nur dass wir uns hier auf neue Projekte anstatt auf Objekte fokussieren.

Es ist also das Bestreben, ständig neue interessante Projekte zu beginnen, einfach der Projekte wegen.

Alles was neu und interessant ist, lässt sich schnell aufnehmen. Wir haben schnelle Lernerfolge und fühlen uns eingeweiht. Aber wozu sind diese Projekte eigentlich da?

Ihr Zweck tritt in den Hintergrund bzw. dient nur noch als Vorwand. Tatsächlich erhalten wir ein positives Gefühl schon daraus, dass wir theoretisch etwas Neues lernen.

Bevor wir das Wissen jedoch produktiv anwenden und echten positiven Wandel erzeugen, ziehen wir weiter – zum nächsten „Shiny Project“.

Echte Verbesserung oder echter Erfolg, entsteht jedoch nicht theoretisch über Nacht. Dies erfordert Ausdauer und die Fähigkeit, auch Rückschläge hin zu nehmen.

Wahre Experten sind daher rar. Es sind Profis, die Ihr Gebiet über lange Zeit bespielt und kennen gelernt haben.

50% dieses Wissens lässt sich (hoch motiviert) in relativ kurzer Zeit erlangen. Für die folgenden 25% braucht man dann aber schon genauso lange. Und so verringert sich der relative Wissenszuwachs weiter, bis er gegen Null tendiert (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen).

Das halten nur Wenige durch. Viele Menschen verlieren irgendwann die Lust an dem „Projekt“ und suchen sich ein Neues. An der Spitze wird es einsam.

Wenn wir ein Neues Projekt starten dann sollten wir uns deshalb im Klaren darüber sein, dass es keinen schnellen Erfolg gibt. Wir können nur dann wirklich etwas bewegen, wenn wir ausdauernd dabeibleiben, Wissen praktisch umsetzen, Schwierigkeiten meistern anstatt sie zu umgehen und Rückschläge verdauen anstatt aufzugeben.

Außerdem kann es helfen sich weniger darauf zu konzentrieren „Was“ man tut, und mehr darauf „Warum und Wie“ man etwas tut (Siehe auch hier: Was, Warum und Wie). Wenn wir hier starke Prinzipien und Ziele verfolgen, dann wird es zunehmend unwichtiger welches konkrete Thema wir bearbeiten und ob es neu ist oder nicht.

Urlaub vs Ortswechsel

Im Urlaub macht man etwas Anderes. Keine Arbeit, kein Haushalt, dafür Spaß und Abenteuer. Dafür muss man nicht zwingend verreisen, das geht auch zu Hause.

Während eines Ortswechsels macht man das Gleiche wie im normalen Leben, man ist nur woanders. Wir verändern also nicht unsere Abläufe sondern unsere Umgebung.

Das Ziel ist in beiden Fällen Erholung. Dazu schalten wir eine Komponente unseres Alltags aus und suchen Abstand, um dort neue Inspiration zu finden.

Prince Charming wird nicht kommen

Wir dürfen nicht darauf warten, dass jemand kommt und uns rettet, uns ungefragt hilft, uns auswählt – ein Prinz auf einem weißen Pferd.

Frank Thelen findet uns nicht auf Instagram und bietet uns von selbst ein Investment an. Genauso wenig meldet sich unser Traum-Arbeitgeber, weil sie da noch eine Traumstelle frei und an uns gedacht haben. Auch das schwierige Familiengespräch, vor dem wir uns schon so lange drücken, findet nicht plötzlich ganz entspannt und offen an einem zufälligen Nachmittag statt.  

Wenn WIR etwas wollen, dann sind auch WIR dafür verantwortlich es zu ermöglichen.

Wir können nicht Andere verantwortlich machen, weil sich unsere Wünsche nicht erfüllen. 

Wir selbst müssen das in die Hand nehmen. 

Der beste Moment um damit anzufangen was letzte Woche. Der Zweitbeste ist heute. 

Wer ist kreativ

Kreative erschaffen etwas.

Etwas Neues und Besseres, auf das sie stolz sind.

Jeder von uns kann das. Es bedarf keiner speziellen Gabe, sondern dem Willen die wirklich schwere Arbeit zu leisten. 

Wirklich kreative Menschen sind Profis. 

Kann ein Versicherungsvertreter kreativ sein? Was ist mir einem Buchhalter? 

Kreativ zu sein ist eine Wahlmöglichkeit. Auch in diesen Berufen können wir etwas erschaffen. Wir können es noch genauer machen, es besser erklären, es großzügiger ausführen.

Kreativität ist keiner besonderen Branche und keinem Berufsbild vorbehalten. Auch Maler, Sänger und Tänzer können erschreckend unkreativ sein. 

Vielmehr bedarf es dem Willen zur Verbesserung, und zur Weiterentwicklung. 

12 Wahrheiten

Heute bin ich auf einen Vortrag von Anne Lamott gestoßen.

Sie teilt hier 12 Dinge, die sie das Leben und das Schreiben gelehrt haben.

Vielleicht haben wir manche dieser „Wahrheiten“ schon gehört aber die unterstützenden Beispiele und die Art des Vortrags gewähren nochmal einen anderen Blick und machen nachdenklich.

Außerdem können wir ein paar sympathische Ratschläge hin und wieder sehr gut vertragen. An gesunden Lachern fehlt es auch nicht.

12 truths I learned from life an writing (Mit deutschen Untertiteln und deutschem Transkript)

Pro-aktives Feedback

Was lief gut und was war nicht so toll? Was sind ihre Stärken und was sind Ihre Schwächen? Welche Vorteile und welche Nachteile hat dieser Service?

Warum soll man sich damit begnügen, negatives Feedback einfach zu nennen? Wie wäre es mit pro-aktiven Verbesserungsvorschlägen?

Bei Seminaren gibt es die bewährte Plus/Delta-Feedback-Methode.

Man zählt die positiven Punkte auf (Plus), Statt der Minuspunkte bietet man aber sofort Verbesserungsvorschläge (Delta) an.

Was lief gut und was würde ich wie verbessern? Was sind Ihre Stärken, wo wollen Sie sich wie entwickeln? Welche Vorteile und welches Verbesserungspotenzial hat der Service?

Empathie entsteht aus Verständnis

Um wirklich ehrlich empathisch sein zu können, müssen wir etwas verstehen. 

Es gibt einen Moment, in dem uns dieses Verständnis erreicht, im Englischen heißt er “sonder.” 

Es ist der Augenblick in dem man realisiert, dass jeder Mensch ein genauso komplexes, reichhaltiges, und widersprüchliches Leben hat wie wir. 

Jeder von uns hört die inneren Stimmen, sieht sich mit Ängsten konfrontiert, wundert sich, hofft und liebt. Wir alle streben nach Wachstum und Verbesserung. 

Das eigene Leben ist für uns alle eine epische Geschichte, das Zentrum der Welt. 

Für Jeden allerdings auf seine eigene, individuelle Weise. 

Wer das einmal erkannt hat, der ist auch in der Lage Empathie zu schenken. Dazu müssen wir dann nämlich „nur noch“ bewusst versuchen, diese individuelle Weise des Anderen zu verstehen.

„Nur noch“ steht in Anführungszeichen, weil das leichter gesagt ist, als getan. Es ist schwere emotionale Arbeit und nur Wenige sind bereit, diese konsequent für Andere zu leisten.

Starke Basis – erfolgreiche Diskussion

Das wichtigste beim Hausbau ist das Fundament. Eine starke Basis, auf die wir uns verlassen können. 

So eine Basis brauchen wir auch bei Diskussionen – vor allem bei schwierigen. Es ist ein Punkt, der Einigkeit, ein gemeinsamer Start oder ein gemeinsames Ziel. Dorthin können wir zurückkommen, wenn wir Gefahr laufen uns zu streiten oder die Positionen sich so weit entfernt haben, dass ein Kompromiss unmöglich scheint. 

Wenn wir ein schwieriges Gespräch vorbereiten, sollten wir zuerst versuchen die Basis ausfindig zu machen. Im Gespräch dann, ist es unser erstes Ziel, diese gemeinsam mit unserem Gesprächspartner zu definieren. Dies schafft Sicherheit und fördert Vertrauen. 

