Leadership

Die lernende Organisation

Gemäß Isao Yoshino ist das, was großartige Unternehmen von normalen unterscheidet, ihre Einstellung zum Lernen. Yoshino arbeitete 40 Jahre bei Toyota und hat deren berühmtes Produktionssystem mitgeprägt. 

Lernen solle für eine Organisation also nicht nur eine Managementaufgabe sein, sondern eine Führungsaufgabe (vgl. Leadership vs. Management). 

Durch lernen würde man ein besserer Leader und gute Leader würden ihre Teams zu stetigem Lernen inspirieren. 

Das ständige Verlangen jedes Einzelnen danach, müsse Teil der Kultur des Unternehmens werden. Wichtige Eckpfeiler dieser Kultur sind das Scheitern, dass allgemein nicht als Gefahr, sondern als Chance (zu lernen) wahrgenommen werden sollte und auch die Selbstreflexion (HANSEI). 

Vor allem HANSEI ist laut Yoshino eine konkrete und wichtige Maßnahme um Lernen überhaupt richtig zu gewährleisten. Denn nur wer sich bewusst selbst überprüft und analysiert hat die Chance, die wahren Ursachen zu erkennen und zu beheben. 

Auch wenn es darum geht von anderen zu Lernen sei HANSEI wichtig. Toyota hätte es stehts ausgezeichnet, von allen erdenklichen Beispielen lernen zu wollen. Von amerikanischen Supermärkten, aber auch von japanischen Lebensmittelproduzenten oder Konkurrenten aus dem Automobilsektor. 

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht nur schulen, sondern in denen das Lernen als Kultur verwurzelt ist, werden erfolgreich sein (vgl. Bildung vs. Lernen).  

Hier ist ein Interview mit Isao Yoshino anlässlich der Vorstellung eines Buches, dass unter seiner Mithilfe entstanden ist: Lean Six Sigma Webinar- Leading to Learn, Learning to Lead 

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Was ist unsere wichtigste Aufgabe?

Joe Biden sagte nach seinem Wahlsieg: 

“Als ich noch klein war sagte mir mein Großvater, Joey, behalte deinen Glauben. Meine Großmutter sage daraufhin: Nein, verbreite ihn” 

Schon in seiner ersten Rede als gewählter Präsident, hat er sich mit vielen Aussagen dieser Art, deutlich vom Stil seines Vorgängers abgesetzt. Sie ist ein großes Beispiel für Leadership.

Schon mehrmals habe ich über den Unterschied zwischen Leadership und Management geschrieben. 

Donald Trump hat viele Dinge “getan” und er wurde oft für sein gutes Management gelobt. Die Herzen der Menschen hat er jedoch nie erreicht. Dies scheint sich in den USA nun zu ändern. Bidens väterlich, großzügiges Auftreten könnte das sein, was diese zerrissene Gesellschaft jetzt braucht. 

Und generell: Ein Präsident muss an erster Stelle Anführer sein, dann erst Manager. Ich hoffe für die Amerikaner und den Rest der Welt darauf, dass Joe Biden beide Rollen in angemessener Form ausfüllen kann. 

Wir alle sollten uns regelmäßig fragen, welche unserer vielen Rollen eigentlich unsere wichtigste ist. Es ist nämlich nutzlos in einem weniger wichtigen Feld erfolgreich zu sein, wenn wir bei unserer Hauptaufgabe versagen.

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Selber machen oder Klappe halten

Gute Ideen zu haben ist relativ nutzlos, wenn man selbst nicht bereit ist diese umzusetzen.

Das gilt in der Politik, beim Arbeiten oder im Sport.

Es ist leicht, anderen zu sagen was denn wären, wenn man bloß würde.

Um andere zu überzeugen muss man führen, das heißt vorangehen. Wer andere bloß in seine bevorzugte Richtung schicken möchte, um dann mit Sicherheitsabstand hinterher zu schleichen, der braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Ideen kein Gehör finden.

Wer eine Meinung äußern möchte, der muss zumindest die Verantwortung tragen, dafür gerade zu stehen und sich Kritik anzuhören.

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Wenn Unternehmen nach Weisheit streben

Ricardo Semler hat das, in seiner Firma Semco S/A, tatsächlich zu einem der Ziele erklärt.

Das brasilianische Unternehmen ist bekannt für seine extrem demokratische Organisation und den entsprechenden Führungsstil.

Mitarbeiter können z.B. selbst entscheiden wann sie arbeiten, wie lange, wie viel sie verdienen und so weiter. Die wichtigsten Grundregeln lauten lediglich: Benutze deinen gesunden Menschenverstand. Und: Wir alle sind erwachsen und werden genauso behandelt.

