Allgemein

Gibt es noch echte Blogs

Es scheint, als wären Blogs nur noch die Standard-Anhängsel von Webseiten aller Art.
Mal die erste Wahl zum Zwecke der Marketing-Kommunikation, mal einfach ein notwendiges Übel zur Suchmaschinenoptimierung.

Vielerorts geht es beim Bloggen aber schlicht darum, seine Botschaft über Keywords galant in Text zu verpacken, der dann mit Google findbar oder über soziale Medien teilbar ist.

Die Aussage der Texte ist austauschbar: Ich bin Experte, ich habe ein Angebot, komm näher, abonniere hier, kaufe da.

So war das aber nicht gedacht.

Ursprünglich waren Blogs die Alternative zu den Mainstream-Medien. Hier haben unabhängige Autorinnen großzügig ihr Wissen geteilt – weil sie es konnten, nicht um Kunden zu gewinnen.

Sie waren keine Werbekanäle für die Industrie, sondern die Träger von freien Informationen und freiem Wissen für alle. Mittelsmänner (Medienkonzerne) waren plötzlich nicht mehr nötig. Blogs konnten Neuigkeiten schneller, besser und vor allem unvoreingenommen verbreiten. 

Aber natürlich „darf“ man mit seinem Blog Geld verdienen – wer will auch auf die angesprochene SEO-Art. Die Konsequenz ist aber offensichtlich. Leider machen das heute die meisten und diese Spirale führt nach unten.

Wer heute Blogs ließt (kaum noch jemand), der erwartet keine unvoreingenommenen Informationen mehr, sondern ein schriftliches Verkaufsgespräch. Bewusst oder unbewusst, die Leser merken das.

Was ist passiert?

Wie so oft wurde eine einzigartige und großzügige Idee standardisiert und kommerzialisiert. Ursprünglich hatte sich aus einer Beziehung auf der Basis von Vertrauen eine Geschäftsidee entwickelt. Heute kommt die Geschäftsidee zuerst und der Blog soll sie verkaufen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Gibt es noch echte Blogs – echt im Sinne der ursprünglichen Blog-Idee?

Ja, es gibt sie, worüber ich mich sehr freue. Es gibt Frauen und Männer, die einfach teilen was sie wahrnehmen, weil sie es können.

Auf „Mein-Eventtipp“ gibt es private Berichte zu kulturellen Veranstaltungen, aber auch zu Restaurants und Hotels, in Berlin und anderen Großstädten. Das tolle daran: Die Bloggerin ist keine professionelle Kritikerin, die dafür bezahlt würde, sondern eine Privatperson mit privater Meinung. Sie testet die Events, weil sie sich ehrlich selbst dafür interessiert. Und sie teilt ihre Erfahrungen, weil sie kann.

Auf ihrem „BambooBlog“ schreibt Ulrike hauptsächlich über das Reisen und China. Zwar kooperiert sie mittlerweile auch mit Unternehmen, aber das ist nicht der Zweck ihres Blogs. Seit vielen Jahren teilt sie aus eigenem Interesse und mit Herzblut ihre umfangreichen Erfahrungen – auch hier, weil sie kann. 

Oder es wird einfach mit Witz und Charme der Zeitgeist eingefangen, wie bei „Brycke„. Mal abseits der Großstädte, aber nicht minder spannend. Hier wird Greifswald zum Nabel der Welt, indem zwei ortsansässige über humorvolle Texte und Bilder ihre Beobachtungen kommentieren. Wer braucht da noch Berlin? Warum machen die beiden das? Genau…

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Für Manche ist scheitern schwerer

Schon oft habe ich geschrieben, dass wir den Mut haben müssen zu scheitern, dass dies schwer sei, es aber die Aufgabe von Anführern wäre, dieses Risiko zu tragen.

Übersehen habe ich dabei, dass ich hier nicht für jede und jeden das gleiche Maß verwenden darf.
Hier habe ich ein unbewusstes Denkmuster übersehen.

Mary-Frances Winters schreibt in ihrem Buch „Inclusive Conversations“, dass es für nicht-privilegierte Gruppen schwerer sei zu scheitern.

Sie spricht vor allem über Menschen mit dunkler Hautfarbe in den USA, dieser Gedanke lässt sich aber auf alle Minderheiten übertragen.