Anstrengende Diskussionen können so entschärft werden und die Chancen auf Erfolg steigen. 

Gemeinsame Überzeugung finden statt andere überreden

Ob im Marketing, in wichtigen Gesprächen oder in der Familie. Wir wollen niemanden ausnutzen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung gehen.

Wie geht das?

  1. Empathie schenken- zuhören und den Anderen verstehen (sehen)
  2. Spannung schaffen – Geschichten erzählen (Storytelling), ein Versprechen geben und die Stille aushalten
  3. Liefern – das Versprechen halten und Vertrauen schaffen (auftauchen, die wichtige Arbeit machen)
  4. Beziehung pflegen – gemeinsame Überzeugung finden (durch Führung und Kultur)

Wer ist eigentlich Ted und was redet der die ganze Zeit?

Die TED Konferenz war ursprünglich eine Innovationskonferenz und die große Bekanntheit der TED-Talks entstand dadurch, dass die Reden frei im Internet verfügbar sind.

TED steht für Technology, Entertainment, Design. Darauf ist man aber nicht mehr beschränkt, heute gibt es Reden zu allen erdenklichen Themen.

Jeder Talk dauert etwa 20 Minuten, das sorgt für eine knackig-kurzweilige Präsentation. Mittlerweile gibt es auch unabhängig organisierte Veranstaltungen, die weltweit unter dem Namen TEDx stattfinden.

Warum schreibe ich das?

Die Redner sind allesamt smarte und außergewöhnliche Leute denen man zuhören sollte. Auf der TED-Website und auch auf YouTube, findet man unzählige, großartige Ideen. Wissen amüsant und einfach verpackt.

Es ist ein riesiger Schatz den ich seit nicht allzu langer Zeit aktiv nutze.

  1. Ich schaue mir täglich mindestens einen TED-Talk, zu einem zufälligen Thema an. Das bringt mich auf Ideen und hilft mir jeden Tag eine neue Sache zu lernen.
  2. Bevor ich das Buch eines unbekannten Autors kaufe, prüfe ich, ob diese Person einen TED-Talk gehalten hat. Meist ist das der Fall. Hier kann man hervorragend abschätzen, ob das Buch den Kauf wert ist.

TED-Talks sind ein Segen und auf Deutsch gibt es das ähnliche Format Greator (ehem. GedankenTanken). Es ist heute leichter den je, uns von intelligenten Menschen inspirieren zu lassen. 20 Minuten pro Tag sollten wir uns gönnen.

Computer (und unser Wachstum) sind noch lange nicht am Ende

Wenn wir an Computer denken, und an die ganze damit verbundene Technik, dann ist das heute für viele von uns überwältigend.

Wir wissen, dass sie zunehmend intelligenter werden, sogar selbstständig lernen, das alles mit allem vernetzt ist.

„Tröstend“ war für mich jedoch bisher, dass ich den Ursprung verstanden hatte. Es gibt ein Bit, das hat einen Wert und der kann entweder 1 oder 0 sein. Strom fließt, oder eben nicht.

Das war logisch und hat sich wie ein Naturgesetz angefühlt. Jedes Ding kann doch zu einer bestimmten Zeit nur einen einzigen bestimmten Status haben – 0 oder 1 – richtig?

Offenbar nicht.

Die Computer der Zukunft sind Quanten-Computer. Sie beruhen auf den Theorien der Quantenmechanik und sind keine Computer im uns bekannten Sinne. Die dort enthaltenen Q-Bits können zu einem Zeitpunkt tatsächlich mehrere Stati haben – ähnlich wie in einem Spektrum. Sie haben mit unseren Computern ungefähr soviel gemeinsam wie eine Kerze mit einer Glühbirne.

Lange Geschichte kurz: Sie sind unglaublich leistungsfähig. Mathematische Probleme, für die unsere heutigen Supercomputer (wissenschaftliche Großrechner) theoretisch tausende Jahre an Rechenzeit bräuchten, lösen Quanten-Computer in Minuten.

Wie bei allen Neuheiten birgt diese Technologie immense Chancen – natürlich schürt sie aber auch Ängste.

Nils Bohr, einer der Pioniere in der Quantentheorie, sagte: „Wer nicht über die Quantentheorie entsetzt ist, hat sie nicht richtig verstanden.“

Wir sind von so viel Technik umgeben und betrachten die Vergangenheit, Daher können wir uns kaum vorstellen, dass es noch mehr, noch größere „Quantensprünge“ geben soll. Ist das Wachstum nicht begrenzt?

Nachdem ich dies gesehen habe, glaube ich daran, einmal mehr nicht.

Es gibt bereits einige dieser Computer – sehr fragil und mit niedriger Kapazität aber es gibt sie. In Zukunft werden wir diese Maschinen wohl auch nicht mit uns tragen sondern wir werden von überall über die Cloud auf sie zugreifen können.

Wenn hier ein Durchbruch gelingt, dann ist der Sprung größer als der vom Rechenschieber zum Smartphone.

Hier sind zwei äußerst interessante Videos zu diesem Thema:

  1. A beginner’s guide to quantum computing
  2. In the war for information, will quantum computers defeat cryptographers?

C steht für Culture

Der aktuelle CEO von Microsoft, Satya Nadella, äußert in seinem Buch „Hit Refresh“ einen interessanten Gedanken. Natürlich mehrere, aber dieser eine passt besonders gut in diese Zeit.

Er sagt das C in CEO, stünde aus seiner Sicht für Culture.

Er sieht es also als seine Hauptaufgabe, die Kultur bei Microsoft zu pflegen, zu verteidigen und weiter zu entwickeln.

Was heißt das für uns?

Er sagt damit auch, dass das die Aufgabe jedes Anführers sein sollte. Und wenn man sich eine offene, respektvolle, produktive „Growth-Mindset„-Kultur wünscht, in der der Einzelne aufsteht und Verantwortung übernimmt, anstatt sich zu verstecken und weg zu sehen, dann bedeutet das:

  • Ein Beispiel sein
  • empathisch emotionale Arbeit leisten
  • voran gehen
  • Menschen verbinden
  • Konflikte moderieren
  • Eigeninitiative fördern und Fehler tolerieren
  • andere begeistern anstatt sich zu beschweren

Egal wovon wir der „CEO“ sind: Ein Weltkonzern, eine Abteilung, eine lokales Unternehmen, eine Familie, ein Verein, eine politische Partei, eine Regierung…

Anführer müssen sich immer um die (Firmen)Kultur kümmern. Das ist weit wichtiger, als Experte auf irgend einem technischen Gebiet zu sein.

In Zeiten wie diesen wünsche ich mir, dass mehr politische Anführer Satya’s Rat befolgen.

Es ist alles erfunden

Dies ist eine der wichtigen Lektionen, die und Rosamund und Ben Zander in ihrem Buch, The Art of Possibility, beibringen.

Wir laufen durch diese Welt mit lauter Kategorien im Kopf. Zu vielen Themen haben wir feste, vorgefertigte Ansichten.

Aber das was wir mit diesen Augen „sehen“, ist nicht die Welt, es ist das was wir dafür halten. Insekten sehen andere Farben, Hunde, hören andere Frequenzen, die alleinstehende Geschäftsfrau in Frankfurt hat andere Probleme als der angestellte Handwerker auf dem Dorf mit Familie.

Das was wir als Realität betrachten ist erfunden. Die Art in der wir Dinge betrachten und Dinge bewerten. Die Art in der wir konkurrieren und in der wir über uns selbst urteilen.

Alles erfunden.

Aber sobald wir das erkennen und akzeptieren, haben wir es auch selbst in der Hand neue Wege zu erfinden. Wege von denen wir profitieren.

Wir sollten unseren Sinne schärfen für all die alternativen Möglichkeiten.

Ich kann „The Art Of Possibility “ vor allem als Hörbuch empfehlen, weil es mit wunderschöner klassischer Musik untermalt ist.

„It’s all invented“ ist eines von 9 Konzepten, die uns in diesem Buch nähergebracht werden. Ein Weiteres habe ich hier schon beschrieben: „Regel Nr. 6„. Diese Ideen faszinieren, begeistern, motivieren – eines der Besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Gesellschaft ist ein Vertrag

Meistens bin ich begeistert, wenn ich in die USA hinüber blicke. Die persönliche und wirtschaftliche Freiheit, die scheinbar unendlichen Möglichkeiten, die Geschwindigkeit in der der Fortschritt tatsächlich stattfindet.