Das Unternehmen geht sogar so weit, dann bei Vorstandssitzungen 2 stimmberechtigte Plätze frei sind, für die ersten die auftauchen. Laut Semmler hätten dadurch auch schon Reinigungskräfte in Vorstandssitzungen abgestimmt was ihn freut, denn dies sorge dafür, dass alle ehrlich blieben.

Den Recruiting-Prozess beginnt man übrigens so früh wie möglich. Das heißt für Semco, dass man versucht das eigene demokratische Organisationsverständnis auf Schulen zu übertragen. Semlers hat daher die erste demokratische Schule Brasiliens, die Lumiar-School gegründet.

Besonders interessant wird das Ganze aber dadurch, dass es sich erstens um keine kleine, Nischenfirma handelt, sondern um ein großes Maschinenbau-Unternehmen mit über 5000 Mitarbeitern. Und zweitens ist das Ganze höchst erfolgreich denn Umsatz und Gewinn stiegen exponentiell seit Semler seine Ideen umsetzt.

Hier ist ein TED-Talk von Ricardo Semmler:
How to run a company with almost no rules

Hier ist eine gute Wikipedia-Zusammenfassung von Ricardo Semlers Buch:

Das Semco System (deutsch)

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Wie verbringt Elon Musk seine Zeit?

Er kümmert sich die große Mehrheit seines Tages um Engineering und Design.

Video: How Elon Musk Spends His Time

Das heißt es geht ihm vorrangig darum, dass sein Produkt exzellent funktioniert und die richtigen Emotionen transportiert. Also arbeitet der CEO tatsächlich den Großteil seines Tages am Produkt.

Bei Steve Jobs war das übrigens auch so (wie man seiner Biografie entnehmen kann).

Treffen mit Anwälten, Finanzmanagern, Gewerkschaften, Politikern?

Selten.

Wie verbringt dagegen wohl der durchschnittliche DAX-Vorstand seinen Tag?

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Leading by example

Autorität hat nicht jeder und oft will man die auch gar nicht. Allerdings ist uns das manchmal nicht bewusst.

„Wenn die doch einfach mal auf mich hören würden…“

Wir erziehen unsere Kinder ohne Drohungen oder Strafen und wir führen unsere Teams ohne Machtdemonstrationen und Basta. 

Wir soll da jemals Autorität entstehen? 

“Autorität ausüben” ist das Gegenteil von “Enrollment suchen”. 

Autorität resultiert aus Angst. Enrollment ist Ausdruck von Wertschätzung

Der Autoritäre sagt: ”Folge mir!” Und er erwartet, dass der andere das auch macht. 

Wer allerdings andere durch sein eigenes Vorbild beeindruckt, der fordert gar nichts. Er wartet bis jemand fragt: “Kann ich dir folgen?” In diesem Moment entsteht Enrollment. 

Das ist natürlich weitaus schwieriger als einfach seine vorhandene Machtposition zu nutzen – bei der Kindererziehung und im Job. 

Es lohnt sich aber. 

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Das ultimative Empathie-Musterbeispiel

Jürgen Klopp.

Er ist ein Musterbeispiel dafür, wie stark Empathie sein kann und was man damit bewegen kann. Was er schon bei seinen früheren Vereinen gezeigt hat, bringt er jetzt in Liverpool zur Perfektion.

Aus Marketing-Sicht ist das das Optimum.

Neben seiner sicherlich auch großartigen Fachkompetenz, hat er nämlich verstanden wie man diesen Club und alle seine Stakeholder führen muss.

Er berührt Ihr Herz mit dem was er sagt und wie er es sagt. Das sind keine Floskeln sondern er meint das so – ich glaube das ist auch für Außenstehende ersichtlich.

Hier ein aktuelles Beispiel: Wird sind Liverpool. Meister von England. Wenn einem da als Fan nicht die Tränen kommen, weiß ich auch nicht…

Er hat wirklich verstanden was Fußball für diese Menschen bedeutet und er selbst liebt den Sport auch.

Natürlich auf seine Weise. Er muss auch gar nicht vorgeben genauso fanatisch wie die härtesten Ultra-Fans zu sein. Was man ihm aber ohne Zweifel abnimmt ist, dass er für die Sache brennt. Er denkt nicht im Stillen: „Diese Verrückten, ich selbst würde nie so viel Geld für eine Eintrittskarte ausgeben…“

Man sieht, dass er diese Menschen achtet und ihre Einstellung ehrlich akzeptiert. daher tut er alles dafür um ihnen Freude zu schenken.

Die Leute fühlen, dass er die Arbeit nicht für sich macht (für Geld oder Ruhm), sondern für andere. Er hat eine Gabe und es macht ihm auch Spaß, aber er tut es weil es das ist, was er am besten kann.

Wenn er mit seinen Mannschaften genauso kommuniziert, dann verwundert es nicht, dass sie alles für ihn tun.

Seine Job-Bezeichnung in England heißt zwar „Manager“, aber er ist ein wahrer Leader (das ist der Unterschied).

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