Er gilt also auch für Frauen, die „Fehler“ im Rahmen ihrer beruflichen Karriere machen, oder ebenso für Männer, denen „Fehler“ beim Umgang mit Kindern unterlaufen.
Wenn sie von diesen Gruppen begangen werden, ist der Schaden objektiv genauso groß wie von jeder anderen Person.

Es fällt uns allen aber eher auf.

Nicht-privilegierte Gruppen werden, so Winters, schon seit ihrer Kindheit zu Stärke und Perfektion erzogen – oft auch aufgrund von schmerzlichen Erfahrungen mehrerer Generationen. Es fällt ihnen also ungleich schwerer, den Mut zum Scheitern aufzubringen, als zum Beispiel mir (männlich, weiß) im beruflichen Kontext.

Weil es schwerer ist, ist es freilich nicht falsch.

Wir sollten einmal mehr erkennen, dass Menschen unterschiedlich sind und wir uns um Verständnis bemühen müssen bevor urteilen.

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Wie oder Was sagen?

Wir alle haben sicher schon gehört, dass Entscheidungen überwiegend emotional getroffen werden, nicht rational.
Wie man etwas sagt, ist daher oft mindestens so wichtig wie das, was man sagt.

Trotzdem konzentrieren wir uns bei Präsentationen weit intensiver auf die Fakten als auf unsere Wirkung.

Sollten wir hier vielleicht neu gewichten?

Hier ist eine lustig / beeindruckendes Beispiel dafür: (Überzeugend auch ohne Fakten – 5:55 Min.)

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Enttäuschung

Enttäuscht zu sein ist eine prima Sache. Denn das bedeutet, dass man vorher getäuscht wurde oder sich selbst getäuscht hat. Diese Einbildung, dieser Denkfehler oder diese Irreführung ist jetzt ausgeräumt.

Ein Anlass zur Freude ist Enttäuschung freilich selten. Meistens tut es weh, dafür sorgen Scham und Angst.

Besser ist es, uns an all die Möglichkeiten zu erinnern, die uns die neue Situation beschert.

Das hier hilft:
Regel Nummer 6.
Wie faszinierend.

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Jongleure statt Puzzler

Unsere Art zu arbeiten verändert sich, wie auch die Gesellschaft.
Immer weniger Operatives erledigen wir gemeinsam.

Statt gemeinsam zu puzzeln und so am Ende ein großes Bild fertigzustellen, jonglieren wir einzeln nebeneinander her. Jeder mit seiner eigenen Spezialität. Einer nimmt Keulen, die Nächste nutzt Fackeln oder Kugeln.

Hin und wieder müssen die Gegenstände kombiniert werden, dann werfen wir sie uns zu. Dies hat aber einen Projektcharakter. Sobald das neue Kunststück eingeübt wurde, kann es wieder jeder allein aufführen.

Diese spontanen, kurzfristigen Kooperationen werden zunehmen. Sie sind die Teamarbeit unserer Zeit.

Wie stellen wir uns darauf ein? Wie arbeiten wir vertrauensvoll und produktiv mit Menschen zusammen, die wir kaum kennen, die unser Fachgebiet nicht verstehen und umgekehrt?

Ansatzpunkte können gemeinsame Werte sein. Wenn sie eine Basis bilden, auf deren Wichtigkeit wir uns schnell einigen können, dann können sie den Anfang von tiefgründigen Diskussionen bilden. So lernen wir uns kennen und schaffen Vertrauen.

Je individueller und spezialisierter wir werden, desto wichtiger wird es, uns über Grundlagen auszutauschen. Nicht um ebendiese Grundlagen kennenzulernen, sondern um die Sichtweise des anderen zu verstehen.

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Die Suche nach dem Sinn

Stellen wir uns nicht alle hin und wieder die Frage nach dem Sinn?

Warum machen wir das hier eigentlich? Sollte ich vielleicht etwas anderes mit meiner Zeit anfangen? Mit welchen Handlungen tue ich etwas Sinnvolles für mich und die, die mir wichtig sind?

Ein guter Startpunkt ist die Frage nach der Art des „Spieles“, das wir gerade „spielen“.
Ist es ein endliches oder ein unendliches Spiel.
Manschaftssportarten sind endliche Spiele. Es geht ums Gewinnen und damit ist der Sinn gefunden.