In den letzten Wochen habe ich mit vielen Amerikanern zu tun gehabt, habe über Offenheit, Großzügigkeit, Verletzlichkeit, Verrauen usw. gesprochen. Ich habe gesehen welche Wärme und Nächstenliebe diese Leute für Ihre Mitmenschen aufbringen können – sogar für völlig Fremde wie mich.

Ganz anders die Nachrichten, die wir in den letzten Tagen zur Kenntnis genommen haben. Sie zeichnen eine tief gespaltene und zerüttete Gesellschaft.

Ich kann das nicht bewerten, dazu bin ich zu weit entfernt, aber es macht nachdenklich und es schockiert.

Dieses Video von Trevor Noah, hat mich jetzt bewegt, auch hier darüber zu schreiben. Er ist Talk-Show-Host bei der „Daily Show“ – ich sehe da gelegentlich Ausschnitte auf YouTube.

Hintergrund, wie er in dem Video dargestellt wird:

  • Die Corona-Krise und die damit verbundene Isolation und Arbeitslosigkeit,
  • Polizeigewalt gegen Schwarze (George Floyd),
  • offener Rassismus, der bewusst als Drohung verwendet wird (Amy Cooper),
  • ein Staat, der einen Teil seiner Bürger nicht schützt,
  • eine Führung, die das verharmlost.

Das Video enthält viele tiefgründige, bedenkenswerte aber eigentlich auch undenkbare Aussagen. Es geht z.B. darum, ob man Plünderungen in dieser Situation verurteilen kann (was ja eingentlich normal sein sollte), oder ob man das verstehen muss. Es geht auch darum, was man von der Führung eines Landes erwarten können sollte. Und darum, was Gesellschaft eigentlich ist.

Die Gesellschaft sei letztlich ein Vertrag zwischen allen Beteiligten. Man einigt sich auf bestimmte Regeln und jeder möchte sich darauf verlassen können. Ein Teil der Menschen könne das aber nicht.

Mir geht es aber gar nicht um die schlimmen Ereignissen, die streitbaren Argumente, die Frage ob Trevor recht hat oder um die andere Frage, ob ich mir aus der Ferne ein Urteil erlauben darf.

Was mich wirklich schockt ist folgendes:

In diesem Video sehe ich einen Mann, der offensichtlich tief enttäuscht ist. Einen erfolgreichen (sonst auch witzigen, smarten, sympathischen) Mann, der viel Anerkennung genießt als schwarzer Entertainer aber auch selbst Teil dieser betroffenen Gruppe ist.

Er – ein Privilegierter – scheint vom Glauben an das Gute abgekommen zu sein. Es sieht aus, als würde er sich selbst langsam auch Sorgen um seine Sicherheit machen. Es scheint als hätte er seine Meinung geändert von:

„Es liegt vieles im Argen aber wir müssen an die Gesellschaft glauben und nach den Regeln spielen.“

Hin zu:

„Die Gesellschaft verletzt täglich unsere Rechte, dann ist es nur fair, wenn wir aus Protest das Gleiche tun.“

Ich finde es erschreckend zu beobachten was da passiert und hoffe zu tiefst, dass sich die Lage wieder beruhigt und einen guten Ausgang findet.

Glaube und Vertrauen

Auch Hollywood Action-Filme tragen ja oft mit interessante Zitate in sich.

In „Man of Steel“ steht Superman vor der Entscheidung, ob er sich seinen Feinden ausliefern soll, um die Menschen zu schützen. Er fragt einen Priester ob er darauf vertrauen könne, dass die Feinde ihr Wort halten. Und darüber hinaus, könne er überhaupt den Menschen trauen? Der Priester antwortet:

„Manchmal muss man riskieren einfach an etwas zu glauben, das Vertrauen kommt später.“ (Video)

Darin steckt eigentlich alles.

Wenn man Vertauen einfordert, oder auf etwas vertrauen können möchte, muss man zuerst selbst ins Risiko gehen. Etwas geben, einen eigenen Vertrauensvorschuss.

Dieses Muster hatte ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. Dort hatte ich es so ausgedrückt:

„Du kannst nicht gesehen werden, bevor du selbst lernst zu sehen.“

Interessant, wie einem diese Dinge immer wieder auf unterschiedliche Art begegnen. Es muss etwas dran sein.

5 Mal W

Die 5-W-Methode hilft in nahezu allen Lebenslagen, wenn es darum geht den echten Grund für ein Problem aufzudecken.

Warum ich sie so toll finde ist einfach: Sie passt nahezu immer, ist sehr einfach umzusetzen und sie funktioniert.

W steht für „Warum“ und die gesamte Methode ist eigentlich schon erklärt, indem man sagt: „Frage einfach solange Warum, bis du keine Antwort mehr findest.“ Meistens ist spätestens nach 5 Fragen der Fall, wenn nötig darf man aber ruhig weitermachen.

Wenn uns das peinlich wird, sollten wir das unsere Kinder (unter 6 Jahren) erledigen lassen.

Die 5-W’s eignen sich vor allem um zu untersuchen, wie menschliches Verhalten einen Prozess beeinflusst. Komplexe rein-maschinelle Prozesse, sind also die einzigen Fälle bei denen wir sie nicht gebrauchen können.

Ansonsten passt sie bei geschäftlichen Optimierungs- und Change-Projekten, Lebenswegentscheidungen, Eheproblemen, Kaufplanungen, Urlaubsüberlegungen etc.

Wir sollten Sie viel öfter einsetzen.

Empathie und Sympathie

Was ist der Unterschied?

Eine dieser Beiden ist die Königin der zwischenmenschlichen Interaktion, die andere ist die dunkle Fee.

Empathie, oder auch Mitgefühl, bezeichnet die Bereitschaft sich in den Anderen hinein zu versetzen. Auch und gerade wenn man anderer Meinung ist, leistet man dabei schwere emotionale Arbeit.

Man versetzt sich bewusst in einen Zustand, der unangenehm ist um eine Verbindung zum Anderen herzustellen.

Beispiel:

Eine Freundin hat ihren Vater verloren. Uns selbst ist das vor einem Jahr auch passiert, oder wir mussten den Verlust eines anderen geliebten Menschen verkraften.

Empathisch ist es, sich geistig in diese Situation zu begeben, den Schmerz selbst nach zu vollziehen und der Freundin dann zu sagen: „Ich kenne deinen Schmerz, du bist nicht allein.“

Es geht auch ohne persönliche Erfahrung: „Ich weiß gar nicht was ich dazu jetzt sagen soll, aber ich bin froh, dass du es mir erzählt hast. Ich bin für dich da.“

Sympathie oder auch Mitleid, findet ohne die emotionale Arbeit statt. Es ist eine oberflächliche Geste der Höflichkeit. Der Andere hat unser Verständnis und wie bedauern seine Lage, aber mehr wollen wir damit nicht zu tun haben.

„Wie geht es dir? Dein Vater ist verstorben? Oje, das tut mir leid. Dann denke jetzt mal nicht an die Arbeit und bleibe lieber ein paar Tage zu Hause.“

Empathie stellt eine Verbindung zu dem Anderen her. Sympathie beobachtet eher aus der Distanz.

Hier ist ein tolles kurzes Video zu diesem Thema: Brené Brown on Empathy

Irgendwie seltsam

Seltsam, komisch, eigenartig, was ist das eigentlich?

Was ist es, das wir seltsam finden? Hat uns schon mal jemand gesagt, wir seien irgendwie seltsam? Wie hat sich das angefühlt?

Welche Dinge, welche Menschen kommen uns in den Sinn, wenn wir an das Wort „seltsam“ denken?

In der Regel ist all das seltsam, was wir nicht verstehen.

Und wie stehen wir nun zu diesem seltsam Fremden?

Interessiert, zugewandt oder ängstlich, abwehrend?

Die wichtigste Frage von allen

Wozu ist das gut?