Das Fußballspiel ist aber nur ein kleiner Ausschnitt des Lebens und das große Ganze (Leben) ist ein unendliches Spiel (auch, wenn es irgendwann endet).
Hier kann man nicht gewinnen oder verlieren. Das Ziel jedes unendlichen Spieles ist ganz einfach: immer weiter spielen.

Wie können wir im Leben „immer weiter spielen“?
Wie in unendlichen Spielen üblich, verändern sich auch im Leben ständig die Regeln, die Mitspieler, die Umgebung und so weiter. Veränderung ist allgegenwärtig und Stillstand gibt es nicht. Entweder wir verändern uns zum Guten oder zu Schlechten. Entweder wachsen wir, oder wir schrumpfen.
Der Sinn des Lebens ist also Wachstum.

Nun stellt sich die Frage, wo wir wachsen wollen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Zusammenfassend kann man sie aber alle zu einem von vier Bereichen zuordnen: Wohlstand, Wissen, Gesundheit und Freude.

Wenn wir also wieder einmal nach dem Sinn fragen, dann können wir für uns diese Bereiche analysieren.
Welcher von ihnen ist bei mir am kleinsten?
Sollte ich meinen Wohlstand steigern (Einkommen, Besitz, Rentenansprüche,…)?
Sollte ich wachsen indem ich lerne und mein Wissen steigere (dreidimensionales Wissen)?
Sollte ich mich körperlich weiterentwickeln (Eat, Move, Sleep)?
Sollte ich mehr Lebensfreude suchen (Familie, Freunde, Abenteuer, Hobbys,…)?

Je nach persönlicher Ausgangssituation ist das eine schwieriger oder nötiger als das andere.
Die richtige Wahl dürfen wir also immer selbst treffen.

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Dreidimensionales Wissen

Die Einteilung des Wissens in einzelne Dimensionen oder Kompetenzen ist nicht realistisch.

Fachkompetenz, Methodenkompetenz, persönliche Kompetenz, so lautet die gängige Unterscheidung. Und diese könne man auch losgelöst von einander betrachten.

Diese Sichtweise greift zu kurz.

„Wissen“ muss immer auch als Antwort auf eine Frage formuliert werden können. Und zu jedem Problem gibt es mindestens drei Fragen: Was ist zu tun? Wie ist es zu tun? Warum ist das zu tun?

Echtes Wissen besteht also immer aus allen Kompetenzen bzw. Dimensionen.
„Know-What“, „Know-How“ und „Know-Why“

Das eins und eins zwei ergibt, kann auch ein 3-jähriges Kind sagen. Es kennt das „Was“. Hat es nun Wissen über Mathematik, nur weil es sich drei zusammengehörende Zahlen merken kann? Nein. Es weiß nicht „wie“ Addition funktioniert und auch nicht „warum“ das wichtig ist.

Lernen bedeutet also immer alle drei Dimensionen zu erforschen.

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Was bestimmt die Arbeit der Zukunft

Was wird bei der Arbeit zukünftig wichtig sein?

Technologie, Flexibilität, Kundennähe, Exzellenz, Diversität, Kreativität?

Wahrscheinlich wird es auf all das auch weiterhin ankommen.
Meine Wette lautet aber folgendermaßen: All diese Dinge werden getrieben und verstärkt durch Gemeinschaft und Verbindung.

Eine moderne (vorhandene) Technologie zu nutzen, auf größtmögliche Qualität zu achten und Teams zu haben, die divers, flexibel und kreativ arbeiten, ist die Basis. Dass wir das brauchen und wie wir das machen, ist bekannt. Die benötigten Informationen sind frei verfügbar.

Was allerdings den Unterschied ausmachen wird, ist in der Lage zu sein Gemeinschaften (Communities) aufzubauen, die uns unterstützen, Ideen verbreiten und Feedback geben. Dies erreichen wir durch echte Verbundenheit, die auf Vertrauen basiert.

Ich glaube, dass es in Zukunft weniger darum geht, effektiv und effizient zu sein (das ist die Basis), sondern darum, verbunden zu sein und sich das Vertrauen zu verdienen, die Aufmerksamkeit einer Gruppe zu beanspruchen.

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Lernen ist ein unendliches Spiel

Wir erinnern uns an endliche und unendliche Spiele.

Endliche Spiele haben bekannte Spieler, fixe Regeln und ein definiertes Ende.
Unendliche Spiele haben bekannte, aber auch unbekannte Spieler. Ihre Regeln ändern sich und sie enden nie.