Viel zu oft, tun wir Dinge nur aus Reflex – wir laufen der Herde nach. Oder wir tun sie aus Gewohnheit – haben wir schließlich schon immer so gemacht.

Das ist ein großer Fehler, aus mehreren Gründen. Wenn wir nicht genau wissen warum wir etwas tun sollen:

  1. können wir nicht beurteilen, ob wir es wirklich gut machen,
  2. wissen wir nicht was wir dabei lernen können,
  3. werden wir möglicherweise nicht unser volles Potenzial einbringen, weil wir unsere Kreativität nicht vollständig nutzen.

Unsere Arbeit wird nur mittelmäßig sein und somit betrügen wir uns selbst und andere.

Vor jeder Sache die wir tun, zumindest wenn sie neu für uns ist, oder wichtig, sollten wir uns diese Frage stellen: Wozu ist das gut?

Auch für unsere Kinder ist das wichtig.

Wenn wir Eltern wollen, dass sie das Lernen (z. B. in der Schule) als sinnvoll begreifen, müssen wir ihnen beibringen nach diesem Sinn zu fragen.

Wozu ist es gut, dass ich diesen Text aus dem Buch abschreibe? Wozu ist es gut, das kleine Einmaleins zu lernen? Wozu ist es gut Englisch zu können?

Automatisch erklärt ihnen das meistens niemand. Für den Erfolg und die Motivation ist der Sinn aber entscheidend.

Veränderung ist einfach

Ganz recht, außerdem geht es extrem schnell. Das sagt jedenfalls Tom Peters in „The Pursuit of Wow“. Und er hat recht.

Um uns zu ändern, brauchen wir einen Bruchteil einer Sekunde.

Was allerdings ein Leben lang dauern kann, ist es die Veränderung zu bewahren.

Veränderung ist eine einfache Entscheidung. Die Arbeit kommt danach.

Was sollen wir lesen?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich erfolgreiche Menschen ständig neue Ideen aus Büchern holen.

Warren Buffet, Bill Gates, Jeff Bezos, & Co. (um mal die reichsten der Reichen zu nennen, aber auch andere berühmte Persönlichkeiten geben an täglich zu lesen.

Und zwar ziemlich viel. 2-4 Bücher pro Monat.

Ich selbst versuche da halbwegs Schritt zu halten, indem ich Hörbücher höre.

Aber was ist es denn wert zu lesen? Was ist ein Muss?

Anstatt jetzt hier meine eigenen Buchempfehlungen zu platzieren, verweise ich lieber auf diese Webseite:

https://www.goodbooks.io/

Hier findet man Buchempfehlungen von hunderten äußerst erfolgreichen Menschen. Es lohnt sich dort vorbei zu schauen.

Denke immer an Regel Nr. 6

Regel Nr. 6 hilft uns immer wenn wir zweifeln, ratlos sind, wütend, frustriert, genervt, ängstlich oder erschüttert.

Natürlich könnte ich es niemals so großartig erzählen wie der wunderbare Benjamin Zander hier: Benjamin Zander Rule No. 6

Hier ist die Geschichte trotzdem:

Zwei Premierminister sitzen zusammen in Beratungen, plötzlich fliegt die Tür auf und ein Mann kommt, völlig außer sich, in den Raum. Er gestikuliert wild, knurrt und flucht, also unterbrechen die Staatsmänner ihr Gespräch.

Der Gastgeber steht auf und sagt: „Peter, bitte denke an Regel Nr. 6.“

Sofort beruhigt sich Peter, er verbeugt und entschuldigt sich, bevor er den Raum verlässt. Also beginnen sie wieder mit Ihrer Unterhaltung.

20 Minuten später, springt die Tür wieder auf. Eine Frau kommt herein, sie ist hysterisch, die Haare fliegen, Mascara läuft, ein komplettes Durcheinander.

Der Premierminister sagt erneut: „Maria bitte, erinnere dich an Regel Nr. 6.“

Maria hält sofort erschrocken inne, beruhigt, verbeugt, entschuldigt sich und verlässt den Raum.

20 Minuten später passiert es ein drittes Mal. Danach fragt der besuchende Premierminister zaghaft:

„Mein lieber Kollege, das ist wirklich erstaunlich, ich kann es kaum glauben. 3 Menschen kommen in den Raum, außer Kontrolle. Und alles was Sie sagen ist, Regel Nr. 6. Wäre es vieleicht möglich, dass sie mir verraten würden was Regel Nr. 6 bedeutet?“

Der Gastgeber sagt: „Oh, Regel Nr. 6 ist sehr einfach.“

Nimm dich selbst nicht so gottverdammt ernst!“

Da sagt der Besucher erstaunt: „Oh, das klingt nach einer sinnvollen Regel, darf ich auch fragen wie die anderen Regeln lauten?“

Gastgeber: „Es gibt keine Anderen.“

30 Tage, 13 Projekte

Heute bin ich einfach mal stolz.

In den letzen 30 Tagen habe ich an einer unglaublichen Reise teilgenommen.

Es war anstrengend.

Schreiben bis in die Nacht um Projekte abzuschließen, Videokonferenzen über 6 Stunden an Sonntagen, angst-einflößende Offenheit gegenüber Fremden, graben in der eigenen Seele, auf der Suche nach Antworten, überwinden von persönlichen Grenzen. Die Komfortzone ist woanders.

Und was soll ich sagen, es war toll.

Ich durfte einen ganzen Monat mit 100 klugen, großzügigen, empathischen, inspirierenden und engagierten Menschen aus der ganzen Welt verbringen. Ich habe neue Dinge gelernt, über mich, das Leben und über das Arbeiten. Die waren sowohl überraschend als auch erleuchtend. Ich habe Dinge geschafft, die ich mir selbst nicht zugetraut hatte.

Jetzt bin ich offiziell ein „Raven“.

„Seth Godins altMBA“ ist ein intensiver Workshop über 30 Tage, in denen 13 Projekte bearbeitet werden. Man lernt zu führen, zu sehen, zuzuhören, emotionale Arbeit zu suchen, zu liefern, Feedback zu geben, Hindernisse in Vorteile zu verwandeln, Krawall zu machen.

War es das Wert? Auf jeden Fall. Und jetzt geht es erst los.

Finite And Infinite Games

Hier möchte ich ein Buch empfehlen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit als Hörbuch gehört habe. „Finite and Infinite Games“ von James Carse.

Die Grundaussage und was man daraus alles ableiten kann, ist hochinteressant.

Es gibt endliche (finite) und unendliche (infinite) Spiele. Endliche Spiele spielt man um sie zu gewinnen. Unendliche spielt man um sie einfach immer weiter zu spielen.

Als „Spiele“ kann man nun eigentlich alles betrachten, was in unserem Leben geschieht. Die Frage welches Spiel man spielt, ist also auch die Frage danach, welche Absichten man hegt.

In endlichen (finite) Spielen gibt es Gewinner und Verlierer und Angst. In unendlichen (infinite) Spielen geht es um die Gemeinschaft und um gemeinsame Ziele.

Wir sollten versuchen mehr unendliche Spiele zu spielen. Dazu benötigen wir Empathie, Engagement und eine vertrauensvolle Umgebung.

Über diesen interessanten Ansatz und dessen Hintergründe hinaus, fand ich das Buch etwas langatmig. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier: „FINITE AND INFINITE GAMES“

Storytelling ist überall

Das Storys im Marketing eine große Rolle spielen und wie man sie integrieren kann, habe ich schon an dieser Stelle ausführlich beschrieben.

Insbesondere geht es um die große Kraft der Heldenreise.

In den letzten Tagen ist mir aber noch klarer geworden, das wir dieses Prinzip überall anwenden können und sollten.

Im Grunde in jedem Gespräch, sei es geschäftlich oder privat.

Wir sind nicht die Helden. Unsere Gesprächspartner sind es. Wir sollten zunächst einmal versuchen den Gegenüber zu verstehen und Hilfe anzubieten.

Das bedeutet in erster Linie zuhören – nicht gleich Lösungen aufzeigen.

Wir sollten versuchen zu sehen und zulassen, gesehen zu werden.

Es beginnt mit Empathie und dem ehrlichen Wunsch den Anderen voranzubringen.

Freiheit scheint wieder wichtiger zu werden – aber nicht für alle

Ich beobachte zwei Dinge:

1. Viele Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen mit der Begründung, sie würden die Freiheit unverhältnismäßig einschränken. Das würde gegen diverse Grundrechte verstoßen

2. Viele Menschen sehnen die Wiedereröffnung der Schulen herbei, was de facto bedeutet, die Schulpflicht im Schulgebäude wird wieder umgesetzt.

Einem Kind die gesetzliche Pflicht aufzuerlegen, zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein, ist keine Freiheit, auch hier sind die Grundrechte massiv beschnitten. Es gibt keine Pflicht des Staates Bildung bereit zu stellen oder ein Recht der Bürger auf Bildung – nein, es ist umgekehrt. Wer nicht anwesend ist macht sich (bzw. seine Eltern) strafbar.

Dazu kommen aktuell die Abstandsregelungen, und strengere Aufenthaltsbestimmungen. Freunde dürfen sich nicht umarmen, in dem Pausen kann nicht ausgelassen gespielt werden, Klassen werden geteilt, Gänge, Treppen und Aufenthaltsräume ebenfalls.

Ist diese Form von organisiertem Zwangsaufenthalt noch kindgerecht?

Menschenwürdig?

Wie kann man einerseits gegen Freiheitseinschränkungen im Zusammenhang mit Corona demonstrieren, dann aber die Schulpflicht begrüßen, vor allem unter den aktuellen Umständen?

Brauchen wir Ziele?

Es kommt darauf an.

Ich erlebe, dass es oft nichts Wichtigeres zu geben scheint als Ziele. Konkrete, messbare, realistische Ziele (siehe SMART). Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir das „richtig“ definieren um konzentriert und planvoll darauf hinzuarbeiten. Wir müssen zwischendurch unseren Fortschritt überprüfen und wenn nötig den Kurs korrigieren.

Bedeutet das, wenn ich solche Ziele nicht finde bin ich unproduktiv, unmotiviert, orientierungslos? Weiß ich dann gar nicht „richtig“ was ich will?

Worauf kommt es an?

Darauf, wofür so ein Ziel gut ist.

Wenn ich eine Mission habe, tief im Herzen genau das erreichen möchte, dann macht es Sinn die Sache zielstrebig anzugehen.

Das hat aber nicht jeder. Ich behaupte sogar, das haben die Wenigsten.

Seinen „Nordstern“ zu kennen und sich dessen wirklich sicher zu sein ist etwas sehr besonderes – eine Lebensaufgabe.

Ich glaube nicht, dass man seine Zeit und Kraft darauf verwenden sollte das Ziel zu suchen.

Was bringt mir das? Wenn ich es bewusst gesucht habe, ist es dann wirklich echt?

Wenn man etwas wirklich und wahrhaftig will, dann muss man das nicht suchen. Dann können wir uns darauf konzentrieren den Weg dorthin möglichst effektiv und effizient zu gestalten (gerne auch mit SMARTen Zielen).

Alle anderen können das gleiche machen. Wir sollten uns darauf konzentrieren WIE wir etwas machen anstatt unser ganzes Leben nach dem heiligen Gral zu suchen.

The grass is always greener on the other side

Die große Sehnsucht nach Veränderung. Wenn wir unzufrieden sind, dann möchten wir etwas tun. Allzu schnell legen wir uns jedoch fest, bevor wir alle Möglichkeiten ausgelotet haben.

Auf der anderen Seite des Zaunes, da ist der Rasen viel schöner, lass uns umziehen. Veränderung jetzt, koste es was es wolle.

Nicht, dass sie grundsätzlich falsch wäre. Veränderung ist immer möglich und sehr oft auch positiv.

Aber Sie ist nicht leicht.

Egal ob man selbstständig ist, oder angestellt, zur Arbeit pendelt oder umzieht, hierbleibt oder auswandert.

Für jede Entscheidung gibt es Opportunitätskosten. Es ist immer mit Arbeit verbunden, oder mit Geld oder weniger Sicherheit.

Was wir uns einreden zu brauchen, um glücklich zu sein, sind selbst auferlegte Beschränkungen. Sie bringen uns zu der Geschichte, die wir uns selbst erzählen wollen.

Manchmal lohnt es sich jedoch Schranken zu öffnen, den Blick zu weiten und zu erkunden, ob es da noch andere Geschichten gibt. Vielleicht sind wie denen schon näher als wir glauben.

Wie wir konstruktiv miteinander reden

Aus meiner Sicht hat sich die Sache schon in der Debatte über den Klimawandel zugespitzt. In der Corona-Krise wird es jetzt noch drastischer:

Die Kommunikation zwischen den Menschen wird zunehmend unfreundlicher und ungeduldiger. Es stehen sich meist extreme Meinungen gegenüber. Der Wille zu Kompromiss ist selten geworden.

So ist Streit vorprogrammiert.

Um in solchen Situationen vernünftig zu reagieren sollten wir zunächst etwas erkennen:

Haben wir es mit Fakten, Meinungen oder Ideologien zu tun? Danach können wir entsprechende kommunikative Strategien anwenden.

Welche das sind?

In diesem Video (8 Min.) hat es Benedikt Held gewohnt eloquent erklärt:
Verschwörungstheorien vs Verblendete? Argumentieren in Krisenzeiten

Niemand ist wie Donald Bradman

Donald Bradman war der beste Sportler aller Zeiten.

Er spielte Kricket und war darin so außerordentlich gut, dass ihm vor und nach seiner Karriere kein zweiter Spieler auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.

Gemittelt über die gesamte Karriere:

Mit einem Schlagdurchschnitt von 30, kann man im Kricket als Profispieler mithalten. Ein überdurchschnittlicher Spieler kommt auf über 50. Nur 3 anderen Spielern in der Geschichte, gelang es (knapp) über 60 zu kommen.

Donald Bradman liegt bei 99,94.

Es gibt auch keinen anderen Sportler, in keiner Sportart, der ansatzweise so dominant war. Bradman war 3x besser im Kricket als Michael Jordan im Basketball.

Er war von einer anderen Welt, er war perfekt.

Wir sind nicht Donald Bradman, niemand kann das sein – nicht einmal Jordan, Messi oder Federer.

Deshalb müssen wir aufhören perfekt sein zu wollen und anfangen uns auf „gut genug“ zu konzentrieren.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht

In unserem Handeln lassen wir uns oft von Beschränkungen leiten.

„Dieses kann ich nicht, für jenes fehlt das Geld oder die Zeit…“

Im Buch  „A beautiful constraint“, von Adam Morgan und Mark Barden geht es darum, diese Beschränkungen in Stärken zu verwandeln.

Ein Beispiel:

Im Jahr 2006 wollte die Firma Audi das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen.

Wie gewinnt man so ein Rennen? Man baut das schnellste Auto.

Das zu schaffen war jedoch ein schier unmögliches Unterfangen. Die Konkurrenz schien Lichtjahre entfernt. Das war also eine Beschränkung, die nicht zu überwinden war.

Aber vielleicht konnte man sie umgehen.

Audi war Vorreiter in der Dieseltechnologie. Es war zwar unmöglich ein Diesel-getriebenes Rennauto zu entwickeln, was schneller wäre als die anderen, aber es würde effizienter sein.

Die Audis benötigten deutlich weniger Tankstopps als die Konkurrenz und so konnte man das Rennen 3 Jahre in Folge mit großem Abstand gewinnen.

Was heißt das jetzt für uns?

Beschränkungen, die wir schnell für alles in unserem Leben identifizieren, müssen vielleicht gar nicht überwunden werden. Vielleicht tragen sie einen großen Vorteil in sich, den wir nutzen können um unsere Ziele zu erreichen.

Die Macht der Reflexion

Oft nehmen wir uns nicht die Zeit etwas Gelerntes oder Getanes noch einmal zu reflektieren. Das bedeutet, uns etwas zeitlichen Abstand zu gönnen und mit neuen Augen auf die Sache zu blicken.

Wurde unsere Sicht in der Zwischenzeit beeinflusst oder gar verändert?

Durch Feedback, Kritik, neue Erkenntnisse.

In vielen Standard-Prozessoptimierungen, besteht der letzte Schritt aus der Revision, bzw. aus der Überprüfung (z. B. hier). Das ist nichts anderes als reflektieren des aktuellen Prozesses auf die neuen Erkenntnisse.