Warum ist das wichtig?
Damit wir sie nicht verwechseln. Dann wollen wir vielleicht in endlichen Spielen die Regeln anpassen oder machen den Fehler, ein unendliches Spiel auf Sieg zu spielen.

Lernen ist ein unendliches Spiel.
Lernen ist nie zu Ende, die Regeln ändern sich und auch die Spieler.

Schule will uns weismachen lernen wäre endlich. Schule ist aber nicht „Lernen“, sondern „Unterricht“.

Wenn wir wirklich lernen wollen, dann haben wir nichts davon, besser zu sein zu als andere. Tatsächlich gibt es nämlich keine objektiven Kriterien für „besser“. Wir profitieren allerdings alle, wenn wir zusammenarbeiten.

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Bist du selbstständig oder Unternehmer (im Job)

Der Unterschied zwischen Selbstständigen (Freelancern) und Unternehmern (Entrepreneurs) wurde schon oft an anderer Stelle beschrieben (z.B. hier:
Episode 01 – Freelancer or Entrepreneur? – Seth Godin Start Up School Series)

Kurz:
Selbstständige arbeiten „selbst“ für ihre Kunden. Sie tauschen Zeit gegen Geld.
Unternehmer erschaffen ein System, das unabhängig von ihrer Person arbeiten kann. Theoretisch könnten sie dort mehrere Wochen fehlen, ohne das jemand etwas merken würde.

Und auch die Moral der Geschichte wurde oft beschrieben: Beide Rollen können hervorragend funktionieren. Man muss aber wissen, welche man spielt und darf sie nicht vermischen.

Was hat die Frage nun mit unseren Jobs in Unternehmen zu tun – Unternehmen, bei denen wir angestellt sind?

Hier gibt es eine Parallele.
Fachexperten sollten sich als Freelancer begreifen. Teamleiterinnen sollten die gleichen Prinzipien verfolgen wie Entrepreneure.

Als Experten schaffen wir Wert, indem wir die Arbeit machen. Teamleiter schaffen wir Wert, wenn wir eine Plattform / ein System aufbauen, indem andere die Arbeit machen.

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Warten bis wir Zeit haben?

Manchmal haben wir Ideen und Vorschläge, unsere Prioritäten fordern uns aber an anderer Stelle.
Vielleicht beobachten wir einen Prozess, für den wir nicht verantwortlich sind und wissen, wie es besser ginge.

Sollten wir unseren Kollegen trotzdem darauf hinweisen?

Die Situation ist heikel. Kritik zu üben, dann aber keine Verantwortung zu übernehmen ist den anderen gegenüber unfair. Die Information zurückzuhalten und zu warten, bis in unserem Kalender Zeit frei wird, ist es aber auch.

Der Schlüssel ist die richtige Kommunikation. In dieser Situation ist es noch wichtiger als sonst, den Einwand als offenes Feedback und Ich-Botschaft zu senden. Wir fordern nichts, sondern teilen eine Idee und diese ist ein Geschenk.

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Glaube und Skepsis

Der Glaube kann Berge versetzen, das hat sich immer wieder gezeigt. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es aber auch Skeptiker. Das sind diejenigen, die nicht glauben. Sie zweifeln an der Kausalität.

Skeptiker sind allerdings von resoluten Leugnern zu unterscheiden. Für sie gibt es nämlich immer auch die Möglichkeit, sich überzeugen zu lassen. Sie sind unsicher und sich dessen bewusst.

Glaube kann natürlich negativ sein, ist aber nicht mit Naivität zu verwechseln. Sehr oft ist er äußerst positiv und bereichernd. Im guten Fall sollte man daher alles tun, um sich den Glauben zu erhalten. Vor allem sollte man den Streit mit Skeptikern meiden. Hier kann nämlich nur der Gläubige verlieren, das liegt in der Natur der Sache.

Wenn der Skeptiker seine Skepsis ablegt, dann schadet das kaum. Wer allerdings seinen positiven Glauben verliert, dem bricht das Herz.

Das gilt auch im Marketing. Skeptiker sind keine gute Zielgruppe. Es gibt genügend Menschen, die glauben oder gerne glauben wollen. Auf sie sollten wir uns konzentrieren.