Ich behaupte, dass dieser Schritt viel zu oft unter den Tisch fällt. Projekt abgeschlossen, auf zum Nächsten.

Dabei sollte das nicht nur ein Bestandteil in professionellen Projekten sein – und beachtet werden. Selbstreflexion sollte sogar in unser aller Leben einen wichtigen Platz einnehmen.

Was habe ich heute erlebt und getan? Wie habe ich andere beeinflusst? Was hat mich beeinflusst? Was sehe ich jetzt anders?

Diese Schritt ist immens wichtig. Fast immer – eigentlich behaupte ich sogar ganz immer – fällt uns nämlich etwas auf, was wir noch anders machen können, vielleicht sogar müssen.

Ein Teil meiner Reflexion ist zum Beispiel dieser Blog.

Sehen lernen

Gestern ging es darum die Spannung einzusetzen die durch Stille entsteht, um Entscheidungen leichter herbeizuführen.

Doch was sich hier egoistisch erscheint, können wir auch anders betrachten. Was wenn wir die Stille als Geschenk begreifen?

Durch unser innehalten und durch die Spannung ermöglichen wir dem anderen uns zu sehen. Wir ermöglichen ihm unseren Nutzen für ihn zu sehen. Wir öffnen uns, laufen nicht weg sondern halten die Spannung aus.

Andererseits müssen wir dazu auch selber sehen können.

Der englische Untertitel von Seth Godins Buch “This is Marketing” lautet: “You can’t be seen until you learn to see.”

Du kannst nicht gesehen werden, bis du selbst lernst zu sehen.

Auch aus der gegenüberliegenden Perspektive ist das ein wertvoller Gedanke:

Du kannst nicht sehen, bevor du dich selbst zeigst – bevor du dich öffnest, in deiner ganzen Verwundbarkeit und es anderen ermöglichst dich zu sehen.

Was wollen wir eigentlich sehen?

Die Stärken, Erfolge, Taten, Versuche, Schwierigkeiten, Absichten, Gelegenheiten etc. unserer Kollegen, Partner und sonstigen Mitmenschen.

Wir können zeigen, das wir den Anderen wahrnehmen, indem wir darauf hinweisen.

“Ich sehe was du vorhast. Ich verstehe was du meinst. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg. Das hast du toll gemacht.” Hier geht es um ehrliche Anerkennung, nicht um Bauchpinselei.

Das Sehen und das gesehen werden sind voneinander abhängig.

Wege um das zu lernen und zu demonstrieren sind:

  1. Andere wahrzunehmen indem wir Anerkennung aussprechen.
  2. Uns zu öffnen indem wir die Spannung der Stille aushalten.

Lass die Anderen nicht vom Haken

Nehmen wir an, wir wollen etwas. Etwas verkaufen, etwas beschließen, etwas bewirken. Natürlich etwas positives.

Damit verlangen wir unserem Gegenüber eine Entscheidung ab.

Und Entscheidungen, egal wie positiv sie sein mögen, erfordern Veränderungen. Deshalb ist es der erste Reflex von uns allen, nein zu sagen, oder gar nichts zu sagen.

In diesem Moment entsteht oft eine unangenehme Stille. Sekunden werden zu Stunden und wir sind instinktiv versucht die Stille zu brechen.

Das dürfen wir nicht tun.

Wir würden den anderen vom Haken lassen und das wäre nicht nur nachteilig für uns sondern auch für ihn.

Indem wir jetzt zurück rudern, berauben wir den Anderen der Chance sich vorwärts zu bewegen, sich zu verbessern.

Wie fühlt es sich an?

Wenn wir nach einer Gehaltserhöhung fragen oder versuchen, ein Budget für ein Projekt zu bekommen, und die andere Person nicht sofort antwortet, entsteht diese unangenehme Stille.

In diesem Moment fühlen wir uns sofort unwohl. Wir haben das Gefühl, etwas zu verlieren. Es ist die Angst, ein „Nein“ zu bekommen, abgelehnt oder sogar ausgelacht zu werden. Wenn die Spannung zunimmt, haben wir das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Woran denken die gerade? Wird jemand die unerwartete Frage stellen, die meiner Argumentation das Genick bricht?

Wie können wir die Stille ertragen?

Wenn ich weiß, dass das passieren wird, versuche ich mich vorbereiten.

  1. Alternativen
    Die Angst, die sich innerhalb von 3 Sekunden zu Panik entwickelt, ist umso größer, je weniger Möglichkeiten ich habe. Wenn ich mit einem bestehenden Angebot eines anderen Unternehmens in meine Gehaltsverhandlung gehen, kann es ein entspanntes Gespräch werden.
  2. Objektivität
    Wenn es um Angst oder gar Panik geht, denken wir an den Worst-Case. Meistens ist das weit übertrieben. Mir hilft es, vorher darüber nachzudenken. Wenn ich um eine Gehaltserhöhung bitte, wird mein Chef mich dann entlassen? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht führt es sogar zu einem konstruktiven Gespräch.

Es gibt noch eine andere Strategie, die zuvor für mich funktioniert hat:

Ich musste eine kleine Projektgruppe leiten und die Arbeit dem Team zuweisen. Das Projekt war freiwillig und deshalb wollte ich auch, dass sich die Mitglieder freiwillig für ihren Teil melden.

Ich fragte: „Wer will das machen?“ – Stille.

Ich wartete ein paar Sekunden, aber alle schauten nach unten und niemand brach die Stille.

Ich konnte nicht länger warten, also wiederholte ich die Frage – keine Erklärung, nur die Wiederholung:

“Wer will das machen?“

Es fühlte sich wie eine Verstärkung an. Danach hatte ich meinen Freiwilligen.

Management vs. Leadership

Diese Beiden schließen sich nicht aus, gehören aber auch nicht unbedingt zusammen.

Manager wird man durch Autorität. Man hat eine bestimmte Stellung in der Hierarchie und der Hauptteil dieser Arbeit besteht in der Organisation.

Ein Leader oder auf deutsch Anführer braucht keine Autorität. Man trifft eine Wahl, übernimmt Verantwortung und geht voran.

Jeder kann ein Leader sein.

Wir sollten jeden Tag verkaufen

Das überraschende daran ist, dass wir dazu gar keine Berufs-Verkäufer sein müssen. Wir verkaufen uns selbst und unsere Ideen.

Warum überraschend?

Weil es uns oft gar nicht bewusst ist. Immer wenn wir auf Widerstand stoßen, bei unseren Kindern, unseren Partnern, Freunden, Kollegen usw., immer dann haben wir schlecht verkauft.

Vielleicht haben wir damit begonnen was wir wollen. Oder wir haben erklärt, welche Lösung wir für am Besten halten, welche Vorteile wir darin sehen, usw.

In einem informativen Gespräch ist das natürlich ok aber wenn wir etwas erreichen wollen, dann geht das besser.

Nehmen wir an wir können uns vorbereiten, dann können wir ein Muster identifizieren, dem unser Gesprächspartner zustimmt. Auf Basis dieses Musters können wir eine Geschichte erzählen, die ihn betrifft.

Oder wir beginnen gleich zu fragen. Nach seiner Situation, nach seinen Problemen, nach den Auswirkungen dieser Probleme und nach dem Nutzen einer Lösung. (Mehr dazu hier: SPIN-Selling). So findet unser Gesprächspartner die richtige Lösung von selbst.

„Niemand möchte etwas verkauft bekommen aber die meisten Menschen kaufen gern.“ (nicht von mir)

Ist das Manipulation?

Das kommt natürlich darauf an und dass können wir selbst am Besten einschätzen. Wir müssen es auch.

Wenn wir den Anderen zu etwas Nachteiligem überreden wollen oder wenn wir wissen, dass er das eigentlich nicht will – ja, dann ist es Manipulation.

Das sollten wir nicht tun.

Allerdings werden wir in diesem Fall auch kaum „erfolgreich“ sein. An den Antworten auf unsere Fragen werden Beide (wir und unser Gegenüber ) merken, dass unsere Lösung nicht passt. Wir haben Zeit gespart.

Ansonsten – nein.

Wenn wir ehrlich überzeugt davon sind, dass unsere Lösung positiv für unser Gegenüber ist, dann sind wir sogar verpflichtet unser Möglichstes zu tun um ihm „seine Geschichte“ zu verkaufen.

Wie wir bessere Anführer werden

… frage ich mich schon seit längerem. Pauschal beantworten, kann ich es nicht.

Natürlich habe ich trotzdem eine Idee.

Üben.

In den letzten 2 Wochen habe ich beobachtet, wie sehr das Führungsverhalten von der Gruppe insgesamt und vom Status ihrer Einzelmitglieder abhängt.

In jeder Woche war ich Teil einer anderen Projektgruppe. Während sich in Woche 1 sofort Anführer gefunden, und die Gruppe getragen haben, war das in Woche 2 nicht so einfach.

In Woche 1 gab es Teilnehmer mit hohem Status aufgrund Ihrer Erfahrung und ihrer Persönlichkeit. Sie leiteten die Diskussion ganz selbstverständlich.

Die Gruppenmitglieder in meiner 2. Woche hatten alle ähnliche Erfahrung und eine ähnliche Persönlichkeit. Ein Anführer hat sich hier nicht auf Anhieb gefunden.

Deshalb hatte ich den Eindruck, dass wir zeitweilig ohne klaren Plan dahintreiben würden, anstatt auf unser Ziel zuzusteuern.

Sollte ich jetzt die Initiative ergreifen und selbst die Führung übernehmen. Ich habe es versucht, es war jedoch schwer. Welche Zweifel, und welche Beschränkungen haben mich zurückgehalten? Zumindest war klar, dass sie alle von mir selbst kommen:

  • Niemand hat mich offiziell ausgewählt.
  • Ich habe nicht mehr Erfahrung als die anderen.
  • Ich möchte nicht arrogant und besserwisserisch erscheinen.
  • Wird es Streit geben?
  • Was wenn ich unrecht habe?

Diese und andere Ausreden, helfen Niemandem. Wir brauchen weder offiziell verliehene Macht, noch wird es jemals eine Führungsperson geben, die immer alles richtig macht.

Man kann jedoch spüren, wenn es Zeit ist das Richtige zu tun, und es tun. Wahrscheinlich sind die anderen sogar dankbar, das wir die Verantwortung ergreifen.

Wie schaffen wir es, das zu spüren?

Ich denke wir müssen es lernen und wollen. Deshalb sind wir hier wieder am Anfang.

Üben.

Zivilisation geht nur mit Kompromissen

Seit einigen Jahren kann man (wenn man will) sehr deutlich beobachten, dass Kompromisse nicht mehr gefragt sind.

Überall muss ich mich klar und deutlich für eine Seite entscheiden. Möglichst schnell und gerne auch radikal.

Radikal, dass war eigentlich mal etwas unaussprechliches.

Heute ist es cool, wenn man möglichst weit außen steht, so wie in den Siebzigern, „als die Jugend noch rebellisch war.“ Der Kompromiss, der eigentlich die Basis unserer Demokratie ist – denn ohne Kompromisse gibt es die nicht – der ist ziemlich out.

Vor allem in der Politik fällt das auf. Die Ränder werden stärker, weil dort die sind, die eine klare Meinung haben, ohne wenn und aber. Man könnte auch sagen eine einfache Meinungen, ohne Weitsicht.

Wenn wir weiterhin die große Errungenschaft unserer freien, friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft genießen möchten, dann sollten wir Kompromisse wieder stärker schätzen lernen.

Natürlich ist das anstrengend. Es erfordert Zeit sich die Meinung aller anzuhören, Fakten aus mehreren Quellen zu prüfen, zu debattieren, zu verhandeln und manchmal auch zu streiten.

Für Außenstehende wirkt dass dann oft wie Gemauschel, der kleinste gemeinsame Nenner und die Mühe nicht wert.

Tatsächlich sorgen aber Kompromisse dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt, niemand auf der Strecke bleibt und alle am gleichen Strang ziehen. Kompromisse vereinen, radikale Alleingänge spalten.

Wie siehst du die Welt?

Politik: Was ist wichtiger: Sicherheit, Freiheit oder Gerechtigkeit? Konservativ, liberal, sozial?

Glauben: Glaubst du oder glaubst du nicht? Woran glaubst du (nicht)? Gott? Den Klimawandel? Den freien Markt? Das Gute im Menschen? Glauben wir nicht alle irgendetwas?

Familie: Was ist für dich Familie? Deine Ehe? Dein Haushalt? Deine Verwandten? Dein Fußballverein?

Macht: Was ist stärker, die Feder oder das Schwert?

Reichtum: Welche Länder sind reich? Wie misst man denn Reichtum – materiell oder immateriell? Welche Länder sind reich?

Wir alle sind unterschiedlich. Wir sehen die Welt mit anderen Augen. Jemanden zu kennen, bedeutet zu wissen welches Bild sie (oder er) von der Welt hat. Es reicht nicht, den Namen zu kennen, einige Fotos gesehen oder Erlebnisse geteilt zu haben.

Wenn wir abschätzen wollen warum jemand tut was er tut und wie er es tut, dann müssen wir uns in dessen Weltsicht hineinversetzen.

Das hilft beim Geschäftlichen, beim Dating, bei Familientreffen, an der Wahlurne, im Straßenverkehr und auch im Internet.

Mach es nicht so kompliziert

Warum verkomplizieren wir alles so leicht?

Weil wir es perfekt machen wollen. Selbst wenn wir uns eigentlich vornehmen es möglichst einfach zu halten – wir tappen trotzdem in die Falle.

Heute habe ich diese interessante Geschichte gehört:

Ein Spiel und eine Schauspielübung. Man geht durch einen Raum und zeigt auf verschiedene Dinge und sagt etwas anderes.Wer am schnellsten 20 Dinge schafft gewinnt.

Zum Beispiel zeigt man auf eine Lampe und sagt „Stuhl“. Das ist am Anfang sehr schwierig und erfordert erstaunlich viel Konzentration.

Weil man es instiktiv verkompliziert. Wir wollen besonders kreativ sein, es gut machen und das auch zeigen. Also sagen wir bei jedem Mal etwas Anderes. „Stuhl, Sofa, Hund“, wenn wir auf die Lampe, die Decke, den Fernseher zeigen.

Irgendwann realisieren wir vielleicht, dass wir auch jedes Mal das Gleiche hätten sagen können – solange wir nicht auf den Stuhl gezeigt hätten, wäre der Sieg unser.

Was wäre wenn …?

Feedback zu geben ist eine ziemlich schwierige Sache. Nicht nur emotional sondern auch sachlich. Das lerne ich beim altMBA gerade auf die harte Tour. Es dauert lange und ist anstrengend.

Man möchte den Menschen etwas ehrliches und wertvolles mitgeben, das sie weiterbringt (Über die unterschiedlichen Arten des Feedbacks hatte ich hier geschrieben). Aber was sagt man da?

Unmengen von Informationen prasseln auf uns ein – das meiste verstehen wir gar nicht. Trotzdem wollen wir helfen und wissen, dass wir dabei auch selbst wachsen. Wir müssen es also schaffen, aus all diesem Input, die Essenz heraus zu sieben und genau darauf zu reagieren.

Das geht nur mit Übung. Selbst wenn wir die Techniken theoretisch kennen, werden wir uns am Anfang schwer tun sie umzusetzen.

Hier ist ein Anfang:

Eine gute Reaktion ist meistens eine Frage. Und diese Frage sollte beginnen mit „Was wäre wenn… ?“ – so ist sie möglichst offen.

Mindestens sollte sie mit einen W-Wort beginnen, aber auch „Wie“, „Warum“, „Wo“ usw., lenken die Argumentation in eine bestimmte Richtung, sind also schon teilweise wertend.

Auch rhetorische Fragen sind unangebracht – wenn du einen Rat geben willst, dann gib einen Rat.

Ein einfaches Beispiel:

In einem Gespräch erzählt dein Gegenüber, dass er so viel Stress mit der Buchhaltung hat, sodass er zu nichts anderem mehr kommt.