Wir Menschen sind immer beides. Je nach Thema sind wir das eine mehr und das andere weniger. Der Schlüssel zu allgemeiner Zufriedenheit ist Akzeptanz. Wenn beide Parteien den anderen ihren Standpunkt lassen, dann ist auch ein friedliches Miteinander möglich.

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Aktion als Inspiration

Inspiration suchen wir meistens bei anderen.

Tolle TED-Talks, Blogs, Bücher und sonstige Projekte, die uns zeigen, was alles möglich wäre, wenn wir den Mut aufbrächten.

Was uns aber wirklich weiterbringt, ist nicht das Beobachten von anderen, sondern das eigene Umsetzen.
Das Buch-, Podcast- oder auch betriebliche Projekt, das uns am meisten verändern wird, ist das, das wir selber starten.

Doch sogar die Reaktion ist eine Aktion. Schon das Auseinandersetzen mit einer Meinung und das Ausdrücken des eigenen Standpunkts ist um Lichtjahre effektiver als passiver Konsum. Wenn wir anderen Feedback geben, dann hilft das nicht nur denen, sondern auch uns.

Indem wir selbst aktiv werden und sei es nur in minimaler Form, inspirieren wir uns selbst und wachsen.

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Am Ende gut

Es heißt: „Am Ende wird alles Gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.“
Es ist immer wieder schön zu erleben, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben und den Ausspruch war zu machen.

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Kenne dich selbst

Sich selbst gut einschätzen zu können, also ein realistisches Selbstbewusstsein zu haben, kann den Unterschied ausmachen.
Wir können nicht alle Software-Millionäre sein, Best-Seller-Autoren oder Social-Media-Stars.
Diese Dinge sind vielleicht einfach nicht unser Ding. Es steckt auch nicht in jedem von uns eine Superkraft, die wir nur finden müssten.
Hier beschreibt Gary Vee es in seiner kompromisslos, direkten Art: Gary Vaynerchuk über „Self-Awareness“

Gary zufolge sollten wir das machen, was wir am besten können, auch wenn das keine besonders angesagte Sache ist. Wenn wir weder risikofreudig sind, noch bereit, überdurchschnittlich viel zu arbeiten, dann sollten wir uns nicht einreden, wir müssten Entrepreneur sein. Dann sollten wir uns wohl einfach einen guten Job suchen.

Selbst wenn unser größtes Talent objektiv nur Durchschnitt ist, dann werden wir damit weitaus besser fahren als jemand mit einem Jahrhunderttalent, der auf das völlig falsche Pferd setzt.

Das heißt nicht, dass wir uns grundsätzlich für nicht gut genug halten sollen. Im Gegenteil. Wir müssen unsere Stärken und Schwächen kennen und sollten uns keinen Träumereien hingeben. Dann können wir auch aus mittelmäßigem Talent überdurchschnittlich viel machen.

Das Talent entscheidet nämlich nicht, entscheidend ist die Selbsterkenntnis.

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Auch Nehmen will gelernt sein

Wenn wir über Feedback reden, dann geht es meistens um das Geben. Wir müssen lernen, wie wir das möglichst produktiv und empathisch erledigen können und diese Techniken dann häufig anwenden.

Das ist im Grunde auch richtig.

Allerdings ist der Feedback-Geber meist nicht die Person mit der größten Spannung.
Dieses „Vergnügen“ hat die empfangende Person. Für sie reicht es nicht aus, immer wieder zu hören, dass Feedback ein Geschenk ist, das sie gefälligst zu würdigen hat.

Sheila Heen und Douglas Stone erklären in ihrem Buch „Thanks for the Feedback“, was man tun kann, um Feedback besser anzunehmen. Hier hatte ich bereits geschrieben, welche Trigger-Knöpfe Feedback bei uns drückt und wie wir damit umgehen können: Warum wir so schwer mit Kritik umgehen können.

Die Spannung beim Empfänger entsteht aus zwei gegensätzlichen Bedürfnissen:

  1. Wir wollen lernen und uns verbessern (Dafür ist Feedback unerlässlich).
  2. Wir wollen geschätzt werden für das, was wir JETZT sind. (Das leistet Feedback oft nicht).

Die Spannung wird (und muss) bleiben. Wir sollten uns aber bewusst machen, dass auch wir als Empfangende etwas zum Erfolg des Feedback-Gesprächs beitragen.