Möglichkeit 1: „Hasst du mal an einen Steuerberater gedacht?“

Das ist eine geschlossene Frage, auf die man nur mit Ja oder Nein antworten kann. Danach ist das Gespräch möglicherweise erledigt und sie regt den Gegenüber auch nicht sonderlich zum Nachdenken an.

Möglichkeit 2: „Warum nimmst du dir keinen Steuerberater?“

Dünnes Eis! Ist das etwas Kritik? Jedenfalls wäre sie sehr leicht herauszuhören. Genauso schlimm wäre: „Meinst du nicht, du solltest das einen Steuerberater machen lassen?“ – die rhetorische Frage

Möglichkeit 3: „Was wäre wenn das ein Steuerberater machen würde?“

Ok, wer unbedingt will, der kann auch hier einen Vorwurf heraushören. Eigentlich ist das aber die diplomatischste der 3 Varianten und die angestoßenen Denkprozesse für den Gegenüber sind am hilfreichsten.

Wie übst du nun also?

Trainiere aufmerksames Zuhören oder Lesen (wenn dein Input schriftlich vorliegt). Das geht nicht auf Anhieb, wir alle verlieren zwischendurch die Konzentration – deshalb die Übung, bleib dran.

Erst am Ende beginnst du zu überlegen, was du erwidern könntest. Damit dir das leichter fällt, versuche eine Frage zu formulieren, die mit „Was wäre wenn“ beginnt.

Englisch wird immer noch unterschätzt

Eine der wichtigsten „Hard-Skills“ neben lesen, schreiben und rechnen ist für mich das Beherrschen der englischen Sprache. Und wir dürfen nicht unterschätzen wie wichtig diese Fähigkeit in Zukunft vor allem für unsere Kinder werden wird.

Mir geht es gar nicht nur um die Möglichkeit sich auf reisen oder online mit anderen Menschen zu verständigen – natürlich ist das auch wichtig.

Es geht mir um Bildung und wie wir sie erlangen.

Bildung erlangen wir heute aus viel mehr Quellen als noch vor 20 Jahren. Es gibt deutlich mehr Bücher. Dazu kommen aber auch Blogs, Podcasts, Videos und Kurse – die meisten davon elektronisch und online.

Das gesamte Wissen der Welt ist heute kostenlos online verfügbar. Doch nur ein Bruchteil davon ist auf deutsch.

Nahezu jedes wirklich erfolgreiche Buch aus einer anderen Sprache, wird ins Englische übersetzt. Bei original englischen Büchern ist das nicht so. Und wenn sie tatsächlich übersetzt werden, dann ist nicht klar ob auch ins Deutsche.

Bei anderen Medien ist das noch deutlicher. Audios und Videos werden nur selten übersetzt (Hollywood-Filme sind da eine Ausnahme).

Wenn wir zögern die Sprache der Bildung und des Internets zu erlernen, dann verschließen wir uns selbst den Zugang zu aktuellem Wissen.

Aus meiner Sicht tuen wir in den Schulen und der Gesellschaft noch immer nicht mehr dafür diese Sprache zu lernen. Sie ist in den letzten 10-20 Jahren aber noch wichtiger geworden.

Wir müssen selbst bei uns beginnen und auch bei der Ausbildung unserer Kinder darauf achten.

Ab morgen nehme ich an einem Vierwöchigen Online-Workshop teil, der mir helfen wird mich immens weiter zu entwickeln. An Seth Godins altMBA – natürlich auf Englisch. Ich werde dort Menschen aus aller Welt kennen lernen, darüber hinaus aber auch viele neue Ressourcen entdecken.

Allein die Sprache ist es, die es mir ermöglicht derart über den Tellerrand zu schauen.

Zum Laufen geboren

Der Mensch ist ein erstaunliches Wesen. Wir haben es mit unserer Intelligenz geschafft, den Planeten zu beherrschen und uns an die Spitze der Nahrungskette zu stellen.

Doch zu einem außergewöhnlichen Geist gehört auch ein außergewöhnlicher Körper. Oft wird der gar nicht so recht wahrgenommen. Vergleichen wir uns mit Vögeln, Fischen, Löwen, Elefanten usw., dann erscheinen wir nicht besonders mächtig.

Das ist jedoch eine Fehleinschätzung. Auch wir Menschen haben eine körperliche Superkraft, die kein anderes Lebewesen dieser Erde besitzt – das Laufen. Wir sind keine Sprinter aber die besten Ausdauerlauf-Tiere der Welt. Kein Pferd, kein Wolf und kein Reh kann so lange, so verhältnismäßig schnell laufen wie wir.

Die paläontologische Forschung zeigt, dass unsere Gehirne zu der Zeit stark zu wachsen begannen, als wir unsere Fähigkeit zu laufen entwickelten. Wir bildeten starke Gesäßmuskeln, ein Nackenband zur Stabilisation des Kopfes Schweißdrüsen zur Kühlung und die Achillessehnen aus. So konnten wir deutlich effektiver Jagen als andere Raubtiere (nämlich fast ohne Kampf) und so an proteinreiche Nahrung gelangen.

Emil Zatopek hat gesagt: „Der Vogel fliegt, der Fisch schwimmt, der Mensch läuft.“ Ich glaube nicht, dass er sich der wissenschaftlichen Richtigkeit seiner Aussage bewusst war aber es stimmt:

Wir sind zum Laufen geboren. Nicht nur talentierte Athleten. Jeder von uns.

Genügend Bewegung ist wichtig für unseren Körper. Nur wenn wir ihn für den Zweck benutzen, für den er geschaffen wurde, können wir unsere Gesundheit erhalten. Dieser Zweck ist das Laufen und deshalb sollte jeder gesunde Mensch ein Läufer sein.

Warum wir so schwer mit Kritik umgehen können

In „Thanks for the Feedback“ beschreiben Douglas Stone und Sheila Heen, wieso es so schwer ist mit Feedback umzugehen und wie wir das verbessern können. Ich konnte das heute praktisch anwenden.

Wann ist es denn besonders schwierig?

Natürlich immer dann, wenn wir es als negativ empfinden. Mit positiver Kritik („Das hasst du toll gemacht…“) hat kaum jemand ein Problem. Negative Kritik allerdings, besonders wenn sie ungefragt und unerwartet auf uns trifft, ist schwer zu verdauen.

Blitzschnell verunsichert, provoziert, beschämt sie uns. Wir fühlen uns wütend, bloßgestellt, die Defensive gedrängt oder gescheitert. Das Herz pocht, der Magen zieht sich zusammen, die Gedanken spielen verrückt.

Doch woher kommen diese Emotionen und wie bekommen wir sie in den Griff?

Kritik drückt bei uns verschiedene Knöpfe – drei um genau zu sein. Den Wahrheitsknopf, den Beziehungsknopf und den Identitätsknopf. Sie bewirken diese Gefühle. Deshalb sollten wir verstehen wie sie funktionieren.

Der Wahrheitsknopf lässt uns nach Rechtfertigung suchen: „Das stimmt nicht! Das ist nicht hilfreich! Damit hat das nichts zu tun!“ Oft ist es aber deutlich komplexer als wir zunächst denken. Der Kritiker hat eine andere Perspektive und sieht Dinge, die uns entgehen. Wir sollten versuchen das Feedback wirklich zu verstehen. Meistens enthält es zumindest ein Fünkchen Wahrheit von dem wir lernen können.

Der Beziehungsknopf lenkt auf die Dynamik zwischen Personen ab – Kritiker und Kritikempfänger: „Das sagst du nach allem was ich für dich getan habe! Was weißt du schon?“ Unser Fokus verlagert sich weg von der Sache auf die Person. Wir sollten erkennen und bedenken, wie sich unsere Beziehung auf die Kritik auswirkt. So können wir versuchen sachliche und persönliche Argumente zu trennen.

Der Identitätsknopf spielt die Geschichte ab, die wir uns über uns selbst erzählen: „Nie kann ich etwas richtig machen! Ich bin eben kein guter Vater!“ Wir alle reagieren unterschiedlich auf stressigen Input. Ziel sollte es sein uns, dessen bewusst zu werden. So können wir die Informationen anders zu sortieren – weg von einer festen Bewertung/Bestätigung unseres Scheiterns, hin zu einer dynamischen Möglichkeit zu wachsen.