Hier ist ein TED-Talk von Sheila Heen für mehr Hintergründe:
How to use others‘ feedback to learn and grow | Sheila Heen

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Haben wir wirklich die richtige Lösung

Auch wenn wir etwas besonders gut können, muss es nicht die richtige Lösung sein.

Es ist manchmal schwer, über den Tellerrand der eigenen Methode, der eigenen Ansichten und der eigenen Werkzeuge zu blicken.

Wenn wir einen großen Hammer besitzen und auch gute Erfahrungen damit gemacht haben, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

Bei aller Erfahrung und auch bei größter Zufriedenheit sollten nicht aufhören, zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen. Menschen sind verschieden und deshalb gibt es niemals nur eine Lösung für alle.

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Das Organisatorische kann warten

Für Organisatoren von Meetings aller Art ist die Versuchung groß, zu Beginn das Organisatorische zu klären.
Die Regeln werden erklärt, die Agenda wird vorgestellt, die Anwesenheitsliste wird durchgegeben oder das Mittagsmenü wird ausgewählt.

Ganz aktuell starten viele Video-Meetings mit der Bitte, die Kamera an zu machen, sich stumm zu schalten oder bei Bedarf den Chat und die Hand-heben-Funktion zu nutzen.

Die Autorin und Event-Planerin Priya Parker hält das für einen Fehler.
Die Aufmerksamkeit der Gäste und Teilnehmer sei nie so groß wie in diesen ersten Minuten einer Veranstaltung. Das sollten wir nutzen.

Ein Beispiel aus einem anderen Genre:
Vor „Krieg der Sterne“, war es allgemein üblich, die Mitwirkenden eines Filmes in einem Vorspann zu würdigen. George Lucas lehnte das jedoch ab, zahlte sogar eine Strafe an die Gewerkschaft (siehe hier) und setzte die berühmten Intros der Star-Wars-Filme um.

Hier ist der Zuschauer direkt in der Handlung gefesselt, ohne abgelenkt zu sein.

Laut Parker sollten wir auch bei Meetings das Organisatorische nach hinten schieben. Stattdessen können wir die ersten Minuten nutzen um unsere Gäste zu fesseln oder zu überraschen.

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Keiner mag den Streber

Immer wenn wir Menschen kennenlernen, erzählen wir auch Geschichten über uns. Hier können Verbindungen entstehen und wir haben das in der Hand.

Meist ist es unser erster Impuls, uns selbst in ein möglichst gutes Licht zu stellen. Wir erzählen Geschichten von Erfolgen und Abenteuern, um zu zeigen, dass wir es wert sind, mit und in Kontakt zu treten. Wir agieren wie unsere persönliche PR-Abteilung.

Für andere bieten wir damit aber nur wenige Anknüpfungspunkte. Keiner mag den Streber dafür, dass er ein Streber ist. Damit man uns mag, sollten wir den anderen besser erlauben, mit uns mitzufühlen, indem wir uns verletzlich zeigen. Bessere Geschichten für diesen Zweck sind also die über Schwächen und Schwierigkeiten.

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Es gibt immer ein Zurück

Ein Rückzieher ist nichts, was wir gerne tun. Es fühlt sich falsch an, nach scheitern und verlieren nach Wortbruch und Verantwortungslosigkeit.

Doch manchmal kommt es einfach von, dass wir eine Ankündigung machen, etwas kaufen oder eine Zusage geben und im nächsten Augenblick ein mulmiges Gefühl bekommen.

Es scheint, als wäre die Entscheidung falsch. Aber können wir jetzt überhaupt zurück? Man bringt uns schließlich Vertrauen entgegen und wir würden das enttäuschen.

Diese Einstellung haben wir unserer Kultur zu verdanken. Die meisten von uns sind mit der Erwartung aufgewachsen, dass versprochen auch versprochen bedeutet. Das man sich einmal festlegt und dann daran gebunden ist.

Tatsächlich ist dies eine Form von versunkenen Kosten. Wir werden die Verkäuferin, unseren Chef, unsere Freunde sowieso enttäuschen. Dann, wenn wir scheitern und dann, wenn wir aufgeben.

Es ist besser, schnell einen Schritt zurück zu machen und von dort aus wieder volle Leistung zu bringen, als uns abzumühen in einer unbefriedigenden Situation. Unsere Versprechungen aus der Vergangenheit dürfen wir nicht über alles stellen. Dieser Preis ist bezahlt, das Geld ist weg. Was zählt, das sind heute und morgen.

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